Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald


AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Die Linie Raitbach - Hausen - Enkenstein - Wieslet - Langenau - Weitenau
Das große Defensiv-System von Schanzen & Wälle
Auf den Spuren des legendären Türkenlouis
Hinweis: 
Dieses Verteidigungssystem ist mit zunehmender Erkundung so umfangreich geworden, dass wir dieser Erkenntnis mit einem eigenen Forschungsprojekt  Rechnung tragen. Wir verlängern
daher unser aktuelles Zeitraster um ein Jahr, 
um alle Bereiche sorgfältig untersuchen und dokumentieren zu können. Wir danken in diesem Zusammenhang dem Heimatforscher Walter Arzet
(Hausen) und dem Revierleiter Forstoberinspektor Wolfram Scherb (Revier Enkenstein-
Wieslet-Maulburg) für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Unterstützung.
 
..
Am Maiberg-Pass
Unterer Ubholzweg
Hausen
Am Maiberg-Pass
Oberer Ubholzweg
Hausen
Wallsperren
Burgruine Eck
 Hausen
Schanze & Wälle 
Gresgerweg 
Hausen
Am Maiberg-Pass
Wagensperre
Enkenstein
Steinigenweg
Gresger Weg
Enkenstein
Sperrwall
Gresger Weg
Enkenstein
Sperrwall
Gresger Weg
Enkenstein
Vorposten
Bürgele
Enkenstein
Verschanzung
Dachslöcher
Enkenstein
Wallgraben
Haberbrach
Enkenstein
Sperrwall
Kirchwäldele
Enkenstein
Vorposten
Rotenberg
Enkenstein
Sperrwall
Eichgraben
Enkenstein
Wallstaffel
Eichgraben
Enkenstein
Wallstaffel
Ständel
Enkenstein
 Im Hausener Hau
Schanze 
Raitbach
  Alzenbühl
 Obere Sperrwälle 
Raitbach
 Alzenbühl
 Untere Sperrwälle
Raitbach
 Hägen
 Hasenschwank
Raitbach
Schanze und Wälle
auf der Hebelhöhe
Raitbach
9-er Wall-Staffel
Wäldemle
Raitbach
 Vorposten
Katharinenblick
Raitbach
 Sperrgraben
Katharinenblick
Raitbach
 Sperrwall
Scheinbergweg
Wirtenberg
Wieslet
Sperrwall
Schloßwald
Wieslet 
Wallgraben
Buchwaldweg
Wieslet 
Wallgräben
Schloßwald
Wieslet 
Doppelwallsperre I
Kleine Silbereck 
Wieslet
Ungeklärtes Objekt
Mültschen
Wieslet
Doppelwallsperre lI
Kleines Silbereck 
Wieslet
Burganlage
Rotenburg
Wieslet
Wallgraben
Leisbühlhalden
Wieslet
Sperrwälle
Leisbühlhalden
Wieslet
Sperrwall
 Wolfsgrube
Wieslet
Hag
 Eichholz
Wieslet
Wall-Graben
Eselwald
Scheinberg
Wieslet
Wall-Graben
Heidenweg
Unterer Wirtenberg
Wieslet
.

Fotos © Werner Störk 2002
Blick vom Hasenschwank südlich von Raitbach in Richtung Hausen
auf die Defensiv-Anlagen westlich der Wiese: "Wagensperre" (rot), 
der Maiberg-Paß (blau), nördliche Sicherung (grün), die oberen
Anlagen am Ubholzweg, Sicherungen am alten Weg nach
Gresgen (grün) und Sperrwälle unterhalb vom Burgruine 
Eck (gelb) sowie völlig neu: Eine "Bilderbuch"-
Wallsperre nördlich von Enkenstein (orange).
.
"Das dreihundert Jahre alte Defensiv-System, das von Markgraf Ludwig 
Wilhelm von Baden, dem legendären „Türkenlouis“, zum Schutz gegen
die militärischen Attacken des französischen Sonnengottes Ludwig XIV. 
auch in unserem Gebiet angelegt wurde, ist das südliche Teilstück einer
großen Verteidigungslinie, die bis weit über Karlsruhe hinaus reichte. Sie
zieht sich in einer fast lückenlosen Kette von Schanzen, hohen Sperrwällen
und breiten Wallgräben über den ganzen Schwarzwald entlang. Die AG 
Minifossi untersucht diese Anlagen im südlichsten Teil zwischen der Wehra
im Osten und der Wiese im Westen. Nun werden die Forschungsarbeiten 
ausgedehnt:  Erstmals steht das Hebeldorf Hausen im Mittelpunkt der 
Minifossi-Untersuchungen. 
.
Fotos © Werner Störk 2002
Mittelpunkt der umfangreichen Defensiv-Anlagen: Der Maiberg-Pass. 
Hier stossen die vier großen Anlagen aufeinander: Der Auslauf der 
"Wagensperre" (gelb), die Wall-Graben-Anlage südlich der Ubholz-
Forststraße (grün), die Fortsetzung Richtung Norden (orange)
und die Defensivanlagen oberhalb der "Deutschenrütte" (rot).
..
Einem ersten Hinweis des Hausener Historikers Prof. Dr. Schubring 
folgend, beziehen die Schüler der Schopfheimer Friedrich Ebert-
Schule gezielt nun auch den Maiberg in ihre Feldvermessungen mit
ein. Dieser Übergang zwischen dem Kleinen und dem Großen
Wiesental wurde durch eine Vielzahl von  Wallgräben und Sperr-
wällen gegen den von Westen, also von Frankreich her, vermuteten
feindlichen Einfall gesichert. Die Wälle erreichen oft eine Höhe bis 
zu vier, die Gräben eine Breite von bis zu acht Metern. Dabei kommt
der sogenannten „Wagensperre“, die bereits im Enkensteiner Forst 
liegt, eine besondere Rolle zu. Sie schützte die Westflanke der
historischen Straßenverbindung und wurde durch eine nördlich davon
angelegte Wall-Staffel, die hoch in den Wald hinauf zieht, zusätzlich 
gesichert.
.
Fotos © Werner Störk 2002
Die hintere (nördliche) Wall-Staffel am 
unteren Ubholz-Weg.
Legende: 
Roter Pfeil  =  1-Meter-Maßstab
Orange = Oberkante Wallkörper + Wall-Verlaufslinie
Gelb =  Unterkante Wall + Wallfuß
..
Da sich die frühe Heimatforschung vorwiegend auf die jeweilige Raumschaft 
der eigenen Gemeinde konzentrierte und das gewonnene Wissen teilweise 
nur mündlich weitergegeben wurde, ging - und geht bis zum heutigen Tag - 
sehr oft elementares Lokalwissen unwiderruflich verloren. Es wird - im wahrsten 
Sinne des Wortes - für immer mit ins Grab genommen. Eine gezielte
Forschungsvernetzung und ein intensiver Wissensaustausch über die 
Grenzen des engen Heimatraumes hinweg, wurde von diesen engagierten
Heimatforschern oft nicht praktiziert. Ja, in einigen Fällen wurde das erworbene
Wissen bewußt  verheimlicht und fast eifersüchtig abgeschirmt - unerreichbar 
für jeden Außenstehenden. Dieses überaus wertvolle Wissen in einem 
überschaubaren geographischen Raum jetzt noch zu sichern, ist ein Ziel des 
mehrjährigen Schanzen-Projektes. Und genau diese „Vernetzung“ und der 
bewußt angestrebte generationsübergreifende Dialog ist mittlerweile d e r 
Erfolgsgarant bei den Minifossis: Nicht nur beim Auffinden bislang  unbekannter 
Schanzen und Wälle, sondern auch fast schon vergessener und in der 
Erinnerung beinahe verloren gegangener Ereignisse und Lokalitäten.
.
Fotos © Werner Störk 2002
Nur für den "Eingeweihten" erkennbar: Die 3-er Wall-
Grabenstaffel der "Wagensperre".
..
So besuchten vor kurzem die Minifossis den 82-jährigen Hausener 
Heimatforscher Walter Arzet, um mit ihm gemeinsam die einzelnen 
„Puzzles“ des gesamte Verteidigungs-Systems zwischen dem 
Maiberg und der Wiese zusammenlegen - und siehe da: Die
„Puzzle-Lücken“ füllten sich! Was die Minifossis mit der Auswertung
von Luftaufnahmen, den Ergebnissen aus der exakten Kartenarbeit 
und dem Studium historischer Quellen an isolierte Einzelergebnisse
sicherten, ergänzte sich mit den profunden Vorortwissen des versierten
Heimatforschers erstmals zu einem vollständigen Bild.
.
Foto © Werner Störk 2002
Drei Minifossis Simon, Michael und Dennis beim aufmerksamen 
Kartenstudium mit dem Hausener Heimatforscher 
Walter Arzet (von links).
..
Nun kann man gesamte Verteidigungs-Linie, die den westlichen 
Zugang zum Großen Wiesental sicherte, erstmals in ihrer komplexen
Anordnung verstehen und bewerten. Diese Verteidigungslinie wurde
auf der östlichen Wiesenseite fortgeführt. Insgesamt 14 Einzel-
Anlagen links und rechts der Wiese sollten bei einem feindlichen 
Angriff den Zugang nach Zell, aber auch den Weg über Raitbach, 
Schlechtbach, Gersbach und Todtmoos nach St. Blasien sichern. 
Zu den Sicherungsmaßnahmen gehörte auch eine nun erstmals 
nachweisbare Schanzanlage mit einem ausgedehnten Wallsystem, 
die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schanze auf dem
Grendel und der auf der Hebelhöhe zu sehen ist. Erstaunlicherweise
konnte Walter Arzet sogar von einem Zeitzeugen berichten, der zu 
Lebzeiten noch die erkennbaren Eckpunkte dieser Schanze 
gesehen hatte, bevor sie ein paar Jahre  später im Zuge notwendig
gewordener  Straßenbaumaßnahmen eingeebnet wurden. Ohne 
solche konkreten Hinweise würde man in dem - bis heute mehrfach - 
überformten Gelände vergeblich nach einer Schanzanlage suchen. 
Nun aber können die Minifossis bereits in der kommenden Woche
mit den ersten Messarbeiten beginnen.
.
Foto © Werner Störk 2002
Das Maiberg-Erkundungs- und Vermessungs-Team
..
Seit Beginn des Schanzen-Projektes hat man - aus den anfänglich 
bekannten acht Anlagen - nun bereits ein komplettes Linien-System
von insgesamt  dreißig Objekten erkundet und messtechnisch sowie
fotografisch dokumentiert. Darunter sieben Anlagen, die man in 
Gersbach, Hasel, Raitbach, Schlechtbach und Hausen nur dank der
spontanen Mithilfe der regionalen Ortschronisten und Heimatforschern
auffand. Bei der gezielten Auswertung historischer Karten konnten die
Minifossis allerdings  jetzt auch  erstmals eine Schanze auf dem 
Grendel lokalisieren, die bislang völlig unbekannt war. 
.
Fotos © Werner Störk 2002
Deutlich erkennbare Geländeprofile der Grendel-Schanze
Legende: 
Orange = Ober- und Seitenkanten Schanzen-Wall
Gelb = Bodenkante Stein- oder Erd-Wall
..
Diese Fortifikations-Untersuchungen laufen stark in Kooperation mit  schulexternen Fachleuten und werden so die Minifossis auch
durch das Staatliche Forstamt Schopfheim  unterstützt: Mit den Revierleitern  FI Locher (Revier  Hasel), Frank (Revier Raitbach)
und FOI
Scherb (Revier Maulburg, Wieslet und Enkenstein) wurde eine sehr gut  funktionierende 
Informationsschiene aufgebaut,
die mit dazu beiträgt, nicht nur
regionale Objekthinweise zu sammeln, sondern auch bei aktuellen Forst-Maßnahmen diese Zeugen
einer längst vergangenen Zeit zu
schützen und damit für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Quelle: MT-Presseartikel vom 26.11.2002


Sonderseite
Herbstliche Impressionen am Maiberg

Zurück zu den Schanzen

Hinweis:  Sollten Sie über eine Suchmaschine auf diese Website als Einzelseite
gekommen sein, so haben Sie hier die Möglichkeit - trotz fehlendem 
Left-Frame - wieder direkt auf unsere Titel-Seite zu gelangen.
Zurück zur Titelseite


©ES&WS-2002