Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald


AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Das Gersbacher Schanzen- und Wallgraben-System auf den Gemarkungen Gersbach - Hasel - Wehr)
Die vier Schanzen von Mettlen 
Dreh- und Angelpunkt der "Vorderen Linie" und der "Hinteren Linie"
 
Nachtrag 2015: Inzwischen haben wir eine fünfte Schanze indentifizieren können: Sie sicherte den alten Verbindungs- und Grenzweg direkt am Westhang
 des Wehratals und war wohl eine der ersten Grenzsicheurngen auf dem Mettlenkopf.
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Foto © Werner Störk 2002
Blick vom Dinkelberg auf die Südabdachung des Schwarzwaldes
(am rechten Bildrand - Mitte - der Mettlenkopf).
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Fotos © Werner Störk 2002
Blick vom Dinkelberg auf die Westflanke des Wehratales
mit Mettlenkopf und Kempfenlagerkopf
Legende: 
Roter Pfeil:    Die Schanzen von Mettlen
Grüner Pfeil:  Die Kempfenlagerkopf-Schanze
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Fotos © Werner Störk 2002
Blick vom Eckhag bei Schlechtbach Richtung S 
auf zwei Schanzen und das Rheintal.
Legende: 
Rot = Schanzen bei Mettlen
Gelb = Schanze bei Schlechtbach
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Fotos © Werner Störk 2002

Mit der Luftbildarchäologie haben sich die Minifossis ein neues Arbeitsgebiet
erschlossen. Wie wichtig dieser Forschungszweig auch für die Schüler-AG 
geworden ist, belegt die Tatsache, dass nun das alte Rätsel von Mettlen gelöst
werden konnte: Nicht nur Experten fragten sich, weshalb die beiden  noch 
sichtbaren Schanzenreste mit so starken Wällen im Norden und Westen 
gesichert wurden? Was sollten diese im Gelände leicht erkennbaren Wall-
gräben schützen? Zumal auch noch ein verschanzter Vorposten auf dem 
Mettlenkopf die Südflanke und damit die historische Wegverbindung nach
Hasel und Wehr deckte?

Im Rahmen der „Gersbacher Holztage“ und ihrer Sonderausstellung „Glas, 
Gold und Schanzen“ konnten die Minifossis mit einer echten archäologischen
Überraschung aufwarten: Eine neue Luftbildauswertung brachte nun endlich 
Gewißheit und konnte somit alle Fragen lösen: Gersbach wurde hier nicht, wie
immer angenommen wurde, lediglich von zwei Schanzen geschützt, sondern 
von insgesamt vier. Davon drei Polygonalschanzen. Und der bisherige „Vor-

posten“ des Mettlenkopfes konnte als eigenständige Redoute-Schanze klassi-

fiziert werden, die ein starker Wallgraben in Zick-Zack-Form eines „gedeckten 

Weges“ mit den anderen Schanzanlagen verband. Diese Anlage liegt auf der

Wehrer Gemarkung.

Endgültig geklärt wurde jetzt  auch, wie viele Ecken die einzelnen Schanzen 

trugen: Die größte Schanze, von der heute nur noch die Bodenschattierungen 

uf dem Spezial-Luftbild zeugen, war eine mächtige, fünfeckige Polygonal-Schan-

ze mit einem Durchmesser von fast 100 Metern. 

Daneben liegt - sogar von der Schweigmatt gut erkennbar - eine weitere
Schanze im Wiesengelände. Sie zeigt heute die Form eines unregelmäßig
geformten Vierecks, war jedoch vor 300 Jahren als  ein perfektes Sechseck
errichtet und hatte erst durch die über die Jahrhunderte  betriebene 
Bewirtschaftung - vor allem beim Ackerpflügen - seine Ecken verloren. 
Ebenso wurde das Schanzeninnere völlig aufgefüllt. Eine exakte Messung 
der noch vorhandenen Kanten des oberen Schanzenkörpers - gemeinsam
mit dem Staatlichen Vermessungsamt vorgenommen - kann jedoch auch 
selbst  heute noch die ursprüngliche Form eindeutig belegen.

Auch die kleinste der drei an einem Westhang liegenden Verteidigungs-
anlagen war als sechseckige Polygonalschanze angelegt.

Die in ihrer tatsächlichen Kombination erstmals durch die Minifossi-AG 
erkannte und erforschte Anlage bestätigt die strategisch außerordentlich 
wichtige Rolle von Gersbach: Es war der Dreh- und Angelpunkt der 
„hinteren“ und „vorderen“ Defensivlinie, einem Verteidigungswerk, das
der „Türkenlouis“ zum Schutz gegen die französischen Angriffe hier im
Schwarzwald errichtete. Mit einer Ausdehnung von 250 auf 250 Meter - 
einem verhältnismäßig kleinen Raum - ist dies eine sehr seltene 
Kombination von Schanzen und ein auch heute noch beeindruckendes
Zeugnis der barocken Befestigungskunst.

Luftaufnahmen & Webdesign © Werner Störk 2003

Blick aus der Vogelperspektive über den „Vier-Schanzen-Hügel“
bei den Mettlen-Höfen, einst der Standort einer mächtigen Fünf-

eckschanze mit einem Durchmesser von fast 100 Metern -
im direkten Verbund mit drei weiteren Schanzen.

Legende: Kleine 6-Eck-Schanze (rot), große 5-Eck-Schanze (grün),
Redoute auf der Gemarkung Wehr (gelb), große 6-Eck-Schanze 

(orange), großer Sperrwall (blau).

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Große 6-Eck-Schanze Redoute Kleine 6-Eck-Schanze
Historische Hage Sperrwälle Wallgraben-System

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