Blick in die Geschichte der Glashütten von Gersbach
Gersbacher Glas
© WS-2004
Wälderglas und Glaswüstungen

 

Nahe am Glasträgerweg - direkt im Herzen von Gersbach
Das Wald-Glas-Zentrum

Landesweit einzigartig: Das neue Gersbacher Wald-Glas-Zentrum im Rathaus

- Fertigstellung bis 2008 -

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Wald-Glas-Zentrum (Forest glass center)
Gersbach ist mit keiner anderen Gemeinde in Baden-Württemberg vergleichbar: Nirgendwo 
sonst finden sich - in dieser Form kombiniert und auf relativ engem Raum - noch so viele gut
sichtbare Zeugnisse der Köhlerei, des Bergbaus, der barocken Wehrschanzen und der Wald-
glashütten.
Repro Foto © Werner Störk 2006
Mittelalterliche Glashütte
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So verfügt Gersbach über derzeit acht nachgewiesene Standorte von Glashütten des 14. - 17. 
Jahrhunderts. Diese Glaswüstungen sind im Gelände noch gut erkennbar und werden derzeit
intensiv erforscht. Die Ergebnisse finden Sie im Internet unter

http://www.jugendheim-gersbach.de/Jugendheim-Gersbach-Glashuetten.html

Die umfangreichen und z. T. einzigartigen Funde belegen eine über mehrere Jahrhunderte be-
triebene Glasbläserkunst im Gersbacher Raum.

Repro Foto © Sammlung Werner Störk 2006
Fragmente eines Glashafens mit Resten der Glasschmelze
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Dieses Wald-Glas-Zentrum wird das erste seiner Art in Baden-Württemberg sein, das sich aus-
schließlich der besonderen Rolle des Waldglases widmet. Das Waldglas lässt sich in vielen Tei-
len Europas nachweisen und unterstreicht dessen multikulturelle Bedeutung für den gesamten 
europäischen Kunst- und Handwerksraum. Auswanderer nahmen ihr Wissen und ihre Fertigkeit 
mit nach Amerika, wo daraufhin ebenfalls Waldglashütten ihren Betrieb aufnahmen. Insofern 
symbolisiert das Waldglas auch das nationen- und Kontinente verbindendes Element eines über
Jahrhunderte lang praktizierten Gewerbes.
Repro Foto © Sammlung Werner Störk 2006
Blaue Glasschmelze einer Gersbacher Glashütte
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Im geplanten Wald-Glas-Zentrum (im Rathaus) gruppiert sich thematisch daher alles um die Dar-
stellung der Geschichte des grünen Waldglases, seiner Produktion, der Handelswege und der 
Begleitgewerbe. Wertvolle Glasbeispiele werden in Form einer einzigartigen Ausstellung den 
Besucher informieren. Geplant sind auch praktische Vorführungen des Glasblasens. Aber auch
Events wie ein Glasmarkt gehören zu dem umfassenden Konzept. Da der Glasträgerweg "vor
der Haustüre" liegt, ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, die Geschichte des Schwarzwälder
Waldglases in vielfältiger Form zu erwandern und zu begreifen.

So werden alle von der AG Minifossi für den Raum Gersbach nachgewiesenen Oberlächenfunde sowie die daraus

zu schließenden fachwissenschaftlichen Erkenntnisse über die Geschichte des Waldglases im Raum Gersbach

im Speziellen und generalisierend der im Südschwarzwald mit in die Planung aufgenommen. Die Kooperation mit

der Leader+ Planungsgruppe sowie dem Förderverein Gerisbac laufen im Rahmen einer offiziellen KOOP zwisch-

en unserer Schule und der Gemeinde Gersbach bzw. der zuständigen Gremien.

 Foto © Sammlung Werner Störk 2006
16 Kilogramm schwerer Oberflächenfund nach starken Aprilregen:
Reste des Glasofens mit der typischen Waldglas-Schmelze
..
Der Förderverein Gerisbac sucht für diese bedeutende Projekt noch Förderer, Sponsoren und 
Helfer, die dieses Wald-Glas-Zentrum finanziell, materiell und ideell unterstützen möchten. Jede
Hilfe ist willkommen. Interessenten wenden sich an

http://www.jugendheim-gersbach.de/Gerisbac-Gersbach-Golddorf-Schwarzwald.html

Auch das Wald-Glas-Zentrum wird durch EU-Fördermittel im Rahmen des Leader-Plus-Programms
realisiert.
 Foto © Sammlung Werner Störk 2006
Krautstrunk aus Waldglas
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Neben den Bauern, den Bergleuten und den Köhlern waren die
Gersbacher Glaser ein wichtiger Pfeiler der Gersbacher Berufs-
und Bevölkerungsstruktur. Die Herstellung des „grünen Wälderglases“
prägte die kulturelle Geschichte im südlichen Schwarzwaldes mit,
genauso wie das handwerkliche Können und die Tradition in unserer
Region. Später - oft verwoben in verwandtschaftlichen Beziehungen 
zu den umliegenden Dörfern und eingebunden in die vielfältigen sozialen
Prozesse menschlichen Mit- und Nebeneinanders - zeugen nur noch 
die Familiennamen von der einstigen Herkunft und ihrem Beruf. Daneben
sind Flur-, Gewann- und Gewässernamen wichtige Hinweise auf die
Arbeit der einstigen Glaser.


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Die sagenhaften Venediger

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Die intensive Spurensuche der Schopfheimer Minifossis der Friedrich-
Ebert-Schule - die auch die Venedigersagen einschloß - und die 
bewusst angestrebte fachwissenschaftliche Fundsicherung und
Kooperation mit dem Landesdenkmalamt über zwei Jahre haben 
sich gelohnt: Die Arbeit der Experten hebt nun langsam den
jahrhundertelangen Schleier, der über den Gersbacher
Glashütten lag.

Teile eines historischen Glaserofens
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 2001


Dr. Bertram Jenisch vom Landesdenkmalamt konnte nun anhand der 
sichergestellten Fundstücke erstmals eine zuverlässige Datierung der
verschiedenen Fundgattungen vornehmen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit 
weisen alle Funde auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Wobei das
Glasmaterial überraschend Bezüge zu den am Schluchsee (Blasiwald)
betriebenen Glashütten Muchenland (1597 – 1622) und Althütte 
(1622 – 1646) aufweist und neue Fragen aufwirft: Kamen die 
Gersbacher Glaser von dort?
Die zeitliche Zuordnung bringt nun aber auch Licht in die Anfänge des über
400 Jahre alten Scherwuhres, das einen der historischen Glashütten-
Standorte berührt und teilweise freierodiert hat. Das Gersbacher 
Scherwuhr wird erstmals 1572 urkundlich erwähnt. 

Mit güner Glasschmelze überzogene Teile eines Glasofens 
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Diese Wuhranlage ist eine wassertechnische Meisterleistung, die das 
Wasser von insgesamt neun Quellzuläufen aufnimmt und so ganzjährig
eine kontinuierliche Wasserführung garantiert. Auf insgesamt 1.900 Metern
Länge wird das Wasser von 980 Höhenmetern hinunter auf  905 Meter 
tiefer geführt. Wobei das Gefälle stets so angelegt wurde, dass die 
Erosionskraft das Wuhrbett nicht tiefer legen, gleichzeitig aber auch durch
eine ausreichend schnelle Wasserführung die Sedimentierung von Schlamm 
oder Sand vermieden werden konnte. Selbst nach den urkundlich 
belegten mehr als 400 Jahren kann man heute noch die Funktionalität 
der Gesamtanlage bestaunen, die noch bis in unser Jahrhundert zur 
Bewässerung herangezogen wurde.
Vergleicht man jetzt die vorliegenden Datierungen der Glashütte und 
dem Scherwuhr, so kann man nun erstmals davon ausgehen, dass das
Scherwuhr tatsächlich schon zur Wiesedüngung und Bewirtschaftung 
des Dietenschwander Kopfes angelegt wurde, bevor die jetzt erkundete
Glashütte errichtet wurde. Wobei die Frage wohl nicht mehr geklärt 
werden kann, inwieweit das Dietenschwander Gewann seine Entstehung
bereits einer schon früher hier errichteten Glashütte verdankt. Oder eine
durch Köhlerei für eine weiter entfernt arbeitende Glashütte entstanden 
sein kann. Waren es die legendären Gersbacher „Mänebauern“, die den
landwirtschaftlich günstig gelegenen Südosthang des Dietenschwander 
Kopfes nach dem Weggang der ersten Glaser bewusst offenhielten?
Auf jeden Fall begünstigte die bereits vorhandene Wasserversorgung 
die Ansiedlung der jetzt untersuchten Glashütte und hinzu kam der 
vorhandene Buchenwald. Beides ideale Voraussetzungen für die 
Köhlerei, die wiederum zur Gewinnung von Pottasche aus Buchenholz
ständig Wasser benötigte und nur so auch verkehrstechnisch 
kostengünstig den für die Glasherstellung unerlässlichen Rohstoff
lieferte. 

Mit güner Glasschmelze überzogene Teile eines Glasofens
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Damit entstand am Dietenschwander Gewann eine besonders 
günstige Kombination von entscheidenden Standortfaktoren: 
Landwirtschaftlich sofort nutzbarer und fruchtbarer Boden für die
lebensnotwendige Selbstversorgung der Glaser mit ihren Familien
und eine ganzjährige gesichert Wasserversorgung für Pflanzen, Tier
und Mensch. Aber auch optimale Bedingungen für die gewerblich-
beruflichen Konditionen: Genügend Buchenholz für eine ertragreiche
Köhlerei und damit die Grundlage für eine erfolgreiche 
Glasherherstellung.
Weitergehende Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung
der Gersbacher Gläser sollen wichtige Details klären. Die bereits 
gefundenen Glashafenbruckstücke, Glastropfen, durchglühten 
Ofensteine sowie Ofenkachel-Fragmente werden dann als Mosaiksteine
ein Gesamtbild ergeben, das erstmals konkrete Aussagen über die 
Produktion, die Glasprodukte, den Glashandel und auch das Leben 
der historischen Gersbacher Glaser ermöglichen wird.

Blaue Glasschmelze-Überzug
(Gersbacher Glaswüstung 3)
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Was sie an Wissen sammelten und durch unzählige Geländebegehungen
und mineralogische Prospektionen untersuchten, liegt nun zur weiteren
Bearbeitung in den Händen professioneller Experten - allen voran 
beim Landesdenkmalamt.
Die bislang gemachten Funde sind nur ein Bruchteil dessen, was der 
menschliche Sammeltrieb bereits durch Wanderer und Touristen seit 
Jahrzehnten ab- und nach Hause tragen liess. Dort verstauben diese
Relikte eines fast vergessenen Handwerks als Bücherstützen oder 
verwittern in Vorgärten - und gehen damit der Wissenschaft für immer
verloren.

Massiver Glasschmelzeblock
(Gersbacher Glaswüstung 2)
Foto © Minifossi-Archiv 2000


Keiner der vier  Standorte der alten Gersbacher Glashütten wurde bis
zur Initiative der AG Minifossi wissenschaftlich qualifiziert untersucht. 
Die materielle Empfindlichkeit der Glas- und Keramikfundstücke, die 
seit Jahrhunderten ungeschützt dem Erosionsprozess der Natur
ausgesetzt war, hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. 
Und das weitere Aufsammeln von Glasschmelze oder Keramik-
Bruchstücken sollte grundsätzlich unterbleiben: Nicht nur wegen des
im kommerziellen Sinn geringen materiellen Wertes der Fundstücke. 
Vielmehr verlieren die Funde, die ohne zeichnerische oder fotografische
Fixierung aus dem unmittelbaren Fundraum entnommen werden,
auch mehrheitlich ihre wissenschaftliche Aussagekraft. 

Übersichtskarte mit Jugendheim (rot)
Kartenlegende: 

Hinweise auf Köhlerplatten (schwarz)
Hinweise auf Glashütten (grün)
Hinweise auf Bergbau (blau)


Nur im Zusammenhang mit der Lage anderer Stücke, der speziellen
Anordnung oder Streuung kann der Fachmann die wichtige Erkenntnisse
und Rückschlüsse gewinnen, die uns Nachkommen dann staunen lassen. 
Gerade deshalb hat das Landesdenkmalamt nun ein Unterschutzstellungs-
Verfahren als Grabungsgebiet eingeleitet, um zumindest noch die wenigen
Reste der ehemals fundreichen Stellen zu sichern.
„Einfach grossartig!“ - so das einhellige Urteil der Experten vom 
Landesdenkmalamt: Bei einer  gemeinsamen Geländeexkursion
im Gersbacher Forst untersuchten drei professionelle Glasspezialisten
die Standorte jener vier historischen Glashütten des 14. und 15. 
Jahrhunderts, die im Vorfeld von den Schopfheimer Minifossis erkundet
worden waren. Auch die für die Glashütten lebenswichtigen 
Wasserzuleitungen, die Wuhre, waren in die umfangreichen 
Forschungsarbeiten der Friedrich-Ebert-Schüler einbezogen worden.
Nach drei Stunden intensiver Begehung der verschiedenen Standorte 
war für alle drei Experten klar, dass hier -  vermutlich an der  Grenze 
vom Mittelalter zur Neuzeit - mehrere Glashütten ihr Glas produzierten. 
Günstige klimatische und geologische Untergrundverhältnisse  liessen 
hier die bei den Glasern bevorzugten Buchen wachsen. Die Vielzahl
der Köhlerplatten (auch Kohlplatten genannt) - über 200  im Gersbacher 
und Todtmooser Waldgebiet - verdeutlicht  die starken Nutzung des 
einstigen Buchenwaldes zur Gewinnung von Holzkohle und Pottasche. 

Im Gersbacher Wald:
Beispiel für eine historische Köhlerplatte, auch Kohlplatte genannt. 
Das ehemalige Bodenrelief vor dem Köhlen (gelbe Pfeil-Linie)
 Durch die Köhlerei erhöhtes heutiges Niveau (rote Pfeil-Linie)
 Heutige Reliefenergie/Neigungswinkel (orange Pfeil-Linie)
Auffallend auch die durch schwarze Holzkohle gut 
erkennbaren Maulwurfshügel (weiße Kreis-Linie).
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Beide waren die natürlichen Grundlagen für die erfolgreiche Existenz der 
Glashütten. Wobei die Köhlerei noch lange nach dem Abwandern
der Glaser weiter gearbeitet hat -  bis in dieses Jahrhundert.

Maulwürfe als archäologische "Assistenten"
Sie fördern beim Graben ihrer Ganganlagen die alte Holzkohle nach 
oben und schaffen so hervorragende Indikatoren 
zum Erkennen von historischen Köhlerplatten.
(Maßstab 1 Meter, Skala 10 cm)
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Obwohl die in Gersbach bekannten, chronikähnlichen Aufzeichnungen 
des Wilhelm Kneuslin von 1906, allerdings sehr vage und ohne genaue 
Ortsangabe, noch von 6 - 8 Glashüttenstandorten berichten, konnten
bislang erst fünf eindeutig zugeordnet werden. So findet man bei den 
einen noch interessante Relikte aus der Glasproduktion, bei anderen 
dagegen weisen nur noch die Gewann- und Flurnamen auf das ehemals 
betriebene Gewerbe hin. Insgesamt aber eine überaus vielversprechende 
Ausgangsposition für weitergehende Forschungsarbeiten, die nun in der
Obhut des Landesdenkmalamtes laufen
werden.

Beispiel für eine historische Köhler- oder Kohlplatte
Besonders im Winter kann man diese Plätze gut erkennen - sie fallen 
durch ihren waagerechten Boden und ihre hangseitige Böschung auf.
Foto © Minifossi-Archiv 1998


Nach einem Aufruf in den lokalen Zeitungen unserer Region meldete 
sich überraschend ein hochbetagter Zeitzeuge - Dr. Herbert Piepenbrink
(gest. 2002), der vor etwa 20 Jahren - gemeinsam mit einem Freund - an
einem der alten Glashüttenstandorte eine gezielte Grabung durchgeführt hatte. 
Immerhin wurde dabei doch schon eine Tiefe von bald einem Meter erreicht
und genau auf die restliche Anlage des  Schmelzofens der Glashütte gestossen.
Eine mitten in dem Grabungsbereich wachsende Fichte war jedoch der
unliebsame Grund dafür,  dass die Grabung unfreiwillig abgebrochen 
werden musste: Der zuständige Förster befürchtete, dass der Baum 
umstürzen könne und untersagte ein weiteres Vordringen in den
Wurzelbereich. Gleichzeitig erkrankte der Initiator und so endete 
der Versuch, dem Rätsel des Gersbacher Glases genauer auf 
die Spur zu kommen. 

Teil eines historischen Glasofens
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 2000


In dem persönlichen Gedankenaustausch wußte der rüstige 
Heimatforscher noch sehr viele interessante Details zu erzählen - 
so  über die Aufzeichnungen des Wilhelm Kneusslin, der wichtige 
geschichtlich-kulturelle Ereignisse in und über Gersbach gesammelt 
hat. Deshalb kann man nun endlich eine Kopie der chronikähnlichen
75 Seiten, ergänzt durch wertvolle Hinweise, auch der Leiterin
der Städtischen Museums, Frau Dr. Ulla Schmid, weiterreichen. 
Ebenso wie Belegstücke der Glashütten - so bald diese das
Landesdenkmalamt wissenschaftlich erfasst hat. Dazu gehören 
dann auch die fünf Goldfunde, die in Gersbach durch die AG
Minifossi nachgewiesen werden konnten.

Massiver grün-blauer Glasschmelzeblock 
(ca. 30 x 25 cm)
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 2001


Die Minifossis erhielten durch diesen wichtigen Zeitzeugen 
auch interessante Informationen über weitere an Grabungen
beteiligte Personen und Hinweise auf bislang unbekannte Fundorte. 
So erinnerte sich der Pensionär  überraschend an Funde in einen
Gersbacher Bereich, von dem man bislang ausging, dass
lediglich nur noch die Flurnamen das ehemals traditionsreiche
Glaserhandwerk bezeugten. Insgesamt übergab er 36 Fundstücke, 
darunter auch die für die Spezialisten vom Landesdenkmalamt 
wichtigen Teile des Ofens sowie der Belüftung. Damit können sich
die Experten - nun besser informiert - der Rekonstruktion dieser 
Anlage widmen. Auch für das Landesdenkmalamt ergaben sich 
so neue Aspekte, da der engagierte Freizeitarchäologe gezielte
Hinweise auf weitere Grabungsversuche - auch außerhalb der 
Glashütten-Thematik - geben konnte.

Größere Bodenareale mit Holzkohle belegen im Gersbacher Wald 
oft die historische Anlage einer Köhler- (oder Kohl-)platte.
(Gersbacher Glaswüstung 1)
Foto © Minifossi-Archiv 2001


Ohne die tatkräftige und fachkompetente Unterstützung weiterer 
ausserschulischer Experten wäre dieser erneute Erfolg der 
Friedrich-Ebert-Schülern sicher nicht  zustande gekommen: So 
führte Werner Sutter, Forstamtmann i. R. und ehemals Gersbacher
Revierförster, die Minifossis in die interessante Geschichte des 
Gersbacher Waldes ein. Und der jetzige Forstinspektor Jörg Gempp
erkundete gemeinsam mit den Schülern nicht nur viele Köhlerplatten, 
sondern erläuterte praxisnah und vorort die komplexen 
Zusammenhänge zwischen den geschichtlichen und aktuellen 
Spannungsfelder von Ökologie und Ökonomie. Auch das Forstamt
Todtmoos hat mit einer speziellen Kartierung von Köhlerplatten auf 
der Todtmooser Waldseite den Minifossis gezielt und so in
dankenswerter Weise weitergeholfen. 

Fotorepro © Werner Störk 2003
Darstellung eines Glashüttenbetriebes des frühen 15. Jahrhunderts, 
Buchmalerei zur Reisebeschreibung des Sir John Mandeville
(British Museum London). 
..
Fotorepro © Werner Störk 2003
Das Detail zeigt die Glasmacher bei der Arbeit: Der rechte
Glasmacher entnimmt mit der Glasmacherpeife aus dem
gut erkennbaren Glashafen die Glasschmelze, während der 
Glasbläser in der Bildmitte bereits das Glasmaterial formt. 
Links wir eine Kühlofen beschickt und dahinter kontrolliert 
ein Arbeiter das abgekühlte Endprodukt auf Fehler.
..
Auch der Rickenbacher Ulrich Siegener von der FG Dinkelberger Karst 
trug mit vielen Details wichtiges Wissen bei, ohne die eine genaue 
Einordnung der geschichtlichen Zusammenhänge mit dem Bergbau 
und der besonderen geologischen Situation von Gersbach nicht 
möglich gewesen wäre. Er führt seine speziellen Forschungsarbeiten
intensiv weiter.
Bei den Glashütten wie beim Bergbau ist Gersbach auch zukünftig für 
eine handfeste Überraschung gut: Die neuen Erkenntnisse über die
konkreten Auswirkungen der sehr komplexen Territorialstrukturen,
dem "Mähnebauertum" sowie die ständige Konkurrenzsituation zwischen
Bergbau, Glaserhütten, Köhlerei und der Landwirtschaft haben mit dazu
beigetragen, dass man die bisherige Geschichte Gersbach in nicht
unerheblichen Teilen neu überdenken - und eines Tage vielleicht sogar
auch neu schreiben muß! © WS-2001
Fotos © Werner Störk 2002
Bei der intensiven Erkundung der Schanze auf dem Glaserberg stieß 
die Erkundungsgruppe unter der Führung von FI Gempp auf 
Lesefunde vom Glasschmelze und Glasofenteile (rot)
sowie auf ein Wuhr (blau), das zum Glaserberg
führt - wie bei Dietenschander Gewann
(siehe Glashütten).
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Gersbacher Oberflächenfunde von der Glashütten-Exkursion im Juni 2003 ...
..
 Fotos& Sammlung © Werner Störk 2003
Glashafen-Fragmente, Glasfritten, Teile des Glasofens ...
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Fotos& Sammlung © Werner Störk 2003
Einer unserer Neufunde ...
12 Fotos & Sammlung © Werner Störk 2004
Grüne Glasschmelze auf Matrix aus dem Haselbach , 
südlich von Glashütten, Gewann Glashalde.
Originalmaße 90 x 55 x 45 mm. 
Foto © Werner Störk 2004
Eindrücklicher wie 1.000 Worte sind die beiden Aufnahmen von "zeitgleichen" Glasexponaten
im Badisches Landesmuseum Karlsruhe: Oben die filigranen, kunstvoll geschliffenen,
kristallklaren, kostbaren Kelchgläser des markgräflichen Schlosses, unten die 
einfachen, handbemalten "Gutteren" aus der Produktion der Waldglashütten
des 17. und 18. Jahrhunderts.
..
Foto © Werner Störk 2004
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Glashüttenatlas Baden-Württemberg
Glashütten im Schwarzwald
Der Glasträgerweg
Glasmuseum Wüstenrot
Glasmuseum Wertheim
Spätmittelalterliche Waldglashütten
Die Glashütten von Großerlach
Glashütten im Welzheimer Wald

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©ES&WS-2007