| 1655 |
Am 8. April Geburt im Hotel des Soissons
in Paris als
Sohn des badischen Erbprinzen Ferdinand
1655
Maximilian und der französischen
Prinzessin Luisa
Christina von Savoyen-Carignano. Die Mutter
möchte
Paris nicht verlassen; daraufhin nimmt
sein Vater ihn mit
ins Badische und übernimmt alleine
die Erziehung. Die
zweite Frau des Großvaters, Maria
Magdalena, Gräfin
von Öttingen, vertritt Mutterstelle
an Ludwig Wilhelm,
der gemeinsam mit ihrem Sohn (geb. 1657)
aufwächst. |
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| 1669 |
Tod des Vaters in Heidelberg (durch Wundbrand).
Ludwig Wilhelms Großvater Markgraf
Wilhelm übernimmt
die Erziehung. |
| 1670 |
Der Großvater schickt ihn zusammen
mit mit dem Hofmeister
Cosimo Marzi Medici auf Kavaliersreise,
die ihn zunächst
nach Besangon (Aufenthalt im Kloster de
la Visitation) führt. |
| 1671 |
Fortsetzung der Reise nach Genf, Mailand,
Florenz und Rom
(Audienz beim Papst und Besuch bei der
Familie Medici),
weiter nach Venedig und Innsbruck |
| 1674 |
Mit 19 Jahren Beginn seiner militärischen
Laufbahn, Eintritt in
den Dienst des kaiserlichen Heeres |
| 1676 |
Belagerung und Einnahme der Festung Philippsburg;
der Kaiser
verleiht ihm daraufhin ein Infanterieregiment. |
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| Ludwig Wilhelm
von Baden-Baden |
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| 1677 |
Nach dem Tod seines Großvaters wird
Ludwig Wilhelm im Alter
von 22 Jahren regierender Markgraf von
Baden-Baden. |
| 1679 |
| Ernennung zum Generalfeldwachtmeister |
| 1683 |
Beginn des großen Türkenkrieges
Die Belagerung von Wien durch die Türken
wird nach dem Sieg
Karls IV. von Lothringen und des polnischen
Königs Johann Ill.
Sobieski aufgehoben. Hiermit wird die
osmanische Expansion
nach Westen aufgehoben. Ludwig Wilhelm
und Prinz Eugen von
Savoyen dringen nach Ungarn vor. |
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| 1686 |
Übernahme eines eigenen Kommandos,
mit dem er strategisch
wichtige Städte in Westungarn einnimmt.
Ludwig Wilhelm wird
zum Feldmarschall befördert. |
| 1687 |
Es kommt zum Ausbruch des Pfälzischen
Erbfolgekrieges.
Österreich muss einen Zweifrontenkrieg
gegen die Franzosen
und Türken führen. Das Oberkommando
gegen die Türken
geht an Markgraf Ludwig Wilhelm über.
Wegen seines roten
Kollers (Uniformjacke), der weit über
das Schlachtfeld leuchtet,
nennen ihn die Türken den "Roten
König". |
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Karte der Schanzanlagen
von Mannheim
zur Zeit des Pfälzer Krieges |
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| 1689 |
Ludwig Wilhelm kann als Oberbefehlshaber
der kaiserlichen
Truppen u.a. Serbien und Siebenbürgen
besetzen. Ettlingen,
Rastatt, Kuppenheim, Steinbach, Stollhofen,
Schwarzach, Bühl,
Oberkirch und Baden werden von den französischen
Truppen
angegriffen und in Brand gesetzt. |
| 1690 |
Am 14. Januar 1690 Verlobung, am 27. März
1690 Eheschließung
in Raudnitz mit der erst 15-jährigen
Prinzessin Franziska Sibylla
Augusta von Sachsen-Lauenburg. Teile der
zuvor eroberten Gebiete
Siebenbürgens und Serbiens sowie
das strategisch wichtige Belgrad
gehen in diesem Jahr wieder verloren. |
| 1691 |
Am 16. August kommt es zur Schlacht von
Salankamen (Szlankamen),
bei der Ludwig Wilhelm mit einem Heer
von ca. 50.000 Mann gegen
das türkische Heer antritt, das aus
mehr als 90.000 Mann mit 70.000
Pferden, 5.000 Kamelen und Artillerie
besteht. Ihm gelingt das fast
Unmögliche: Die Türken werden
in ihrem Lager eingeschlossen. Die
Beute ist enorm (u.a. die türkische
Kriegskasse). Markgraf Ludwig
Wilhelm erhält von Kaiser Leopold
L die höchste militärische
Auszeichnung, die Ernennung zum Generalleutnant.
Er wird seitdem
als "Türkenlouis" gefeiert. Während
er gegen die Türken kämpft,
wird der Hilferuf aus der von Franzosen
bedrohten Heimat immer
größer. |
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| 1693 |
Er erhält aus der Hand von Prinz
Eugen das ihm vom spanischen
König verliehene Ordenszeichen des
Goldenen Vlieses (üblich ist
feierliches Zeremoniell, hier ohne Prunk).
Der Türkenlouis erhält
den Befehl die französischen Angriffe
am Oberrhein zu verteidigen.
Er ist auf die militärische
Unterstützung der durch den Franzoseneinfall
ebenfalls stark bedrohten Kreise Schwaben
und Franken angewiesen.
Ludwig Wilhelm muss gegen die überlegenen,
modernen Armeen der
Franzosen in der Defensive kämpfen.
Von seinem Vetter Prinz Eugen
kann er keine Hilfe erhalten, da
dieser das Kommando im Osten
übernommen hat. Es gelingt ihm, den
Durchbruch der Franzosen über
die Schwarzwaldpässe - so auch Gersbach
- zu verhindern. |
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| 1695 |
Der Türkenlouis lässt die Befestigungen
von Sinsheim und Eppingen
wiederherstellen. Die Eppinger Linien,
die sich von Pforzheim bis an
den Neckar ziehen, werden errichtet. Sie
sollen den Schwarzwald
von Rheinfelden bis Oberkirch - dazu gehört
auch der Bereich Gersbach
sichern. Der breisgauische und schwäbische
Landsturm ist mit der
Verteidigung beauftragt. |
| 1697 |
Seine Bewerbung um die polnische Königskrone
scheitert. Ludwig Wilhelm
beginnt im 1689 zerstörten Rastatt
mit dem Bau einer Festungsstadt. Der
Grundstein für den Bau eines Jagdschlosses
in Rastatt wird gelegt. Baumeister
ist der der italienische Architekt Domenico
Egidio Rossi. |
| 1699 |
| Ende des Türkenkriegs; der
Friede von Karlowitz wird geschlossen. |
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