Sonderseite Im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München Von Reusen, Waagen und Krebsfallen
Was Bach- und Flußkrebse mit Landsknechten zu tun haben ... ..
Foto © Werner Störk 2002
Mitten in der Münchner Innenstadt und unmittelbarer Nähe vom
Liebfrauendom und dem Marienplatz liegt das sehr renommierte
und wirklich sehenswerte Deutsche Jagd- und Fischerei-Museum.
Untergebracht ist es in der der ehemaligen Augustinerkirche,
einem der historisch bedeutsamsten Gebäude Münchens...
Foto © Werner Störk 2002 .
Foto © Werner Störk 2002 .
Foto © Werner Störk 2002 .
Foto © Werner Störk 2002 .
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Neben der Weltbekannten Trophäensammlung des Grafen Arco
beherbergt das beliebte Museum eine Vielzahl von besonderen
Exponaten, die einen beeindruckenden Einblick in die Geschichte
der Jagd und der Fischerei geben. Die Abteilung Fische und das
Fischereiwesen war Ziel unseres Besuches: Hier wollten wir uns
genau über den Bach- und Flusskrebs informieren und gezielt
über seine Lebensbedingungen, Lebensgewohnheiten und auch
Fangmöglichkeiten informieren...
Foto © Werner Störk 2002 .
Foto © Werner Störk 2002 .
Und für die Biologen unter unseren Besuchern, hier eine paar
zusätzliche Informationen über den Stein- und Flußkrebs:
Austropotamobius torrentium
Stein- oder Bachkrebs
Quelle (sehr empfehlenswert): Heiko Bellmann Foto©, Spinnen, Krebse, Tausendfüßer,
Steinbachs Naturführer, Herausgeber Gunter Steinbach, Mosaik Verlag, München
Merkmale: Sehr ähnlich dem Edelkrebs, aber deutlich kleiner.
Körperlänge bis 8 cm, in seltenen Fällen bis 12 cm. Färbung
grau oder gelblich Scheren auf der Unterseite weißlich.Lebensraum: Saubere, kiesige oder steinige Bäche;
unter Steinen.Verbreitung: Im südlichen und mittleren Deutschland, nach
Norden bis zur Mainlinie, z. T noch etwas weiter nördlich.
Gebietsweise nicht selten, aber überall durch Gewässer-
verschmutzung zurückgehend.Lebensweise: Schwimmt (wie alle Flußkrebse) stoßweise
rückwärts durch ruckartige Schläge des Schwarzfächers
und Einklappen des Hinterkörpers.Text© und Fotos©: Quelle:Heiko Bellmann: Spinnen,
Krebse, Tausendfüßer, Steinbachs Naturführer, Herausgeber Gunter Steinbach,
Mosaik Verlag, München
Astacusastacus
Flußkrebs oder Edelkrebs
Quelle: Heiko Bellmann Foto©, Spinnen, Krebse, Tausendfüßer,
Steinbachs Naturführer, Herausgeber Gunter Steinbach,
Mosaik Verlag, München
Merkmale: Größter mitteleuropäischer Vertreter der Zehnfüßigen
Krebse im Süßwasser. Männchen bis 18, gelegentlich 25 cm lang.
Weibchen meist unter 15 cm. Vorderkörper mit einheitlicher
Rückenplatte (Carapax) bedeckt. Komplexaugen gestielt,
2. Antenne fast körperlang. 5 Paar Schreitbeine, von denen
das 1. besonders beim Männchen sehr kräftige Scheren trägt.
Auch das 2. und 3. Beinpaar mit kleinen Scheren. Hinterkörper
mit 5 (beim Weibchen nur 4) Paar gespaltener Pleopoden und
1 Paar Uropoden. Diese ebenfalls gespaltenen, flachen
Uropoden bilden zusammen mit einem endständigen
Hinterleibsanhang, dem Telson, einen 5-blättrigen Schwanz-
fächer. Färbung rotbraun, grau oder gelblich, Scheren auf
der Unterseite rot.Lebensraum: Saubere Fließgewässer und größere Seen; vor allem
in Uferhöhlen und unter Steinen.Verbreitung: Früher in Mitteleuropa weit verbreitet und vielerorts
häufig. Heute durch Gewässerverschmutzung fast überall sehr
selten geworden.Nahrung: Wasserpflanzen, Schnecken und andere Wassertiere,
auch Aas.Fortpflanzung: Die Paarung erfolgt im Oktober und November.
Dabei klebt das Männchen dem Weibchen mit seinen vorderen
Pleopoden mehrere schlauchförmige Spermatophoren außen an
die Geschlechtsöffnung. Etwa 2 - 3 Wochen später legt nun das
Weibchen Eier ab. Dabei dreht es sich auf den Rücken und klappt
den Hinterleib bauchwärts, so daß ein fast geschlossener Hohlraum
entsteht. In diesen hinein preßt es einen zähen Schleim und auch
zahlreiche Eier, während sich die Spermarophore auflöst und die
Eier befruchtet. Der Schleim erhärtet im Wasser und befestigt die
Eier in dichten Trauben an den Pleopoden. Ein halbes Jahr später
schlüpfen aus den meist einigen hundert Eiern nur etwa zwanzig
weitgehend fertig entwickelte Krebslarven (noch ohne Schwanz-
fächer), die sich nach einigen Wochen zu fertigen, kleinen Krebsen
häuten,Allgemeines: In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Krebs-
bestände durch die Krebspest, eine Pilzinfektion, über weite Strecken
ausgelöscht.Text© und Fotos©: Quelle: Heiko Bellmann: Spinnen,
Krebse, Tausendfüßer, Steinbachs Naturführer,
Herausgeber Gunter Steinbach, Mosaik Verlag, München
Eine Vielzahl von anschaulich exponierten Objekten zeigt die heutige
wie aber auch die historische Lebensweise von Krebsen. So suchen
und finden wir Vergleichsdaten. Damit können wir prüfen, ob diese
Lebensraumbedingungen im Gewann "Krebsfalle" für Bachkrebse
stimmig sind oder nicht. Wobei wir auch die heutigen wie auch die
historischen (soweit wie überhaupt möglich) Konditionen in Bezug
auf Hydrologie, Hangrelief, Untergrund (Geologie/Petrographie), etc.
in unsere Überlegungen mit einbeziehen...
Foto © Werner Störk 2002 .
Foto © Werner Störk 2002 .
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Der Bach- und Flußkrebs wird mit Reusen, einer "Krebsfalle"
oder mit einer "Krebs-Waage", gefangen. Dazu gibt es nun
zusätzliche Informationen:
Art. 8. 1. Unter Reuse versteht man jede Fisch- oder Krebsfalle
aus einem Maschennetz aus natürlichen oder synthetischen
Fasern oder Metalldraht, das starr auf ein Gerüst gespannt ist.
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2. Die Krebswaage ist eine auf dem Grund gesetzte Falle,
die mit einer Schnur mit der Oberfläche verbunden ist. Sie
besteht aus einem oder mehreren aufeinander liegenden
Ringen, die mit Maschendraht oder mit einem Netz miteinander
verbunden sind. Der untere Ring wird mit Maschendraht oder
mit einem Netz verschlossen.
3. Die Köderflasche besteht aus einer durchsichtigen Flasche,
deren Boden durchbohrt ist.
Quelle: Ausführungsreglement vom 26. Oktober 2000 zum
Konkordat vom 14. Dezember 1979 über die Fischerei im
Murtensee. Die Interkantonale Kommission für die Fischerei
im Murtensee, gestützt auf das Bundesgesetz vom 21. Juni
1991 über die Fischerei; gestützt auf Artikel 50 des Konkordats
vom 14. Dezember 1979 über die Fischerei im Murtensee;
Und was haben die Krebsfallen oder Krebswaagen mit unserem
Schanzenprojekt in Gersbach zu tun?
Der Begriff Krebsfalle - in Zusammenhang mit Sperrwällen und
Wallschutzanlagen - gewinnt als Gewann- oder Gewässername
neben der naheliegenden biologischen, auf die Fischerei und den
Krebsfang bezogene Bedeutung, aber auch einen anderen Sinn:
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Denn die Panzerung der Landsknechte im 15. und 16. Jahrhundert
umfasste auch das "Knechtsbruststück", das man auch „Krebs“
genannt.
"Vom 14. Jahrhundert ab gelang es, größere Metallplatten
zu erzeugen und auch zu treiben. So bildete sich nach und
nach die Plattenrüstung heraus. Zuerst bedeckte man den
herkömmlichen Kettenpanzer an besonders gefährdeten
Stellen mit Einzelplatten. Da eine einzelne, größere Platte
aber sehr steif ist, musste an den Stellen des Körpers, an
denen man sich bewegte, ein „Geschiebe“ (Geschübe)
verwendet werden, also Blechstreifen, die überlappt gelegt
mit Nieten an Lederstreifen befestigt waren. Solche
Harnischteile bezeichnete man auch als „Krebs“ und nach
der Richtung des Übergreifens als auf- oder abwärts
geschoben."
Quelle:
Kurzmann, Gerhard (1985): Kaiser Maximilian I. und das
Kriegswesen der österreichischen Länder und des Reiches,
Militärgeschichtliche Dissertationen österreichischer Universitäten,
Band 5, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
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Reiter und Pferd in voller Rüstungsmontur
Stadtmuseum Köln
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Kompletter Brust-Harnisch
Stadtmuseum Köln
Alle Fotos ©ws-minifossi-2004
Rüstungen im Stadtmuseum Köln
Weitere Abbildungen von Rüstungen aus der
Kaiserlichen Hofjagd- und Rüstkammer
der Neuen Burg in Wien
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Nochmals zurück zu den "Krebsen": Eine andere Quelle berichtet:
„Die Kriege veranlassten Maximilian I., verstärkt Massenware,
„Krebse“ und „Rücken“ für das Zeughaus herstellen zu lassen."
Quelle:
Ortenburg, Georg (1984): Waffen der Landsknechte 1500 - 1650,
Bernhard & Graefe Verlag, Bonn.
In unserem Untersuchungsbereich tauchen - jeweils in unmittelbarer
Nähe von Schanzen - Flurnamen wie "Krebsfalle" oder "Schwarze
Waag" auf.
Fotos © Werner Störk 2002
Die Schanze südlich von Todtmoos -Au
an der "Schwarzen Waag".
Fotos © Werner Störk 2002
Der große Sperrwall hoch zur "Krebsfalle".
Wer die defensiven Wehranlagen zwischen Hasel und Mettlen gesehen
hat, kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Erbauer dieser
Wall-Gräben bewußte "Sackgassen" in das Gesamtsystem einplanten,
welche man mit einfachsten Mittel, z. B. durch gefällte Bäume, berg- und
talwärts abriegeln konnte, um so den eingeschlossenen und formations-
losen Feind - ohne selbst große Verluste in einem offenen Schlagabtausch
riskieren zu müssen - von oben und von der Seite her angreifen zu können.
Baum- und Steinlawinen waren "beliebte Überraschungselemente" ...
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Der Besuch im Deutschen Jagd- und Fischerei-Museum
in München war für uns ein echter Gewinn - und ist wirklich
einen Besuch wert...
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Kontaktadresse: Deutsches Jagd- und Fischereimuseum München
Neuhauser Strasse 2
80331 München
Telefon 089 - 22 05 22
Fax 089 - 2 90 40 37..
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