Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

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Belagerung und Entsatz von Wien 1529 und 1683

Die Türkenkriege: 
Belagerung & Entsatz von Wien 1683
Impressionen von einem Streifzug durch das Deutsche Historische Museum in Berlin und das Heeresgeschichtliche Museum in Wien
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Foto Repro © Sammlung  Werner Störk 2006
Links: Solaks - Bogenschützen (Leibgarde des Sultans), rechts: Janitscharen - die Jegni-tscheri (neue Krieger)
 
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Foto Repro © Sammlung  Werner Störk 2006
Links: Türkische Reiterei: Spahis, rechts: Türkische Reiterei: Dellis (Tollköpfe)
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Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Schlacht zwischen Osmanen und Truppen der christlichen Allierten
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Webdesign & Foto © Werner Störk 2006
Osmanisches Prunkzelt aus der sog. Türkenbeute
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Webdesign © Werner Störk 2006
Drei habsburgisch-österreichische Kaiser
Kaiser Leopold I. (1640 - 1705), König Joseph I von Ungarn (1678 - 1711) 
     und Erzherzog Karl von Österreich - Karls V. - (1685 - 1740)
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Aus unserem Diorama-Projekt: Entsatz Wiens 1683 - Polnische Flügelreiter erobern das osmanische Zeltlager.

Die Osmanen führten über 20.000 Kamele (Dromedare und Trampeltiere) mit nach Wien - unser Diorama

erinnert daran.

Webdesign Werner Störk 2007

Der Ausschnitt aus dem zeitgenössischen Gemälde von der Entsatzschlacht 

vor Wien zeigt Kamele im osmanischen Lager.

Webdesign Werner Störk 2007
Der Ausschnitt aus dem zeitgenössischen Kupferstich 
 zeigt ein Kamel im osmanischen Lager.
 
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Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Türkenschlacht - die Rückeroberung von Belgrad 1680
Gemälde von Esias van de Velde
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Der Entsatz (Ende der Besetzung, Belagerung) von Wien am 12. September 1683 - 
mit der Entscheidungsschlacht auf dem Kahlenberg
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
 
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Fotos & Webdesign © Werner Störk 2006
Details aus dem Gemälde

Deutsches Historisches Museum Berlin DHM

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Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Prinz Eugen von Savoyen als Sieger über die Türken
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Fotos & Webdesign © Werner Störk 2006
Details aus dem Gemälde

Deutsches Historisches Museum Berlin DHM

Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Die Einnahme von Buda 1686 - nach dem Entsatz von Wien rückten die alliierten 
Truppen in Richtung Osten und setzen den geschlagenen Osmanen nach. 1684 
erreichten sie die Stadt Buda, die bis dahin unter 140 jähriger Herrschaft der 
Türken stand und eroberten sie 1686 zurück.
Deutsches Historisches Museum Berlin DHM
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Fotos & Webdesign © Werner Störk 2006

Details aus dem Gemälde

Deutsches Historisches Museum Berlin DHM

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Foto & Webdesign © Werner Störk 2006
Prinz Eugen von Savoyen erobert Belgrad am 16. August 1717.
Gemälde von Jan van Huchtenberg, Haarlem von 1647 - 1733 Amsterdam, Wien 1717/1720.
Das Gemälde entstand nach detaillierten Angaben von Prinz Eugen.

Deutsches Historisches Museum Berlin DHM

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Fotos & Webdesign © Werner Störk 2006
Details aus dem Gemälde von Jan van Huchtenberg

Deutsches Historisches Museum Berlin DHM

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"Die Entsatzschlacht vor Wien". Gemälde, um 1688, Öl auf Leinwand, 235 x 385 cm. Wien,

Heeresgeschichtliches Museum Wien

 
Fotos & Webdesign Werner Störk 2006
12. September 1683 - die Entscheidungsschlacht am Kahlenberg 
 mit dem Entsatz des belagerten Wien unter dem polnischen König
Johann Jan III. Sobieski.

"Die Entsatzschlacht vor Wien". Gemälde, um 1688, Öl auf Leinwand, 235 x 385 cm.

Heeresgeschichtliches Museum Wien

ZEITGENÖSSISCHE QUELLEN- UND BEGLEITMATERIALIEN
Einer unserer Arbeitsbereiche ist das Quellenstudium. Dies beinhaltet nicht nur das sorgfältige Lesen und 
Erschließen eines Textes, sondern berücksichtigt dabei auch die Tatsache, dass jeder Autor eines Textes
immer auch als ein Mensch seiner Zeit denkt und schreibt – und somit das wiedergibt, was ihn in seiner 
jeweils geltenden gesellschaftlich-politischen Schicht- und Sicht als „Zeitgenosse“ seiner Zeit geprägt hat. 
Diese „zeitgenössischen“ Aspekte fließen auch in scheinbar „sachlich-neutralen“ Artikel ein - wie sich sehr
gut auch in den Beiträgen in Meyers Konversationslexikon von 1888/89 nachweisen lassen. Wir haben 
deshalb eine Auswahl solcher Materialien zusammengestellt. 
Internetrecherchen sind bei unserer Projektarbeit ein wesentlicher Bestandteil. Dabei ist feststellbar, dass
die Schüler anfänglich wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Quellen wahr sind und in Wort 
und Bild den abgefragten Sachverhalt richtig darstellen. Hier setzt die pädagogisch-didaktisch-methodi-
sche Hinführung zu einer kritischen Reflektion, zum intensiven Vergleichen mehrerer Quellen an und führt
so zu einer wachsenden Medienkompetenz. 
Daher ist eines unserer Projekt-Ziele: Sensibel machen für Zeit und Personen und das vorsichtige Annähern
an die Texte mit vergleichendem Lesens. So verwunderte zunächst die stark militärisch geprägte Sprache 
und der weite Raum, den militärische Fragen einnehmen. Erst beim zweiten Hinsehen und dem Wissen um 
den Deutsch-Französischen Krieg von 1871/72, einem wachsenden imperialen Nationalismus samt dem 
damit verbundenen Wettrüsten vieler europäischen Staaten (das diese in den Ersten Weltkrieg führen wird),
wird dem jungen Leser nun bewusst, wie er diese Quelle einschätzen hat. Wir haben diese Texte auch des-
halb gewählt, da sie relativ nah an den zu diesem Zeitpunkt noch praktizierten Fortifikationsmethoden standen
und somit fachlich ein recht anschauliches Bild derselben wiedergeben. 
Die nachfolgenden Artikel (mit einem *Stern gekennzeichnet) entstammen Meyers Konversationslexikon, Biblio-
graphisches Institut Leipzig und Wien 1885 - 1892. 
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
TÜRKEN VOR WIEN*
In den Türkenkriegen wurde die Stadt zum erstenmal vom 22. Sept. bis 15. Okt. 1529 vom Sultan Soliman
mit 120,000 Mann belagert, aber von 16,000 Mann Soldaten und 5000 Bürgern unter Nikolaus von Salm 
tapfer verteidigt, bis Soliman abzog. In dem von den ungarischen Grafen Tököly veranlaßten neuen Türken-
krieg wurde W. vom 14. Juli bis 12. Sept. 1683 von 200,000 Türken unter Kara Mustafa belagert, aber 
von 13,000 Mann Soldaten und 7000 Bürgern unter Rüdiger von Starhemberg verteidigt, bis der Herzog v
on Lothringen mit der Reichsarmee und Johann Sobieski von Polen die Stadt entsetzten. 1704 wurden die 
bei der Belagerung niedergebrannten, seitdem aber wieder aufgebauten Vorstädte gegen die bis nahe an W.
streifenden ungarischen Insurgenten unter Rákóczy mit den noch erhaltenen Linien umgeben, welche im 
März und Juni d. J. die Vorstädte wirklich vor der Zerstörung schützten
Die böhmischen Stände bestätigten Ferdinands Erbansprüche, indem sie ihn zum König wählten. In Ungarn 
dagegen rief nur ein Teil der Magnaten den Habsburger zum König aus, während die Mehrzahl den Fürsten
von Siebenbürgen, Johann Zápolya, zum König wählte, der sich unter türkischen Schutz stellte und 1529 
nach der Eroberung von Budapest daselbst vom Sultan Soliman als Vasallenkönig eingesetzt wurde. Ferdi-
nand blieb bloß der Königstitel und der Besitz einiger Landstriche im Westen und Norden des Reichs. Aber
nicht nur diese, sondern auch seine österreichischen Lande waren nun fortwährend von den Türken bedroht, 
welche 1529 bis vor Wien vordrangen, allerdings 14. Okt. die Belagerung der tapfer verteidigen Stadt auf-
geben mußten, aber doch das Land aufs furchtbarste verwüsteten. Als Soliman zum zweitenmal 1532 gegen 
Wien vorrückte, hemmte die Verteidigung von Güns durch eine kleine deutsche Besatzung das türkische 
Heer so lange, bis die deutschen Truppen erschienen, vor denen es zurückwich. Der erste Friedensvertrag, 
den darauf der Großwesir 1533 zu Konstantinopel mit Ferdinands Gesandten abschloß, sicherte diesem den 
Besitz der Städte und Landschaften zu, die er in Ungarn noch in Händen hatte. Während Ferdinand durch 
Anerbietung von Pensionen und Ehrengeschenken vergeblich die Anerkennung seiner Erbansprüche aus 
Ungarn von Soliman zu erwirken bemüht war, richteten die Reichsheere, welche Kurfürst Joachim von Bran-
denburg 1541 und 1542 nach Ungarn führte, auch nichts Entscheidendes aus. Ferdinand mußte froh sein, daß
ihm 1547 gegen Zahlung einer jährlichen Pension von 30,000 Dukaten sein ungarischer Besitzstand von den 
Türken auf fünf Jahre zugestanden wurde. Der Grenzkrieg dauerte trotzdem fort, auch nachdem Ferdinand 
1562 in einem neuen Friedensvertrag auf das 1551 für kurze Zeit erworbene Siebenbürgen verzichtet hatte.
Österreich hatte unter Leopold I. nach zwei Seiten hin zu kämpfen. Zunächst fielen die Türken von neuem in 
Ungarn ein. Ein österreichisches Heer, welches sie bei Gran am Überschreiten der Donau hindern wollte, 
wurde zurückgeschlagen (Aug. 1663), und die türkischen und tatarischen Scharen drangen plündernd und 
brandschatzend bis Brünn und Olmütz vor. Durch den Sieg Montecuccolis bei St. Gotthardt a. d. Raab
(1. Aug. 1664) wurden die Türken zu dem Frieden von Vasvár bewogen, der Österreich zwar keine Ge-
bietsvergrößerung, aber Ruhe und die Möglichkeit gewährte, die Herrschaft in Ungarn zu befestigen und die
ständischen Rechte und die Religionsfreiheit der Ungarn zu beschränken. Eine Verschwörung der Magnaten
hiergegen wurde unterdrückt und blutig bestraft (1665-71). Als Emmerich Tököly, das Haupt der Ungarn, 
die für ihre alte Verfassung und für den in grausamer Weise verfolgten Protestantismus kämpften, die Türken 
endlich um Hilfe bat, rückten diese 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa, 200,000 Mann stark, sengend 
und brennend bis vor Wien, das zwei Monate lang belagert, aber durch die tapfere Besatzung und die Bürger-
schaft erfolgreich verteidigt wurde, während der kaiserliche Hof nach Passau geflüchtet war. Ein kaiserliches 
und Reichsheer unter Karl von Lothringen und die Polen unterJohann Sobieski entsetzten endlich durch den 
Sieg am Kahlenberg (12. Sept. 1683) die Hauptstadt. Durch deutsche Reichstruppen verstärkt, rückten nun 
die Kaiserlichen in Ungarn ein, nahmen 1683 Gran, 1686 Ofen ein und eroberten durch den Sieg bei Mohács
(12. Aug. 1687) Kroatien und Slawonien. Durch diese Erfolge seiner Waffen erreichte es Leopold, daß die
ungarischen Stände 1687 in die Aufhebung des Wahlkönigtums willigten und das Land in ein Erbreich unter 
habsburgischer Herrschaft verwandelten, und vereinigte mit demselben 9. Mai 1688 Siebenbürgen, dessen 
Fürst und Landtag der türkischen Oberherrschaft entsagten. Durch die Siege des Markgrafen Ludwig von 
Baden bei Szalankemen (19. Aug. 1691) und Eugens von Savoyen bei Zenta (11. Sept. 1697) wurde der
Sultan zum Frieden von Karlowitz (26. Jan. 1699) gezwungen, in welchem ganz Siebenbürgen und alles 
Land zwischen Donau und Theiß, mit Ausnahme des Banats von Temesvár, an Österreich abgetreten wurde.
Inzwischen war auch Tirol, welches seit 1564 von Seitenlinien beherrscht worden, nach dem Erlöschen der
letzten 1665 an Österreich zurückgefallen.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
LEOPOLD I.*
Auf Ferdinand III. folgte, da der älteste Sohn, Ferdinand, der 1653 zum römischen König gewählt worden, 
bereits 9. Juli 1654 gestorben war, sein zweiter Sohn, Leopold I. (1657-1705), der 1658 auch zum deutschen
Kaiser gewählt wurde. Die lange Regierung dieses Habsburgers war für Österreich eine bedeutungsvolle und
schließlich erfolgreiche, obwohl er geringe Herrschergaben entwickelte, die Verwaltung in ihrem alten Geleise 
beließ, Verschwendung am Hof und Bestechlichkeit der Beamten duldete, so daß die Finanzen sich in klägl-
ichem Zustand befanden, durch seinen fanatischen Bekehrungseifer die protestantischen Ungarn zu Empörun-
gen zwang und sich in seiner auswärtigen Politik vom spanischen Einfluß leiten ließ. Nur das Heerwesen war
in genügendem Stande, da hier noch die glänzenden Traditionen des großen Kriegs wirksam waren. Aber die 
echt habsburgische Zähigkeit, mit der Leopold, durch kein Mißgeschick abgeschreckt, an seinen Zielen fest-
hielt, bewirkte, daß er endlich die österreichische Machtstellung in Europa bedeutend erhöhte; der innere Or-
ganismus war aber nicht gesund und lebenskräftig. Österreich hatte unter Leopold I. nach zwei Seiten hin zu
kämpfen. Zunächst fielen die Türken von neuem in Ungarn ein. Ein österreichisches Heer, welches sie bei Gran
am Überschreiten der Donau hindern wollte, wurde zurückgeschlagen (Aug. 1663), und die türkischen und ta-
tarischen Scharen drangen plündernd und brandschatzend bis Brünn und Olmütz vor. Durch den Sieg Monte-
cuccolis bei St. Gotthardt a. d. Raab (1. Aug. 1664) wurden die Türken zu dem Frieden von Vasvár bewogen, 
der Österreich zwar keine Gebietsvergrößerung, aber Ruhe und die Möglichkeit gewährte, die Herrschaft in Un-
garn zu befestigen und die ständischen Rechte und die Religionsfreiheit der Ungarn zu beschränken. Eine Ver-
schwörung der Magnaten hiergegen wurde unterdrückt und blutig bestraft (1665-71). Als Emmerich Tököly, das
Haupt der Ungarn, die für ihre alte Verfassung und für den in grausamer Weise verfolgten Protestantismus käm-
pften, die Türken endlich um Hilfe bat, rückten diese 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa, 200,000 Mann 
stark, sengend und brennend bis vor Wien, das zwei Monate lang belagert, aber durch die tapfere Besatzung 
und die Bürgerschaft erfolgreich verteidigt wurde, während der kaiserliche Hof nach Passau geflüchtet war. Ein 
kaiserliches und Reichsheer unter Karl von Lothringen und die Polen unter Johann Sobieski entsetzten endlich 
durch den Sieg am Kahlenberg (12. Sept. 1683) die Hauptstadt. Durch deutsche Reichstruppen verstärkt, rückt-
en nun die Kaiserlichen in Ungarn ein, nahmen 1683 Gran, 1686 Ofen ein und eroberten durch den Sieg bei 
Mohács (12. Aug. 1687) Kroatien und Slawonien. Durch diese Erfolge seiner Waffen erreichte es Leopold, daß 
die ungarischen Stände 1687 in die Aufhebung des Wahlkönigtums willigten und das Land in ein Erbreich unter
habsburgischer Herrschaft verwandelten, und vereinigte mit demselben 9. Mai 1688 Siebenbürgen, dessen Fürst 
und Landtag der türkischen Oberherrschaft entsagten. Durch die Siege des Markgrafen Ludwig von Baden bei 
Szalankemen (19. Aug. 1691) und Eugens von Savoyen bei Zenta (11. Sept. 1697) wurde der Sultan zum Frie-
den von Karlowitz (26. Jan. 1699) gezwungen, in welchem ganz Siebenbürgen und alles Land zwischen Donau 
und Theiß, mit Ausnahme des Banats von Temesvár, an Österreich abgetreten wurde. Inzwischen war auch Ti-
rol, welches seit 1564 von Seitenlinien beherrscht worden, nach dem Erlöschen der letzten 1665 an Österreich 
zurückgefallen. Den Krieg im Westen gegen Frankreich führte Leopold zur Sicherung der Reichsgrenzen und 
der Wahrung der Stellung seines Hauses im Reich; hatte Ludwig XIV. doch schon 1658 sich ernstlich um die 
Kaiserkrone beworben. Die ersten französischen Kriege (1672-79 und 1688-97) waren freilich nicht so erfolgreich
wie die türkischen. Die Friedensschlüsse von Nimwegen und Ryswyk ließen Ludwig XIV. seine meisten Erober-
ungen, namentlich die Reunionen. Von nun an bestimmte vornehmlich die Rücksicht auf Spanien die Haltung Leop-
olds gegen Frankreich. Hier stand das Erlöschen der habsburgischen Dynastie bevor, da König Karl II. kränklich 
und kinderlos war, und der Kaiser war eifrig bemüht, die spanische Krone seinem Haus zu erhalten und auf seinen
zweiten Sohn, Karl, zu übertragen. Als nun Karl II. 1700 starb und der von ihm testamentarisch zum Erben er-
nannte Enkel Ludwigs XIV., Philipp von Anjou, mit französischer Hilfe von Spanien Besitz ergriff, entschloß sich 
Leopold 1701 im Bund mit den meisten deutschen Fürsten und den Seemächte, die habsburgischen Ansprüche
auf Spanien mit Waffengewalt geltend zu machen. In diesem Krieg, welcher nur für dynastische Zwecke, für die 
Vergrößerung der habsburgischen Hausmacht, geführt wurde, und in welchem Österreich zum erstenmal seine 
Hand nach dem Erwerb Bayerns ausstreckte, errangen die Kaiserlichen, hauptsächlich durch das Feldherrn-
genie des Prinzen Eugen, nach anfänglichem Mißgeschick endlich auch glänzende Erfolge. Leopold I. erlebte 
noch den Sieg bei Höchstädt (13. Aug. 1704), der dem Krieg die entscheidende Wendung zu gunsten Öster-
reichs gab. Auf Leopold (gest. 5. Mai 1705) folgte sein älterer Sohn, Joseph I. (1705-11), der den spanischen 
Erbfolgekrieg mit Aufbietung aller Kräfte fortsetzte, obwohl in Ungarn eine Empörung unter Franz Rákóczy II. 
ausbrach; dieselbe wurde durch den Sieg der Kaiserlichen bei Trentschin (1708) unterdrückt und die völlige 
Pacifikation Ungarns durch den Száthmarer oder Károlyischen Frieden (1711) erreicht. Inzwischen war Bayern
besetzt, durch den Sieg von Turin (1706) Italien von den Franzosen befreit und durch die Schlachten von Ouden-
aarde (1708) und Malplaquet (1709) die französische Kriegsmacht fast vernichtet worden. Jetzt hätte der Friede
unter den günstigsten Bedingungen abgeschlossen werden können, indem Ludwig XIV. zum Verzicht auf die 
spanische Erbschaft und zur Rückgabe seiner Eroberungen an der deutschen Westgrenze bereit war. Deut-
schland wäre künftig gegen französische Eroberungsgier gesichert gewesen, das Haus Habsburg hätte sich 
als den mächtigen Hort des Reichs erwiesen und Österreich sich unter der Regierung Josephs I., der sich auch
im Innern als tüchtiger Regent bewährte, sich tolerant und aufgeklärt zeigte und in den Finanzen und der Justiz 
wirksame Reformen einführte, einer glücklichen Entwickelung erfreuen können. Aber aus dynastischem Interes-
se brachte Joseph die Friedensverhandlungen zum Scheitern, indem er die ganze spanische Monarchie für sei-
nen Bruder   Karl verlangte und sogar von Ludwig XIV. forderte, daß er seinen Enkel aus Spanien vertreiben helfe. 
Inzwischen nahm der Krieg in Spanien für Karl eine so ungünstige Wendung, daß an eine Eroberung des Landes
weniger als je zu denken war, und Frankreichs Streitkräfte erholten sich. Joseph I. starb aber 17. April 1711, ohne
Söhne zu hinterlassen: der einzige Sproß des habsburgischen Hauses war sein Bruder, bisher Karl III. von Spa-
nien, noch 1711 als Karl VI. (1711-40) auf den deutschen Kaiserthron erhoben. Die Fortsetzung der bisherigen
Politik der Verbündeten hätte also die Vereinigung der österreichischen und der spanischen Monarchie in eine
Hand zur Folge gehabt, und da dies das europäische Gleichgewicht gefährden mußte, so trennten sich die See-
mächte von Österreich und schlossen mit Frankreich 1713 den Frieden von Utrecht, den der Kaiser nach erfolglo-
ser Fortsetzung des Kriegs 1714 im Friedensschluß von Rastatt anerkennen mußte. Österreich erwarb aus der 
spanischen Erbschaft ansehnliche Gebietsteile, die spanischen Nieder-lande, Mailand, Mantua, Neapel und Sar
dinien, das 1720 gegen Sizilien ausgetauscht wurde. Eine weitere beträcht-liche Gebietsvergrößerung erlangte 
es durch einen neuen Türkenkrieg (1716-18), in welchem Prinz Eugen die weit stärkern Türkenheere bei Peter-
wardein (5. Aug. 1716) und bei Belgrad (16. Aug. 1717) völlig besiegte und die Pforte im Frieden von Passarowitz
(21. Juni 1718) zur Abtretung des Banats, von fünf Distrikten der Kleinen Walachei und Serbiens zwischen der 
Morawa und Drina zwang. Doch gereichten diese Erwerbungen. Österreich nicht zum Heil und wurden auch nicht
lange behauptet. In den Niederlanden und in den italienischen Besitzungen verschlang die Verwaltung alle Ein-
nahmen; dagegen nahmen diese Lande einen Teil des Heers in Anspruch und verursachten wiederholt diploma-
tische Verwickelungen, da die Bourbonen immer wieder ihre begehrlichen Blicke nach ihnen richteten. Karl VI. 
wurde hierdurch ganz von der innern. Verwaltung abgezogen, die in den zerrütteten Zustand der Zeit Leopolds I. 
zurücksank. Die höchsten Beamtenstellen wurden nach der Gunst des Hofs vergeben, die niedern Beamten wa-
ren träge, nachlässig und bestechlich. Die Einnahmen des Staats, ungeschickt verwaltet und am unrechten Ort
verschwendet, reichten nie zur Deckung der Ausgaben, geschweige denn zur Schuldentilgung aus. So wurde 
selbst das Heer vernachlässigt: es war nie vollzählig, über die ganze Monarchie in Garnisonen verstreut, mangel-
haft ausgerüstet und geschult, die Festungen vernachlässigt und meist nicht verteidigungsfähig.Seit 1716 beschäf-
tigte den Kaiser fast ausschließlich die Regelung der Thronfolge in seinen Landen. Karl VI. hatte nämlich ebenfalls
keine Söhne. Er erließ daher eine neue Thronfolgeordnung, die Pragmatische Sanktion, welche bestimmte, daß 
sämtliche österreichische Länder nach seinem Tod "untrennbar und unauflöslich" sein und sämtlich an seine äl-
teste Tochter, Maria Theresia, und deren Nachkommen fallen sollten. Nachdem er die Zustimmung der Stände 
der verschiedenen Erbländer seines Reiches zu derselben erlangt hatte, suchte er auch die europäischen Mäch-
te zur Anerkennung derselben zu bewegen, statt, wie Prinz Eugen riet, seine Nachfolgerin durch ein tüchtiges 
Heer und einen wohlgefüllten Schatz in stand zu setzen, ihren Thron mit eigner Kraft zu verteidigen, und brachte
hierfür große Opfer.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
EUGEN PRINZ VON SAVOYEN *
Eugen (Prinz von Savoyen) (griech. Eugenios, etwa s. v. w. Wohlgeborner, Edler) Franz  Eugen., Prinz 
von Savoyen, der berühmte "Prinz Eugen", war als der jüngste der fünf Söhne des savoyischen Prinzen E
ugen Moritz von Savoyen-Carignan, Grafen von Soissons, und der Olympia Mancini, einer Nichte Maza-
rins, 18. Okt. 1663 zu Paris geboren. Er war zuerst für den geistlichen Stand bestimmt und bereits als 
Knabe im Besitz zweier Abteien (daher er am französischen Hofe "der kleine Abbé" hieß); aber Neigung
zum Kriegsdienst und besonders geringschätzige Behandlung von seiten Ludwigs XIV. und seines Kriegs-
ministers Louvois veranlaßten ihn 1683, sich in österreichischen Dienst zu begeben. Bald fing "der kleine 
Kapuziner" an, sich durch Waffenthaten hervorzuthun, namentlich bei der Entsetzung Wiens unter dem 
Oberbefehl Karls von Lothringen, dem er stets ein dankbares Andenken bewahrte. Er focht hierauf 1684
bei der vergeblichen Belagerung Ofens, sodann bei Gran unter Markgraf Ludwig von Baden, der in ihm 
den spätern Helden ahnte, und nahm mit demselben auch 1686 an der Eroberung Ofens teil, wobei er 
eine schwere Verwundung davontrug. Nachdem er den Winter in Venedig zugebracht hatte, machte er 
wieder 1687 den neuen Feldzug in Ungarn mit, welcher 12. Aug. mit dem Sieg bei Mohács gekrönt wurde.
Prinz E. war einer der ersten in den türkischen Verschanzungen und wurde dafür mit der Überbringung 
der Siegesbotschaft nach Wien beauftragt. 1688 zum Feldmarschall-leutnant erhoben, nahm er an der Er-
oberung Belgrads teil und focht 1689 gegen die Franzosen am Rhein. 1690 bewog E. den Herzog Viktor
Amadeus von Savoyen zur Allianz mit dem Kaiser und befehligte das jenem zu Hilfe gesendete österreich-
ische Heer. Schon aber hatte bei seiner Ankunft jener das Treffen von Staffarda (18. Aug. 1690) verloren, 
und E. konnte nur den Rückzug leiten. Überhaupt hatte er die Fehler der Verbündeten mehrmals wieder
gutzumachen, drang aber doch 1692 in Südfrankreich ein. Erst 1696, als Savoyen offen zu Frankreich 
übertrat, zog er sich in das Mailändische zurück. Schon 1693 ward er zum Feldmarschall ernannt. Gegen
die Türken war inzwischen unglücklich gefochten worden. E. aber, zum Oberbefehlshaber in Ungarn er-
nannt, behauptete trotz aller Schwierigkeiten Peterwardein, drang, als die Türken sich über die Theiß zu-
rückzogen, ihnen nach und erfocht den großen Sieg bei Zenta(11. Sept. 1697), wo in zwei Abendstunden 
die Türken 30,000 Mann an Toten und 6000 Mann an Gefangenen einbüßten. Dieser Sieg brach die tür-
kische Macht in Ungarn, wiewohl E. aus Mangel an Geld und Belagerungszeug die Verfolgung des Fein-
des nicht fortsetzen konnte. Auch im folgenden Jahr behielt E. das Oberkommando in Ungarn mit unbe-
schränkter Vollmacht bis zum Frieden von Karlowitz (26. Jan. 1699), der recht eigentlich als Eugens Werk
anzusehen ist. Er begab sich sodann auf seine Güter in Ungarn, welche ihm der Kaiser geschenkt hatte, bis
ihn der Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs zu neuer Thätigkeit rief. E. zog 170.1 mit 29,000 Mann 
durch Tirol über die Alpen, umging auf Wegen, die erst gebahnt werden mußten, den an den Etschklausen 
auflauernden Catinat, besetzte das Vicentinische, lieferte dem Marschall Tessé bei Carpi ein Treffen, wel-
ches für Österreich das Land zwischen Mincio und Etsch gewann, schlug (1. Sept.) bei Chiari den mit 
20,000 Mann neuer Truppen aus Frankreich angekommenen Villeroi und nahm denselben durch Überrum-
pelung in Cremona (1. Febr. 1702) gefangen, konnte aber die Stadt nicht behaupten. Die Schlacht bei Luz-
zara (15. Aug. 1702) gegen den Marschall Vendôme führte zu keiner Entscheidung, und E. konnte die Of-
fensive wegen schlechter Unterstützung von seiten der Wiener Regierung nicht wieder aufnehmen. E. ging 
daher selbst nach Wien, wurde zum Hofkriegsrat ernannt und bereitete, soweit es die erschöpften Geldmit-
tel zuließen, einen neuen Feldzug für den Frühling vor; doch war das Jahr 1703 kein glückliches, da der 
Kurfürst von Bayern zu Frankreich überging und die Ungarn sich unter Franz Ráköczi empörten. E. ging 
selbst nach Ungarn, um den Aufstand zu unterdrücken, und verfocht bei seiner Rückkehr mit allem Nach
druck den Gedanken, daß der eigentliche Sitz der Gefahr für Österreich weder in Italien noch in Belgien 
oder Ungarn, sondern lediglich in Bayern sei, und daß die Entscheidung des Kriegs einzig und allein in der 
Überwältigung des Kurfürsten Max Emanuel liege, daher man, da die Kräfte Österreichs und des Reichs 
für die Durchführung dieses Plans nicht ausreichten, den englischen Feldherrn, Herzog von Marlborough, 
aus Belgien an die Donau ziehen und mit ihm vereint den entscheidenden Schlag führen solle. Marlborough 
ging auf den Plan ein, und so vereinigten sich die Heere Eugens, Marlboroughs und Ludwigs von Baden, 
Führers der Reichstruppen, in Schwaben, und in Großheppach (in Württemberg) kam 12. Juni 1704 E. mit
diesen Männern zusammen, um die letzten Verabredungen zu treffen. E. übernahm zunächst die Aufgabe, 
den im Elsaß stehenden Marschall Tallard vom Übergang über den Rhein abzuhalten, zog, als diesem der 
Übergang doch gelang, ihm nach bis Bayern und vereinigte sich mit Marlborough. Am 13. Aug. 1704 er-
fochten beide bei Höchstädt (Blenheim) über Maximilian von Bayern und den französischen Marschall Tal-
lard einen entscheidenden Sieg, trieben die Franzosen samt dem Kurfürsten über den Rhein und besetzten 
ganz Bayern. Hierauf wandte sich E. nach Italien, wo inzwischen die Lage der Österreicher und des Her-
zogs von Savoyen eine verzweifelte geworden war. Obgleich E. anfangs nicht viel ausrichten konnte und 
sogar in Wien wegen seiner geringen Erfolge verdächtigt wurde, behielt er doch sein Kommando und er-
focht 7. Sept. 1706 den glorreichen Sieg bei Turin. Hierfür zum Statthalter von Mailand ernannt, säuberte 
er das Land von den Franzosen und schloß die Generalkapitulation vom 13. März 1707 ab, in welcher 
Ludwig XIV. die italienische Halbinsel bis auf Neapel aufgab. Letzteres ließ E. bald nachher durch Daun
besetzen, der Kirchenstaat mußte ihm seine Truppen ernähren helfen. 1707 machte E. wieder einen Ein-
fall in Frankreich, mußte aber vor Toulon unverrichteter Dinge umkehren. 1708 war er in den Niederlan-
den, um mit Marlborough und Heinsius den weitern Gang des Kriegs zu beraten. Am 11. Juli d. J. gewan-
nen die beiden Helden die Schlacht von Oudenaarde, nahmen 22. Okt. die Festung Lille und erfochten 
11. Sept. 1709 einen zweiten Sieg bei Malplaquet. E. begab sich hierauf nach Berlin, um die Abrufung 
der Preußen aus Italien zu verhindern. Dem Kaiser riet er, die französischen Friedensanerbietungen anzu-
nehmen, da sich nun Gelegenheit darbiete, Straßburg und Elsaß wiederzugewinnen. Aber sein Rat ward 
nicht gehört. 1710 war er in den Niederlanden thätig und wandte sich 1711 wieder an den Mittel- und 
Oberrhein, um die Reichskreise und die in Frankfurt a. M. versammelten Wähler des Reichs vor dem F
eind zu schützen. Er widerriet dem Kaiser Karl VI. die Beschickung des Utrechter Kongresses und eilte
selbst nach London, um die Allianz zwischen Österreich und England womöglich noch aufrecht zu erhal-
ten. Die Königin empfing ihn aufs gnädigste und beschenkte ihn mit einem kostbaren Degen, auch die 
Minister überhäuften ihn mit Aufmerksamkeiten aller Art; den Zweck seiner Reise aber erreichte er nicht,
vielmehr wurden seine Operationen durch die zweideutige Haltung der Engländer nach Abberufung Marl-
boroughs gelähmt. Am 11. April 1713 wurden zu Utrecht die Verträge, wodurch sich Frankreich mit Eng-
land, Holland, Savoyen, Portugal und Preußen aussöhnte, unterzeichnet. Obgleich der Kaiser beschloß, 
den Krieg allein fortzuführen, mußte doch E. selbst bei der matten Haltung des Deutschen Reichs zuletzt
zum Frieden raten, welcher auch von E. und Villars zu Rastail 7. März 1714 für den Kaiser und 7. Sept.
d. J. zu Baden in der Schweiz für das Reich abgeschlossen wurde. Der Kaiser ernannte E. zum Statthalter
in den nun österreichischen Niederlanden. Als bald darauf (1715) die Pforte den Karlowitzer Frieden 
brach, führte E. (1716) 64,000 Mann gegen den türkischen Großwesir Ali, welcher mit 150,000 Mann 
gegen Peterwardein ein heranrückte. Die Schlacht (5. Aug. 1716) endete mit der vollständigen Niederlage 
der Türken, die Beute der Sieger war unermeßlich. Vom Papst erhielt der Sieger von Peterwardein den ge-
weihten Hut und Degen. Im Juni 1717 begann E. die Belagerung des von 30,000 Türken besetzt gehalte-
nen Belgrad und schlug (16. Aug.) das weit überlegene türkische Entsatzheer, worauf Belgrad sich ergab. S
emendria, Schabatz, Orsova u. a. O. fielen bald darauf ebenfalls. Am 21. Juli 1718 wurde der Passarowit-
zer Friede auf 25jährigen Waffenstillstand unterzeichnet, wodurch Belgrad, der größere Teil von Serbien, 
ein Teil Bosniens und die Kleine Walachei bis an die Aluta an Österreich kamen. Indes fand der Mann, der
das Reich gegen die Türken gesichert, dem Kaiser weit über 60,000qkm Landes erobert und Ungarn wie-
dergegeben hatte, in Wien eine starke Gegnerschaft, namentlich an der spanisch-italienischen Hofpartei, die
jedoch seinen tonangebenden Einfluß in allen großen Fragen nicht zu lähmen vermochte. Als Generalstatthal-
ter der Niederlande (bis 1724) nahm er an dem Emporkommen der Ostindischen Kompanie lebhaften Anteil
. Beim Ausbruch des polnischen Erbfolgekriegs übernahm der 71 jährige Held 1734 die Führung des Reichs-
heers, ward jedoch, ehe es zum wirklichen Schlagen kam, 1734 abgerufen und durch den Herzog Alexander
von Württemberg ersetzt. Nach Wien zurückgekehrt, starb er plötzlich 21. April 1736. E. war kaum mit-
tlerer Größe und mager; in dem länglichen, stark gebräunten Gesicht traten besonders die lange Nase und die 
schwarzen, lebhaften Augen hervor. Er war nie verheiratet. Er diente drei Kaisern, doch unter wesentlich ver-
änderten Beziehungen, die angeblich durch sein Wort: "Leopold war mein Vater, Joseph mein Bruder, Karl 
mein Herr" bezeichnet sind. Sein Wahlspruch war: Österreich über alles! Seine Feldherrntalente und seine 
Kriegsthaten haben ihm den höchsten Ruhm erworben; nicht minder groß war er als Staatsmann und Diplo-
mat. Durch die endgültige Zurückdrängung der Türken und die Siege über Frankreich hat er einen maßge-
benden Einfluß auf den Gang der Weltgeschichte ausgeübt. Von seinen Soldaten wurde er vergöttert. Auch
für Kunst und Wissenschaft hatte er lebhaftes Interesse. Er sammelte in Wien die erste Prachtbibliothek, unt-
erhielt mit Montesquieu und Leibniz einen lebhaften Briefwechsel über philosophische und staatsrechtliche 
Gegenstände, war ein Gönner des französischen Dichters Jean Baptiste Rousseau und bearbeitete in einzeln-
en Zuschriften an Marlborough, Stanhope, Villars u. a. Gegenstände der Kriegskunst. Von seinem Kunstsinn
zeugen sein Schloß Belvedere nebst der Gemäldegalerie sowie die Beziehungen zu Kardinal Albani und Jean-
ne Mariette; desgleichen für sein wissenschaftliches Interesse die Gönnerschaft für den neapolitanischen His-
toriker Pietro Giannone. Ein Denkmal (von Fernkorn) wurde ihm 1865 zu Wien errichtet. Die angeblich von 
E. verfaßten politischen Schriften, herausgegeben von Sartori (Tübing. 1812, 7 Tle.), sind eine Fälschung. 
Die "Militärische Korrespondenz des Prinzen E." wurde von Heller herausgegeben (Wien 1848, 2 Bde.).
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
MAX. II. EMANUEL, KURFÜRST VON BAYERN *
Max. II. Emanuel, Kurfürst von Bayern, Enkel des vorigen, Sohn Ferdinand Marias und der Henriette 
Adelheid von Savoyen, geb. 11. Juli 1662, folgte seinem Vater 1679 in der Regierung und trat in ein 
inniges Verhältnis zu Leopold I. 1683 eilte er zum Entsatz von Wien herbei und focht darauf auch in 
Ungarn für das Haus Österreich; er entsetzte Gran, eroberte Ofen, half den Sieg bei Mohács erringen 
und wurde 1688 bei der Erstürmung von Belgrad durch einen Pfeil verwundet. Der Kaiser, der ihm 
schon 1685 seine Tochter Maria Antonia vermählt hatte, ernannte ihn hierauf zum Generalissimus, und 
als solcher führte M. 1691 seine Truppen nach Italien und wohnte der Belagerung von Carmagnola 
bei. 1692 zum spanischen Statthalter der Niederlande ernannt, focht er gegen Frankreich, doch ohne 
glücklichen Erfolg. Als mit dem Tod seines zum Erben Karls II. bestimmten Sohns Joseph Ferdinand 
seine Aussichten auf den spanischen Thron schwanden, gab er seine kostspielige Statthalterschaft in 
den Niederlanden auf. Beim Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs trat er auf Frankreichs Seite, 
welches ihn bei der Begründung eines Königreichs in Schwaben und Württemberg zu unterstützen 
versprach, bemächtigte sich der Städte Ulm, Memmingen, Neuburg und Regensburg, mußte aber 
nach den verlornen Schlachten am Schellenberg und bei Höchstädt 1704 sein Land verlassen und wur-
de 1706 in die Acht erklärt, jedoch durch den Frieden von Baden 1714 wieder restituiert. 1717 sandte
er den Österreichern ein Hilfskorps unter dem Kommando des Kurprinzen gegen die Türken und erhielt 
auch die Kurstimme zurück. Über die Führung der Reichsverweserschaft verglich er sich 1724 mit Kur-
pfalz dahin, daß beide Häuser sie gemeinschaftlich führen sollten. Bei seinem Tod, 26. Febr. 1726, hin-
terließ M. die Kur seinem Sohn Karl Albrecht, der als Karl VII. die deutsche Kaiserwürde erhielt. In
zweiter Ehe war M. seit 1694 mit einer Tochter des Polenkönigs Johann III. Sobieski vermählt. König
Ludwig I. hat ihm, dem Erstürmer von Belgrad, in München ein Standbild errichtet.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
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Foto Repro © Sammlung  Werner Störk 2006
Links: Solaks - Bogenschützen (Leibgarde des Sultans), rechts: Janitscharen - die Jegni-tscheri (neue Krieger)
 
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Foto Repro © Sammlung  Werner Störk 2006
Links: Türkische Reiterei: Spahis, rechts: Türkische Reiterei: Dellis (Tollköpfe)
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