AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Werkrealschule
D- 79650 Schopfheim

Historisches Schanzwesen
Das Faschinenmesser 
Optimiertes Handwerkzeug & gefürchtete Waffe
Im Einsatz beim Schanzen und im Nahkampf
.
Fotos © Sammlung Werner Störk 2006
Foto © Sammlung Werner Störk 2006

US-Faschinenmesser 

Dieses Faschinenmesser wurde 1831 bei der französischen Artillerie eingeführt und wurde auch von anderen 

Staaten in Europa und Übersee übernommen. Wie das Original ist dieses Faschinenmesser 60 cm lang

 (in der Lederscheide steckend insgesamt 66 cm). Das Gesamtgewicht beträgt 1800 g.  

Auf dem geschuppten Griff ist  beidseitig der Adler der US Armee des 19. Jhdt. 

eingeprägt. Solche Faschinenmesser wurden im amerikanischen 

Bürgerkrieg gegen die Südstaaten eingesetzt.

Foto © Sammlung Werner Störk 2006

 Russisches Pionier-Faschinenmesser 

Dieses russische Pionier-Faschinenmesser ist eine der besten Reproduktionen .

Jedes Stück ist bis ins kleinste Detail einem Original entsprechend in Hand-

arbeit gefertigt inklusive der schwierigen Verzahnung der Säge auf dem 

Klingenrücken. Die Scheide ist aus lederüberzogenem Holz mit 

Messingbeschlägen, der Griff aus Glockenbronze- Guss. Das

Faschinenmesser ist (inkl. Scheide) 75 cm lang, 

die Klinge ist 49 cm lang und wiegt ca. 2200 g.

Sammlung & Foto © Werner Störk 2005
Auch hier zeigt eine der wenigen Darstellungen die Arbeit der Schanzkorbflechter: Das Herbeitragen
von Ästen und Gerten, das Zuschneiden, das Anspitzen der Flechtstücke und das Einflechten der
Gerten - aber auch den Einsatz der Hippen und Faschinenmesser.
. Quelle: Originalkupferstich aus "Eéments de fortification à l'usage des jeunes officiers"
par monsieur  Le Blond, professeur de mathématique de la grande écurie des 
Pages du Roy. Seconde édition.1742"
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Sammlung & Foto © Werner Störk 2005
Details aus "Eéments de fortification à l'usage des jeunes officiers"
par monsieur  Le Blond, professeur de mathématique de la grande écurie des 
Pages du Roy. Seconde édition.1742"
.......
Fotos © Werner Störk 2006
 Badisches Faschinenmesser nach preußischem Muster  u/M (1864),
gestempelt: Parierstange mit badischer Wappenpunze,
Truppenstempel  15.A.R.1.2.
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Fotos © Werner Störk 2006
 Österreichisches Faschinenmesser M 1915
..
ZEITGENÖSSISCHE QUELLEN- UND BEGLEITMATERIALIEN
Einer unserer Arbeitsbereiche ist das Quellenstudium. Dies beinhaltet nicht nur das sorgfältige Lesen und 
Erschließen eines Textes, sondern berücksichtigt dabei auch die Tatsache, dass jeder Autor eines Textes
immer auch als ein Mensch seiner Zeit denkt und schreibt – und somit das wiedergibt, was ihn in seiner 
jeweils geltenden gesellschaftlich-politischen Schicht- und Sicht als „Zeitgenosse“ seiner Zeit geprägt hat. 
Diese „zeitgenössischen“ Aspekte fließen auch in scheinbar „sachlich-neutralen“ Artikel ein - wie sich sehr
gut auch in den Beiträgen in Meyers Konversationslexikon von 1888/89 nachweisen lassen. Wir haben 
deshalb eine Auswahl solcher Materialien zusammengestellt. 
Internetrecherchen sind bei unserer Projektarbeit ein wesentlicher Bestandteil. Dabei ist feststellbar, dass
die Schüler anfänglich wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Quellen wahr sind und in Wort 
und Bild den abgefragten Sachverhalt richtig darstellen. Hier setzt die pädagogisch-didaktisch-methodi-
sche Hinführung zu einer kritischen Reflektion, zum intensiven Vergleichen mehrerer Quellen an und führt
so zu einer wachsenden Medienkompetenz. 
Daher ist eines unserer Projekt-Ziele: Sensibel machen für Zeit und Personen und das vorsichtige Annähern
an die Texte mit vergleichendem Lesens. So verwunderte zunächst die stark militärisch geprägte Sprache 
und der weite Raum, den militärische Fragen einnehmen. Erst beim zweiten Hinsehen und dem Wissen um 
den Deutsch-Französischen Krieg von 1871/72, einem wachsenden imperialen Nationalismus samt dem 
damit verbundenen Wettrüsten vieler europäischen Staaten (das diese in den Ersten Weltkrieg führen wird),
wird dem jungen Leser nun bewusst, wie er diese Quelle einschätzen hat. Wir haben diese Texte auch des-
halb gewählt, da sie relativ nah an den zu diesem Zeitpunkt noch praktizierten Fortifikationsmethoden standen
und somit fachlich ein recht anschauliches Bild derselben wiedergeben.
Die nachfolgenden Artikel (mit einem *Stern gekennzeichnet) entstammen Meyers Konversationslexikon, Biblio-
graphisches Institut Leipzig und Wien 1885 - 1892. 
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
 FASCHINEN*
Faschinen, walzenförmige Strauchbündel, deren man sich beim Wasser-, Wege- und Batteriebau, zur 
Herstellung von Dämmen, Unterbau von Wegen, Bekleiden von Böschungen sowie beim Eindecken 
von Hohlbauten bedient. Die F. der Artillerie sind 3 m lang, 30 cm dick und durch 10 Drahtbunde zu-
sammengeschnürt. Die F. der Pioniere: a) Bekleidungs-, Krönungs- und Decksaschinen, 3,8 m lang, 
25 cm dick, 10 Drahtbunde; b) Senkfaschinen zum Übergang über nasse Gräben, 1 m lang, 25 cm 
dick, 3 Bänder mit 2 eingebundenen Ziegelsteinen; c) Wasserfaschinen, 2,5-3 m lang. nur auf der 
Stammseite bis zur Mitte mit 3 Bändern gebunden, häufig Steine eingeschlossen, an den Bundstellen 
25 cm dick; d) Würste, 6-12 m lang, 10 bis 15 cm dick, alle 50 cm 1 Bund. Beim Batteriebau dienen 
die F. als Grundfaschinen, um den darauf gesetzten Schanzkörben festen Halt zu geben, als Krönungs-
faschinen zur Erhöhung der Schanzkörbe, als Ankerfaschinen zum Verankern der letztern, als Deckfa-
schinen auf Deckhölzern oder Schienen bei Eindeckungen. Die F. werden in der Faschinenbank, einer
Reihe kreuzweise in die Erde geschlagener starker Pfähle, gefertigt, indem man das Strauchwerk mit 
der Faschinenwürge, zwei starken Pfählen, auf etwa ein Drittel ihrer Länge durch eine Kette verbunden,
zusammenschnürt, mit Draht oder Bindeweiden gebunden und an den Enden gerade abgeschnitten. Die
F. müssen fest und gleich sein, weil sonst mit ihnen nicht gerade zu bauen ist. Es kann altes, nicht zu
brüchiges und starkes (nicht mehr als 4 cm am Stammende dickes) Strauchwerk zu F. verwendet werden; 
das   Faschinenmesser (s. d.) dient zum Strauchhauen wie Beputzen etc. der F. Beim Bau werden die F.
mit 1 m langen Faschinenpfählen festgepflöckt.
FASCHINENMESSER*
Faschinenmesser, ein Hau- und Schneidemesser von 30-40 cm langer, etwa 8 cm breiter Rücken-klinge 
mit nach der Schneide zu gekrümmter Spitze und Holzgriff zum Strauchhauen beim Faschinenmachen. 
Bei der deutschen Feldartillerie heißt das Seitengewehr der Fußmannschaften auch F.
SCHANZKÖRBE*
Schanzkörbe, hohle, über einem Kranz von 7 Pfählen aus Reisig wie Körbe geflochtene Cylinder von
1 m Höhe und 0,6 m Durchmesser, ähnlich den Sappenkörben; sie dienen der Fußartillerie zum Bau 
von Batterien 
SCHANZZEUG*
Schanzzeug, Werkzeuge zur Ausführung von Erdarbeiten: Spaten oder Schippe, Axt, Säge,Maßstä-be, 
Stampfen etc., wird von den Pionieren und der Feldartillerie auf den Fahrzeugen (Geschützen) mitgeführt, 
von der Infanterie und Kavallerie (nur Spaten mit kurzem Stiel  und Beile) in Lederfut-teralen getragen.
GRABEN*
Graben, lange, von der Natur gebildete oder künstlich ausgehobene Vertiefung im Erdboden. Die Gräben
sind entweder trocken, zwischen einzelnen Grundstücken und an den Wegen und Straßen (Straßengrä-
ben) zur Begrenzung derselben (Grenzgraben), oder naß, zur Fortführung des überflüs-sigen Wassers 
aus Teichen, Flüssen und Mühlgraben (Abschlagsgräben) sowie zum Auffangen und Abtreiben des Was-
sers aus Wegen, sumpfigen Wiesen und feuchten Feldern (Auffang-, Ablauf-, Abzugsgräben). Auf Fel-
dern mit fester, thoniger Unterlage legt man verdeckte Gräben an, die, 23 - 30 cm breit und tief, mit Reis-
holz und Feldsteinen ausgefüllt und mit Stroh oder Steinplatten und dann mit Erde bedeckt werden (Drai-
nage). In der Befestigungskunst liefern die Gräben die Erde zur Errichtung der Wälle und sind ein Haupt
hindernis feindlicher Annäherung. Bei Feldbefestigungen genügt es, wenn die obere Breite 4 - 5 m und 
die Tiefe des Grabens 3 m beträgt, um das Durchlaufen oder Über-springen desselben zu verhüten. Wer-
den die Seitenwände des Grabens bloß durch die abgestochene Erde gebildet, so muß diese, um stand-
fest zu bleiben, geböscht werden. Die dem Feind zugekehrte Böschung heißt innere Grabenböschung 
oder Eskarpe, die gegenüberliegende die äußere Graben-böschung oder Kontreskarpe. Die Grabensohle,
die untere Fläche des Grabens, macht man bei Feld-befestigungen so schmal wie möglich, damit es dem
Feind an Raum fehle, sich im G. zu sammeln und Hilfsmittel zum Ersteigen der Brustwehr in Anwendung
zu bringen; in Festungen macht man die Grä-ben breiter und tiefer, bekleidet meist die Böschungen mit 
Mauerwerk, damit sie ein besseres Hin-dernis abgeben, und verwehrt dem Feinde die Benutzung der tro-
cknen Grabensohle als Sammelplatz durch Grabenbestreichung, die Kaponnieren, Reversgalerien etc. 
Benannt werden die Gräben in Festungen nach den Werken, vor denen sie liegen; vor dem Hauptwall 
heißen sie kurz Hauptgräben. Die trocknen Gräben mit gemauerten Eskarpen haben in Breite und Tiefe 
nach den Befestigungs-manieren vielfach gewechselt; jetzt macht man sie möglichst schmal und tief 
und die Kontreskarpe höher als die Eskarpe, um letztere dem feindlichen Artilleriefeuer zu entziehen. 
Nasse Gräben, meist beträchtlich breiter, mit Böschungen oft nur in Erde, müssen zu völliger Sturm-
freiheit einen Wasserstand von 2-3 m haben. In strengen Wintern ist die Sturmfreiheit nasser Gräben 
schwer zu erhalten. Am vorteilhaftesten ist ein G., der durch Schleusenvorrichtungen (Bär) nach Belieben
trock-en gehalten oder mit Wasser gefüllt werden kann. Schmale Gräben vor verteidigungsfähigen Mau-
ern, Thoren, Reduits etc., die den Feind nur am Herantreten und Hineinfeuern in die Scharten hindern 
sollen, heißen Diamantgräben. Meist ist ihr Kontreskarpenrand noch mit einem Gitter versehen. Nicht 
gemauerte trockne Gräben werden zu größerer Sicherheit mit Hindernismitteln versehen; namentlich 
aber werden solche angebracht in sogen. Vorgräben, zu denen sich das Glacis der Werke abflacht. 
Grabendescente (Grabenniedergang) heißt der häufig unterirdische Gang, mittels dessen der Angreifer 
im Festungskrieg aus dem gedeckten Weg bis zur Grabensohle, bei nassen Gräben zum Wasserspie-
gel (Grabenübergang) heruntergeht, welcher auf der Grabensohle oder schwimmender Unterlage ge-
deckt zur Bresche führen soll. 
WALL*
Wall (lat. vallum), Erdanschüttung, welche den Hauptteil eines Festungswerkes bildet. Die obere Fläche
trägt nach dem Feind zu die Brustwehr, hinter ihr den Wallgang zur Aufstellung von Geschützen und zum 
Verkehr.
HAUPTWALL*
Hauptwall, die geschlossene Umwallung der Festung, welche mit dem Hauptgraben den Platz als innere
Verteidigungslinie gegen Überfall und gewaltsamen Angriff sichert. 
PALISSADEN*
Palissaden (franz. palissades, Schanzpfähle), 20 - 30 cm starke, 3 - 4 m lange, oben zugespitzt Pfähle, 
werden in der Befestigungskunst als Hindernismittel mit Zwischenräumen von 6 - 8 cm etwa 1 m tief ein-
gegraben und in der Erde durch eine Grundschwelle, am obern Ende durch eine aufge-nagelte Latte ver-
bunden; liegend eingegrabene P. (Sturmpfähle), Fräsierung. Verteidigungspalissaden sollen gegen feind-
liches Gewehrfeuer decken und die Abgabe eignen Feuers ermöglichen. Man setzt je drei Hölzer dicht 
nebeneinander und läßt dann eine Lücke von 8-10 cm, die bis zur Anschlaghöhe durch eine schwächere 
Brustpalissade gefüllt wird. Zur Deckung gegen Feuer schüttet man gegen die P. von außen bis zur 
Schartenhöhe Erde an aus einem Spitzgraben, der zugleich die Benutzung der Scharten von außen er-
schwert. Verteidigungspalissaden wendet man an zum Schluß der Kehle of-fener Feldwerke, bei der 
Ortsverteidigung, ja selbst im freien Feld in Gestalt von runden sogen. Tambours, z. B. zur Deckung 
einzelner Feldwachen gegen Überfall durch Kavallerie. Im Orient trifft man oft Ortsbefestigungen, wo P. 
die äußere Brustwehrböschung bilden und ein Erdwall dahinter angeschüttet ist.
FRÄSIERUNG*
Fräsierung, im Befestigungswesen ein Hindernismittel, bestehend in einer Reihe am obern Rande der 
Eskarpe oder Kontreskarpe auf etwa ein Drittel ihrer Länge eingegrabener palissadenähnlicher, zuge-
spitzter Pfähle (Sturmpfähle), die das Hinab- oder Hinaufsteigen an der Böschung erschweren oder 
zum Sprung zwingen soll. Ihrer mühevollen Herstellung wegen, und weil sie die Grabenbreite verringert 
und dadurch dessen Überbrückung oder Überspringen erleichtert, wird die F. nur als Notbehelf ange-
wendet.
VERHAU, VERHACK*
Verhau (Verhack), vielgebrauchtes Annäherungshindernis, welches durch das diesseitige Feuer be-
strichen werden kann und nicht ohne weiteres umgangen werden darf. Der Baumverhau besteht aus
umgehauenen Bäumen, die mit ihren Wipfelenden nach dem Feind zu kreuzweise übereinander ge-
worfen sind. Ein Strauchverhau besteht aus struppigen, womöglich mit Dornen besetzten Ästen. 
Beim natürlichen V. bleiben die Bäume da, wo sie gefällt sind, liegen und werden nicht ganz durch-
sägt, so daß sie mit etwa einem Drittel der Holzstärke mit dem Stamm noch verbunden bleiben. 
Wer-den die Bäume etc. nach andern Stellen gebracht, so heißt der V. Schleppverhau. Um das 
Ausräumen eines Verhaues zu erschweren, befestigt man die Stämme durch Pfähle, die man vor 
und zwischen den Ästen einschlägt. Verhaue werden teils vor den Schanzen, in den Haupt- und 
Vorgräben, längs des Fußes der Kontreskarpe, teils zur Sicherung des Raums zwischen Schanzen,
auch zur Sperrung von Hohlwegen, Wald- und Dorfeingängen angelegt. Je breiter ein V., um so wirk-
samer als Hindernis. Der V. muß tief liegen (in Gräben an Abhängen), oder die Verteidiger müssen 
erhöht aufgestellt wer-den, um frei über den V. hinweg schießen zu können.
WOLFSGRUBEN*
Wolfsgruben, 0,6 - 1,6 m tiefe, kegelförmige Gruben mit einem aufwärts gerichteten, oben zuge-
spitzten Pfahl in der Sohle, werden schachbrettförmig auf dem Glacis oder im Vorterrain der 
Schanzen als Annäherungshindernis angelegt, doch zieht man in neuerer Zeit die wirksamern 
Drahthindernisse vor. 
FURAGE*
Furage (franz. fourrage, spr. furahsch. Fourage), Pferdefutter: Hafer, Heu, Stroh; daher furagieren,
Pferdefutter (soldatisch auch Lebensmittel) herbeischaffen. Man unterscheidet trockne und grüne
Furagierung, je nachdem die F. aus den Scheunen der Orte geholt oder auf Feldern und Wiesen 
erst abgemäht wird. Einen Angriff der Reiterei in aufgelöster Ordnung nennen die Franzosen
attaque en fourrageurs.
FLECHTWERK*
Flechtwerk, im Festungs-, Wasser- und Deichbau ein Bekleidungsmittel für Erdböschungen, be-
stehend aus Pfählen, die nach Art der Zaun- und Korbflechtwerke mit Holzreisern durchflochten 
werden und so eine Wand bilden, durch deren Zwischenräume Erde nicht durchfallen kann.
CHARTAQUE CHARTAQUES CHARTAGE CHARTAGES
Wacht- und Signalturm, Fortifikations-Element einer "Linie", an exponiert topographischen Stellen 
errichtet, Blockhaustechnik, mit sehr schmalen, verschließbaren Luken bzw. Sehschlitzen im un-
teren Teil (oft ganz ohne), oben mit begehbarer Plattform zur Beobachtung von Feindbewegungen
oder zum Setzen von Signalfeuer für benachbarte Türme bzw. Schanzen. Je nach Bedarf waren die 
Signaltürme auch mit Mörsern versehen, um auch bei Nebel Signale zu geben. Nach spezieller An-
forderung des Geländes zwischen 5 - 10 Metern. Aussen wurden die Chartaques mit einem Wall-
graben und einem breiten Verhack-Verhau-Bereich zusätzlich gesichert. War der Bau von Charta-
ques zeitlich oder materialmäßig nicht möglich, wurden einfache Aussichtsplattformen in hohen 
Bäumen platziert.
Quelle: Forschungsarbeiten der AG MINIFOSSI
KRÄHENFUSS KRÄHENFÜSSE WURFEISEN WOLFE WÖLFE DORN DORNE KRALLE KRALLEN
Krähenfüsse waren gefürchtete Defensivsysteme bei den Fuß- wie auch berittenen Truppen. Sie waren aus
Eisen gechmiedet, durchschnittlich 5 - 10 cm lang und bestanden aus vier vom Zentrum ausgehenden Sei-
tendornen. Sie waren so konstruiert, dass immer ein Dorn oder eine der Krallen nach oben zeigten, während 
die restlichen Dorne einen festen Halt auf jederm Untergrund gewährleisteten. Vor allem im Vorfeld von Feld-
befestigungen wie Schanzen, aber auch Letzen, waren diese Wurfeisen - oft zu hunderten ausgelegt - eine 
gefährliche Defensivwaffe, die fürchterliche Fleischwunden bei Mensch und Tier verursachte.Trat ein Pferd auf 
einen solchen Krähenfuß, drang der Dorn tief in den Huf ein, das Pferd stiegt hoch und war nicht mehr zu hal-
ten. Gerieten Soldaten zu Fuß in ein solches "Dornenfeld", verursachten die Wölfe lebensgefährliche Ver-
letzungen, die angesichts der mangelnden Hygiene und der unzureichenden Wundversorgung oft ein Siech-
tum und Blutvergiftung auslösten. Historisch verbürgt ist der massive Einsatz der Wölfe in der blutigen 
Schlacht von Schönenbuchen (1444), wo der Einsatz der Krähenfüße an der Letze zum  Sieg der Schwarz-
wälder Bauern über ein hochgerüstetes und gut ausgebildetes Reiterheer führte.
Quelle: Forschungsarbeiten der AG MINIFOSSI
GENIE* (GENIE- UND INGENIEUR-KORPS)
Genie (franz.), eine der Spezialwaffen der Heere, welche im Krieg wie im Frieden diejenigen militärisch-
bautechnischen Arbeiten auszuführen oder zu leiten hat, die besondere technische Kenntnisse und 
Fertigkeiten erfordern. Die Offiziere dieser Waffe bilden das Geniekorps oder (in Deutschland) Ingenieur-
korps, während die Truppe selbst Genietruppe oder Pioniere  genannt wird. DieGenieoffiziere haben die 
Entwürfe von Festungen und fortifikatorischen Bauten aller Arten zu fertigen und deren Bauausführung 
zu leiten. Im Festungskrieg, sowohl beim Angriff als bei der Vertei-digung, leiten sie den fortifikatorisch-
technischen Dienst, wie Sappen- und Minenbau, Brückenschlag, das Zer-stören von Wegen, Brücken, 
Eisenbahnen etc., im Küstenkrieg (mit Ausnahme in den Kriegshäfen) das Auslegen von Seeminen-
sperren u. dgl. Hiernach gliedert sich der Dienst der Genietruppe in den der Sappeure, Sappen- und 
Schanzenbau, der Mineure, unterirdische Anlagen, und der Pon-toniere, Brückenbau. In einigen Armeen
stehen die Eisenbahn- und Telegraphentruppen mit der Genietruppe in organischem Zusammenhang 
oder werden im Krieg aus ihnen formiert, wie in Deutschland die Feldtelegraphenabteilungen, in andern 
sind sie selbständig. Die Organisation der Genietruppen ist in den einzelnen Heeren recht verschieden.
Deutschland Pioniere. Österreich hat 2 Genieregimenter und 1 Pionierregiment, jedes zu 5 Feldbatail-
lonen à 4 Kompanien, die in Bezug auf den allgemeinen Pionierdienst (Wegebau und -Zerstörung, Feld-
befestigung) gemeinsame Verwendung finden; speziell aber fällt den erstern die Mitwirkung im Festungs-
dienst (Mineurdienst), dem letztern der Kriegs-brückenbau zu, zu welchem Zweck ihm 56 Kriegsbrücken-
equipagen à 53 m Brückenlänge zuge-wiesen sind. Die Genieregimenter sind dem Generalgenieinspektor
im Kriegsministerium, das Pionier-regiment nur in administrativer Beziehung dem Kriegsministerium, im
übrigen dem Chef des General-stabs unterstellt. Im J. 1883 wurde aus den Pionier- und Mineurdetache-
ments ein Eisenbahn- und Telegraphenregiment formiert. Frankreich hat 4 Regimenter zu je 5 Bataillonen
à 4 Kompanien Sappeure-Mineure und 2 Regimenter à 14 Kompanien Pontoniere, letztere gehören jedoch
nach alter Tradition zur Feldartillerie. Zu jedem Genieregiment gehören 1 Depot- und 1 Eisenbahnkompanie.
Im Krieg verfügt Frankreich über 80 Kompanien Sappeure-Mineure, 28 Kompanien Pontoniere, 4 Eisen-
bahnbataillone, 9 Eisenbahnarbeiter-Sektionen, welch letztere von den Eisenbahngesellschaften aufge-
stellt werden. Italien hat 4 Genieregimenter; jedes der beiden ersten hat 14 Sappeur- und 2 Trainkompa-
nien; das 3. Regiment besteht aus 4 Sappeur-, 6 Telegraphen-, 4 Eisenbahn- und 2 Trainkompanien; das
4. ist das Pontonierregiment, es besteht aus 8 Pontonier-, 2 Lagunen- (lagunari) und 4 Trainkompanien.
Großbritannien hat 34 aktive Ingenieurkompanien, davon sind 4 Topographen-, 2 Eisenbahn-, 7 Torpedo-, 
5 Feld- (jede mit einem leichten Ingenieurpark), 16 Garnison- (Festungs-) Kompanien; außerdem 9 Ersatz-,
3 Kadrekompanien, 1 Telegraphenbataillon zu 2 Divisionen, von denen eine stets kriegsbereit, 1 fahrende
Pontonierkompanie, 1 Ersatz-Sappeurabteilung, 1 Ingenieur-feldpark und 2 Luftschiffahrtskompanien, von
denen eine in Südafrika. Rußlands Ingenieurtruppen bestehen aus 17 Sappeurbataillonen, 4 Sappeurkom-
panien, 8 Pontonier-, 4 Eisenbahnbataillonen, 6 Feld-, 2 Belagerungsingenieur-, 16 Telegraphenparken. Die
hohe Entwickelung des Belagerungs-wesens (Poliorketik) bei den Griechen und Makedoniern läßt eine Art 
Genietruppe bei ihnen voraus-setzen, welche den Bau der mannigfachen Kriegsmarinen, der Laufgräben, 
Deckwälle, Minengänge zum Einstürzen feindlicher Festungsmauern etc. ausführten. Diades, Chaireas 
und Dienechos waren berühmte Ingenieure Alexanders. Die Römer hatten schon in den ältesten Zeiten 
technische Truppen, Fabri aerarii (Sappeure) und Fabri lignarii (Zimmerleute), für den Belagerungskrieg, 
welche die Kriegsmaschinen und Brücken bauten und die Minen (cuniculi) anlegten. Ihr Oberbefehlshaber
(Ge-neralinspektor), der Praefectus fabrorum, war nur dem Feldherrn unterstellt. Im Mittelalter bis in das 
16. Jahrh. war der Ingenieurdienst von dem der Artillerie nicht getrennt. Bei den Spaniern und Italie-nern
taucht schon um die Mitte des 14. Jahrh. der Name Ingenieros (span. engeños, ital. ingegni, Kriegsma-
schinen) für die Kriegsleute auf, welche die Kriegsmaschinen anzufertigen und zu gebrauchen verstanden.
In den Landsknechtheeren Anfang des 16. Jahrh. hatte der Artillerieoberst eine gewisse Anzahl Schanz
bauern für den Schanzen-, Wege- und Brückenbau zu stellen, die unter einem Schanzbauern-
hauptmann, Schanz- und Brückenmeistern standen; sie sind als die Anfänge der Genietruppe an
zusehen. Ein Ingenieurkorps wurde zuerst 1603 von Sully gebildet, der auch für dessen wissenschaftliche 
und technische Ausbildung sorgte. Es bildete lange, dem Zeitgebrauch entsprechend, wie die Büchsen-
meister der Artillerie, eine Zunft, deren Schranken erst nach und nach von Montalembert, d'Arçon, Carnot 
u. a. durchbrochen wurden. Die "Kriegsbaumeister" im Solde der Fürsten, die Erbauer von Festungen, wa-
ren meist Bürger, die ihren Beruf als Kunst da ausübten, wo sie den lohnendsten Erwerb fanden, gleichviel
in welchem Lande. Gustav Adolf bildete sich ein Korps von Feld- und Festungsingenieuren, welches er mit 
dem Generalstab vereinigte. In Preußen entstand unter Friedrich Wilhelm I., in Sachsen unter August II. ein
  Ingenieurkorps, in Österreich schon um 1640 ein Geniekorps, nachdem die Formation einer Genietruppe
dort vorangegangen; in Frankreich wurde 1679, in Brandenburg 1690 eine Mineurtruppe errichtet. Die Er-
richtung der Ingenieur- oder Geniekorps hatte die von Ingenieurschulen zur sachwissenschaftlichen Aus-
bildung der Genieoffiziere zur notwendigen Folge. So wurde 1717 in Wien die Ingenieurakademie, 1742 zu
Dresden, 1750 zu Mézières, 1788 zu Potsdam eine Ingenieurschule gegründet; letztere ging 1806 ein, 
wurde aber 1816 mit der Artillerieschule zu Berlin vereinigt und besteht heute als "vereinigte Artillerie- und
Ingenieurschule" zu Charlottenburg. Bayern hat seine 1857 in München auf ähnlicher Grundlage errichtete 
Artillerie- und Ingenieurschule beibehalten. In Frankreich besteht als Fachschule die École d'application de
l'artillerie et du génie, die, 1802 in Metz errichtet, seit 1871 in Fontainebleau besteht. England hat zu Wool-
wich eine Militärakademie für Artillerie- und Geniewesen, Rußland in Petersburg die Nikolaus-Ingenieur-
schule und Nikolaus-Ingenieurakademie. Österreich hat in Wien eine "tech-nische Militärakademie" mit
Artillerie- und Genieabteilung und beim "technischen und administrativen Militärkomitee" einen "höhern 
Geniekurs" für besonders befähigte Genieoffiziere. Vgl. v. Bonin, Ge-schichte des Ingenieurkorps u. der
Pioniere in Preußen (Berl. 1877 - 78).
PIONIERE*
Pioniere, Truppen für den Genie- oder Ingenieurdienst. Deutschland hat 19 Pionierbataillone (darunter 2 bay-
rische, 1 sächsisches, 1 württembergisches), welche 2 Pionierinspektionen unterstellt sind. Jedes Bataillon 
hat 4 Kompanien, von denen die drei ersten, die Feldkompanien, zur Besetzung von 2 Divi-sions- und 1 Korps-
brückentrain pro Armeekorps sowie für den Feldpionierdienst bestimmt sind. Die 4. Kompanie ist die Mineur-
kompanie, welche als Stamm für die Aufstellung von 3 Festungs-Pionierkom-panien für den Festungskrieg
(beim Angriff zur Besetzung der Ingenieur-Belagerungstrains) bei der Mobilmachung dient. Außerdem wer-
den von den Pionieren im Krieg die 12 Feld- und 7 Etappen-Telegraphenabteilungen (auch Bayern und Würt-
temberg formieren solche) aufgestellt. Infanterie- und Kavalleriepioniere sind in den einfachsten technischen 
Verrichtungen des Feldpionierdienstes ausgebildete Mannschaften dieser Waffen zur Ausübung derselben 
im Biwak, auf Märschen u. auf dem Gefechtsfeld; sie sind zu diesem Zweck mit tragbarem Schanzzeug 
ausgerüstet. Österreich hat 1 Pionierregiment.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
DIE LINIE BADEN-BADEN*
Markgraf Bernhard III. von B.-Baden bekannte sich öffentlich zur evangelischen Lehre und führte sie zuerst
in seinem Landesteil B.-Baden ein, während sein Bruder sie nur heimlich schützte. Seine beiden Söhne 
Philibert und Christoph teilten die Linie B.-Baden wieder in zwei neue Linien, eine ältere, B.-Baden, und eine
jüngere, B.-Rodemachern. Nach dem Tod Philiberts, der 1569 in der Schlacht von Moncontour fiel, folgte ihm
sein zehnjähriger Sohn Philipp II. unter der Vormundschaft des Herzogs Albrecht V. von Bayern, seiner Groß-
mutter Jakobäa von Bayern und des Grafen von Hohenzollern-Sigmaringen. Da sich aber der Markgraf Karl II.
von B.-Durlach gegen diese Vormundschaft erklärte, so sprach der Kaiser schon 1571 den noch nicht 13jähr-
igen Philipp mündig. Von seinen Vormündern in der katholischen Konfession erzogen, führte er diese nach 
den Vorschriften des tridentinischen Konzils an seinem Hof und in seinem Land wieder ein; alle Beamten, 
die sich diesem Wechsel widersetzten, wurden entlassen. Als er 1588 unvermählt starb, fiel das (sehr ver-
schuldete) baden-badensche Erbe ganz an die Linie Rodemachern und zwar an den berüchtigten Markgrafen 
Eduard Fortunatus, den Erstgebornen Christophs II., der in spanischen Diensten gegen die Holländer ge-
kämpft hatte und die katholische Konfession im Land bestehen ließ. Als er 1600 in der Trunkenheit durch 
einen Treppensturz den Hals brach, hätte ihm sein ältester, damals erst siebenjähriger Sohn, Wilhelm, der 
am Hof des Erzherzogs Albrecht eine vortreffliche Erziehung genoß, in der Regierung folgen sollen; aber der 
Markgraf Georg Friedrich von B.-Durlach, welcher dessen Successionsrechte wegen Unebenbürtigkeit von 
mütterlicher Seite bestritt, behielt die obere Markgrafschaft besetzt. Erst nach der Schlacht bei Wimpfen 
(1622) erhielt Wilhelm durch den Kaiser die Markgrafschaft B.-Baden wieder, in welcher er seinem Verspre-
chen gemäß die katholische Religion wieder einführte und durch Gründung von reich ausgestatteten Jesui-
tenkollegien in Ettlingen und Baden befestigte. Im Dreißigjährigen Krieg diente er als General im kaiserlichen
Heer, erlitt aber 1632 bei Schlettstadt eine Niederlage durch den schwedischen General Horn, worauf sein 
Land besetzt und wieder mit B.-Durlach vereinigt wurde. Er lebte nun in Innsbruck bis zur Schlacht bei Nördl-
ingen (1634), durch welche er nicht bloß in den Besitz seiner Markgrafschaft, sondern auch der baden-du-
rlachschen Lande kam; erst der Westfälische Friede brachte letztere an ihren Stammherrn zurück. Wilhelms 
Nachfolger war 1677 sein Urenkel, Markgraf F. VI., Markgraf von Baden, Sohn des Markgrafen Friedrich V., 
geb. 16. Nov. 1617, focht unter Herzog Bernhard von Weimar und Karl X. Gustav von Schweden in Deut-
schland und Polen mit großer Auszeichnung und folgte seinem Vater 1659 in Baden-Durlach. Er war eifrig 
bemüht, die Wunden, welche der Dreißigjährige Krieg seinem Land geschlagen, zu heilen, und pflegte na-
mentlich Künste und Wissenschaften. Nachdem er sich 1664 in Ungarn gegen die Türken und 1674 - 76 als 
Reichsfeldmarschall gegen Frankreich neue Lorbeeren errungen, starb er 31. Jan. 1677.
 
LUDWIG WILHELM WILHELM I., MARKGRAF VON BADEN, DER TÜRKEN-LUIS*
L. Wilhelm I., Markgraf von Baden, der "Türken-Luis", Sohn des Erbprinzen Ferdinand Maximilian von Baden-
Baden und der Luise Christiane von Savoyen, geb. 8. April 1655 zu Paris, wo seine Mutter getrennt von ihrem
Gemahl lebte, erhielt seine Erziehung zu Baden und diente seit 1675 unter Montecuccoli und dem Herzog 
von Lothringen gegen Frankreich, bis der Friede zu Nimwegen (1678) ihn nach Baden-Baden zurückführte, 
dessen Regierung er nach seines Großvaters Wilhelm Tod (1677) angetreten hatte, da sein Vater schon 
1669 gestorben war. Bald darauf trat er als Feldmarschallleutnant in kaiserliche Dienste, zog 1683 vor das 
von den Türken belagerte Wien, wohnte der Schlacht am Kahlenberg bei und focht hierauf ruhmvoll in Ungarn. 
1689 mit dem Kommando der ganzen kaiserlichen Armee in Ungarn betraut, schlug er die Türken 24. Sept. 
1689 bei Nissa, eroberte diese Stadt und Widdin, schlug 1690 Tököly in Siebenbürgen, erfocht 19. Aug. 
1691 den Sieg bei Salankemen und nahm Lippa, Großwardein, Brod und Gradisca, worauf er zum Feldzeug-
meister und Gouverneur von Raab ernannt wurde. 1693 erhielt er das Kommando der Reichsarmee am Oberr-
hein und eroberte Heidelberg wieder, hielt sich aber dann meist allzu vorsichtig stets hinter seinen Linien von
dem Schwarzwald bis an den Rhein (den Stollhofener Linien) bis zum Frieden von Ryswyk (1697). 1696 be-
warb er sich vergeblich um die polnische Königskrone. Im spanischen Erbfolgekrieg nahm er 1702 Landau,
trug 2. Juli 1704 zum Sieg am Schellenberg bei und ward Reichsfeldmarschall. 1706 focht er wegen seiner 
allzu großen Bedächtigkeit mit weniger Glück gegen die Franzosen. Er starb 4. Jan. 1707 in Rastatt. Ver-
mählt war L. mit Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg. Vgl. Röder v. Diersburg, Des Markgrafen 
L. Wilhelm von Baden Feldzüge wider die Türken (Karlsr. 1839 bis 1842, 2 Bde); Derselbe, Kriegs- und Staats-
schriften des Markgrafen L. Wilhelm von Baden (das. 1850, 2 Bde.).
Ludwig Wilhelm, ein ausgezeichneter Fürst, zugleich einer der größten Kriegshelden seiner an militärischen 
Talenten reichen Zeit. Nachdem B.-Baden alle Drangsale des Kriegs erduldet, verlor es durch den Frieden von
Nimwegen 1678 auch noch Gräfenstein, Sponheim, die luxemburgischen Herrschaften und mehrere Städte, 
welche von den Reunionskammern für Frankreich in Beschlag genommen wurden; doch fielen ihm im Frieden 
von Ryswyk diese Lande wieder zu. Auf Ludwig Wilhelm folgte 1707 sein ältester Sohn, Ludwig Georg, unter 
Vormundschaft seiner Mutter und des Herzogs von Lothringen. Durch den Rastatter Frieden 1714 erhielt B. 
die luxemburgischen Besitzungen zurück, aber als französisches Lehen. Die Markgräfin suchte durch Ordnung,
Sparsamkeit und Schuldentilgung dem Land wieder aufzuhelfen und erbaute die Schlösser Rastatt und Favorite;
Ludwig Georg übernahm erst 1727 selbst die Regierung. Ihm folgte 1761 sein jüngerer Bruder, August Georg, 
damals schon 55 Jahre alt. Mit diesem erlosch 21. Okt. 1771 die Linie B.-Baden, welche 256 Jahre geblüht 
hatte, und ihre Länder fielen auf Grund einer 1765 geschlossenen Erbverbrüderung an die jetzt noch blühende 
Linie B.-Durlach
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LEOPOLD I.*
Auf Ferdinand III. folgte, da der älteste Sohn, Ferdinand, der 1653 zum römischen König gewählt worden, 
bereits 9. Juli 1654 gestorben war, sein zweiter Sohn, Leopold I. (1657-1705), der 1658 auch zum deutschen
Kaiser gewählt wurde. Die lange Regierung dieses Habsburgers war für Österreich eine bedeutungsvolle und
schließlich erfolgreiche, obwohl er geringe Herrschergaben entwickelte, die Verwaltung in ihrem alten Geleise 
beließ, Verschwendung am Hof und Bestechlichkeit der Beamten duldete, so daß die Finanzen sich in klägl-
ichem Zustand befanden, durch seinen fanatischen Bekehrungseifer die protestantischen Ungarn zu Empörun-
gen zwang und sich in seiner auswärtigen Politik vom spanischen Einfluß leiten ließ. Nur das Heerwesen war
in genügendem Stande, da hier noch die glänzenden Traditionen des großen Kriegs wirksam waren. Aber die 
echt habsburgische Zähigkeit, mit der Leopold, durch kein Mißgeschick abgeschreckt, an seinen Zielen fest-
hielt, bewirkte, daß er endlich die österreichische Machtstellung in Europa bedeutend erhöhte; der innere Or-
ganismus war aber nicht gesund und lebenskräftig. Österreich hatte unter Leopold I. nach zwei Seiten hin zu
kämpfen. Zunächst fielen die Türken von neuem in Ungarn ein. Ein österreichisches Heer, welches sie bei Gran
am Überschreiten der Donau hindern wollte, wurde zurückgeschlagen (Aug. 1663), und die türkischen und ta-
tarischen Scharen drangen plündernd und brandschatzend bis Brünn und Olmütz vor. Durch den Sieg Monte-
cuccolis bei St. Gotthardt a. d. Raab (1. Aug. 1664) wurden die Türken zu dem Frieden von Vasvár bewogen, 
der Österreich zwar keine Gebietsvergrößerung, aber Ruhe und die Möglichkeit gewährte, die Herrschaft in Un-
garn zu befestigen und die ständischen Rechte und die Religionsfreiheit der Ungarn zu beschränken. Eine Ver-
schwörung der Magnaten hiergegen wurde unterdrückt und blutig bestraft (1665-71). Als Emmerich Tököly, das
Haupt der Ungarn, die für ihre alte Verfassung und für den in grausamer Weise verfolgten Protestantismus käm-
pften, die Türken endlich um Hilfe bat, rückten diese 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa, 200,000 Mann 
stark, sengend und brennend bis vor Wien, das zwei Monate lang belagert, aber durch die tapfere Besatzung 
und die Bürgerschaft erfolgreich verteidigt wurde, während der kaiserliche Hof nach Passau geflüchtet war. Ein 
kaiserliches und Reichsheer unter Karl von Lothringen und die Polen unter Johann Sobieski entsetzten endlich 
durch den Sieg am Kahlenberg (12. Sept. 1683) die Hauptstadt. Durch deutsche Reichstruppen verstärkt, rückt-
en nun die Kaiserlichen in Ungarn ein, nahmen 1683 Gran, 1686 Ofen ein und eroberten durch den Sieg bei 
Mohács (12. Aug. 1687) Kroatien und Slawonien. Durch diese Erfolge seiner Waffen erreichte es Leopold, daß 
die ungarischen Stände 1687 in die Aufhebung des Wahlkönigtums willigten und das Land in ein Erbreich unter
habsburgischer Herrschaft verwandelten, und vereinigte mit demselben 9. Mai 1688 Siebenbürgen, dessen Fürst 
und Landtag der türkischen Oberherrschaft entsagten. Durch die Siege des Markgrafen Ludwig von Baden bei 
Szalankemen (19. Aug. 1691) und Eugens von Savoyen bei Zenta (11. Sept. 1697) wurde der Sultan zum Frie-
den von Karlowitz (26. Jan. 1699) gezwungen, in welchem ganz Siebenbürgen und alles Land zwischen Donau 
und Theiß, mit Ausnahme des Banats von Temesvár, an Österreich abgetreten wurde. Inzwischen war auch Ti-
rol, welches seit 1564 von Seitenlinien beherrscht worden, nach dem Erlöschen der letzten 1665 an Österreich 
zurückgefallen. Den Krieg im Westen gegen Frankreich führte Leopold zur Sicherung der Reichsgrenzen und 
der Wahrung der Stellung seines Hauses im Reich; hatte Ludwig XIV. doch schon 1658 sich ernstlich um die 
Kaiserkrone beworben. Die ersten französischen Kriege (1672-79 und 1688-97) waren freilich nicht so erfolgreich
wie die türkischen. Die Friedensschlüsse von Nimwegen und Ryswyk ließen Ludwig XIV. seine meisten Erober-
ungen, namentlich die Reunionen. Von nun an bestimmte vornehmlich die Rücksicht auf Spanien die Haltung Leop-
olds gegen Frankreich. Hier stand das Erlöschen der habsburgischen Dynastie bevor, da König Karl II. kränklich 
und kinderlos war, und der Kaiser war eifrig bemüht, die spanische Krone seinem Haus zu erhalten und auf seinen
zweiten Sohn, Karl, zu übertragen. Als nun Karl II. 1700 starb und der von ihm testamentarisch zum Erben er-
nannte Enkel Ludwigs XIV., Philipp von Anjou, mit französischer Hilfe von Spanien Besitz ergriff, entschloß sich 
Leopold 1701 im Bund mit den meisten deutschen Fürsten und den Seemächte, die habsburgischen Ansprüche
auf Spanien mit Waffengewalt geltend zu machen. In diesem Krieg, welcher nur für dynastische Zwecke, für die 
Vergrößerung der habsburgischen Hausmacht, geführt wurde, und in welchem Österreich zum erstenmal seine 
Hand nach dem Erwerb Bayerns ausstreckte, errangen die Kaiserlichen, hauptsächlich durch das Feldherrn-
genie des Prinzen Eugen, nach anfänglichem Mißgeschick endlich auch glänzende Erfolge. Leopold I. erlebte 
noch den Sieg bei Höchstädt (13. Aug. 1704), der dem Krieg die entscheidende Wendung zu gunsten Öster-
reichs gab. Auf Leopold (gest. 5. Mai 1705) folgte sein älterer Sohn, Joseph I. (1705-11), der den spanischen 
Erbfolgekrieg mit Aufbietung aller Kräfte fortsetzte, obwohl in Ungarn eine Empörung unter Franz Rákóczy II. 
ausbrach; dieselbe wurde durch den Sieg der Kaiserlichen bei Trentschin (1708) unterdrückt und die völlige 
Pacifikation Ungarns durch den Száthmarer oder Károlyischen Frieden (1711) erreicht. Inzwischen war Bayern
besetzt, durch den Sieg von Turin (1706) Italien von den Franzosen befreit und durch die Schlachten von Ouden-
aarde (1708) und Malplaquet (1709) die französische Kriegsmacht fast vernichtet worden. Jetzt hätte der Friede
unter den günstigsten Bedingungen abgeschlossen werden können, indem Ludwig XIV. zum Verzicht auf die 
spanische Erbschaft und zur Rückgabe seiner Eroberungen an der deutschen Westgrenze bereit war. Deut-
schland wäre künftig gegen französische Eroberungsgier gesichert gewesen, das Haus Habsburg hätte sich 
als den mächtigen Hort des Reichs erwiesen und Österreich sich unter der Regierung Josephs I., der sich auch
im Innern als tüchtiger Regent bewährte, sich tolerant und aufgeklärt zeigte und in den Finanzen und der Justiz 
wirksame Reformen einführte, einer glücklichen Entwickelung erfreuen können. Aber aus dynastischem Interes-
se brachte Joseph die Friedensverhandlungen zum Scheitern, indem er die ganze spanische Monarchie für sei-
nen Bruder   Karl verlangte und sogar von Ludwig XIV. forderte, daß er seinen Enkel aus Spanien vertreiben helfe. 
Inzwischen nahm der Krieg in Spanien für Karl eine so ungünstige Wendung, daß an eine Eroberung des Landes
weniger als je zu denken war, und Frankreichs Streitkräfte erholten sich. Joseph I. starb aber 17. April 1711, ohne
Söhne zu hinterlassen: der einzige Sproß des habsburgischen Hauses war sein Bruder, bisher Karl III. von Spa-
nien, noch 1711 als Karl VI. (1711-40) auf den deutschen Kaiserthron erhoben. Die Fortsetzung der bisherigen
Politik der Verbündeten hätte also die Vereinigung der österreichischen und der spanischen Monarchie in eine
Hand zur Folge gehabt, und da dies das europäische Gleichgewicht gefährden mußte, so trennten sich die See-
mächte von Österreich und schlossen mit Frankreich 1713 den Frieden von Utrecht, den der Kaiser nach erfolglo-
ser Fortsetzung des Kriegs 1714 im Friedensschluß von Rastatt anerkennen mußte. Österreich erwarb aus der 
spanischen Erbschaft ansehnliche Gebietsteile, die spanischen Nieder-lande, Mailand, Mantua, Neapel und Sar
dinien, das 1720 gegen Sizilien ausgetauscht wurde. Eine weitere beträcht-liche Gebietsvergrößerung erlangte 
es durch einen neuen Türkenkrieg (1716-18), in welchem Prinz Eugen die weit stärkern Türkenheere bei Peter-
wardein (5. Aug. 1716) und bei Belgrad (16. Aug. 1717) völlig besiegte und die Pforte im Frieden von Passarowitz
(21. Juni 1718) zur Abtretung des Banats, von fünf Distrikten der Kleinen Walachei und Serbiens zwischen der 
Morawa und Drina zwang. Doch gereichten diese Erwerbungen. Österreich nicht zum Heil und wurden auch nicht
lange behauptet. In den Niederlanden und in den italienischen Besitzungen verschlang die Verwaltung alle Ein-
nahmen; dagegen nahmen diese Lande einen Teil des Heers in Anspruch und verursachten wiederholt diploma-
tische Verwickelungen, da die Bourbonen immer wieder ihre begehrlichen Blicke nach ihnen richteten. Karl VI. 
wurde hierdurch ganz von der innern. Verwaltung abgezogen, die in den zerrütteten Zustand der Zeit Leopolds I. 
zurücksank. Die höchsten Beamtenstellen wurden nach der Gunst des Hofs vergeben, die niedern Beamten wa-
ren träge, nachlässig und bestechlich. Die Einnahmen des Staats, ungeschickt verwaltet und am unrechten Ort
verschwendet, reichten nie zur Deckung der Ausgaben, geschweige denn zur Schuldentilgung aus. So wurde 
selbst das Heer vernachlässigt: es war nie vollzählig, über die ganze Monarchie in Garnisonen verstreut, mangel-
haft ausgerüstet und geschult, die Festungen vernachlässigt und meist nicht verteidigungsfähig.Seit 1716 beschäf-
tigte den Kaiser fast ausschließlich die Regelung der Thronfolge in seinen Landen. Karl VI. hatte nämlich ebenfalls
keine Söhne. Er erließ daher eine neue Thronfolgeordnung, die Pragmatische Sanktion, welche bestimmte, daß 
sämtliche österreichische Länder nach seinem Tod "untrennbar und unauflöslich" sein und sämtlich an seine äl-
teste Tochter, Maria Theresia, und deren Nachkommen fallen sollten. Nachdem er die Zustimmung der Stände 
der verschiedenen Erbländer seines Reiches zu derselben erlangt hatte, suchte er auch die europäischen Mäch-
te zur Anerkennung derselben zu bewegen, statt, wie Prinz Eugen riet, seine Nachfolgerin durch ein tüchtiges 
Heer und einen wohlgefüllten Schatz in stand zu setzen, ihren Thron mit eigner Kraft zu verteidigen, und brachte
hierfür große Opfer.
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LUDWIG XIV. *
L. XIV. (Louis le Grand), König von Frankreich, Sohn des vorigen und der Anna von Österreich, 
geb. 5. Sept. 1638, folgte seinem Vater 14. Mai 1643 unter Vormundschaft seiner Mutter und 
dem Einfluß Mazarins. Die alsbald beginnenden Unruhen der Fronde (s. d.) wurden erst mit der 
Unterwerfung Condés und dem Pyrenäischen Frieden 1659 beendet. Auch nachdem L. 1651 
mündig geworden, überließ er die Zügel der Regierung den bewährten Händen Mazarins. Erst seit 
des letztern Tod 9. März 1661 regierte er selbständig und entwickelte eine von ihm nicht erwarte-
te Energie und Thätigkeit. Die ministerielle Allgewalt, wie sie sich seit 1624 unter Richelieus und 
Mazarins kräftigem und klugem Regiment ausgebildet hatte, vereinigte er nun in seiner Person mit 
der königlichen Macht und Autorität, und indem er sich mit Eifer wie auch mit einiger Kenntnis und 
natürlichem Verstand den Geschäften widmete, begründete er die absolute Monarchie in Frank-
reich, deren glänzendster Repräsentant er wurde durch seine imponierende Erscheinung und sein 
würdevolles und doch immer anmutvolles Benehmen. Zu dem Glanz seiner Herrschaft deren äußern
Pomp er mit Pracht und Geschmack in Szene setzte, haben zwei Umstände wesentlich beigetragen,
welche indes durch Ludwigs hervorragende Persönlichkeit in den Hintergrund gedrängt wurden: der 
großartige Aufschwung, den das französische Volk seit Heinrich IV. in Handel, Gewerbe, Kunst u
nd Wissenschaft genommen, und der unter L. seinen Höhepunkt erreichte, und die ausgezeichneten, 
aber bescheidenen Minister, welchen L. die Geschäfte übertrug. In der Auswahl und Verwendung 
derselben bewährte L. hauptsächlich seinen Herrscherberuf. Gleich bei Beginn seiner Regierung be-
rief er Le Tellier, Colbert und Lyonne in seinen Rat, während er den allzu selbständigen Foucquet 
beseitigte. Namentlich Colbert trug durch seine durchgreifenden Reformen in den Finanzen und der
Rechtspflege, durch schöpferische Maßregeln für Hebung von Industrie und Handel zur Erhöhung 
der Macht und des Ruhms seines Königs bei und lieferte ihm die Mittel zur Aufstellung eines Heers,
in dem der kriegslustige Ehrgeiz des französischen Adels Befriedigung fand, und das Frankreich zum
mächtigsten Staat Europas machte. Die günstige auswärtige Lage, die Mazarin geschaffen, kam L. 
sehr zu statten. Der Rheinbund verlieh ihm eine herrschende Stellung im Deutschen Reich, England 
und die Niederlande buhlten um seine Allianz; seine im Pyrenäischen Frieden verabredete Vermäh-
lung (1660) mit der spanischen Infantin Maria Theresia, deren Verzicht auf ihr Erbrecht L. von vorn-
herein für wirkungslos erklärte, gab ihm einen Anspruch auf die spanische Monarchie, die teilweise 
oder ganz zu erwerben fortan das stete Ziel seiner auswärtigen Politik war. Bereits 1667, nach dem
Tod seines Schwiegervaters Philipp IV., erhob er auf Grund des Devolutionsrechts Erbansprüche 
auf die spanischen Niederlande, eroberte dieselben, ohne viel Widerstand zu finden, während des 
englisch-niederländischen Kriegs im Sommer 1667 sowie im Februar 1668 die Franche-Comté, 
mußte sich aber infolge der drohenden Haltung der Tripelallianz im Frieden von Aachen (2. Mai 
1668) mit zwölf Festungen an der belgischen Grenze begnügen. Um die Republik der Niederlande
für ihre Opposition zu züchtigen, machte er durch Bestechung England und Schweden von der Tri-
pelallianz abwendig, gewann die deutschen Grenznachbarn der Niederlande, Köln und Münster, für
sich, und nachdem er mit Hilfe seines ausgezeichneten Kriegsministers Louvois das Heer auf 
120,000 Mann gebracht und vortrefflich ausgerüstet hatte, fiel er im Frühjahr 1672 über die ganz 
unvorbereiteten Niederlande her, eroberte sie in wenigen Wochen fast ganz und kehrte triumphie-
rend nach Paris zurück; als die Niederländer sich unter Wilhelm III. von Oranien erhoben und bei 
Brandenburg wie auch beim deutschen Kaiser und beim Reich, endlich auch bei Spanien Hilfe fan-
den. Diese Koalition und der Abfall Englands zwangen L., auf die Eroberung der Republik zu ver-
zichten und sich auf eine Erweiterung der Ost- und Nordgrenze durch völlige Unterwerfung des El-
saß und Eroberungen spanischen Gebiets, namentlich der Franche-Comté, zu beschränken. Dies 
erreichte er auch trotz der großen Koalition, die sich gegen ihn gebildet, im Frieden von Nimwegen 
1678. Jetzt stand L. auf der Höhe seiner Macht: sein Heer war das zahlreichste, bestorganisierte 
und bestgeführte der Welt; seine Diplomatie beherrschte durch ihre Geschicklichkeit alle Höfe; die
französische Nation überragte in Kunst und Wissenschaf-ten alle übrigen und entwickelte in Indust-
rie und Handel eine überraschend erfolgreiche Thätigkeit; die Koryphäen der Litteratur priesen L.
als das Ideal eines Mannes und eines Fürsten. Der Hof von Versailles, wohin L. seine Residenz 
verlegte, deren Bau 150 Mill. Frank kostete, war der Gegenstand des Neides und der Bewunder-
ung für alle großen und kleinen Monarchen, die den großen König in allen Äußerlichkeiten, auch 
seinen Schwächen, nachzuahmen bestrebt waren. Damals faßte er den Plan, seine weltgebietende
Stellung durch Erwerbung der Kaiserkrone dauernd zu begründen. Niemand, weder im Ausland 
noch im Innern, wagte ihm entgegenzutreten. Die Nation sah in ihm die Verkörperung des Staats
und opferte ihm freiwillig alle politischen Rechte; "l'état c'est moi!" hat L. zwar nicht gesagt, aber 
er hätte es mit Recht sagen können. Er hatte einen fast mystischen Glauben an seine Staatsmajes-
tät, und in seiner Eitelkeit ließ er seinen Ruhm und seinen Glanz überall verherrlichen, man pries ihn
als "le roi-soleil". Aber L. legte auch der Ausübung seiner Allgewalt keine Schranken auf und ver-
letzte immer schamloser die heiligsten Rechte andrer. Die frevelhafte Komödie der Reunionskam-
mern diente ihm zur Abrundung und Erweiterung der vielfach zerrissenen Grenzen; bei der Über-
rumpelung von Straßburg 30. Sept. 1681 glaubte er selbst diese Form nicht mehr nötig zu haben.
Während er die Türkengefahr des Deutschen Reichs benutzte, um im Waffenstillstand von 1684 
die Abtretung der Reunionen zu erzwingen, trat er bei andrer Gelegenheit als Haupt der katholis-
chen Christenheit auf: eine Flotte wurde gegen die maurischen Seeräuber in Tripolis und Algier
geschickt und Genua in Brand geschossen, weil es den Seeräubern Munition geliefert. Auch in 
religiösen Dingen sollte nur Ein Wille und Ein Gesetz herrschen: der Jansenismus wurde unter-
drückt, aber auch der Einfluß des Papsttums beschränkt durch die Annahme der vier Artikel der 
gallikanischen Kirche auf dem Nationalkonzil von 1682. Die Rechte der Protestanten wurden 
erst möglichst beschränkt, ihr Gottesdienst erschwert, der massenhafte Übertritt durch gewalt-
same Maßregeln erzwungen, endlich im Oktober 1685 das Edikt von Nantes ganz aufgehoben; 
die Auswanderung derer, die ihren Glauben auch nicht äußerlich abschwören wollten, wurde mit
den härtesten Strafen bedroht. Dennoch verließen 200,000 Réfugiés Frankreich, dessen Industrie
unwiederbringlichen Schaden litt. Indem L. in diesem gewaltsamen Treiben immer weiter ging, 
brachte er endlich fast ganz Europa gegen sich auf. Indem er Jakobs II. von England Plan, dort 
die katholische Kirche wiederherzustellen, unterstützte, beförderte er die englische Revolution von 
1688, die seinen entschiedensten Gegner, Wilhelm von Oranien, auch dort an die Spitze des Staats 
brachte. Mit Papst Innocenz XI. geriet er über das Asylrecht der französischen Gesandtschaft zu 
Rom in Streit und besetzte 1688 sogar Avignon. Das Deutsche Reich endlich zwang er zum Krieg
durch seine Einmischung in die kölnische Bischofswahl und den gegen den Willen der Erbin, seiner
Schwägerin Elisabeth Charlotte von Orléans, erhobenen Erbanspruch auf einen Teil der Pfalz. Ge-
gen die große Koalition von 1689 behauptete zwar die französische Landarmee, nachdem sie die 
schmachvolle Verwüstung der Pfalz ausgeführt, in den Niederlanden, am Rhein und in Piemont ihre
alte Überlegenheit; aber die Versuche, die vertriebenen Stuarts nach England zurückzuführen, miß-
langen alle, und in der Schlacht bei La Hougue 29. Mai 1692 ward die französische Seemacht ver-
nichtet. Die Hilfsquellen Frankreichs, die unerschöpflich schienen, begannen zu versiegen; die 
großen Staatsmänner und Feldherren, die nach und nach starben, wurden nicht durch ebenbürtige
Nachfolger ersetzt. Trotzdem war die Überlegenheit des einheitlich geleiteten Frankreich der Koali-
tion gegenüber so groß, daß L. 1697 im Frieden zu Ryswyk Elsaß und Straßburg behielt. Gleich-
wohl bezeichnet dieser Friede einen Stillstand, ja Rückschritt. Der Plan einer französischen Uni-
versalmonarchie unter L. war nun unausführbar. Die hohen Steuern, Mißwachs und Teurung hat-
ten den Wohlstand des Landes sehr geschädigt und Unzufriedenheit erregt. L. versöhnte sich mit
dem Papst und gab 1693 die gallikanische Unabhängigkeit preis; auch gewährte er 1698 den noch
vorhandenen Protestanten wenigstens Gewissensfreiheit. In der spanischen Erbfolgefrage, welche 
nun in den Vordergrund des Interesses trat, da der Tod des kinderlosen letzten Habsburgers in S
panien, Karls II., jeden Augenblick erfolgen konnte, verstand sich L. zu Verträgen mit den See-
mächten, welche sein Erbrecht ausschlossen. Als nun aber Karl II. 1. Nov. 1700 starb und sein 
Testament unerwarteterweise Ludwigs zweiten Enkel, Philipp von Anjou, zum Erben der gesam-
ten Monarchie ernannte, konnte L. der Versuchung nicht widerstehen, das Ziel seiner ganzen Po-
litik, die Erwerbung Spaniens für seine Familie, zu erreichen: er nahm für seinen Enkel die Erb-
schaft an, um so mehr, da die spanische Nation den Bourbon wünschte, und rief so den spani-
schen Erbfolgekrieg hervor, in dem Frankreich auch seine militärische Überlegenheit nicht mehr 
behaupten konnte. Dem Prinzen Eugen und Marlborough waren die Nachfolger Turennes, Con-
dés, Luxembourgs und Catinats nicht gewachsen. Von 1704 bis 1709 folgte Niederlage auf Nie-
derlage, schon drangen die Verbündeten in Frankreich ein, die Kräfte des Landes waren er-
schöpft, und die Sehnsucht nach Frieden war allgemein. L. war auch bereit, ihn mit den größten 
Opfern, nicht bloß Verzicht auf Spanien, sondern sogar Herausgabe aller Eroberungen in Deut-
schland, zu erkaufen; aber mit berechtigtem Stolz weigerte er sich trotz alles Unglücks, seinen 
Enkel, der sich mit Erfolg in Spanien behauptete, selbst mit französischen Truppen vertreiben zu
helfen. Seine Zuversicht auf sein Glück wurde gerechtfertigt. Der Sturz des Whig-Ministeriums
in England führte den Abfall der Seemächte von Österreich und den Separatfrieden von Utrecht 
1713 herbei, welchem sich Kaiser und Reich 1714 anschließen mußten. L. behauptete die Gren-
zen seines Reichs und rettete seinem Enkel den Hauptteil der spanischen Monarchie; aber die 
Blüte seines Landes war geknickt, die Finanzen zerrüttet, die Schuldenlast auf 2 Milliarden ge-
wachsen. L. überlebte die Glanzzeit seiner Monarchie und starb erst 1. Sept. 1715. Seine Ge-
mahlin Maria Theresia, Tochter des Königs Philipp IV. von Spanien, hatte ihm sechs Kinder ge-
boren, von denen die fünf jüngern früh starben; der älteste Sohn, der Dauphin Ludwig, starb 
1711. Da 8. März 1712 auch der älteste Sohn desselben, der Herzog von Bourgogne, und im 
März 1714 dessen Bruder, der Herzog von Berri, starben, so blieb außer Philipp V. von Spa-
nien nur der Sohn des Herzogs von Bourgogne übrig, der dem Urgroßvater im Alter von fünf 
Jahren als Ludwig XV. folgte. Ludwigs einflußreichste Mätressen waren nacheinander Laval-
lière, die ihm vier, Montespan, die ihm sechs Kinder gebar, Fontanges und die Witwe Scarron,
Françoise d'Aubigné, die er zur Marquise von Maintenon erhob, und mit der er sich nach 
Maria Theresias Tod (1683) im Herbst 1685 heimlich vermählte; sie übte einen großen Einfluß 
auf ihn aus und bekehrte ihn zur Frömmelei. 
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EUGEN PRINZ VON SAVOYEN *
Eugen (Prinz von Savoyen) (griech. Eugenios, etwa s. v. w. Wohlgeborner, Edler) Franz  Eugen., Prinz 
von Savoyen, der berühmte "Prinz Eugen", war als der jüngste der fünf Söhne des savoyischen Prinzen E
ugen Moritz von Savoyen-Carignan, Grafen von Soissons, und der Olympia Mancini, einer Nichte Maza-
rins, 18. Okt. 1663 zu Paris geboren. Er war zuerst für den geistlichen Stand bestimmt und bereits als 
Knabe im Besitz zweier Abteien (daher er am französischen Hofe "der kleine Abbé" hieß); aber Neigung
zum Kriegsdienst und besonders geringschätzige Behandlung von seiten Ludwigs XIV. und seines Kriegs-
ministers Louvois veranlaßten ihn 1683, sich in österreichischen Dienst zu begeben. Bald fing "der kleine 
Kapuziner" an, sich durch Waffenthaten hervorzuthun, namentlich bei der Entsetzung Wiens unter dem 
Oberbefehl Karls von Lothringen, dem er stets ein dankbares Andenken bewahrte. Er focht hierauf 1684
bei der vergeblichen Belagerung Ofens, sodann bei Gran unter Markgraf Ludwig von Baden, der in ihm 
den spätern Helden ahnte, und nahm mit demselben auch 1686 an der Eroberung Ofens teil, wobei er 
eine schwere Verwundung davontrug. Nachdem er den Winter in Venedig zugebracht hatte, machte er 
wieder 1687 den neuen Feldzug in Ungarn mit, welcher 12. Aug. mit dem Sieg bei Mohács gekrönt wurde.
Prinz E. war einer der ersten in den türkischen Verschanzungen und wurde dafür mit der Überbringung 
der Siegesbotschaft nach Wien beauftragt. 1688 zum Feldmarschall-leutnant erhoben, nahm er an der Er-
oberung Belgrads teil und focht 1689 gegen die Franzosen am Rhein. 1690 bewog E. den Herzog Viktor
Amadeus von Savoyen zur Allianz mit dem Kaiser und befehligte das jenem zu Hilfe gesendete österreich-
ische Heer. Schon aber hatte bei seiner Ankunft jener das Treffen von Staffarda (18. Aug. 1690) verloren, 
und E. konnte nur den Rückzug leiten. Überhaupt hatte er die Fehler der Verbündeten mehrmals wieder
gutzumachen, drang aber doch 1692 in Südfrankreich ein. Erst 1696, als Savoyen offen zu Frankreich 
übertrat, zog er sich in das Mailändische zurück. Schon 1693 ward er zum Feldmarschall ernannt. Gegen
die Türken war inzwischen unglücklich gefochten worden. E. aber, zum Oberbefehlshaber in Ungarn er-
nannt, behauptete trotz aller Schwierigkeiten Peterwardein, drang, als die Türken sich über die Theiß zu-
rückzogen, ihnen nach und erfocht den großen Sieg bei Zenta(11. Sept. 1697), wo in zwei Abendstunden 
die Türken 30,000 Mann an Toten und 6000 Mann an Gefangenen einbüßten. Dieser Sieg brach die tür-
kische Macht in Ungarn, wiewohl E. aus Mangel an Geld und Belagerungszeug die Verfolgung des Fein-
des nicht fortsetzen konnte. Auch im folgenden Jahr behielt E. das Oberkommando in Ungarn mit unbe-
schränkter Vollmacht bis zum Frieden von Karlowitz (26. Jan. 1699), der recht eigentlich als Eugens Werk
anzusehen ist. Er begab sich sodann auf seine Güter in Ungarn, welche ihm der Kaiser geschenkt hatte, bis
ihn der Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs zu neuer Thätigkeit rief. E. zog 170.1 mit 29,000 Mann 
durch Tirol über die Alpen, umging auf Wegen, die erst gebahnt werden mußten, den an den Etschklausen 
auflauernden Catinat, besetzte das Vicentinische, lieferte dem Marschall Tessé bei Carpi ein Treffen, wel-
ches für Österreich das Land zwischen Mincio und Etsch gewann, schlug (1. Sept.) bei Chiari den mit 
20,000 Mann neuer Truppen aus Frankreich angekommenen Villeroi und nahm denselben durch Überrum-
pelung in Cremona (1. Febr. 1702) gefangen, konnte aber die Stadt nicht behaupten. Die Schlacht bei Luz-
zara (15. Aug. 1702) gegen den Marschall Vendôme führte zu keiner Entscheidung, und E. konnte die Of-
fensive wegen schlechter Unterstützung von seiten der Wiener Regierung nicht wieder aufnehmen. E. ging 
daher selbst nach Wien, wurde zum Hofkriegsrat ernannt und bereitete, soweit es die erschöpften Geldmit-
tel zuließen, einen neuen Feldzug für den Frühling vor; doch war das Jahr 1703 kein glückliches, da der 
Kurfürst von Bayern zu Frankreich überging und die Ungarn sich unter Franz Ráköczi empörten. E. ging 
selbst nach Ungarn, um den Aufstand zu unterdrücken, und verfocht bei seiner Rückkehr mit allem Nach
druck den Gedanken, daß der eigentliche Sitz der Gefahr für Österreich weder in Italien noch in Belgien 
oder Ungarn, sondern lediglich in Bayern sei, und daß die Entscheidung des Kriegs einzig und allein in der 
Überwältigung des Kurfürsten Max Emanuel liege, daher man, da die Kräfte Österreichs und des Reichs 
für die Durchführung dieses Plans nicht ausreichten, den englischen Feldherrn, Herzog von Marlborough, 
aus Belgien an die Donau ziehen und mit ihm vereint den entscheidenden Schlag führen solle. Marlborough 
ging auf den Plan ein, und so vereinigten sich die Heere Eugens, Marlboroughs und Ludwigs von Baden, 
Führers der Reichstruppen, in Schwaben, und in Großheppach (in Württemberg) kam 12. Juni 1704 E. mit
diesen Männern zusammen, um die letzten Verabredungen zu treffen. E. übernahm zunächst die Aufgabe, 
den im Elsaß stehenden Marschall Tallard vom Übergang über den Rhein abzuhalten, zog, als diesem der 
Übergang doch gelang, ihm nach bis Bayern und vereinigte sich mit Marlborough. Am 13. Aug. 1704 er-
fochten beide bei Höchstädt (Blenheim) über Maximilian von Bayern und den französischen Marschall Tal-
lard einen entscheidenden Sieg, trieben die Franzosen samt dem Kurfürsten über den Rhein und besetzten 
ganz Bayern. Hierauf wandte sich E. nach Italien, wo inzwischen die Lage der Österreicher und des Her-
zogs von Savoyen eine verzweifelte geworden war. Obgleich E. anfangs nicht viel ausrichten konnte und 
sogar in Wien wegen seiner geringen Erfolge verdächtigt wurde, behielt er doch sein Kommando und er-
focht 7. Sept. 1706 den glorreichen Sieg bei Turin. Hierfür zum Statthalter von Mailand ernannt, säuberte 
er das Land von den Franzosen und schloß die Generalkapitulation vom 13. März 1707 ab, in welcher 
Ludwig XIV. die italienische Halbinsel bis auf Neapel aufgab. Letzteres ließ E. bald nachher durch Daun
besetzen, der Kirchenstaat mußte ihm seine Truppen ernähren helfen. 1707 machte E. wieder einen Ein-
fall in Frankreich, mußte aber vor Toulon unverrichteter Dinge umkehren. 1708 war er in den Niederlan-
den, um mit Marlborough und Heinsius den weitern Gang des Kriegs zu beraten. Am 11. Juli d. J. gewan-
nen die beiden Helden die Schlacht von Oudenaarde, nahmen 22. Okt. die Festung Lille und erfochten 
11. Sept. 1709 einen zweiten Sieg bei Malplaquet. E. begab sich hierauf nach Berlin, um die Abrufung 
der Preußen aus Italien zu verhindern. Dem Kaiser riet er, die französischen Friedensanerbietungen anzu-
nehmen, da sich nun Gelegenheit darbiete, Straßburg und Elsaß wiederzugewinnen. Aber sein Rat ward 
nicht gehört. 1710 war er in den Niederlanden thätig und wandte sich 1711 wieder an den Mittel- und 
Oberrhein, um die Reichskreise und die in Frankfurt a. M. versammelten Wähler des Reichs vor dem F
eind zu schützen. Er widerriet dem Kaiser Karl VI. die Beschickung des Utrechter Kongresses und eilte
selbst nach London, um die Allianz zwischen Österreich und England womöglich noch aufrecht zu erhal-
ten. Die Königin empfing ihn aufs gnädigste und beschenkte ihn mit einem kostbaren Degen, auch die 
Minister überhäuften ihn mit Aufmerksamkeiten aller Art; den Zweck seiner Reise aber erreichte er nicht,
vielmehr wurden seine Operationen durch die zweideutige Haltung der Engländer nach Abberufung Marl-
boroughs gelähmt. Am 11. April 1713 wurden zu Utrecht die Verträge, wodurch sich Frankreich mit Eng-
land, Holland, Savoyen, Portugal und Preußen aussöhnte, unterzeichnet. Obgleich der Kaiser beschloß, 
den Krieg allein fortzuführen, mußte doch E. selbst bei der matten Haltung des Deutschen Reichs zuletzt
zum Frieden raten, welcher auch von E. und Villars zu Rastail 7. März 1714 für den Kaiser und 7. Sept.
d. J. zu Baden in der Schweiz für das Reich abgeschlossen wurde. Der Kaiser ernannte E. zum Statthalter
in den nun österreichischen Niederlanden. Als bald darauf (1715) die Pforte den Karlowitzer Frieden 
brach, führte E. (1716) 64,000 Mann gegen den türkischen Großwesir Ali, welcher mit 150,000 Mann 
gegen Peterwardein ein heranrückte. Die Schlacht (5. Aug. 1716) endete mit der vollständigen Niederlage 
der Türken, die Beute der Sieger war unermeßlich. Vom Papst erhielt der Sieger von Peterwardein den ge-
weihten Hut und Degen. Im Juni 1717 begann E. die Belagerung des von 30,000 Türken besetzt gehalte-
nen Belgrad und schlug (16. Aug.) das weit überlegene türkische Entsatzheer, worauf Belgrad sich ergab. S
emendria, Schabatz, Orsova u. a. O. fielen bald darauf ebenfalls. Am 21. Juli 1718 wurde der Passarowit-
zer Friede auf 25jährigen Waffenstillstand unterzeichnet, wodurch Belgrad, der größere Teil von Serbien, 
ein Teil Bosniens und die Kleine Walachei bis an die Aluta an Österreich kamen. Indes fand der Mann, der
das Reich gegen die Türken gesichert, dem Kaiser weit über 60,000qkm Landes erobert und Ungarn wie-
dergegeben hatte, in Wien eine starke Gegnerschaft, namentlich an der spanisch-italienischen Hofpartei, die
jedoch seinen tonangebenden Einfluß in allen großen Fragen nicht zu lähmen vermochte. Als Generalstatthal-
ter der Niederlande (bis 1724) nahm er an dem Emporkommen der Ostindischen Kompanie lebhaften Anteil
. Beim Ausbruch des polnischen Erbfolgekriegs übernahm der 71 jährige Held 1734 die Führung des Reichs-
heers, ward jedoch, ehe es zum wirklichen Schlagen kam, 1734 abgerufen und durch den Herzog Alexander
von Württemberg ersetzt. Nach Wien zurückgekehrt, starb er plötzlich 21. April 1736. E. war kaum mit-
tlerer Größe und mager; in dem länglichen, stark gebräunten Gesicht traten besonders die lange Nase und die 
schwarzen, lebhaften Augen hervor. Er war nie verheiratet. Er diente drei Kaisern, doch unter wesentlich ver-
änderten Beziehungen, die angeblich durch sein Wort: "Leopold war mein Vater, Joseph mein Bruder, Karl 
mein Herr" bezeichnet sind. Sein Wahlspruch war: Österreich über alles! Seine Feldherrntalente und seine 
Kriegsthaten haben ihm den höchsten Ruhm erworben; nicht minder groß war er als Staatsmann und Diplo-
mat. Durch die endgültige Zurückdrängung der Türken und die Siege über Frankreich hat er einen maßge-
benden Einfluß auf den Gang der Weltgeschichte ausgeübt. Von seinen Soldaten wurde er vergöttert. Auch
für Kunst und Wissenschaft hatte er lebhaftes Interesse. Er sammelte in Wien die erste Prachtbibliothek, unt-
erhielt mit Montesquieu und Leibniz einen lebhaften Briefwechsel über philosophische und staatsrechtliche 
Gegenstände, war ein Gönner des französischen Dichters Jean Baptiste Rousseau und bearbeitete in einzeln-
en Zuschriften an Marlborough, Stanhope, Villars u. a. Gegenstände der Kriegskunst. Von seinem Kunstsinn
zeugen sein Schloß Belvedere nebst der Gemäldegalerie sowie die Beziehungen zu Kardinal Albani und Jean-
ne Mariette; desgleichen für sein wissenschaftliches Interesse die Gönnerschaft für den neapolitanischen His-
toriker Pietro Giannone. Ein Denkmal (von Fernkorn) wurde ihm 1865 zu Wien errichtet. Die angeblich von 
E. verfaßten politischen Schriften, herausgegeben von Sartori (Tübing. 1812, 7 Tle.), sind eine Fälschung. 
Die "Militärische Korrespondenz des Prinzen E." wurde von Heller herausgegeben (Wien 1848, 2 Bde.).
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VILLARS *
Villars (spr. wilar), Claude Louis Hector, Herzog von, franz. Marschall, geb. 8. Mai 1653 zu Moulins,
ward jung Page Ludwigs XIV., wohnte 1672 - 79 den Feldzügen in den Niederlanden und am Rhein 
bei, zuletzt als Oberst eines Reiterregiments, und focht dann unter dem Kurfürsten von Bayern in Un-
garn gegen die Türken. Nach Frankreich zurückgekehrt, ward er Maréchal de Camp; 1692 befehlig-
te er im Gefecht von Pforzheim, 1693 in Flandern in Abwesenheit des Marschalls Boufflers, dann in 
Deutschland. Nach dem Ryswyker Frieden (1697) ging er als Gesandter nach Wien. 1701 erhielt er
anfangs ein Kommando in Italien, dann in Deutschland. Hier gewann er 14. Okt. 1702 gegen den 
Prinzen Ludwig von Baden die Schlacht von Friedlingen, infolge deren er die Marschallswürde erhielt.
1703 siegte er mit dem Kurfürsten von Bayern bei Höchstädt, geriet jedoch mit dem Kurfürsten in 
Zwiespalt, weshalb er abberufen und zur Dämpfung des Aufwandes in den Cevennen verwendet wur-
de, wo er durch Klugheit und Milde 1704 den Abschluß eines Friedens zu stande brachte. Nach den
furchtbaren Niederlagen der französischen Armee 1704-1708 mit dem Oberbefehl in den Niederlan-
den betraut, verlor er zwar 1709 die Schlacht bei Malplaquet, siegte aber 1712 bei Denain. 1713 be-
fehligte er im Elsaß und in Deutschland und zwang Landau und Freiburg zur Übergabe, worauf er mit
dem Prinzen Eugen den Rastatter Frieden verhandelte. Unter der Regentschaft wurde er 1715 zum 
Präsidenten des Kriegsrats und 1718 zum Regierungsmitglied und Staatsminister ernannt, nahm aber
an den Verhandlungen wenig Anteil. Bereits 80 Jahre alt, erhielt er 1733 den Oberbefehl in Italien, 
mit der Würde eines Generalmarschalls. V. traf 11. Nov. im Lager von Pizzighettone ein und nahm 
diesen Platz zwölf Tage nach Eröffnung der Laufgräben. Er starb 17. Juni 1734 auf der Rückreise in 
Turin. Seine Memoiren wurden von Vogüe herausgegeben (Par. 1884-87, 2 Bde.). Sein Leben bes-
chrieben Anquetil (Par. 1784, 4 Bde.), Giraud (das. 1881) und der Marquis de Vogüe (das. 1888, 
2 Bde.). - Sein Bruder Armand, Graf von V., machte sich im spanischen Erbfolgekrieg 1707 durch 
die Eroberung von Menorca bekannt; starb 20. Aug. 1712. Des Marschalls Sohn Honore Armand, H
erzog von V., Prinz von Martigues, geb. 4. Dez. 1702, war Brigadier, Mitglied der Akademie und
Gönner Voltaires und starb im Mai 1770 ohne männliche Nachkommen.
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MAX. II. EMANUEL, KURFÜRST VON BAYERN *
Max. II. Emanuel, Kurfürst von Bayern, Enkel des vorigen, Sohn Ferdinand Marias und der Henriette 
Adelheid von Savoyen, geb. 11. Juli 1662, folgte seinem Vater 1679 in der Regierung und trat in ein 
inniges Verhältnis zu Leopold I. 1683 eilte er zum Entsatz von Wien herbei und focht darauf auch in 
Ungarn für das Haus Österreich; er entsetzte Gran, eroberte Ofen, half den Sieg bei Mohács erringen 
und wurde 1688 bei der Erstürmung von Belgrad durch einen Pfeil verwundet. Der Kaiser, der ihm 
schon 1685 seine Tochter Maria Antonia vermählt hatte, ernannte ihn hierauf zum Generalissimus, und 
als solcher führte M. 1691 seine Truppen nach Italien und wohnte der Belagerung von Carmagnola 
bei. 1692 zum spanischen Statthalter der Niederlande ernannt, focht er gegen Frankreich, doch ohne 
glücklichen Erfolg. Als mit dem Tod seines zum Erben Karls II. bestimmten Sohns Joseph Ferdinand 
seine Aussichten auf den spanischen Thron schwanden, gab er seine kostspielige Statthalterschaft in 
den Niederlanden auf. Beim Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs trat er auf Frankreichs Seite, 
welches ihn bei der Begründung eines Königreichs in Schwaben und Württemberg zu unterstützen 
versprach, bemächtigte sich der Städte Ulm, Mem-mingen, Neuburg und Regensburg, mußte aber 
nach den verlornen Schlachten am Schellenberg und bei Höchstädt 1704 sein Land verlassen und wur-
de 1706 in die Acht erklärt, jedoch durch den Frieden von Baden 1714 wieder restituiert. 1717 sandte
er den Österreichern ein Hilfskorps unter dem Kommando des Kurprinzen gegen die Türken und erhielt 
auch die Kurstimme zurück. Über die Führung der Reichsverweserschaft verglich er sich 1724 mit Kur-
pfalz dahin, daß beide Häuser sie gemeinschaftlich führen sollten. Bei seinem Tod, 26. Febr. 1726, hin-
terließ M. die Kur seinem Sohn Karl Albrecht, der als Karl VII. die deutsche Kaiserwürde erhielt. In
zweiter Ehe war M. seit 1694 mit einer Tochter des Polenkönigs Johann III. Sobieski vermählt. König
Ludwig I. hat ihm, dem Erstürmer von Belgrad, in München ein Standbild errichtet.
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VAUBAN*
Vauban (spr. wobang), Sébastien le Prêtre de, franz. Marschall und berühmter Kriegsbaumeister,
geb. 1. Mai 1633 zu St.-Leger de Foucher bei Avallon (Yonne), trat in seinem 17. Jahr bei der 
spanischen Armee im Regiment Conde, welches damals gegen Frankreich focht, heimlich als Ka-
dett in Dienste und wurde von Conde wegen seiner mathematischen Kenntnisse als Ingenieur be-
nutzt, 1653 aber von den Königlichen gefangen genommen und als Ingenieuroffizier angestellt. Erst
25 Jahre alt, leitete er bereits die Belagerungen von Gravelines, Ypern und Oudenaarde, zeigte 
1662 beim Bau der Befestigungen von Dünkirchen, Lille, Ath und Charleroi hervorragendes Talent 
als Kriegsbaumeister, belagerte und eroberte 1667 im Kriege gegen Holland mehrere Festungen 
und leitete nach dem Frieden zu Aachen 1668 den Festungsbau von Tournai, Douai, Courtrai etc.,
wodurch der Anfang zu dem nördlichen französischen Festungsgürtel gelegt wurde. Nach dem Nim-
weger Frieden 1678 entstanden unter seiner Leitung viele Festungen, wie Maubeuge, Saarlouis, 
Pfalzburg, Belfort, Hüningen, die Citadelle von Straßburg, Bitsch, Lützelburg, Hagenau, Schlettstadt, 
Landau, Neubreisach u. a. 1669 wurde V. Generalinspektor sämtlicher französischer Festungen,
1703 Marschall, doch zog ihm eine Denkschrift während des spanischen Erbfolgekriegs die Ungna-
de des Königs zu, und er wurde in den Ruhestand versetzt. Seit 1699 Ehrenmitglied der Akademie 
der Wissenschaften, starb er 13. März 1707 in Paris. In seiner 57jährigen Dienstzeit hat er an 53 
Belagerungen und 140 Gefechten teilgenommen, er führte die Parallelen 1673 vor Maastricht ein, 
erfand den Rikoschettschuß 1697 vor Ath und verbesserte den Bau von Land- und Wasserwegen.
Modelle mehrerer von V. erbauter Festungen, 1814 im Artilleriemuseum zu Paris erbeutet, befinden 
sich im Zeughaus zu Berlin. Näheres über seine Verdienste im Festungsbau u. Festungskrieg s. diese 
Art. 1881 wurde ihm in Avallon ein Denkmal gesetzt.
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BREISACH (ALT-BREISACH) *
 Im Dreißigjährigen Krieg wurde eine Belagerung der Festung durch die Schweden unter dem Rheingrafen
Otto (1633) durch die Kaiserlichen aufgehoben. Dringendere Gefahr drohte 1636, wo der Herzog Bern-
hard von Weimar, mit Frankreich im Bund, gegen B. heranrückte. Aber erst 1638 konnte die Belagerung 
vollständig beginnen. Nachdem der Herzog drei kaiserliche, zum Entsatz heranrückende Heere zurückge-
schlagen, kam er 19. Dez. 1638 durch Kapitulation in Besitz der Stadt, die aber bei seinem Tod von den
Franzosen besetzt und im Westfälischen Frieden an Frankreich abgetreten ward. Der Friede von Rijswijk
1697 brachte sie an Deutschland zurück, worauf Ludwig XIV. B. gegenüber 1699   Neu-Breisach und 
das Fort Mortier von Vauban anlegen ließ. 1703 ward B. von Franzosen durch Überrumpelung genommen
und kam erst im Rastatter Frieden 1714 an Österreich zurück. Kaiser Karl VI. erbaute die Citadelle auf 
dem Eggersberg und mehrere starke Außenwerke, welche jedoch Maria Theresia 1743 zum Teil spreng-
en ließ. Dadurch wurde 1745 die Einnahme von B. den Franzosen sehr erleichtert. Während der franzö-
sischen Revolutionskriege begannen die Franzosen 15. Sept. 1793 vom Fort Mortier und vielen Schan-
zen aus die Stadt zu beschießen und verwandelten sie in wenigen Tagen in einen Aschenhaufen. Von neue-
m wurden Stadt und Umgegend verwüstet, als die Österreicher 1799 das bereits 1796 von den Franzosen
wieder besetzte B. ein ganzes Jahr lang belagerten. Neue Befestigungen erhielt es 1801 bis 1802 sowie 
1805 - 1806, nachdem es im Frieden von Lüneville an den Herzog von Modena, kurz nachher an den Erz-
herzog Ferdinand von Österreich gekommen war. Im Preßburger Frieden 1805 kam es an Baden, worauf 
sämtliche Festungswerke geschleift wurden. Im Krieg 1870/71 wurde von hier aus das Fort Mortier durch
drei Batterien badischer Artillerie 2.-6. Nov. 1870 beschossen und gänzlich zerstört, so daß es 7. Nov. 
kapitulieren mußte. 
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NEUBREISACH *
Neubreisach, Kantonstadt und Festung im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Kolmar, am Rhein-Rhône- 
und Neubreisacher Kanal und an der Eisenbahn Kolmar-N., in Form eines Achtecks gebaut, hat eine kath.
Pfarr- und eine neue evang. Garnisonkirche, ein Amtsgericht und (1885) mit der Garnison (1 Infanteriebat.
Nr. 113, 1 Abteilung Feldartillerie Nr. 30 und 1 Kompanie Fußartillerie Nr. 14) 2153 Einw. - N. ward, 
nachdem Altbreisach  in Baden 1697 von Frankreich an das Deutsche Reich zurückgegeben worden war, 
1699 von Ludwig XIV. neu angelegt und von Vauban befestigt; zum Transport von Baumaterial wurde zu 
gleicher Zeit der Neubreisacher Kanal erbaut. Zu den Festungswerken gehört das Fort Mortier an einem 
Rheinarm, Altbreisach gegen-über. Während des letzten deutsch-französischen Kriegs ward N. vom 2. 
bis 10. Nov. 1870 von den Deutschen beschossen, worauf die Festung kapitulierte. 
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HÜNINGEN*
An der Stelle von H. stand ursprünglich ein Pfarrdorf und dabei ein fester Turm zur Deckung der dortigen 
bequemen Rheinüberfahrt, beides unter der Ober-vogtei Basels. Nachdem das Dorf 1634 vom Herzog v
on Lauenburg den Liguisten entrissen worden, kam es durch Kauf an Ludwig XIV. von Frankreich. Die-
ser ließ es als Bollwerk zugleich gegen die Schweiz und Deutschland durch Vauban 1679 - 81 befestigen, 
später daselbst eine Brücke über den Rhein schlagen und auf dem rechten Ufer beim jetzigen Dorf Kleinh-
üningen an der Mündung der Wiese einen Brückenkopf anlegen. Infolge der Friedensschlüsse von 1697, 
1714 und 1735 mußten die Franzosen zwar letztern schleifen, doch stellten sie ihn immer wieder her. Am 
2. Febr. 1799 ging die Brückenschanze durch Kapitulation an die Österreicher über, und 14. April 1814
mußte sich die bisher noch nichteroberte Festung H. nach längerer Belagerung den Österreichern und 
Bayern ergeben. Im Feldzug von 1815 nochmals von den Österreichern unter Erzherzog Johann belagert, 
kapitulierte die Festung abermals 26. Aug. 1815, worauf die Werke unbrauchbar gemacht wurden. Im 
zweiten Pariser Frieden ward ausbedungen, daß die Festung nicht wiederhergestellt werden dürfe. 
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KEHL *
K. wurde 1678 vom französischen General Montgelas erobert und 1. Okt. 1683 der Grundstein zu 
der neuen, durch Vauban erbauten Festungen gelegt. Im Ryswyker Frieden fiel Stadt und Festung 
an das Reich zurück und wurde als Entschädigung dem Markgrafen Ludwig von Baden zugeteilt. 
Neue Eroberungen durch die Franzosen fanden 1703 und (29. Okt.) 1733 statt, doch kam K. im-
mer wieder an Deutschland zurück. 1793 abermals von den Franzosen beinahe zerstört und 1796 
erobert, wurde es in demselben Jahr vom Erzherzog Karl genommen. 1808 stellten die Franzosen 
die Festungswerke wieder her, welche nach dem Friedensschluß geschleift wurden. Während des 
Kriegs 1870/71 beschossen die Franzosen 19. und 24. Aug. 1870 von Straßburg aus die offene 
Stadt und richteten arge Verwüstungen an. Gegenwärtig ist K. in den Bereich der Festungswerke 
von Straßburg gezogen worden; drei Forts (bei Sundheim, Neumühl und Auenheim) des großen 
Waffenplatzes befinden sich auf badischem Gebiet.
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STRASSBURG *
An Militärbehörden befinden sich dort: das Generalkommando des 15. Armeekorps, die Kommandos
der 31. und 33. Division, der 61. und 66. Infanterie-, der 31. Kavallerie- und der 15. Feldartilleriebri-
gade, die 3. Ingenieur-, eine Artilleriedepot- und die 10. Festungsinspektion, ein Gouverneur und ein S
tadtkommandant. Die Festungswerke, deren Anlage 1682 - 84 von Vauban mit der auf der Ostseite 
der Stadt liegenden fünfeckigen Citadelle begonnen wurde, haben seit 1870 eine bedeutende Erweiter-
ung und Verstärkung erfahren. Ein Teil der Befestigung ist im NO. hinausgerückt, und 13 Forts, 4 - 8 
km vom Mittelpunkt der Stadt entfernt, krönen die umliegenden Höhen, 3 davon auf der badischen S
eite des Rheins bei Kehl. Die Stärke der Werke wird dadurch noch bedeutend erhöht, daß durch die 
Ill und den Rhein-Rhônekanal ein großer Teil der Umgegend von S. unter Wasser gesetzt werden kann.
Die Umgebung der Stadt ist zwar flach, gleicht aber ihrer Fruchtbarkeit halber einem großen Garten. 
Die außerhalb der Umwallung liegenden Orte: Rupprechtsau, Neudorf, Neuhof, Königshofen und Grü-
nenberg sind der Stadt einverleibt. Während des Dreißigjährigen Kriegs ersparte die auf reichsstädti-
scher Tradition beruhende und durch innere Parteiungen geförderte Neutralitätspolitik S. viel Elend. Im 
Westfälischen Frieden blieb es dem Reich erhalten. Ludwig XIV. ließ 1680 durch die Reunionskammer
in Breisach den Spruch fällen, daß S. für die der Krone Frankreich gehörenden, aber noch in städti-
schem Besitz befindlichen Vogteien von Wasselen, Barr und Illkirchen dem König den Huldigungseid 
zu leisten habe. Die Stadt wagte keine ablehnende Antwort zu erteilen, nur seitens des Reichs wurden 
Verhandlungen eröffnet; aber Ludwig XIV. sandte 1681 mitten im Frieden Louvois mit 30,000 Mann 
gegen das wehrlose S. Nicht der Verrat einzelner Ratsmitglieder, wie das Volk meinte, nicht die Ränke
des bestochenen Bischofs Egon von Fürstenberg, sondern die Erkenntnis der Aussichtslosigkeit jeg-
lichen Widerstandes führte 30. Sept. die Übergabe der Stadt herbei. Der Friede von Ryswyk 1697 be-
stätigte diese Annexion, und auch der von Utrecht änderte nichts daran, nachdem Deutschland einmal 
versäumt hatte, die Zeit der Ohnmacht Frankreichs (1710) zur Wiederer-werbung Straßburgs zu be-
nutzen. Hier begünstigte die neue Regierung mit Erfolg die Ausbreitung des katholischen Bekenntnisses,
vermochte aber nicht, der Stadt ihr deutsches Wesen zu rauben. Für dessen Erhaltung sorgte beson-
ders die Universität, an welcher der Theolog Spener, die Sprachforscher Scherz und Oberlin und der
Historiker Schöpflin lehrten. Die französische Revolution zertrümmerte die Vorrechte der alten deut-
schen Reichsstadt; an die Spitze trat ein Maire, ihm standen zur Seite 17 Munizipalräte und 36 Nota-
beln, welche alle aus unmittelbaren Volkswahlen hervorgingen. Nach dem Fall des Königtums blieb 
der Stadt die Schreckensherrschaft nicht erspart; auch hier wurde 1793 ein Revolutionstribunal einge-
richtet, dem der deutsche Emi-grant Eulogius Schneider vorstand. Erst unter dem ersten Kaiserreich 
schwanden die parti-kularistischen Neigungen, welche noch das 18. Jahrh. kennzeichnen. S., das 
Napoleon I. die Wiederherstellung seiner in den Revolutionsstürmen verfallenen Universität zu dan-
ken hatte, ward wirklich eine französische Stadt. Der Versuch Ludwig Napoleons 30. Okt. 1836, 
sich hier von der Garnison zum Kaiser ausrufen zulassen, mißlang. Am 13. Aug. 1870 begann die 
Einschließung der Stadt durch General v. Werder, den Befehlshaber der badischen Division. Die 
hartnäckige Verteidigung durch den Kommandanten, General Uhrich, und die Beschießung des un-
befestigten Kehl veranlaßten v. Werder zu einem Bombardement (24. - 27. Aug.), welches die kost-
bare Bibliothek zerstörte und den Turm des Münsters beschädigte. Doch da die Beschießung kein 
Resultat hatte, schritt der deutsche Befehlshaber zur regelrechten Belagerung. Am 12. Sept. war die
dritte Parallele fertig; schon war Bresche in den Hauptwall geschossen und alles zu einem Sturm vor-
bereitet, als 27. Sept. die Festung kapitulierte. Die Besatzung (noch 17,000 Mann) wurde kriegsge-
fangen, 1200 Kanonen und zahlreiches Kriegsmaterial wurden eine Beute der Sieger. 
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PHILIPPSBURG *
Der Bischof von Speier, Philipp Christoph von Sötern, erwählte den Ort zu seiner Residenz, ließ ihn 
seit 1618 neu befestigen und nannte ihn dem Apostel Philippus zu Ehren P. Er spielte als Brücken-
kopf in den Kriegen des 17. Jahrh. eine große Rolle. Im Dreißigjährigen Krieg fiel P. der Reihe nach
den Schweden, Franzosen, Kaiserlichen und zuletzt wieder den Franzosen in die Hände, welch letz-
tern im Westfälischen Frieden das Besatzungsrecht bestätigt ward. Die Gefälle und Hoheitsrechte 
blieben dem Hochstift Speier. 1679 kam P. wieder an Deutschland, 1688 aber durch Eroberung 
wieder an Frankreich, 1697 im Ryswyker Frieden und, 1734 von den Franzosen von neuem er-
obert, 1735 an Deutschland zurück. Die Feste verfiel seitdem immer mehr. 1799 ward sie von 
den Franzosen belagert, 20. Sept. 1800 durch Kapitulation übergeben und im Winter 1800/1801
geschleift. 
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LANDAU *
Trotz seiner starken Befestigung vermochte L. größern Heeresmassen keinen Widerstand zu 
leisten, weshalb es im Dreißigjährigen Krieg achtmal in die Hände feindlicher Kriegsvölker fiel. 
Durch den Westfälischen Frieden trat der Kaiser die Reichsvogtei über zehn elsässische Städ-
te, worunter L., an Ludwig XIV. ab, unter ausdrücklichem Vorbehalt der Unabhängigkeit und
Reichsunmittelbarkeit derselben. Indessen wurde L. nach dem Nimwegener Frieden (1678) 
von Ludwig besetzt und 1688 der Bau der Festung nach Vaubans Angaben begonnen; die-
selbe ist im Lauf des 18. Jahrh. von den Franzosen und im 19. vom Deutschen Bund wesentlich 
erweitert worden. Während des spanischen Erbfolgekriegs wurde L. viermal (1702 und 1704
von den Kaiserlichen, 1703 und 1713 von den Franzosen) nach regelrechter Belagerung zur 
Übergabe gezwungen. Im Friedensvertrag von Rastatt kam die Stadt förmlich an Frankreich. 
Im zweiten Pariser Frieden (1815) wurde sie Österreich überwiesen, das sie 1816, nachdem
sie zur Bundesfestung erklärt worden war, an Bayern abtrat. 1867 wurde der Abbruch der 
Außenwerke der Südfronten und der detachierten Vorwerke beschlossen und L. zum "festen, 
sturmfreien Depotplatz" erklärt und 1871 die völlige Aufhebung der Festung verfügt. 
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HAGENAU *
Hagenau, ehemalige Landvogtei im Unterelsaß, welche die damals freien Reichsstädte H., 
Kolmar, Schlettstadt, Weißenburg, Landau, Oberehnheim, Rosheim, Münster im St. Gre-
gorienthal, Mülhausen im Sundgau, Kaisersberg und Türkheim umfaßte, wurde 1423 vom
König Siegmund um 50,000 Gulden an den Kurfürsten Ludwig IV. von der Pfalz verpfän-
det, 1558 durch Kaiser Ferdinand I. wieder eingelöst und den jüngern Prinzen des Hauses 
Habsburg abgetreten, kam 1648 im Westfälischen Frieden an Frankreich.
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RASTATT *
Rastatt (Rastadt), Stadt im bad. Kreis Baden, mit der Garnison (Stab der 56. Infanteriebrigade,
ein Infanterieregiment Nr. 122, 2 Infanteriebataillone Nr. 111, eine Eskadron Dragoner Nr. 21, 
3 Abteilungen Feldartillerie Nr. 30 und 3 Kompanien Fußartillerie Nr. 14) 11,743 meist kath. 
Einwohner. In der Nähe das Lustschloß Favorite mit Garten und die Einsiedelei der Mark-
gräfin Sibylle. Die Festungswerke wurden 1840-48 unter Leitung österreichischer Ingenieure 
ausgeführt. - R. ward 1689 von den Franzosen verbrannt, darauf von Ludwig Wilhelm von 
Baden wieder aufgebaut und zur Residenz (bis 1771) erhoben. Hier 7. März 1714 Friede 
zwischen Frankreich und Österreich, durch den zunächst der vorher zu Utrecht geschlossene
Friede bestätigt ward und infolgedessen Österreich die spanischen Niederlande, Neapel, Sar-
dinien, Mailand, Mantua, Mirandola und Comacchio erhielt, das Deutsche Reich Freiburg, 
Kehl und Altbreisach wieder bekam, während den Franzosen Landau verblieb und die Kur-
fürsten von Bayern und Köln sowie mehrere kleinere italienische Fürsten vom Kaiser ihre Län-
der zurückerhielten. Vom 9. Dez. 1797 bis 23. April 1799 wurde hier gemäß dem Frieden von
Campo Formio ein Friedenskongreß zur Ordnung der deutschen Reichsangelegenheiten und 
zur Entschädigung der Reichsfürsten, welche ihre Gebiete links des Rheins verloren, gehalten. 
Die ganze fruchtlose Verhandlung bot das klägliche Schauspiel deutscher Zwietracht neben fran-
zösischem Übermut. Österreich, das inzwischen mit Rußland und England eine neue Koalition 
gegen Frankreich geschlossen hatte, löste endlich den Kongreß auf. Am 28. April 1799 gegen 
Abend reisten die französischen Gesandten Bonnier, Roberjot und Jean Debry, mit Pässen ver-
sehen, von R. ab, hatten aber die Vorstadt höchstens 200 Schritt hinter sich, als sie von einem 
Detachement Szekler Husaren überfallen wurden. Bonnier und Roberjot wurden ermordet und 
ihrer Papiere beraubt; Jean Debry gelang es, obwohl schwerverwundet, nach R. zurückzugelan-
gen. Lange ruhte ein Schleier über dieser That (Rastatter Gesandtenmord); die Resultate der 
vom Erzherzog Karl betriebenen Untersuchung wurden nicht veröffentlicht. Doch wurden wie-
derholt Versuche gemacht, die Schuld von der österreichischen Regierung auf die französischen 
Emigranten oder auf die französische Kriegspartei, besonders Bonaparte, abzuwälzen Indes 
scheint so viel gewiß, daß die Szekler Husaren vom Erzherzog Karl den Befehl erhielten, die 
Gesandten aus R. zu vertreiben und ihnen ihr Archiv wegzunehmen; diesen Befehl aus Fran-
zosenhaß mißverstehend, ordneten sodann die Offiziere die Ermordung der Gesandten an. In
R. begann 11. Mai 1849 mit Militärmeutereien der Aufstand in Baden und fand hier auch sein 
Ende. Von den Preußen seit Ende Mai zerniert und vom 8. Juli an beschossen, ward die Fes-
tung 23. Juli, nachdem sich die provisorische Regierung von Baden aufgelöst und sich zwei Ab-
gesandte der Besatzung, Corvin und Lang, auf einer ihnen erlaubten Reise durch das Oberland 
von der Unterdrückung des Aufstandes überzeugt hatten, an die Preußen übergeben, die den 
Platz Ende November 1850 räumten. 
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
SCHLETTSTADT *
Schlettstadt, Kreisstadt im deutschen Bezirk Unterelsaß mit der Garnison (ein Bataillon 
Infanterie Nr. 112. Die Reformation fand hier zahlreiche Anhänger wurde aber gewalt-
sam unterdrückt. 1632 eroberten die Schweden S. und traten es 1634 an Frankreich ab. 
Ludwig XIV. ließ die Festungswerke 1673 schleifen, durch Vauban aber 1676 wieder-
herstellen. 1814 und 1815 belagerten es die Verbündeten vergeblich, dagegen gewan-
nen es 24. Okt. 1870 die Deutschen durch Kapitulation. Seitdem sind die Festungswer-
ke abgetragen worden. 
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
STOLLHOFEN UND STOLLHOFER LINIEN *
Stollhofen, Dorf im bad. Kreis Baden, unweit des Rheins, hat (1885) 1139 Einw., ehemals
Mittelpunkt der Stollhofer Linien, die, jetzt vollständig verschwunden, im spanischen Erbfol-
gekrieg vom Markgrafen Ludwig von Baden bis zu seinem Tod (1707) behauptet, nachher
von den Franzosen genommen wurden.
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