Gersbach und seine attraktiven Pfade & Wege (5): Der Naturpfad

Heimat der Gersbacher Riesen 

Auf eigene Faust oder in Begleitung des Försters: Beides bietet unvergessliche Eindrücke


Neue Wege auf alten Pfaden: Gersbachs kulturellen Schätze werden erschlossen - so kann 
man die Bemühungen betiteln, die es jetzt ermöglichen, in Form von Pfaden und Wegen in und 
um das Dorf Geschichte landschaftsnah zu erleben.
Das heutige Gersbach bietet jetzt die Möglichkeit, eine spannende Reise durch die letzten vier 
Jahrhunderte anzutreten und der Geschichte dieses Dorfes, aber auch unserer Region auf einer
ganz besondere Art und Weise näher kommen.  Denn diese Pfade und Wege geben wertvolle 
Hinweise auf die Entwicklung unserer Region und ihrer Menschen, ihre Lebensweise  und ihre 
Gewohnheiten und tragen so auch zur bewussten Erhaltung unseres Wissens über diesen Kul-
turraum bei.
Zusammen mit dem Rinderlehrpfad, dem Naturpfad, dem Kunst- und Skulpturenpfad, dem 
Dorfweg und dem Schanzenweg verfügt Gersbach nun über eine in dieser Form und in dieser 
Vielfalt einmalig reichhaltigen Palette von insgesamt fünf Wegen und Pfaden - eingebunden in die
einzigartige Landschaft des Südschwarzwaldes, in unmittelbarer Nachbarschaft zum nahen Hoch-
rheintal, dem schweizerischen Falten- und Schichtenjura, vor der beeindruckenden Kulisse der 
Alpen mit Eiger, Jungfrau und Mönch im Süden, der sanften Senke der Burgundischen Pforte und 
den tiefblauen Vogesen ganz im Westen. 
Gemeinsam mit dem kleinen Dorfweg und ergänzt durch den großen Schanzenweg bilden alle fünf als
Kulturwege Gersbach eine neue Einheit, die erstmals den gesamten landschaftlichen wie kulturel-
len Reichtum zusammenfasst und uns damit einen unvergesslichen Blick in eine atemberaubende kul-
turhistorische Schatzkammer ermöglicht, die - nicht nur landesweit - ihresgleichen sucht.
...
 

Fotos © Werner Störk 2001

Der "Naturpfad Gersbach" ist ein wirklich sehens- und erlebniswerter 
Lehrpfad durch die Gersbacher Waldungen. Mit einer Wanderzeit von
rund 2 Stunden und einer Wegstrecke von ca. 3,5, km ist es die ideale
Gelegenheit, alte und neue Geschichte, Fauna und Flora der Gersbacher
Wälder kennenzulernen.

Die wirklich lesenswerte 
"Naturpfad-Gersbach" - Broschüre
vom Forstamt Schopfheim

Kontakt: Staatliches Forstamt Schopfheim
Karlstraße 11, 79650 Schopfheim
Repro-Foto © Werner Störk 2001

Es gibt diese sehr lesenswerte Broschüre - vom  Forstamt Schopfheim 
herausgegeben - aber wer Natur pur, in verständlicher Sprache und
humorvoller Präsentation hautnah erleben will, der sollte sich auf jeden 
Fall eine der vom Gersbach Tourismus angebotenen Wander-
führungen von Forstinspektor Gempp, dem Gersbacher Revierförster,
anschließen - ein wirklich empfehlenswertes Erlebnis.

Wir danken an dieser Stelle Forstdirektor Dr. Gerhard Rieger
vom Staatlichen Forstamt Schopfheim für die Bereitstellung des 
Informationsmateriales und Forstinspektor Jörg Gempp für eine 
sehr informative und eindrückliche Begehung des Naturpfades 
Gersbach. 

"Von der gesamten 2410 ha großen Gemarkungsfläche 
Gersbachs einschließlich Schlechtbach sind 62% bewaldet,
38% sind vorwiegend Weidfläche und Siedlungsgebiet.

Foto © Werner Störk 2001

Im Gersbacher Wald:
Mit dem Förster auf  Entdeckungstour

Aufgrund der standörtlichen und klimatischen Bedingungen
überwiegen im Gersbacher Wald die beiden Baumarten
Tanne (Weißtanne) und Buche (Rotbuche).

Im Gersbacher Wald: 
Japanische Exportschlager - Weißtannen-Riesen

Foto © Werner Störk 2001

Die Fichte (Rottanne) wurde vom Menschen stark gefördert 
und vorwiegend für Aufforstungen verwendet.  Daneben 
findet man vor allem in feuchteren Rinnen und entlang von
Bächen noch häufig den Bergahorn, gelegentlich die Esche,
die Bergulme und die Rot- oder Schwarzerle.

Im Gersbacher Wald:  "Plenterwald"
Fotos © Werner Störk 2001
 

Seltener sind die Traubeneiche, der Spitzahorn, die Vogelbeere
(Eberesche), die Wildkirsche (Vogelkirsche), die Hängebirke,
die Winterlinde, die Aspe (Espe, Zitterpappel), die Salweide, 
die Mehlbeere, die Hagebuche (Hain- oder Weißbuche) und 
die Fohre (Waldkiefer).

Im Gersbacher Wald: 
Zu jeder Jahreszeit gibt es ideale Bestimmungsobjekte
Fotos © Werner Störk 2001

Ebenfalls vom Menschen angebaut kommen noch vereinzelt 
die Douglasie (aus Nordamerika) und die Europäische Lärche
vor.

Im Gersbacher Wald: Hier wird praxisnah bestimmt und fachkompetent erklärt 
Foto © Werner Störk 2001
 

An größeren Wildtieren finden sich Rehwild, Schwarzwild, 
Gemse, Fuchs, Dachs, Marder, Hase, Auerwild, Bussard
und Reiher

 

Im Gersbacher Wald.
Einfach auch mal innehalten ...
Foto © Werner Störk 2001

Beim Waldaufbau in Gersbach muß zwischen altem Wald und
Neuaufforstungen unterschieden werden.  In den Gebieten, in 
denen seit jeher der Wald erhalten geblieben war, diente er in 
früheren Zeiten vorwiegend als Lieferant von Brennholz für die 
örtliche Bevölkerung und zur Herstellung von Holzkohle für die 
früher verbreitete Glasbläserei und die Verhüttung von Eisen. 
Daneben war der Wald Nahrungsquelle für das Vieh, das 
Krautpflanzen und junge Bäume abweidete und Bucheckern
aufnahm.  In geringem Umfang benötigte man auch starkes
Tannenholz für Bauzwecke.

Foto © Werner Störk 2001
Im Gersbacher Wald: Baumpilz auf "Totholz"

Fotos © Werner Störk 2001

Und hier war Meister  Specht am Werk und hat die Holzschädlinge, 
die unter der Rinde ihr Fraßspuren hinterlassen haben,
gesucht - und gefunden ... sozusagen 
ein "gefundenes Fressen" ...

Diese zum Teil übermächtigen Nutzungen beeinträchtigten den
Waldzustand zeitweise sehr stark, so daß schließlich in der 
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts strengere Vorschriften und
eine bessere Überwachung des Waldes eingeführt wurden. 

Im Gersbacher Wald: Schmetterlingsblütler Kuckucksklee
Fotos © Werner Störk 2001

 

Man schaffte die Waldweide ab und brachte den Wald 
vorwiegend mit Weißtannen wieder in volle Bestockung. 
Durch die gute Wegerschließung war es möglich, einen 
starkholzreichen, wegen der Schneebruchgefahr 
ungleichaltrigen und dem Standort angepaßten, gemischten
Wald aus Tanne und Buche aufzubauen und Stammholz
wirtschaftlich zu nutzen.

Im Gersbacher Wald: Filigraner Waldgeißbart
Foto © Werner Störk 2001

Der Plenterwald ist eine Betriebsform des Hochwaldes, die sich
aus der wirtschaftlichen Zielsetzung entwickelt hat, möglichst
starke Stämme zu ernten.  Dadurch wurden über die gesamte
bewirtschaftete Fläche immer nur einzelne Stämme entnommen, 
größere kahle Bereiche entstanden kaum. In den kleinen 
Bestandslücken samen sich junge Bäume an oder bisher 
unterdrückte können durch den Genuß des vollen Lichtes ihr
Wachstum forcieren. Das Ergebnis dieser Art der Bewirtschaftung
ist, wenn sie über lange Zeit durchgeführt wird, ein Wald, der auf
kleinster Fläche alle Altersstufen und Entwicklungsstadien der
beteiligten Baumarten aufweist.

Im Gersbacher Wald:
"Stockwerk"-Erfahrung
Foto © Werner Störk 2001

Diese plenter- und femelartigen Wälder können jedoch nur 
unterhalten werden, wenn immer wieder Holznutzungen auch
zur Begünstigung des Zwischen- und Unterstandes vorgenommen
und wenn durch einen angepaßten Rehwildstand die natürliche
Verjüngung der Weißtanne in ausreichendem Maße gewährleistet
wird. 

 Im Gersbacher Wald: 
Praxisnahes Spannungsfeld zwischen 
Ökologie und Ökonomie
Foto © Werner Störk 2001

Bedenklich für die Zukunft stimmen die Schädigungen der 
Bäume durch Luftschadstoffe, die sich sowohl in Form von 
Nadelverlusten als auch durch Bodenversauerung auswirken.

Im Gersbacher Wald:
Praxisnah erfahren, wie eng Leben und Natur, 
Mensch und Wald verflochten sind
Foto © Werner Störk 2001

Der Verbiß durch Rehwild an Tannen und Edellaubhölzern
wie Ahorn und Esche erschwert stellenweise die natürliche
Verjüngung der Wälder.

Im Gersbacher Wald: Ein gefällter Riese und sein Nachwuchs
Die "Große Tanne" war einst die größte Weißtanne Europas - nun hat man
eine stattliche Nachfolgerin gefunden: Die "Dicke Tanne" - sie gehört
im Geschlecht der Weißtannen zu den absoluten Größen Europas -
mit wirklich erstaunlichen  Maßen: Rund 50 Meter hoch!
Durchmesser in Brusthöhe: Über 1,80 Meter! 
Ihr Alter: ca. 250 bis 300 Jahre!
Fotos © Werner Störk 2001

Die Aufforstungen der von der Landwirtschaft aufgegebenen 
Flächen wurden vorwiegend mit Fichten durchgeführt. Sie 
werden in dieser Höhenlage zum größten Teil durch Schneebruch
geschädigt.  Hier gilt es langfristig, durch Einbringung von Buche, 
Bergahorn und Weißtanne eine Entwicklung hin zur natürlichen
Waldbestockung einzuleiten.  Heutige Aufforstungen werden 
zunehmend von Beginn an mit einem gewissen Laubholzanteil
versehen.

Fotos © Werner Störk 2001

Im Gersbacher Wald: Die gefällte "Große Tanne"
Im Sommer und im Winter gleichermaßen 
Symbol für das Werden und Vergehen,
für Leben und Vergänglichkeit

Der jährliche, nachhaltig nutzbare Holzzuwachs der Gersbacher
Waldfläche liegt bei rund 8000 Festmetern. Dies entspricht 
einem Würfel mit einer Kantenlänge von knapp 20 Metern. 
Die stündliche Wuchsleistung läßt sich durch einen Würfel 
mit rund 1 Meter Kantenlänge verbildlichen."

Und unser Auszug endet mit dem treffenden Satz:

"Für die Zukunft gilt es, den Wald in seiner Vielfalt 
zu erhalten, ihn pfleglich zu nutzen und keinen zu 
starken Belastungen auszusetzen."

Quelle: "Naturpfad Gersbach" - Broschüre vom Forstamt Schopfheim (Hrsg.), 
            40 Seiten, 22 Grafiken, kartoniert.

Fotos © Werner Störk 2001

Und dass die Weißtannen, die Riesen von Gersbach, auch weit 
über ihren heimischen Standort hinaus nachhaltig Eindruck machen, 
das können Sie jetzt auf unserer Sonderseite: Aus der Heimat der
großen Tannen - Gersbach und das EXPO-2000-Dach in Hannover 
erleben!

Gersbachs Riesen
auf der Expo 2000


Hier können Sie natürlich auch die anderen Pfade und Wege in Gersbach kennen lernen

Rinder-

Lehrpfad

Historischer 

Dorfweg

Historischer

Schanzen-

Pfad

Kunst & 

Skulpturen-

Weg


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Haustier-Fauna

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Flora


Winterliche Impressionen: 
Gersbach im Schnee


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