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Foto
© Werner Störk 2000
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Neben den Bauern, den Bergleuten und den
Köhlern waren
die Glaser ein wichtiger Pfeiler der Gersbacher
Berufs- und
Bevölkerungsstruktur - später
oft verwoben eng in die
verwandtschaftliche Beziehungen zu umliegenden
Dörfern
und eingebunden in die vielfältigen
sozialen Prozesse des
menschlichen Miteinanders. Daneben geben
Flur-, Gewann-
und Gewässernamen wichtige Hinweise
auf die Arbeit der
historischen Glaser. |
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Foto
© Werner Störk 2000 |
Die Glaser prägten wesentlich die
Geschichte des Waldes mit,
aber auch die kulturelle Vielfalt unserer
Region. Nach einem
jahrhundertelangem "Schweigen" beginnen
nun die neuen Funde
den "Schleier des Vergessens" zu heben
und ermöglichen erste
Einblicke in den historischen Produktions-Alltag
der alten
Gersbacher Glasbläser.
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Foto
© Werner Störk 2000 |
| Zum
Foto:
Überwiegend wurde in
Gersbach – wie oft im gesamten Schwarzwald – das
sogenannte grüne „Wälderglas“
(siehe Foto) hergestellt.
Um einen solchen kostbaren
Glaskelch (siehe Foto) aus Murano
bei Venedig
(Italien) aus blauem Kobaltglas
zu produzieren, brauchte es sehr viel Wissen
um die Mineralstoffe und
ein hohes handwerkliches Können. Viele Jahrhunderte
galt das Glas von Murano
als das Schönste in der ganzen Welt. Nicht zuletzt
deshalb wurde Venedig –
neben dem Orienthandel mit Gewürzen – so eine
reiche und so bedeutende
Handelsstadt.

In unserem Raum waren es
vor allem die Äbte vom reichen Kloster St. Blasien,
welche die Glaskunst förderten
und die Glaser mit besonderen Rechten in den
damals noch schwach besiedelten
Schwarzwald lockten. Glas war damals
etwas ganz Besonderes ... |
Die Geschichte der Glashütten von
Gersbach hat vermutlich
wohl zwei große Schaffensperioden
zu verzeichnen: Die bereits
bekannte im 17. Jahrhundert sowie eine
wesentlich ältere, die
vielleicht sogar bis ins 13. Jahrhundert
reicht. |
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Foto
© Werner Störk 2000 |
Noch liegen die abschließende Forschungsarbeiten
nicht vor -
dennoch sehen Fachleute die Verbindung
mit dem Scherwuhr
und die Nachbarschaft zu den Wuhranlagen
des nahen
Hotzenwaldes sehr wohl auch im Zusammenhang
mit dem
Beginn der Glashüttentätigkeit
im Gersbacher Raum. Die
komplexe und sehr komplizierte Territorialgeschichte,
die sich
hier auf kleinstem Raum nachweisen läßt,
ist sicherlich ein
Schlüssel zu jenem "geschichtlichen
Zimmer", das noch nicht
aufgeschlossen wurde. |
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Foto
© Werner Störk 2000 |
Damit der "Schleier des Vergessens" sich
auch wirklich bewußt
anheben lassen kann, sollte das Aufsammeln
von Glasschmelze
oder Keramikbruchstücken grundsätzlich
unterbleiben: Nicht nur
wegen des im kommerziellen Sinn geringen
materiellen Wertes
der Fundstücke. Vielmehr verlieren
gerade die Funde, die ohne
zeichnerische oder fotografische Fixierung
aus dem unmittelbaren
Fundraum entnommen werden, auch mehrheitlich
ihre notwendige
wissenschaftliche Aussagekraft. So sind
alle hier abgebildeten
Funde (siehe Fotos unten) zeichnerisch
und fotografisch an ihren
Fundorten dokumentiert sowie eingemessen
worden.
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Fotos © Werner Störk 2001 |
Denn nur im Zusammenhang mit der Lage anderer
Stücke, der
speziellen Anordnung oder Streuung kann
der Fachmann die
wichtige Erkenntnisse und Rückschlüsse
gewinnen, die uns
Nachkommen dann staunen lassen. Gerade
deshalb hat das
Landesdenkmalamt nun ein Unterschutzstellungsverfahren
als
Grabungsgebiet eingeleitet, um zumindest
noch die wenigen
Reste der ehemals fundreichen Stellen
zu sichern. |