Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach

Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Letzte Zeugnisse der Gersbacher Glashütten
 
  Bilderbogen Wälderglas
© WS-2001
 

Glas: Geheimnis und Faszination über Jahrhunderte


 
 
Foto © Werner Störk 2000
 
 
Neben den Bauern, den Bergleuten und den Köhlern waren die Glaser ein wichtiger Pfeiler der Gersbacher Berufs- und 
Bevölkerungsstruktur - später oft verwoben eng in die verwandtschaftliche Beziehungen zu umliegenden Dörfern und
eingebunden in die vielfältigen sozialen Prozesse des menschlichen Miteinanders. Daneben geben Flur-, Gewann- 
und Gewässernamen wichtige Hinweise auf die Arbeit der historischen Glaser.
 
 
 
Foto © Werner Störk 2000
 
Die Glaser prägten wesentlich die Geschichte des Waldes mit, aber auch die kulturelle Vielfalt unserer Region.
Nach einem  jahrhundertelangem "Schweigen" beginnen nun die neuen Funde  den "Schleier des Vergessens"
zu heben und ermöglichen erste Einblicke in den historischen Produktions-Alltag der alten  Gersbacher
Glasbläser.
 
 
 
Foto © Werner Störk 2000
 
Überwiegend wurde in Gersbach – wie oft im gesamten Schwarzwald – das  sogenannte grüne „Wälderglas“
 (siehe Foto oben) hergestellt. Um einen solchen kostbaren Glaskelch (siehe Foto) aus Murano bei Venedig
(Italien) aus blauem Kobaltglas zu produzieren, brauchte es sehr viel Wissen  um die Mineralstoffe und ein
 hohes handwerkliches Können. Viele Jahrhunderte galt das Glas von Murano als das Schönste in der
ganzen Welt. Nicht zuletzt  deshalb wurde Venedig – neben dem Orienthandel mit Gewürzen –
so eine  reiche und so bedeutende Handelsstadt.
 
 

Direktlink Murano
 
 
In unserem Raum waren es vor allem die Äbte vom reichen Kloster St. Blasien,  welche die Glaskunst förderten
und die Glaser mit besonderen Rechten in den  damals noch schwach besiedelten Schwarzwald lockten. Glas
war damals  etwas ganz Besonderes, Luxus eben ...
 
Die Geschichte der Glashütten von Gersbach hat vermutlich wohl zwei große Schaffensperioden zu verzeichnen:
Die bereits  bekannte im 17. Jahrhundert sowie eine wesentlich ältere, die vielleicht sogar bis ins
13. Jahrhundert reicht.
 
 
 
Foto © Werner Störk 2000
 
Noch liegen die abschließende Forschungsarbeiten nicht vor -  dennoch sehen Fachleute die Verbindung mit dem Scherwuhr
und die Nachbarschaft zu den Wuhranlagen des nahen  Hotzenwaldes sehr wohl auch im Zusammenhang mit dem  Beginn
der Glashüttentätigkeit im Gersbacher Raum. Die komplexe und sehr komplizierte Territorialgeschichte, die sich hier auf
 kleinstem Raum nachweisen läßt, ist sicherlich ein  Schlüssel zu jenem "geschichtlichen Zimmer", das noch nicht
aufgeschlossen wurde.
 
 
 
Foto © Werner Störk 2000
 
 
Damit der "Schleier des Vergessens" sich auch wirklich bewußt anheben lassen kann, sollte das Aufsammeln von Glasschmelze
oder Keramikbruchstücken grundsätzlich unterbleiben: Nicht nur wegen des im kommerziellen Sinn geringen materiellen Wertes 
der Fundstücke. Vielmehr verlieren gerade die Funde, die ohne  zeichnerische oder fotografische Fixierung aus dem unmittel-
baren Fundraum entnommen werden, auch mehrheitlich ihre notwendige wissenschaftliche Aussagekraft. So sind alle hier ab-
gebildeten  Funde (siehe Fotos unten) zeichnerisch und fotografisch an ihren Fundorten dokumentiert sowie eingemessen wor-
den. Denn nur im Zusammenhang mit der Lage anderer Stücke, der  speziellen Anordnung oder Streuung kann der Fachmann
die wichtige Erkenntnisse und Rückschlüsse gewinnen, die uns  Nachkommen dann staunen lassen. Gerade deshalb hat das
Landesdenkmalamt nun ein Unterschutzstellungsverfahren als  Grabungsgebiet eingeleitet, um zumindest noch die wenigen 
Reste der ehemals fundreichen Stellen zu sichern.

Fotos  © Werner Störk 2001


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