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In einem Krieg Venedigs gegen Genua befehligte
der Venetianer
Marco Polo eine Galeere, wurde aber durch
die Inquisitoren Genuas
verhaftet und der Ketzerei beschuldigt.
Die Genuesen wollten die
Kontrolle über Venedigs lukrative
Handelsrouten erlangen und
benutzten Marco Polo nun als Faustpfand:
Sie versuchen, ihn zu
einem Geständnis zu zwingen, um dadurch
ein päpstliches Verbot
gegen Venedig zu erreichen. |
Doch die Venezianer riefen die französische
Armee zu Hilfe, um
das Komplott zu vereiteln. Bis dahin mußte
Marco Polo drei Jahre
lang im Wehrturm von Genua verbringen.
Hier teilte er eine Zelle
mit einem Literaten namens Rusticello,
der die phantastischen Reise-
Erlebnisse Marco Polos in französischer
Sprache niederschrieb.
Dieses Werk, das sich nur über Abschriften
erhalten hat, ist die
erste präzise geographische und ethnologische
Dokumentation
von Ländern und Völkern des
Orients und prägte damit für
Jahrhunderte das "westliche" Chinabild. |
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Fotos © Werner Störk 2002 |
Das Geburtshaus
von Marco Polo in Venedig,
Haus-Nr. 5858, im Stadteil Connareggio,
unweit der Rialto-Brücke |
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Marco Polo, wohl 1254 in Venedig geboren,
hatte seinen Vater
1271 - 75 auf einer Handelsreise durch
Zentralasien nach China
begleitet, das damals von den Mongolen
unterworfen war. Schon
dessen Vater und Onkel waren 1261 bis
1269 in Asien gewesen.
1271 brachen sie erneut dorthin auf und
nahmen auch den jungen
Marco mit. Der Weg führte in mühevollen
dreieinhalb Jahren über
eine Riesendistanz: von Palästina
über Persien und den
Persischen Golf, Pakistan und Pamir nach
Nordchina. |
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Dort erreichten die drei den sagenumwobenen
Hof des Mongolen-
Herrschers Kublai Khan. Marco Polo gelang
es, das Vertrauen des
Großkhans zu gewinnen, er beherrschte
mehrere Sprachen und auch
die mongolischen Schriftzeichen. Kublai
Khan betraute ihn mehrmals
mit vertraulichen Missionen, die ihn durch
weite Teile Ostasiens, aber
auch in die Gebiete Südostasiens
führten. Marco Polo hatte sich
während der Reisen Notizen gemacht,
um Kublai Khan alles genau
erzählen zu können. In seinen
Berichten erwähnt er aber auch Regionen,
die er mit hoher Wahrscheinlichkeit nie
selbst bereist hat. |
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Das Einzigartige an dieser Handschrift
ist die Tatsache, daß es sich um
ein Buch handelt, in dem Wirklichkeit
und Phantasie aufeinandertreffen,
wo mittelalterliche Vorstellungswelten
mit europäischen Traditionen, Sagen
und Geschichten verwoben sind. So gab
es schon zu Lebzeiten Marco
Polos nicht wenige, die an der Authentizität
dieser Reiseberichte, ja sogar
an der Reise selbst, Zweifel hegen. |
Die Bilderhandschrift über Marco
Polos phantastische Abenteuerreisen
gehört zu den berühmtesten Handschriften
des Mittelalters und gilt als ein
Höhepunkt der französischen
Buchmalerei. Selten wurde ein weltliches
Thema so umfangreich gewürdigt. Marco
Polos Reportagen waren wie
geschaffen dafür, illustriert zu
werden, zumal die Neugier auf den legendären
Osten in Europa schon immer ausgeprägt
war. Die größten Buchmaler ihrer
Zeit schmückten die 84 prachtvollen
Miniaturen mit bezaubernden Farben
und Gold und schufen so ein einmaliges
und prachtvolles Zeugnis eines
besonderen Reiseberichtes. |
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Der Großkhan Khubilai fand anscheinend
immer mehr Gefallen an dem
jungen Europäer und machte ihn schließlich
zu seinem Präfekten. Als
solcher durchstreifte Marco Polo China
in allen Himmelsrichtungen, ehe
er 1292 zur Rückreise durch das Südchinesische
Meer über Annam,
Sumatra, Ceylon, Kalikut und Hormuz aufbrach. |
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Marco Polo Rückreise führte
ihn somit über den Seeweg den Küsten des
Indischen Ozeans entlang, über Bagdad
bis nach Venedig . Hier ließ er sich
nieder und gründete eine Familie.
Sein Bericht über Reichtum und Glanz des
Fernen Ostens war so phantastisch, daß
sein Spitzname "Messer Milione",
den er durch sein Vermögen erworben
hatte, neue Bedeutung gewann.
1299 freigelassen, gab Marco Polo 1307
eine revidierte Fassung heraus,
die bis ins 16 Jahrhundert die geographischen
Vorstellungen beherrschte.
(1477 ins Deutsche übersetzt). Seine
Lebensreise endete im Januar 1324
in seiner Heimatstadt. |
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