Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald


AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Das Gersbacher Schanzen- und Wallgraben-System auf den Gemarkungen Gersbach - Hasel - Wehr)
Die großen 5- und 6-Eck-Polygonalschanzenvon  Mettlen 
Dreh- und Angelpunkt der "Vorderen Linie" und der "Hinteren Linie"
 
Nachtrag 2015: Inzwischen haben wir eine fünfte Schanze indentifizieren können: Sie sicherte den alten Verbindungs- und Grenzweg direkt am Westhang
 des Wehratals und war wohl eine der ersten Grenzsicheurngen auf dem Mettlenkopf.
.
 
Mit der Luftbildarchäologie haben sich die Minifossis ein neues Arbeitsgebiet erschlossen. Wie wichtig dieser Forschungszweig auch für die Schüler-AG 
geworden ist, belegt die Tatsache, dass nun das alte Rätsel von Mettlen gelöst werden konnte: Nicht nur Experten fragten sich, weshalb die beiden  noch 
sichtbaren Schanzenreste mit so starken Wällen im Norden und Westen gesichert wurden? Was sollten diese im Gelände leicht erkennbaren Wallgräben
schützen? Zumal auch noch ein verschanzter Vorposten auf dem 
Mettlenkopf die Südflanke und damit die historische Wegverbindung nach Hasel und
Wehr deckte?

Im Rahmen der „Gersbacher Holztage“ und ihrer Sonderausstellung „Glas, Gold und Schanzen“ konnten die Minifossis mit einer echten archäologischen
Überraschung aufwarten: Eine neue Luftbildauswertung brachte nun endlich Gewißheit und konnte somit alle Fragen lösen: Gersbach wurde hier nicht, wie
immer angenommen wurde, lediglich von zwei Schanzen geschützt, sondern von insgesamt vier.  Und der bisherige „Vorposten“ des Mettlenkopfes konnte 

als eigenständige Redoute-Schanze klassifiziert werden, die ein starker Wallgraben in Zick-Zack-Form eines „gedeckten Weges“ mit den anderen Schanz-

anlagen verband.

Endgültig geklärt wurde jetzt  auch, wie viele Ecken die einzelnen Schanzen trugen: Die größte Sternschanze, von der heute nur noch die Bodenschattierungen

auf dem Spezial-Luftbild zeugen, war eine mächtige,fünfeckige Polygonal-Schanze mit einem Durchmesser von fast 100 Metern. 

Daneben liegt - sogar von der Schweigmatt gut erkennbar - eine weitere Schanze im Wiesengelände. Sie zeigt heute die Form eines unregelmäßig geformten
Vierecks, war jedoch vor 300 Jahren als  ein perfektes Sechseck
errichtet und hatte erst durch die über die Jahrhunderte  betriebene Bewirtschaftung - vor allem
beim Ackerpflügen - seine Ecken verloren. Ebenso wurde das Schanzeninnere völlig aufgefüllt. Eine exakte Messung der noch vorhandenen Kanten des oberen
Schanzenkörpers - gemeinsam
mit dem Staatlichen Vermessungsamt vorgenommen - kann jedoch auch selbst  heute noch die ursprüngliche Sternform eindeutig
belegen.
Auch die kleinste der drei an einem Westhang liegenden Verteidigungsanlagen war als sechseckige Polygonalschanze angelegt.
Die in ihrer tatsächlichen Kombination erstmals durch die Minifossi-AG  erkannte und erforschte Anlage bestätigt die strategisch außerordentlich wichtige Rolle von
Gersbach: Es war der Dreh- und Angelpunkt der 
„hinteren“ und „vorderen“ Defensivlinie, einem Verteidigungswerk, das der „Türkenlouis“ zum Schutz gegen die fran-
zösischen Angriffe hier im
Schwarzwald errichtete. Mit einer Ausdehnung von 250 auf 250 Meter - einem verhältnismäßig kleinen Raum - ist dies eine sehr seltene 
Kombination von Schanzen und ein auch heute noch beeindruckendes Zeugnis der barocken Befestigungskunst.
Luftaufnahmen & Webdesign © Werner Störk 2003
Blick aus der Vogelperspektive über den „Vier-Schanzen-Hügel“
bei den Mettlen-Höfen, einst der Standort einer mächtigen 
Schanze mit einem Durchmesser von fast 100 Metern -
im direkten Verbund mit drei weiteren Schanzen.
Legende: Kleine 6-Eck-Schanze (rot), große 5-Eck-Schanze (grün),
Redoute (gelb), große 6-Eck-Schanze (orange), großer Sperrwall (blau).
..
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Die "Grosse Schanze" (blauer Pfeil) und die "Kleine Schanze" (roter Pfeil) 
vom Schanzweg aus gesehen (Blickrichtung SW)
Fotos © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung N) 
Foto © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung N)
Legende: 
Orange = Oberkante + Seitenwinkel Schanzlinie
Gelb = Bodenkante Stein- oder Erd-Wall 
Fotos © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung NE)
Legende: 
Orange = Oberkante + Seitenwinkel Schanzlinie
Gelb = Bodenkante Stein- oder Erd-Wall 
Pfeil =  1-Meter-Meßstab
Fotos © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung NE)
Foto © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze", südlicher Eckpunkt (Blickrichtung NE)
Foto © Werner Störk 2002
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Freier Blick von der Schanze nach Westen über die wichtigsten
Passwege (grüner Pfeil Standort oberhalb Schweigmatt)
Fotos © Werner Störk 2002
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Freie Blickverbindung oberhalb Schweigmatt (siehe oben)
auf die große Mettlener Schanze (roter Pfeil)
Fotos © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung S)
Foto © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung SE)
Fotos © Werner Störk 2002
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Die "Große Schanze" (Blickrichtung SW)
Legende:
Pfeil =  1-Meter-Meßstab
Fotos © Werner Störk 2002
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In dem linksseitig liegenden Waldstück befinden
sich weitere Wallsysteme (s. u.)
Foto © Werner Störk 2002
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Reste eines Wallgraben-System, das mit dem Mettleren 
Schanzensystem unmittelbar zusammenhängt und 
die Westflanke zum Hasler Wald und zur 
Krebsfalle sicherte.
Foto © Werner Störk 2002
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Sperr-Wallsystem zwischen den Schanzen 
und dem unteren Wallsystem.
Foto © Werner Störk 2002
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Reste des Wallsystemes, das mit dem Mettleren Schanzensystem
unmittelbar zusammenhängt und die Westflanke zum Hasler 
Wald und zur Krebsfalle sichern sollte. Hier beeindrucken
die Maße - bis zu 4 Meter hohe Wälle - nur noch 
vergleichbar mit den Letzen von Schlechtbach
Legende: 
Orange = Oberkante + Seitenwinkel Wallinie
Gelb = Bodenkante Stein- oder Erd-Wall 
Fotos © Werner Störk 2002
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Im Wechselspiel des Lichtes ...
Fotos © Werner Störk 2002
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Freier SW-Blick von der Schanze auf das Wiesental, 
die Hasler Scholle, den Dinkelberg 
und den Entegast
Foto © Werner Störk 2002

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