Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach

Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Trink- und Gebrauchsgläser im Mittelalter
 
Von Rüsselbechern, Kuttrolfen, Berkemeyers & Krautstrünken
 
Vom Mittelalter bis zur Neuzeit
..

Publikationen zu Glashütten in Baden-Württemberg

Quelle: http://www.s-line.de/homepages/kozlik/glas-bw.html

Blessing, Gerhard: Herzogenweiler im Schatten der Glasfabrik : 

Ein ergänzender Beitrag zur Dorfgeschichte. - [Villingen-Schwenningen] : 

[Stadtarchiv], 2001. - 12 S. - (Blätter zur Geschichte der Stadt Villingen-

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Greiner, Karl: Zur Familiengeschichte der Greiner : eine Studie .  

Sonthofen : Greiner
Band 1. Die Heimat und der Beruf. - 1989. - 206 S.
Band 2. Stammorte und Verbreitung in Württemberg. - 1991. - 380 S.
Anlagenband zum Band 2. Stammschemen und Stammtabellen. - 1991. - 312 S.

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Scholkmann, Barbara ; Kottmann, Alina: Die Glashütte im Schönbuch bei 

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Publikationen zu Glashütten in Deutschland & Europa

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Pawel P.  

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Die Glasschmelzgefäße der hochmittelalterlichen Waldglashütte Steimcke 

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In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 25/26 (1997/98)

Die Gebrauchskeramik der Waldglashütte Steimcke im Bramwald. Beiträge 

zu Typologie, Technologie, Keramikhandel, Funktion und Wandel in der 

1. Hälfte des 13. Jahrhunderts / Stephan, Hans-Georg  

In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 64 (1995)

Die Gläser der hochmittelalterlichen Waldglashütte Steimcke. Teil 2 - 

Chemische und formenkundliche Analysen der Gläser / Stephan, 

Hans-Georg; Wedepohl, Karl Hans; Hartmann, Gerald 

In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 20 (1992)

Die frühneuzeitliche Waldglashütte auf des Glasebachwiese bei 

Grünenplan, Landkreis Holzminden: Vorbericht uber die Grabung 

1989 / Lehmann, Thomas D. - In: Die Kunde NF 43 (1992)

Zur Technologie hochmittelalterlicher Glasherstellung am Beispiel 

der Funde von der Waldglashütte Steimcke im Niemetal (Bramwald) 

Stephan, Hans-Georg; Wedepohl, Karl Hans

In: Göttinger Jahrbuch 37 (1989)

Archäologische Ausgrabungen im Bereich einer hochmittelalterlichen 

Waldglashütte im Bramwald, Gemeinde Niemetal, Kreis Göttingen

Stephan, Hans-Georg 

In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 16/17 (1988/89)

Archäologische Ausgrabungen im Bereich einer mittelalterlichen 

Waldglashütte im Bramwald, Gemeinde Niemetal, Kr. Göttingen 

Stephan, Hans-Georg - In: Göttinger Jahrbuch 35 (1987)

 
 
Geschichte und Entwicklung des Glases
- Wurzeln des europäischen Glashüttenwesens -
Quelle: http://www.hanaglass.cz/html/nj3.htm
Glas des Altertums und aus dem frühen Mittelalter
Die Wurzeln des Glaswesens findet man in der Bronzezeit des 4. und 5. Jh. v. Chr.
In dieser Zeit entstand Glas als Nebenprodukt der keramischen Herstellung. Direkte
Vorgänger des Glases waren Glasglasuren, die keramischen Schmuck und Gefäs-
se schmückten. Das Primat in der Glaserzeugung gehört in den Mittelmeerraum 
und nicht nach Ägypten, dem man es lange Zeit zugeschrieben hatte. 
Die ersten Glaserzeugnisse waren Opakperlen in verschiedenen Farben. Die Perlen
findet man in Syrien schon im 5. Jh. v. Chr., die ersten Funde aus Ägypten stammen 
erst aus dem 4. Jh. v. Chr. Auch die ersten Fragmente der Hohlgefässe stammen aus 
Asien - und zwar aus Mesopotamien, gegen Ende des 16. Jh.s. v. Chr. Die Gefässe 
entsprechen der "Technik des Sandkernes" in der Grösse von ca. 10 cm. Am belieb-
testen war "das syrische Glas" und es wurde nicht nur im Römischen Reich sondern 
auch im Gebiet des Ägäischen Meeres, Italien, Frankreich und Rheinland produziert.
Im 2. Jh. drangen die syrischen Glasmacher weiter vor und es entstanden auch im heu-
tigen Spanien, Belgien, in den Niederlanden, in der Schweiz und in Großbritannien 
neue Glashütten. Dank dieser Entwicklung ist es heute schwer zu sagen, aus welchem 
Ort ein bestimmtes Glas stammt, weil die Glastradition sich in dieser Zeit auf beiden 
Seiten des Mittelmeers analog entwickelte. Später liess die Migration der Glasmacher
nach und die Glasproduktion an der westlichen Seite des Mittelmeers verändert sich 
und unterscheidet sich von der Produktion im Osten (4. Jh.). Die grössten Unterschiede
sind in den Formen zu sehen. 
Im Westen dominiert dann die rheinische Produktion, v.a. in Köln am Rhein entwickeln 
sich die schon bekannten Motive aus dem Osten: geschmolzene Schlangenfäden (oft 
mit Farbenkontrast) und andere Arten der Auflagen. Im 4. - 5. Jh. kann man auch in der
weströmischen und rheinischen Produktion einige Veränderungen sehen, die von dem 
Niedergang der römischen Kultur abhängen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die
römische Glastechnologie bis in das erste Jahrhundert unserer Zeit überlebte. Im 1. Jh. 
nach Chr. kommt es zu einer rasanten Abkehr von der antischen Technologie - Soda-
glas verschwindet, der Grund dafür war ein Mangel an importierten Rohstoffen und es 
erscheint das Kaliglas, bei dem bei der Herstellung Pottasche aus Waldbeständen ver-
wendet wird. Diese technologische Veränderung kennzeichnet den grundsätzlichen 
Unterschied des Glases aus den Hinteralpen von dem Glas aus dem Mittelmeerraum. 
Im Norden entwickelt sich aus dem Altfränkischen Glas das sog. Waldglas-Kaliglas der
grünlichen Farbe, während die italienische Produktion treu dem Sodaglas blieb.
Glas des Hoch - und Spätmittelalters
Das Hohlglas aus der Zeit der karolingischen und der früheren ottonischen Herrschaft 
findet man in den archäologischen Funden fast gar nicht. Eine Ausnahme ist das sog.
Vikinger Glas aus Skandinavien, England und aus den Niederlanden. Schriftlichen 
Quellen nach bleiben Zentren der Glasproduktion also Glashütten in Nordgallien, im 
Rheinland und von hier aus wird das Glas nach England, Holland, Norddeutschland 
und Skandinavien exportiert. Auch das Waldgebiet an der französisch-belgischen
Grenze gehörte zu den Orten, wo die mittelalterliche Glasproduktion direkt mit der 
antischen Tradition verbunden war. Vom 9. bis zum 12. Jh. wurde die europäische 
Glasherstellung direkt an Kloster gebunden, hier wurden die technologischen Kennt-
nisse des Mittelalters bewahrt. 
Zur fortschreitenden Entwicklung des europäischen Glaswesens kommt es am Ende 
des 12. Jh.s. und vor allem im 13. Jh. Die Wurzeln dieser Umwandlung muss man 
schon im 11. Jh. suchen , als es dank den Kreuzfahrten zur Wiederaufnahme der kul-
turellen und geschäftlichen Verbindungen kommt. Einflüsse aus dem Orient findet 
man bei den Gefässen aus dem 11. und 12. Jh., die charakteristische kugelförmige
und dünne hohe Flaschenhälse haben. Solche Flaschen hat man bei den Ausgrab-
ungen in Italien und Südfrankreich gefunden. 
Im 12. und 13. Jh. entstehen in West-  und Mitteleuropa nicht nur Klosterhütten, son-
dern auch sog. Waldhütten. Die Waldhütten sind in den stark bewaldeten Gebieten 
gegründet, die Glasmacher fanden hier genug Holz für die Glasproduktion und so 
werden unbewohnte Gebirgsgebiete besiedelt. Geografische Bedingungen für die 
Waldhütten findet man vor allem in Lothringen, Hessen, Thüringen und im Böhmer 
Wald. Die Waldhütten produzierten in erster Linie das sog. Waldglas - grünliches 
Glas mit Luftbläschen und leichten Verunreinigungen in der Glasmasse. Die Ver-
unreinigungen in der Glasmasse entstehen durch geringe Reinigung der Rohstoffe.
Das 13. und 14. Jh. bedeutet eine Blütezeit für die Entwicklung der verschiedenen 
Formen von Trinkgefässen. Es werden nicht nur verschiedene Varianten von Kuttrolf
geblasen, sondern auch Pokale und Becher mit verschiedenen Dekoren. Am be-
kanntesten ist der sog. Krautstrunk. Es handelt sich um Glas mit grossen gegenein-
ander versetzten Nuppen. Der Krautstrunk wurde nach seinem Äusseren benannt, 
er erinnert an einen entblätterten Kohlstrunk. Für das 16. Jh. und später sind die sog.
Römer typisch. Die Bezeichnung Römer umfasst eine grössere Vielfalt von Formen. 
Es handelt sich immer um ein hellgrünes Glas mit gesponnenem Fuss und am Schaft 
gibt es versetzte Reihen mit Beerennuppen. Diese beiden Gefässe (Krautstrunk und 
Römer) werden ausschliesslich in der grünlichen Farbe produziert. Es hängt zweifel-
los mit der alten Behauptung zusammen, dass das grünliche Waldglas am besten 
beim Servieren von weissen Rheinwein geeignet ist.
Glas des 16.- 18. Jhs.
Nördlich der Alpen verbreitet sich seit dem 16. Jh. schnell das sog. Waldglas. In West- 
und Mitteleuropa war es vor allem das Handwerk der Landbevölkerung und sie er-
zeugten die traditionellen Formen mit der traditionellen Technologie. Die Waldglas-
hütten erzeugten das Glas in grünlicher Farbe mit vielen Luftbläschen. Diese Luft-
bläschen entstehen durch die Verunreinigungen der Pottasche und des Sandes. 
Seit der zweiten Hälfte des 16. Jhs. wird die Glasproduktion durch neu geborenen Stil
der Renaissance beeinflusst. Im Vergleich zum venezianischen Glas, wo die Produktion
teuer war, ist das Waldglas erschwinglich für die Mehrheit der Verbraucher - vor allem für 
die mittlere Bürgerschaft. Die Formen des mitteleuropäischen Waldglases waren nicht 
nur in Deutschland und Böhmen sehr beliebt, sondern auch in Holland, Frankreich und
in Skandinavien. Die Blütezeit des Walglases dauert bis zum Ende des 18. Jhs. 
Im 16. Jh. gehören zu den häufigsten Formen der Krautstrunk in Form eines Fäßchens, 
der Römer und walzenförmige hohe Pokale das sog. Stangenglas. Diese hohen Pokale, 
die mit verschiedenen Spiralen (sog. Bandwurmglas) oder mit horizontalen Fäden (Pass-
glas) geschmückt wurden, gehörten zu den beliebtesten gesellschaftlichen Spielen. Das
Glas machte die Runde um den Tisch und jeden wurde dank der Spirale und der Fäden 
ein bestimmter Inhalt zum Trinken bestimmt. Römer sind Gläser mit gesponnenem Fuss. 
Sein Name stammt wahrscheinlich von dem Verb "roemen" - feiern. Dieses Glas diente 
ursprünglich als Glas für feierliche Trinksprüche. Nach dem Jahre 1630 werden die Römer
mit Nuppen in der Form von Himbeeren verziert. Die Himbeeren entstanden durch ein 
Prägeeisen. Die Römer sind sehr oft auf Gemälden der holländischen Meister aus dem 
16. und 17. Jh. zu sehen. Zu den kuriosesten Formen des deutschen Glases des 17. Jhs. 
gehört das sog. Daumenglas. Es handelt sich um ein Glas mit einigen Vertiefungen in die
man die Finger reinstecken kann und der Trinker muss sich nicht fürchten, dass ihm das
Glas ausrutscht.
Glasproduktion
Glas stellt man aus Sand her, wobei das Glas durch Sandschmelzen mit Hilfe alkalischer 
Schmelzmittel entsteht. Chemisch ist das Glas eigentlich ein Silikat. Seine Hauptbe-
standteile sind Kieseloxid und Natrium - und Kalioxid. Ein weiterer wichtiger Bestandteil
ist auch Kalkoxid, der die o.g. Oxide stabilisiert. Die Eigenschaften des Glases verändern
sich entsprechend seiner chemischen Zusammensetzung. Das Sodaglas ist weich und 
formbar, es erstarrt ziemlich langsam und deshalb kann man das Glas entsprechend lang 
und in komplizierten Formen bilden. Bei dem antischen Glas handelte es sich immer um 
dieses Sodaglas. Auch das sog. venezianische Glas war Sodaglas. Im Norden von den 
Alpen wurde dieses als Schmelzmittel benutzt und zwar seit dem 11. Jh. 
Das Kaliglas ist hart. Am Anfang wurde es nur für die Produktion des Waldglases benutzt,
aber nach dem die Technologie der Reinigung und Entfärbung erfunden wurde, hat man 
es auch für das Kristallglas verwendet. Die Naturfarbe des Glases ist dank den verschiede-
nen Beimischungen (vor allem Eisenverbindungen) grünlich oder bräunlich. Erst durch 
Reinigung und Entfärbung gewinnt man klares Glas. Oxide der Metalle geben dem Glas 
verschiedene Farbtöne: Eisen je nach Wertigkeit (Valenz) färbt das Glas grün, blau und 
gelb, Kuprum grün, blau und rot, Cobalt blau, Gold rubinrot, Nickel und Mangan violett, Chrom
und Uran grün, Kadmium und Schwefel gelb. 
Die Glasbläserpfeife wurde schon in den Jahrhunderten vor der Geburt Jesus Christus 
erfunden und blieb bis heute das grundlegende Handwerkzeug zur Glasherstellung. 
Wahrscheinlich können wir uns dafür bei den Phöniziern bedanken, dank ihnen wurde 
die Glasproduktion schneller, leichter und billiger. Der Glasmacher schöpft die flüssige 
Glasmasse auf die hohle Glasbläserpfeife und durch abwechselndes Blasen und Wal-
zen auf einer Marmorplatte entstand ein Kolben. Der Kolben wurde dann immer ange-
wärmt, damit es geschmeidig bleibt. Auf den Kolben wurde weitere Glasmasse ge-
schöpft und mit Hilfe verschiedener Werkzeuge geformt. Der Kolben kann man mit 
farbigen Glas beschichten, in eine kleine Fensterscheibe aufziehen oder in eine zwei-
teilige Holzform blasen. Ein sog. optisches Dekor entsteht, wenn man den Kolben in 
eine Rippenform oder in eine andere reliefgeschmückte Form bläst. Bei dem Glas-
ofen wird das Glas mit geschmolzenen Fäden, gespaltenen Blättern, Flügeln, Nägeln
usw. geschmückt.
Glashütten
Am Anfang wurde das Glas in geöffneten Grubenhütten geschmolzen, aber bald wurde 
die Technologie vervollkommnet und schon in der Zeit römischen Reiches sind sehr 
ausgezeichnete Glashütten bekannt. In den ältesten Zeiten wurde das Glas geformt 
durch Aufrollen auf Lehmkern, Schmelzen von Stückchen der Farbstäbchen (Mosaik-
glas), Ausschleifen aus einem Glasstück und Schmelzen des Glassplittes in eine zwei-
teilige Form oder durch sog. verlorenes Wachs. Erst im 1. Jh. v. Chr. wurde das Glas-
bläserpfeife erfunden. Die ersten Nachrichten über das Glashandwerk in Böhmen stam-
men aus der ersten Hälfte des 13. Jhs. Die Existenz der ältesten Glashütten auf unserem
Gebiet beweisen teils die schriftlichen Urkunden und teils Oberflächenvorsprünge im 
Terrain. 
Dank den Oberflächenvorsprüngen gewann man viele Nachweise über Einrichtung und
Organisierung der Hütten, über ihre Lage in der Landschaft, über die Art des Blasens 
und der Glasbearbeitung. Die Glashütten brauchten für ihre Produktion eine ausreichen-
de Menge von Rohstoffen. Sie entstanden deshalb sehr oft in unbewohnten Bergebieten, 
wo es genug Holz gab. Jede Hütte wurde zumeist aus drei Glasöfen verschiedener Grös-
se gebildet. Der grösste Ofen war der Schmelzofen und die zwei kleineren waren wahr-
scheinlich Hilfsöfen. Ihre genaue Funktion ist nicht bekannt, aber vielleicht waren sie für 
das Temperieren von Pfannen, für das Abkühlen der Erzeugnisse oder zum Trocknen 
des Glassteines verwendet. Die ältesten Glasöfen waren einfache Objekte mit einem 
kreisförmigen Grundriss, die aus Stein und Lehm gebaut wurden. Ihr oberer Teil war 
gewölbt und er entstand durch Stampfen von Lehm, der von guter Qualität und feuerfest 
war. 
Im 13. Jh. hatten die Hütten einfache Holzvordächer. Bei den Funden gibt es auch Bruch-
stücke der technischen Keramik - Bruchstücke von Pfannen, Schüsseln zum Glasschmel-
zen, kleine Pfannen zum Schmelzen von kleineren Mengen farbigen Glases, das zur De-
koration verwendet wurde. Das Werkzeug der alten Glasmacher im 13. Jh. ist unbekannt, 
es wurden nur Fragmente von Glasbläserpfeifen gefunden. 
Im 14. Jh. ändert sich der Grundriss der Öfen, er wird hufeisenförmig, später rechteckig. 
Die Glasmacher vervollkommneten immer die Öfen, sie wollten beste Temperaturbe-
dingungen erzielen, es beeinflusst die Dauer der Schmelze und Höhe der Temperaturen 
und damit auch die Qualität des Glases. Auch trotz diesen Änderungen bleibt der techno-
logische Prozess des Glasblasens in seinem Grundprinzip immer der gleiche, er verläuft 
nur auf höherem technologischen Niveau.
Interessantes
Von den mittelalterlichen Gemälden geht hervor, dass am Tisch sehr oft von den Flaschen 
getrunken wurde. Sehr populär war Kuttrolf, es handelt sich um eine Flasche, bei der der 
Hals aus mehreren (meistens zwei oder drei) Röhrchen gebildet ist. Die Flasche findet man 
vor allem in Deutschland. Sie ging aus den syrischen Mustern hervor..
In der Antike wurden diese Fläschchen als Flakons für Parfum verwendet und in Südeuropa 
blieb diese Funktion bis zum Mittelalter und zur Renaissance. 
Zum ersten mal wird Kuttrolf in Deutschland im 12. Jh. (Jahre 1220) erwähnt und zwar im Epos
von Willehalm als "gutteral" für Wein. Im 14. Jh. sind diese Gefässe auch in Frankreich bekannt, 
im 16. und 17. Jh. wurden sie in Venedig produziert. Nirgendwo erfreuten sie sich einer solchen 
Beliebtheit wie in Deutschland, wo eine Massenproduktion von Kuttrolfs im Spessart um 1409 
nachgewiesen wurde. Im 17. und 18. Jh. wurde sie laufend in Mitteleuropa verwendet sie dienten
als Flaschen für Wein und Schnaps. Man findet Kuttrolf sogar noch im 18. und 19. Jh. im Volksglas
Quelle: http://www.hanaglass.cz/html/nj3.htm

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