Einmalige Sonderausstellung über die Fortifikation im Barock
Der Türkenlouis 
und seine Schanzen
Barocke Verteidigungstechnik im Südschwarzwald
Sonderausstellung im 300. Todesjahr des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden
 im Städtischen Museum Schopfheim vom 22.07. – 18.11.2007

Wegen des großen Erfolges verlängert 

bis 18.11.2007

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Sternschanze Neuenweg, Luftbild © Erich Meyer
300 Exponate, 250 Illustrationen, 2000 Zinnfiguren, 20 Dioramen und Profil-Modelle

Einhelliges Urteil der Experten:

"Fantastisch, einzigartig 

und höchst sehenswert!"

Hier eine erste Bewertung von Fachbesuchern:

" ... und diese Ausstellung zu einer fantastischen, einzigartigen und höchst sehens-

werten machen. So jedenfalls fasst gestern ein schwer beeindruckter Dr. Bertram Jenisch 

vom Landesdenkmalamt seine Eindrücke zusammen … und seiner ebenfalls faszinierten 

Lörracher Kollegin Dr. Jutta Klug-Treppe sprach von einer riesigen Leistung ...“

Quelle: Badische Zeitung vom 21.07.2007

Die Ausstellung beleuchtet Taktik und Strategie des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden, 
dem legendären Türkenlouis und seiner rein defensiven Verteidigungslinien im Schwarzwald
Dazu gehören auch die barocken Schanzen (Erdwerke) in ihren Formenvielfalt sowie eine 
Vielzahl von Defensivsystemen, die bereits erfolgreich bei den Römern zum Einsatz kamen 
und bis zum heutigen Tag ihre Bedeutung nicht verloren haben. Weiterhin zeigt sie die his-
torische Entwicklung des Schanzwesens, das von den Schwarzwälder Schanzbauern über
die Mineure, Sappeure und Ingenieur-Corps bis hin zu den modernen Spezialeinheiten der 
Pioniere führte. 
Das Leben im Barock – damit verbinden sich sehr gängige Vorstellungen von prachtvollen 
Kostümen, klangvoller Musik, atemberaubender Malerei und traumhaften Schlössern. Ein 
Leben voller Prunk, goldenem Glanz und absolutem Luxus.
Wie so oft  entpuppt sich diese Einschätzung erst bei genauerem Hinsehen als gängiges 
Klischee und zeigt neben seiner scheinbar alles überstrahlenden Vorderseite auch die 
düstere Kehrseite dieser Medaille: Der Barock als Epoche europaweiter und regional hef-
tig geführter Kriege und einer Zeit, in der für das einfache Volk über Jahrzehnte der Frie-
de nur eine vage Hoffnung und der Krieg allgegenwärtig war.
Die Sonderausstellung bedient daher nicht der gängigen Klischees des Barock, sondern widmet 
sich erstmals auch dem Leben und Schaffen jener Menschen, die als zwangsverpflichtete Bauern 
ein Leben zwischen Hof und Wall, Pflug und Schanze fristeten und an deren Tischen der Hunger
ein alltäglicher Gast war. 
Auch die Schwarzwälder Schanzbauern – ausgerüstet nur mit einfachen Holzspaten und hölzer-
nen Schubkarren – mussten immer gerade dann die massiven „Erdwerke“  (Schanzen) errichten, 
wenn sie ihre Felder bestellen oder die Feldfrüchte ernten sollten. Denn damals diktierte die Na-
tur den Feldherrn das Zeitfenster für ihre Feldzüge: Um die unzähligen Pferde, die für den Trans-
port der Truppen und der „Fourage“ notwendig waren, zu ernähren, musste bereits Gras wachsen
– aber entsprechend der Vegetationszyklen war dies auch die wichtigste Zeit der Bauern für die
Feldbestellung. 
So war nicht nur der Krieg selbst eine unmittelbare Bedrohung von Haus und Hof, sondern bereits 
die Vorbereitung und der Bau solcher Verteidigungslinien eine existentielle Gefährdung der bäuer-
lichen Ernährungsbasis. 
Da bekanntlich der Krieg seinen Mann ernähren musste, bedeuteten aber auch Zwangseinquar-
tierungen, Truppendurchzüge oder Überfälle durch marodierende Soldaten eine stets lebensge-
fährliche Bedrohung des bäuerlichen Alltags.
Ausgehend von den Schanzbauern des Dreißigjährigen Krieges beleuchtet diese Sonderaustel-
lung – neben den in die Geschichtsschreibung der Nationen eingegangenen „Großen Kriege“, 
ihrer Entscheidungsschlachten und ihrer Helden - erstmals auch die Lebenssituation der bäuer-
lichen Bevölkerung im Barock und beschäftigt sich intensiv mit den defensiven Verteidigungs-
systemen, die im sog. „Kleinen Krieg“ eingesetzt wurden. Der Soldat, als des Bauern ärgster 
Feind – so die Erfahrung jener Zeit. Aber auch: Der Mensch ist des Menschen ärgster Wolf.
Und: Jeder Krieg hat nur einen Gewinner – den Tod! 

So wurden aus alltäglich vertrauten Werkzeugen fürchterliche Waffen und die Schwarzwälder 

Bauern setzten sich mit einfachsten, aber wirkungsvollen Verteidigungsmaßnahmen zur Wehr: 

Sie kannten ihr Land wie die eigene Hosentasche und wussten genau, wo sie die von allen 

Soldaten gefürchteten Steinlawinen, Wolfsgruben, Krähenfüße, Baumfallen und Letzen, Hage, 

Gatter und Haue platzieren mussten, um den Vormarsch feindlicher Truppen aufzuhalten und 

zu vereiteln. 

Große Dioramen, Originalfunde, numismatische Highlights, historische Schanzwerkzeuge, 
Waffen sowie maßstabgetreue Schanzenmodelle zeichnen in dieser Ausstellung ein bislang
unbekanntes Gesicht des Barocks. Originale Kupferstiche von Merian, Seutter und Bodenehr 

zeigen die Fortifikationsanlagen jener Zeit. 

Regionaler Schwerpunkt sind die - in dieser Form - einzigartigen Schanzanlagen im südlichen
Schwarzwald, die erst in den letzten fünf Jahren intensiv untersucht, dokumentiert und auch 
in ihrer strategischen Bedeutung neu bewertet wurden.

Umfangreiche Begleitmaterialien in Form eines besonderen Ausstellungskatalogs 

(leider bereits ausverkauft) sollen dem interessierten Besucher einen umfassenden 

Einblick in diese Epoche und das Leben der Menschen in jener Zeit ermöglichen 

(noch als CD-ROM erhältlich). 

Rahmenprogramm

Die AG MINIFOSSI bietet für den Zeitraum der Ausstellung speziell geführte Exkursionen (ab 

dem 22.08.2007) zu den originalen Schanzen an sowie Vorträge über die Fortifikationselemente 

dieser sog. Barockschanzen und das Leben der Schwarzwälder Schanzbauern. Ebenso möglich

ist der Besuch der Gersbacher Baustelle „Barockschanze“ mit detaillierten Erläuterungen (Ter-

mine und Preise auf Anfrage). Hier entsteht - landes- und bundesweit erstmalig - eine origi-

nalgetreue Rekonstruktion einer Barockschanze (Durchmesser 60 Meter, 7 Meter Wallhöhe aus 

dem Graben, mit zwei integrierten Blockhäusern.

Kontakt
AG Minifossi, Friedrich-Ebert-Schule, Roggenbachstr. 11, D - 79650 Schopfheim 
Tel. 07622 – 7091 oder minifossi@mail.pcom.de 
Öffnungszeiten
Mittwoch 14.00 - 17.00 Uhr 
Samstag 14.00 - 17.00 Uhr 
Sonntag 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr 
Für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung auch außerhalb der 
Öffnungszeiten, aber auch für Einzelpersonen (siehe Einzelführung).
Eintrittspreise
Eintrittspreise pro Person 2 Euro
Gruppenpreis pro Person 1,50 Euro
Sonderführungen durch den Projektleiter nach Vereinbarung

Ausstellungskatalog (150 Seiten) 20 Euro (auch als CD-ROM) mit umfangreichen 

historischen Begleitmaterialien und spezielle Sonderdrucke. Da es sich um eine

limitierte Auflage von nur 75 Exemplaren handelt, sollten Sie sich bei Interesse auf

jeden Fall ein Exemplar reservieren lassen. Es erfolgt kein Nachdruck. 

Es besteht die einmalige Gelegenheit, Ausstellungsexponate auch käuflich zu 

erwerben - ebenso wie historische Zinnfiguren, antike Kupferstiche und antiquarische 

Bücher zum Thema - aus deren Erlös wir unsere laufenden und weiteren Projekte 

finanzieren.

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