Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Historisches Schanzwesen
Von Pionieren, Mineuren  und Sappeuren
Von der Entwicklung der Schanzbauern bis zu den Ingenieur-Korps
 
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
Sammlung  Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
 
Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT
ZEITGENÖSSISCHE QUELLEN- UND BEGLEITMATERIALIEN
Einer unserer Arbeitsbereiche ist das Quellenstudium. Dies beinhaltet nicht nur das sorgfältige Lesen und 
Erschließen eines Textes, sondern berücksichtigt dabei auch die Tatsache, dass jeder Autor eines Textes
immer auch als ein Mensch seiner Zeit denkt und schreibt – und somit das wiedergibt, was ihn in seiner 
jeweils geltenden gesellschaftlich-politischen Schicht- und Sicht als „Zeitgenosse“ seiner Zeit geprägt hat. 
Diese „zeitgenössischen“ Aspekte fließen auch in scheinbar „sachlich-neutralen“ Artikel ein - wie sich sehr
gut auch in den Beiträgen in Meyers Konversationslexikon von 1888/89 nachweisen lassen. Wir haben 
deshalb eine Auswahl solcher Materialien zusammengestellt. 
Internetrecherchen sind bei unserer Projektarbeit ein wesentlicher Bestandteil. Dabei ist feststellbar, dass
die Schüler anfänglich wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Quellen wahr sind und in Wort 
und Bild den abgefragten Sachverhalt richtig darstellen. Hier setzt die pädagogisch-didaktisch-methodi-
sche Hinführung zu einer kritischen Reflektion, zum intensiven Vergleichen mehrerer Quellen an und führt
so zu einer wachsenden Medienkompetenz. 
Daher ist eines unserer Projekt-Ziele: Sensibel machen für Zeit und Personen und das vorsichtige Annähern
an die Texte mit vergleichendem Lesens. So verwunderte zunächst die stark militärisch geprägte Sprache 
und der weite Raum, den militärische Fragen einnehmen. Erst beim zweiten Hinsehen und dem Wissen um 
den Deutsch-Französischen Krieg von 1871/72, einem wachsenden imperialen Nationalismus samt dem 
damit verbundenen Wettrüsten vieler europäischen Staaten (das diese in den Ersten Weltkrieg führen wird),
wird dem jungen Leser nun bewusst, wie er diese Quelle einschätzen hat. Wir haben diese Texte auch des-
halb gewählt, da sie relativ nah an den zu diesem Zeitpunkt noch praktizierten Fortifikationsmethoden standen
und somit fachlich ein recht anschauliches Bild derselben wiedergeben.

Die nachfolgenden Artikel (mit einem *Stern gekennzeichnet) entstammen Meyers Konversationslexikon, 

Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1885 - 1892. 

Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
DER PFÄLZISCHE ERBFOLGEKRIEG*
Die nach neuen Eroberungen in D. lüsterne schwedische Habgier war durch den Bund des Kaisers mit
Brandenburg, Polen und Dänemark 1658-60 abgewehrt und Schweden in seine Grenzen zurückgewie-
sen worden. An der Westgrenze aber machte Ludwig XIV., auch nachdem seine Kaiserwahl vereitelt 
worden, immer bedrohlichere Fortschritte, indem er im Kampf mit Spanien die 1556 an dieses überlas-
senen burgundisch-niederländischen Provinzen stückweise in seinen Besitz zu bringen wußte und die 
Ausdehnung Frankreichs bis an seine natürliche Grenze, den Rhein, offen beanspruchte. Im Pyrenäi-
schen Frieden (1659) erwarb er ein wichtiges Stück von Flandern; im Devolutionskrieg suchte er die 
ganzen spanischen Niederlande zu annektieren, und weder Kaiser noch Reich hätten ihn daran gehin-
dert: der Aachener Friede, den ihm die Tripelallianz der Seemächte mit Schweden 1668 aufnötigte, ließ
ihm den Besitz von zwölf wichtigen Festungen. Viele Fürstenhöfe standen in französischem Sold, und 
der französische Gesandte war auf dem Reichstag in Regensburg die einflußreichste Persönlichkeit. Der
Herzog von Lothringen, dessen Fürstentum die Verbindung Frankreichs mit dem Elsaß unterbrach, 
wurde, als er sich der französischen Botmäßigkeit nicht unbedingt fügen wollte, 1670 ohne weiteres 
verjagt und seines Landes beraubt. Die Herrschsucht und Anmaßung des französischen Eroberers über-
schritten endlich alles Maß und zwangen dem Kaiser und dem Reich die Waffen in die Hände. Als Lud-
wig XIV. 1672 im Bund mit den Bischöfen von Köln und Münster die vereinigten Niederlande überfiel, 
um sie für die Tripelallianz zu züchtigen, sammelte er seine Truppen auf deutschem Reichsgebiet und be-
setzte mit ihnen die klevischen Städte. Ein kaiserliches und ein brandenburgisches Heer rückten an den 
Rhein, um die Reichsgrenzen zu schützen. Bei der Zurückweisung desselben drangen die Franzosen bis
tief in das Innere des Reichs ein, besetzten Trier, verwüsteten die Pfalz und unterjochten die zehn Reichs-
städte im Elsaß. Jetzt ermannten sich Kaiser und Reich zu einer Kriegserklärung an Frankreich, und kai-
serliche und deutsche Reichstruppen kämpften 1674 bis 1678 im Verein mit denen Spaniens und Hol-
lands am Rhein, während gleichzeitig die norddeutschen Fürsten den frechen Angriff Schwedens zurück
wiesen. Die Heere der Koalition kämpften tapfer und nicht unglücklich; im Norden errang der Große 
Kurfürst über die Schweden den glänzenden Sieg von Fehrbellin (28. Juni 1675) und entriß ihnen ganz 
Pommern. Indes die materiellen Hilfsmittel der Verbündeten waren bald erschöpft, ihre Feldherren und 
Staatsmänner durchkreuzten bei der Kriegführung und bei den Friedensverhandlungen durch Mißtrauen
und Eifersüchteleien gegenseitig ihre Pläne, und so trug Ludwig XIV. endlich doch über die uneinige 
Koalition den Sieg davon. Im Frieden zu Nimwegen (1678) behielt er Lothringen, die elsässischen Städ-
te, die Franche-Comté und eine Reihe belgischer Festungen und tauschte gegen Philippsburg Freiburg i.
Br. ein. Darauf zwang er im Frieden von St.-Germain (1679) den Kurfürsten von Brandenburg, seine 
schwedischen Eroberungen wieder herauszugeben. Dieser unglückliche Ausgang des ersten Koalitions-
kriegs verschärfte den Zwist zwischen den Verbündeten und die Spaltung im Reich. Man verzweifelte an 
der Möglichkeit, sich der französischen Universal-monarchie entziehen zu können. Nicht bloß die meisten
rheinischen Stände, auch mächtige patriotische Fürsten, wie Brandenburg, schlossen sich dem französi-
schen König an, und als der Kaiser durch seine Verfolgungssucht gegen die ungarischen Protestanten dort
einen gefährlichen Aufstand heraufbeschwor und die Türken zu einem großartigen Kriegszug gegen D. 
rüsteten, glaubte Ludwig XIV. die Maske des Schutzes deutscher Verfassung und Freiheit, die er bisher 
vorgehalten fallen lassen und zur offenen Gewaltthat schreiten zu können. 1679 errichtete er in Metz und 
Breisach Reunionskammern, welche alle Gebiete, die jemals zu den in den letzten Friedensschlüssen vom
Reich abgetretenen Ländern gehört hatten, für Frankreich reklamierten, und ließ dieselben sofort besetzen. 
1681 bemächtigte er sich durch Verrat und Einschüchterung der freien Reichsstadt Straßburg, des Schlüs-
sels zu Süddeutschland. Ein Schrei der Entrüstung ging durch ganz D. und schien den schlummernden Pa-
triotismus der Fürsten und des Volkes zu energischer Thatkraft aufzureizen, aber er erstickte in den schwer-
fälligen Modalitäten der Reichs-verfassung, die es nur zu ohnmächtigen Protesten kommen ließ. Überdies 
machte der Einfall eines ungeheuern türkischen Heers, welches von Ungarn aus 1683 bis Wien vordrang
und dieses Bollwerk des Südostens hart belagerte, einen Krieg mit Frankreich unmöglich. Die ganze kaiser-
liche und Reichsmacht mußte aufgeboten werden, um durch den Sieg am Kahlenberg (12. Sept.) Wien z
u befreien und die Türken nach Ungarn zurückzutreiben. Hier erfochten die kaiserlichen Feldherren Karl 
von Lothringen, Ludwig von Baden und Eugen von Savoyen glänzende Erfolge: 1686 wurde Ofen erstürmt, 
1697 die türkische Heeresmacht bei Zenta aufs Haupt geschlagen und im Frieden von Karlowitz 1699 Un-
garn mit seinen Nebenlanden dem Kaiser als Erbreich unterworfen. Im Osten kamen die mit Hilfe deutscher
Truppen errungenen Siege und die Erwei-terung der österreichischen Hausmacht wenigstens der Sicherheit 
der Reichsgrenze zu gute. Im Westen dagegen brachte der auch hier sich geltend machende Aufschwung 
der militärischen Kraft Österreichs und Deutschlands dem letztern nicht die gewünschte Frucht. Nachdem 
das Reich im Regensburger Waffenstillstand 1684 Ludwig XIV. den Besitz der Reunionen für 20 Jahre zuge-
standen hatte, erhob derselbe 1685 nach dem Aussterben der kurpfälzischen Linie der Wittelsbacher für 
seine Schwägerin Elisabeth Charlotte Anspruch auf die Allodialgüter des pfälzischen Hauses. Zur Abwehr 
dieses Übergriffs, mit dem der Widerruf des Edikts von Nantes und die Thronbesteigung des katholischen, 
französisch gesinnten Jakob II. in England zusammenfielen, vereinigten sich der Kaiser, die angesehensten 
deutschen Stände, Spanien, die Niederlande und Schweden 1686 zu der Liga von Augsburg; der Prinz 
Wilhelm III. von Oranien bereitete eine allgemeine Koalition Europas gegen Frankreichs Tyrannei vor. Ludwig 
XIV. nahm 1688 die Nichtanerkennung seiner Kreatur, des Grafen Wilhelm von Fürstenberg, als Erzbischof 
von Köln von seiten des Papstes und des Reichs zum Anlaß, um seinen Gegnern mit der Kriegserklärung zu-
vorzukommen. Er begann die Feindseligkeiten mit einem Akt kalter, wohlüberlegter Barbarei, indem er die 
gesegnete Pfalz, um sie für seine Feinde als Operationsgebiet unbrauchbar zu machen, durch Feuer und 
Schwert in eine Einöde verwandeln ließ. Mannheim, Kreuznach, Oppenheim, Frankenthal, Baden, Bruchsal, 
Offenburg, Heidelberg mit seinem herrlichen Schloß, Worms und Speier wurden eingeäschert, das platte 
Land, auch das des benachbarten kölnischen und trier-ischen Gebiets, verwüstet. Diese That frevelhaften 
Übermuts erregte einen solchen Sturm der Entrüstung, daß sich unter Führung Wilhelms von Oranien, der
eben den letzten Stuart, Jakob II., vom englischen Thron gestürzt, eine große Koalition gegen Frankreich
bildete, welcher sich fast al-le europäischen Mächte, selbst der Papst, anschlossen. Acht Jahre kämpften
kaiserliche und deutsche Reichstruppen am Rhein und in den Niederlanden gegen die Franzosen; wenn es 
ihnen auch gelang, den Boden des Reichs zu schützen, so vermochten die Heere der Koalition doch im 
Landkrieg keine entscheidenden Erfolge zu erringen. Beiderseitige Erschöpfung nötigte die Kriegführen-
den 1697 zum Frieden von Ryswyk, an dessen Verhandlungen auch die Reichsdepu-tierten sich beteilig-
ten, ohne jedoch großen Einfluß auszuüben. Der Kaiser war es, der den Frieden abschloß und dabei das
Interesse besonders der evangelischen Stände in wichtigen Punkten unberücksichtigt ließ: Frankreich gab 
einige Reunionen sowie Lothringen heraus, behielt aber das Elsaß mit Straßburg und Saarlouis und setzte 
es durch, daß der in der Pfalz seit 1688 mit Gewalt hergestellte Katholizismus in 1922 Ortschaften 
herrschend blieb.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
TÜRKEN VOR WIEN*
In den Türkenkriegen wurde die Stadt zum erstenmal vom 22. Sept. bis 15. Okt. 1529 vom Sultan Soliman
mit 120,000 Mann belagert, aber von 16,000 Mann Soldaten und 5000 Bürgern unter Nikolaus von Salm 
tapfer verteidigt, bis Soliman abzog. In dem von den ungarischen Grafen Tököly veranlaßten neuen Türken-
krieg wurde W. vom 14. Juli bis 12. Sept. 1683 von 200,000 Türken unter Kara Mustafa belagert, aber 
von 13,000 Mann Soldaten und 7000 Bürgern unter Rüdiger von Starhemberg verteidigt, bis der Herzog v
on Lothringen mit der Reichsarmee und Johann Sobieski von Polen die Stadt entsetzten. 1704 wurden die 
bei der Belagerung niedergebrannten, seitdem aber wieder aufgebauten Vorstädte gegen die bis nahe an W.
streifenden ungarischen Insurgenten unter Rákóczy mit den noch erhaltenen Linien umgeben, welche im 
März und Juni d. J. die Vorstädte wirklich vor der Zerstörung schützten
Die böhmischen Stände bestätigten Ferdinands Erbansprüche, indem sie ihn zum König wählten. In Ungarn 
dagegen rief nur ein Teil der Magnaten den Habsburger zum König aus, während die Mehrzahl den Fürsten
von Siebenbürgen, Johann Zápolya, zum König wählte, der sich unter türkischen Schutz stellte und 1529 
nach der Eroberung von Budapest daselbst vom Sultan Soliman als Vasallenkönig eingesetzt wurde. Ferdi-
nand blieb bloß der Königstitel und der Besitz einiger Landstriche im Westen und Norden des Reichs. Aber
nicht nur diese, sondern auch seine österreichischen Lande waren nun fortwährend von den Türken bedroht, 
welche 1529 bis vor Wien vordrangen, allerdings 14. Okt. die Belagerung der tapfer verteidigen Stadt auf-
geben mußten, aber doch das Land aufs furchtbarste verwüsteten. Als Soliman zum zweitenmal 1532 gegen 
Wien vorrückte, hemmte die Verteidigung von Güns durch eine kleine deutsche Besatzung das türkische 
Heer so lange, bis die deutschen Truppen erschienen, vor denen es zurückwich. Der erste Friedensvertrag, 
den darauf der Großwesir 1533 zu Konstantinopel mit Ferdinands Gesandten abschloß, sicherte diesem den 
Besitz der Städte und Landschaften zu, die er in Ungarn noch in Händen hatte. Während Ferdinand durch 
Anerbietung von Pensionen und Ehrengeschenken vergeblich die Anerkennung seiner Erbansprüche aus 
Ungarn von Soliman zu erwirken bemüht war, richteten die Reichsheere, welche Kurfürst Joachim von Bran-
denburg 1541 und 1542 nach Ungarn führte, auch nichts Entscheidendes aus. Ferdinand mußte froh sein, daß
ihm 1547 gegen Zahlung einer jährlichen Pension von 30,000 Dukaten sein ungarischer Besitzstand von den 
Türken auf fünf Jahre zugestanden wurde. Der Grenzkrieg dauerte trotzdem fort, auch nachdem Ferdinand 
1562 in einem neuen Friedensvertrag auf das 1551 für kurze Zeit erworbene Siebenbürgen verzichtet hatte.
Österreich hatte unter Leopold I. nach zwei Seiten hin zu kämpfen. Zunächst fielen die Türken von neuem in 
Ungarn ein. Ein österreichisches Heer, welches sie bei Gran am Überschreiten der Donau hindern wollte, 
wurde zurückgeschlagen (Aug. 1663), und die türkischen und tatarischen Scharen drangen plündernd und 
brandschatzend bis Brünn und Olmütz vor. Durch den Sieg Montecuccolis bei St. Gotthardt a. d. Raab
(1. Aug. 1664) wurden die Türken zu dem Frieden von Vasvár bewogen, der Österreich zwar keine Ge-
bietsvergrößerung, aber Ruhe und die Möglichkeit gewährte, die Herrschaft in Ungarn zu befestigen und die
ständischen Rechte und die Religionsfreiheit der Ungarn zu beschränken. Eine Verschwörung der Magnaten
hiergegen wurde unterdrückt und blutig bestraft (1665-71). Als Emmerich Tököly, das Haupt der Ungarn, 
die für ihre alte Verfassung und für den in grausamer Weise verfolgten Protestantismus kämpften, die Türken 
endlich um Hilfe bat, rückten diese 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa, 200,000 Mann stark, sengend 
und brennend bis vor Wien, das zwei Monate lang belagert, aber durch die tapfere Besatzung und die Bürger-
schaft erfolgreich verteidigt wurde, während der kaiserliche Hof nach Passau geflüchtet war. Ein kaiserliches 
und Reichsheer unter Karl von Lothringen und die Polen unterJohann Sobieski entsetzten endlich durch den 
Sieg am Kahlenberg (12. Sept. 1683) die Hauptstadt. Durch deutsche Reichstruppen verstärkt, rückten nun 
die Kaiserlichen in Ungarn ein, nahmen 1683 Gran, 1686 Ofen ein und eroberten durch den Sieg bei Mohács
(12. Aug. 1687) Kroatien und Slawonien. Durch diese Erfolge seiner Waffen erreichte es Leopold, daß die
ungarischen Stände 1687 in die Aufhebung des Wahlkönigtums willigten und das Land in ein Erbreich unter 
habsburgischer Herrschaft verwandelten, und vereinigte mit demselben 9. Mai 1688 Siebenbürgen, dessen 
Fürst und Landtag der türkischen Oberherrschaft entsagten. Durch die Siege des Markgrafen Ludwig von 
Baden bei Szalankemen (19. Aug. 1691) und Eugens von Savoyen bei Zenta (11. Sept. 1697) wurde der
Sultan zum Frieden von Karlowitz (26. Jan. 1699) gezwungen, in welchem ganz Siebenbürgen und alles 
Land zwischen Donau und Theiß, mit Ausnahme des Banats von Temesvár, an Österreich abgetreten wurde.
Inzwischen war auch Tirol, welches seit 1564 von Seitenlinien beherrscht worden, nach dem Erlöschen der
letzten 1665 an Österreich zurückgefallen.
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SPANISCHER ERBFOLGEKRIEG*
Spanischer Erbfolgekrieg 1701 - 1714. Da mit dem Tode des kinderlosen Königs Karl II. von Spanien da
s Erlöschen des habsburgischen Stammes in diesem Land in Aussicht stand, so war die spanische Thron-
folge ein Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit für die europäische Diplo-matie bereits seit der Mitte 
des 17. Jahrh. Von drei Seiten wurden Ansprüche auf die Nachfolge erhoben. Ludwig XIV. von Frank-
reich, welcher bereits 1667 die spanischen Niederlande als Erbe seiner Gemahlin in seinen Besitz zu brin-
gen versucht hatte, verlangte den Thron für seinen Enkel Philipp von Anjou, den zweiten Sohn des Dauphin,
weil er (Ludwig XIV.) ein Sohn der spanischen Infantin Anna von Österreich, Tochter Philipps III. von 
Spanien, und seine Gemahlin die älteste Tochter des spanischen Königs Philipp IV. war; Kaiser Leopold I.,
ebenfalls Enkel Philipps III. und Gemahl der jüngern Tochter Philipps IV. Margareta-Theresia stützte seine
Ansprüche für seinen zweiten Sohn, Karl, teils auf diese verwandtschaftlichen Beziehungen, welche denen 
Ludwigs XIV. vorangingen, weil dessen Gemahlin ihren Erbansprüchen bei ihrer Vermählung entsagt hatte, 
teils auf die Erbansprüche des Hauses Habsburg auf die spanische Monarchie. Außerdem wurden auch für 
den Kurprinzen Joseph Ferdinand von Bayern, dessen Mutter Maria Antonia eine Tochter Leopolds I. und
seiner spanischen Gemahlin war, Ansprüche auf den spanischen Thron erhoben, welche namentlich von den
Seemächten, an deren Spitze Wilhelm III. von Oranien stand, begünstigt wurden, da diese die spanische 
Monarchie weder an Frankreich noch an Österreich fallen, höchstens die italienischen Nebenlande an sie 
verteilen wollten, wie auch ein Teilungs-vertrag vom 11. Okt. 1698 festsetzte. König Karl II. ernannte den
bayrischen Prinzen testamenta-risch zu seinem Nachfolger in allen damals spanischen Landen. Als letzterer
6. Febr. 1699 plötzlich starb, schlossen Wilhelm III. und Ludwig XIV. (2. März 1700) einen neuen Teil-
ungsvertrag, wonach der Erzherzog Karl die spanische Krone, Philipp von Anjou Neapel, Sizilien, Guipu-
zcoa und Mailand erhalten sollte. Da aber Leopold I. diesem Vertrag seine Zustimmung verweigerte, so 
hielt sich auch Ludwig XIV. nicht an ihn gebunden. Am Hof zu Madrid wirkte der kaiserliche Gesandte 
Graf Harrach für den Erzherzog Karl, der französische Gesandte Marquis v. Harcourt für Philipp von 
Anjou. Letzterer trug endlich den Sieg davon, denn Karl II. setzte durch Testament vom 2. Okt. 1700 
Philipp von Anjou zum Erben der gesamten spanischen Monarchie ein. Nach Karls II. Tod (1. Nov. 
1700) ergriff Philipp V. sofort Besitz von dem spanischen Thron und zog schon 18. Febr. 1701 in Madrid
ein. Anfangs erhob nur Kaiser Leopold Protest hiergegen und traf Anstalt zum Beginn des Kriegs in Italien.
Erst als Ludwig XIV. deutlich seine Absicht kundgab, die Erwerbung der spanischen Monarchie zur Erhö-
hung von Frankreichs Machtstellung zu verwerten und den Schiffen der Seemächte die Häfen Südamerikas
und Westindiens zu verschließen, als französische Truppen die holländischen Besatzungstruppen aus den 
Festungen der spanischen Niederlande vertrieben und der französische König nach Jakobs II. Tode des-
sen Sohn als König Jakob III. von Großbritannien anerkannte, kam 7. Sept. 1701 zwischen dem Kaiser 
und den Seemächten eine Tripelallianz zu stande, welcher dann auch das Deutsche Reich und Portugal bei-
traten. Zwar starb König Wilhelm III. 19. März 1702, indes blieben sowohl England unter Königin Anna,
welche von Marlborough und seiner Gemahlin beeinflußt wurde, als die von dem Ratspensionär Heinsius 
geleiteten Niederlande seiner Politik getreu. Frankreich hatte nur die Kurfürsten von Bayern und Köln so-
wie den Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen zu Verbündeten.Der Krieg wurde 1701 durch den kai-
serlichen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen in Italien eröffnet. Eugen schlug Catinat 9. Juli bei Carpi, 
den an Catinats Stelle getretenen unfähigen Villeroi 1. Sept. bei Chiari und nahm 1. Febr. 1702 den letz-
tern durch einen Überfall in Cremona gefangen. Dem neuen französischen Feldherrn Vendôme gelang es
indes, die Fortschritte der Kaiserlichen in Italien zu hemmen, auch nachdem 1703 der Herzog von Savo-
yen auf die Seite des Kaisers übergetreten war. Am Niederrhein behauptete inzwischen der große eng-
lische Feldherr Marlborough die Oberhand gegen die Franzosen: er eroberte die Festungen an der Maas 
und das ganze Kurfürstentum Köln. Am obern Rhein hatte der Prinz Ludwig von Baden, dem der Mar-
schall Villars gegenüberstand, 9. Sept. 1702 Landau erobert und Villars, der bei Hüningen über den 
Rhein ging, zum Rückzug genötigt; aber 1703 eroberten die Franzosen Breisach (7. Sept.) und Landau
(17. Nov.); ferner vereinigte sich 12. Mai 1703 der Kurfürst von Bayern bei Tuttlingen mit Villars, und
beide drangen in Tirol ein. Zwar wurden sie durch die Erhebung der Tiroler unter großem Verlust wie-
der zurückgetrieben; aber da der ungeschickte österreichische General Styrum sich 20. Sept. bei 
Höchstädt schlagen ließ und 13. Dez. Augsburg sich ergeben mußte, so endete der Feldzug für die 
Verbündeten im ganzen nicht günstig. Landau und Breisach gingen wieder an die Franzosen verloren. 
Auch fiel Anfang 1704 Nassau in die Hände des Kurfürsten, und der Kaiser, der gleichzeitig einen 
Aufstand in Ungarn zu bekämpfen hatte, sah sich schon in seinen Erblanden bedroht. Da trat 1704 die
entscheidende Wendung ein. Prinz Eugen, den der Kaiser an die Spitze des Hofkriegsrats gestellt hatte,
faßte den Plan, durch einen kombinierten Angriff der beiden verbündeten Heere die bayrisch-französi-
sche Macht zu vernichten. Marlborough ging bereitwilligst auf diesen Plan ein und zog in Eilmärschen 
vom Niederrhein nach Schwaben. Markgraf Ludwig und er vereinigten ihre Truppen bei Ulm, nötigten
durch Wegnahme der Verschanzungen auf dem Schellenberg bei Donauwörth (2. Juli) den Kurfürsten 
und den französischen General Marsin zum Rückzug nach Augsburg, und nachdem einerseits Tallard 
sich mit letzterm, anderseits Eugen sich mit Marlborough vereinigt hatte (während der Markgraf von 
Baden Ingolstadt belagerte), erlitt 13. Aug. 1704 das französisch-bayrische Heer bei Höchstädt (Blen-
heim) eine entscheidende Niederlage und verlor gegen 30,000 Mann an Toten und Verwundeten; Tal-
lard selbst und 15,000 Mann wurden gefangen. Der Kurfürst mußte flüchten. Als Leopold I. 5. Mai 
1705 starb, setzte sein Sohn Joseph I. den Kampf mit Energie fort. Er beschwichtigte den ungarischen
Aufstand, erwirkte die Achtserklärung gegen die beiden wittelsbachischen Kurfürsten und bemächtigte
sich nach blutiger Unterdrückung einer Volkserhebung der bayrischen Lande. Am 23. Mai 1706 er-
focht Marlborough bei Ramillies einen glänzenden Sieg über die Franzosen unter Villeroi, besetzte Lö-
wen, Mecheln, Brüssel, Gent und Brügge und ließ überall Karl III. als König ausrufen. Als infolge dieser 
Niederlage Vendôme aus Italien nach den Niederlanden berufen wurde, erhielt dadurch Eugen die Mög-
lichkeit, von Verona aus dem von den Franzosen belagerten Turin zu Hilfe zu eilen und nach seiner Ver-
einigung mit dem Herzog von Savoyen den vereinigten französischen Generalen Marsin, Herzog von Or-
léans und La Feuillade 7. Sept. vor Turin eine gänzliche Niederlage beizubringen, infolge deren die 
Franzosen gemäß der sogen. Generalkapitulation vom 13. März 1707 ganz Italien räumen mußten. 
Nur am Oberrhein gelang es Villars, nach dem Tode des Markgrafen Ludwig (Januar 1707) die von 
den Reichstruppen besetzten Stollhofener Linien zu durchbrechen und das südwestliche Deutschland 
brandschatzend zu durchziehen. Selbst in Spanien, wo die überwiegende Mehrheit der Nation dem 
bourbonischen König Philipp V. anhing, gelang es dem habsburgischen Prätendenten, vorübergehende
Erfolge zu erringen. Gleich im Anfang des Kriegs wurde von den Eng-ländern und Holländern eine im 
Hafen von Vigo liegende spanische Flotte zerstört; 1703 trat König Dom Pedro II. von Portugal dem
großen Bündnis bei, und 1704 erschien Erzherzog Karl in Spanien, während die Engländer (3. Aug. 
1704) Gibraltar eroberten. Wirklich gelang es Karl, 1705 sich zum Herrn von Valencia, Katalonien 
und Aragonien zu machen; 2. Juli 1706 wurde sogar Madrid von einem vereinigten englisch-portugie-
sischen Heer unter Galloway und Las Minas besetzt; allein da den Operationen der Verbündeten der
Zusammenhang fehlte, so waren diese Erfolge nicht von Dauer, Madrid ging bald wieder verloren, 
und nach dem Sieg des Marschalls Berwick über das englisch-portugiesische Heer bei Almanza (25. 
April 1707) fielen auch die südlichen Provinzen in die Hände Philipps V. Obwohl die Verbündeten 
auch auf den übrigen Kriegsschauplätzen 1707 keine großen Erfolge errangen, machte sich in Frank-
reich die Erschöpfung der Hilfsmittel schon so sehr geltend, daß Ludwig XIV. den Seemächten den 
Verzicht auf Spanien anbot und nur die italienischen Lande für seinen Enkel beanspruchte. Indes noch
war Marlboroughs Einfluß in England maßgebend, überdies hofften die Engländer, Spanien unter Karl
III. zu ihrem ausschließlichen Nutzen merkantil ausbeuten zu können. Die Seemächte waren mit Öster-
reich darüber einverstanden, daß man nicht bloß aus dem Erwerb der ganzen spanischen Monarchie
für Österreich bestehen, sondern auch die Lage benutzen müsse, um Frankreichs Vorherrschaft für 
immer zu brechen. Der Erfolg schien dies Vorhaben zu begünstigen. Ein Versuch, den ein starkes
französisches Heer unter dem Herzog von Burgund und Vendôme 1708 unternahm, um die spani-
schen Niederlande wiederzuerobern, wurde durch den Sieg Eugens und Marlboroughs bei Ouden-
aarde (11. Juli) vereitelt und ganz Flandern und Brabant von neuem unterworfen. Ludwig XIV. war 
jetzt sogar bereit, auf Grundlage des völligen Verzichts auf Spanien über einen Frieden zu verhandeln.
Auch als die Verbündeten die Rückgabe des Elsaß mit Straßburg, der Freigrafschaft, der lothringi-
schen Bistümer forderten, war der französische Gesandte im Haag, Torcy, noch zu Unterhandlungen
bereit. Erst die Zumutung, seinen Enkel selbst durch französische Truppen aus Spanien vertreiben zu 
helfen, wies Ludwig XIV. mit Entschiedenheit zurück. Der Krieg in den Niederlanden wurde wieder 
aufgenommen; die blutige Schlacht bei Malplaquet (11. Sept. 1709) blieb zwar unentschieden, die 
furchtbaren Verluste der Franzosen in derselben erschöpften aber ihre Kräfte. Gleichzeitig siegte in 
Spanien der österreichische General Starhemberg bei Almenara 27. Juli und Saragossa 20. Aug., 
und Karl zog 28. Sept. in Madrid ein. Da, als Frankreichs Niederlage unabwendbar schien, als der
Übermut der Verbündeten keine Grenzen mehr kannte, traten unerwartete Ereignisse ein, welche 
einen Umschwung zu gunsten Ludwigs XIV. zur Folge hatten. Am 10. Dez. 1710 errang Vendôme 
einen glänzenden Sieg über Starhemberg bei Villa Viciosa. Wichtiger war noch, daß in England das 
Whigministerium durch ein Toryministerium verdrängt wurde, welches den Frieden möglichst rasch 
herzustellen wünschte, und daß 17. April 1711 Kaiser Joseph I. starb. Da nun dessen Bruder, der 
Prätendent für Spanien, als Karl VI. Kaiser wurde, so fürchteten die andern Mächte, das Haus 
Habsburg möchte durch die Vereinigung Österreichs mit Spanien zu mächtig werden. Zunächst 
knüpften die Engländer mit Ludwig XIV. geheime Unterhandlungen an. Am 8. Okt. 1711 wurden 
die Präliminarien zu London unterzeichnet und trotz aller Gegenbemühungen des Kaisers 29. Jan. 
1712 der Friedenskongreß zu Utrecht eröffnet. Marlborough wurde durch den Grafen Ormond, 
einen eifrigen Jakobiten, ersetzt, und dieser gewährte dem Prinzen Eugen nicht die nötige Unter-
stützung, so daß der Marschall Villars bei Denain 27. Juli 1712 wieder einige Erfolge über Eugen 
und die Holländer davontrug. Als Philipp V. 5. Nov. 1712 auf die Erbfolge in Frankreich für sich 
und seine Nachkommen feierlichst verzichtete und diese Urkunde von Ludwig XIV. bestätigt, also
eine Union Spaniens mit Frankreich für die Zukunft verhindert wurde, schlossen England und bald
auch die Niederlande mit Frankreich Waffenstillstand, dem am 11. April 1713 der förmliche Ab-
schluß des Friedens zu Utrecht folgte, dem auch Portugal, Savoyen und Preußen beitraten; Kaiser
und Reich weigerten sich, ihn anzuerkennen. Die Bedingungen dieses Friedens waren folgende: 
Philipp V. erhält Spanien mit den außereuropäischen Besitzungen, welches aber nie mit Frankreich 
vereinigt werden darf; Frankreich erkennt die Thronfolge in England an und tritt an dieses die Huds-
onbailänder, Neufundland und Neuschottland ab; von Spanien erhält England Gibraltar und Menor-
ca sowie beträchtliche Handelsvorteile im spanischen Amerika, Preußen bekommt das Oberquartier
von Geldern und Neuchâtel mit Valengin, Savoyen eine Anzahl Grenzfestungen und die Insel Sizilien,
Holland die sogen. Barrierefestungen und einen günstigen Handelsvertrag. So von den Verbündeten 
verlassen, konnten der Kaiser und Prinz Eugen nichts mehr ausrichten, zumal die Reichsfürsten sich 
sehr saumselig und unzuverlässig zeigten. Der Marschall Villars nahm 20. Aug. 1713 Landau, brand-
schatzte die Pfalz und Baden und eroberte 16. Nov. Freiburg i. Br., worauf er Eugen Friedensunter-
handlungen anbot, welche auch 26. Nov. 1713 zu Rastatt eröffnet wurden. Am 7. März 1714 wurde
der Friede zwischen Frankreich und dem Kaiser zu Rastatt abgeschlossen. Um auch das Deutsche
Reich in den Frieden aufzunehmen, fand ein Kongreß zu Baden im Aargau statt, wo der Rastatter 
Friede mit wenigen Änderungen 7. Sept. d. J. angenommen wurde. Hiernach bekam der Kaiser die -
spanischen Niederlande, Neapel, Mailand, Mantua und Sardinien; Frankreich behielt von seinen Er-
oberungen nur Landau; die Kurfürsten von Bayern und Köln wurden in ihre Länder und Würden 
wieder eingesetzt. Vergeblich verwendete sich der Kaiser für die treuen Katalonier, welche sich 
Philipp V. nicht unterwerfen wollten; seine Bemühungen waren fruchtlos, Barcelona wurde 11. Sept. 
1714 von dem Marschall von Berwick erobert, und die Katalonier verloren ihre alten Vorrechte und 
ständischen Freiheiten. 
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REICHSKREISE *
Reichskreise, die älteste Kreiseinteilung in Deutschland war diejenige, welche unter Kaiser Maximilian I. 
behufs Erhaltung des Landfriedens und zu militärischen Zwecken stattfand. Die damaligen zehn Kreise 
waren: der bayrische, burgundische, fränkische, kurrheinische, ober- oder kursächsische, niedersächs-
ische, oberrheinische, österreichische, schwäbische u. niederrheinisch-westfälische K.
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FORTIFIKATION*
Fortifikation (lat.), Befestigungskunst; auch die Behörde einer Festung, der die Verwaltung der
letztern in fortifikatorischer Beziehung obliegt. Fortifizieren, befestigen; fortifikatorisch, auf F. 
bezüglich.
DEFENSIVE *
Defensive (lat.), diejenige der beiden Hauptformen kriegerischer Thätigkeit, bei welcher es, im 
Gegensatz zur Offensive, auf Verteidigung, nicht auf Angriff abgesehen ist. In der D. erwartet 
man den Feind in einer Aufstellung und wehrt seinen Angriff ab. Man bedient sich der reinen D.
aber nur so lange, als man ihrer der eignen Schwäche wegen bedarf, und gibt sie auf, sobald 
man sich zum Angriff stark genug fühlt. Eine gute D. muß offensive Momente haben. Es wird 
deshalb die Stellung zur D. so gewählt, daß sich neben oder innerhalb einer starken Verteidi-
gungslinie ein günstiges Angriffsfeld findet. Defensivstellung heißt diejenige Stellung, welche 
das Vordringen des Feindes in einer bestimmten Richtung verhindern oder wenigstens er-
schweren soll. Wo die Natur solche Hilfsmittel versagt, muß die Kunst sie zu ersetzen suchen, 
teils durch Anwendung der Fortifikation, teils durch zweckmäßige Verteilung der Waffengat-
tungen; stets kann und muß die Kunst auch die besten Positionen noch verstärken. Befindet 
sich ein fester Platz in der Nähe der Stellung, so gewinnt diese dadurch sehr an Festigkeit. 
Die besten Defensivstellungen bietet ein wellenförmiges, stellenweise durchschnittenes und 
bedecktes Terrain. Defensivlinien sind ausgedehntere Terrain-abschnitte, welche durch Be-
festigungen verstärkt sind.

 

BEFESTIGUNG (FORTIFIKATION)*
Die Anlage von Verteidigungseinrichtungen und Bauten für den Truppengebrauch im Krieg. Man
unterscheidet dabei die schnelle Herstellung flüchtiger Anlagen, die passagere oder Feldbefestig-
ung; den Bau von Befestigungen für lange Dauer und mit allen Mitteln der Kunst, permanente 
oder stehende B. (Festung); die Herstellung von Anlagen, die für längere Dauer bestimmt sind, 
aber in kurzer Zeit und deshalb mit ähnlichen Mitteln wie Feldbefestigungen hergestellt werden 
müssen (provisorische Befestigungen); den Bau von Wegen und Brücken (Feldbrücken) sowie 
die Zerstörung von Eisenbahnen, Brücken und Wegen nebst der Wiederherstellung solcher zer-
störter Verbindungslinien. Die Kunst, welche die Ausführung aller dieser Arbeiten am richtigen 
Ort und mit den besten Mitteln lehrt, heißt die Befestigungskunst. Die provisorischen Befesti-
gungen stehen zwischen den permanenten (Festungen) und den Feldbefestigungen und dienen 
in der Regel als Ersatz permanenter Befestigungen. Feste Plätze, zu denen schwer zugängliche, 
verteidigungsfähige Zufluchtsorte und Wohnstätten jeder Art zu rechnen sind, kennt man aus al-
len Zeiten von der neolithischen Periode bis in die frühslawische Zeit hinein. Sie werden am besten
eingeteilt in Wallanlagen (Verschanzungen), Gehege (Gepäck, Baumschanzen) und Gräben. 1) 
Wallanlagen (Verschanzungen) kommen vor mit einfachen, zwei- und mehrfachen Verwallungen
(Doppelwälle, Doppelschanzen) und zwar bei allen drei unten näher beschriebenen Arten. Das Ma-
terial der Schanzen besteht aus Erde oder Steinen oder aus diesen beiden Materialien zugleich 
und zeigt zuweilen infolge starker Brandeinwirkung stellenweise Verschlackung (Brandwälle), oder
der ganze Wall ist mehr oder weniger durch Verschlackung in eine zusammenhängende Masse 
verwandelt (Schlackenwälle, verglaste Wälle, verglaste Burgen, Glasburgen). Letztere sind bekannt 
aus Böhmen und Schottland. Der Form nach teilt man die Verschanzungen ein in: a) Rundwälle 
oder Ringwälle. Die in den Ebenen vorkommenden Rundwälle liegen meist in Sümpfen und Mooren 
und sind zuweilen auf Pfahlrosten errichtet. Die Ringwälle sind kreisförmig, oval oder, dem Terrain 
sich anschmiegend, zuweilen etwas unregelmäßig gestaltet und hegen in bergigen Gegenden oft 
den Gipfel eines isolierten Bergkegels ein (Steinringe, Hünenringe). Zuweilen sind noch Außenwerke,
Vorburgen, ebenfalls durch Schanzen eingeschlossen, mit dem eigentlichen Verteidigungswerk in 
Verbindung. b) Burgwälle, Wallburgen, bestehen aus Wällen, welche bogenförmig oder nahezu ge-
radlinig quer über einen vorspringenden Bergrücken gelegt sind und denselben von dem hinterliegen-
den Terrain abschneiden. Es finden sich auch hier Außenwerke und Vorburgen. Obige beide Arten 
stehen zuweilen, wenn sie an See- oder Flußufern liegen, mit Pfahlbauten in Verbindung.
FESTE STELLUNGEN*
Feste Stellungen, im Gegensatz zu den Festungen, Stellungen, in welchen sich Heeresabteilungen, 
selbst Feldarmeen, welche den Kampf nicht vermeiden können oder wollen, festsetzen, um durch die
hinter den Deckungen etc. für die Verteidigung gewonnenen Vorteile der Überlegenheit des Feindes d
as Gegengewicht zu bieten, seinen Angriffen also erfolgreicher widerstehen zu können. Solche Stell-
ungen bedürfen ebenso starker taktischer Stützpunkte (Dörfer, Gehöfte, Gehölze) wie Hindernisse 
(Gewässer, Sumpf, steile Hänge) im Vorfeld, um dem Feinde die Annäherung zu erschweren, und wer-
den dann in ausgedehnter Weise mit den Mitteln der Feldbefestigung verstärkt. In der Regel wird man
sich nicht auf die reine Defensive beschränken, deshalb müssen einzelne Teile des Gefechtsfeldes das
Vorgehen zum Angriff oder Gegenstoß begünstigen. F. S. sind entweder schon im Frieden vorbereitet 
(Rußland), dann zum Teil in provisorischer Manier angelegt, oder sie werden erst im Lauf des Feldzugs
nach den Grundsätzen der Feldbefestigung hergerichtet. Sie bestehen aus zusammenhängenden Lin-
ien oder aus einer Anzahl sich gegenseitig unterstützender offener oder geschlossener Schanzen. 
Allseitig durch Befestigungen abgeschlossen, nennt man sie auch verschanzte Lager. F. S. haben schon
seit dem Altertum in allen Kriegen eine große Rolle gespielt; Friedrich d. Gr. machte davon 1761 bei Bun
zelwitz Gebrauch, die Österreicher im Siebenjährigen Krieg fast immer. Aus der Napoleonischen Zeit sind
besonders Wellingtons Stellung von Torres Vedras nördlich Lissabon 1810 und die der Russen bei Drissa
an der Düna 1812 bemerkenswert. Eine große Rolle spielten in neuester Zeit die Stellungen der Dänen 
1864 (Danewerk, Düppel), und 1877/78 diejenigen der Türken (Plewna, Tschataldscha etc.) und Russen 
(Schipkapaß etc.).
FELDBEFESTIGUNGEN* (1)
Feldbefestigungen. Nach allgemeiner Einführung der modernen Schnellfeuerwaffen mit ihrer in so hohem 
Grade gesteigerten Tragweite, Trefffähigkeit und Durchschlagskraft wird es sich in dem nächsten großen 
Kriege, in welchem auf jeder Seite Millionen mehr oder weniger ausgebildeter Soldaten kämpfen werden, 
sehr oft um den Angriff fester Stellungen handeln, die entweder bereits im Frieden vorbereitet sind (Fest-
ungen), oder bei Beginn eines Feldzugs, bez. im Verlauf desselben errichtet werden. Die letztern Arten 
bezeichnet man im allgemeinen als provisorische und Feldbefestigungen; da man aber in neuerer Zeit im
Felde nicht nur Erde und Holz, sondern auch Stein und Eisen verwendet, ist die Grenze schwer zu bes-
timmen, wo die provisorische Befestigung aufhört und wo die Feldbefestigung anfängt, so daß man zweck-
mäßiger nur von F. und verstärkten F. spricht, welch letztere im Stellungskrieg sehr oft je nach Maßgabe 
der zur Verfügung stehenden personellen und materiellen Mittel nach und nach aus erstern entstehen. 
Was zunächst die im Felde zu ver-wendenden Deckungen aus Erde, Holz, Steinen oder Eisen anbetrifft, 
so widerstehen die bislang als ausreichend erachteten Brustwehrstärken nicht mehr den modernen Schuß-
waffen. Von dem neuen deutschen Infanteriegewehr werden auf nähere Entfernungen Erdmassen von 100
cm, Tannenhölzer von 40 cm, ja einen Stein starke Ziegelmauern und 10 - 11 mm starke Stahlplatten glatt
durchschlagen; auf größere Entfernungen (z. B. 500 m) nimmt die Durchschlagskraft allerdings wesentlich 
ab. Daß unter solchen Umständen die Ausführung widerstandsfähiger F. sehr erschwert wird, liegt auf der 
Hand; man wird sich daher in Zukunft mehr, als bisher geschehen, zunächst auf Deckung gegen Sicht und 
gegen aus größern Entfernungen wirkende Schußwaffen zu beschränken und die weitere Verstärkung ins 
Auge zu fassen haben, sobald die nötigen Kräfte zur Verfügung stehen. Wenn nach frühern Anschauungen
die Anwendung der F. den Offensivgeist der Armeen lähmen sollte, geht man jetzt vielfach von der Ansicht 
aus, daß nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive F. in der Regel von großem Nutzen sein 
werden. Selbst in der deutschen Armee, welche im allgemeinen von jeher das Schanzen für überflüssig, ja 
schädlich erachtete, sind zur Zeit andre Strömungen bemerkbar. So ist z. B. in den betreffenden neuesten 
Vorschriften bemerkt, daß rechtzeitig am richtigen Platze hergestellte künstliche Deckungen der Truppe und 
ihrer Führung wichtige, zuweilen unentbehrliche Dienste leisten (selbst beim Angriff zur Festhaltung und Ver-
stärkung gewonnener Abschnitte), aber unter der Bedingung, daß sie nur den Absichten der Führung dienen,
nicht umge-kehrt dazu gelangen, sie zu beherrschen. Dies geschieht aber, wenn die Arbeit begonnen wird, 
bevor die Absicht zweifellos feststeht. Verfrühte Verstärkung des Geländes ist also geradezu schädlich und
hemmt die Bewegungsfreiheit. Es bedarf seitens des Führers taktischer Schulung, um zu wissen, wo und 
wann, nicht bloß wie man das Schanzzeug anwendet. Es ist anzunehmen, daß in Zukunft die großen Ge-
legenheitsschlachten, welche im Feldzug 1870/71 eine so große Rolle spielten (z. B. Wörth, Spichern, Col-
ombey-Nouilly, Mars la Tour), möglichst vermieden werden, und daß der Angreifer sich bestreben wird, seine
Zwecke mit geringern Opfern zu erreichen. Die sich zum Entscheidungskampf rüstenden Armeen werden da-
her nicht unterlassen, diejenigen Punkte des voraussichtlichen Schlachtfeldes, welche sowohl beim Vor- als 
beim Zurückgehen von besonderer taktischer Wichtigkeit sein können, rechtzeitig zu verstärken; ein Warten, 
bis die Absicht zweifellos feststeht, könnte leicht verhängnisvoll werden, da, wie schon oben bemerkt, wider-
standsfähige Befestigungen zu ihrer Ausführung eine erheblich längere Zeit als früher in Anspruch nehmen, 
und da die Maßnahmen des einen Gegners sehr oft doch von denen des andern abhängen, von zweifellosen
, lange vorher zu treffenden Anordnungen also keine Rede sein kann. In der Defensive muß man also das 
ausgewählte Schlachtfeld entsprechend dem wahrscheinlichsten, bez. möglichen Verlauf des Kampfes be-
festigen, wobei den Führern überlassen bleiben muß, diese Befestigungen nur dann zu besetzen, wenn dies
im Interesse der Verteidigung liegen sollte. Daß durch derartige Befestigungen die Bewegungsfreiheit mög-
lichst wenig beschränkt werden darf, ist eine von einsichtigen Offizieren schon seit langen Jahren scharf be-
tonte Forderung. Handelt es sich z. B. um die Befestigung eines von Ortschaften, Gehöften, Gehölzen und 
Wasserläufen durchschnittenen hügeligen Geländes, so wird es darauf ankommen, zunächst die eine gute 
Feuerwirkung gestattenden Höhenzüge zur Hauptverteidigungsstellung und zwar durch Einschneiden der 
Geschütze sowie durch Anlage von ausgedehnten Schützengräben (möglichst in 2-3 Reihen übereinander)
zur hartnäckigsten Verteidigung vorzubereiten, und dieser Stellung, sei es durch Befestigung von kleinen 
Dörfern, Gehöften und Gehölzen, sei es durch Anlage von besondern, möglichst sturmfrei herzustellenden, 
nach allen Seiten hin Front machenden Erdwerken, feste Stützpunkte zu geben. Diese Stützpunkte müs-
sen deren Besatzung befähigen, sich beim heftigen Vorstoßen des Gegners langer zu halten als die der 
benachbarten Schützengräben und letztere selbst derartig beherrschen, daß ein Festsetzen des einge-
drungenen Feindes in denselben verhindert, auch das rechtzeitige Eingreifen heranrückender Reserven er-
möglicht werden kann. Während man früher diese Stützpunkte in regelmäßigen Formen gestaltete (Lünette, 
Flesche, Halbredoute), bestrebt man sich neuerdings, sowohl den Grundriß als die Profilierung derart anzu-
ordnen, daß sich das Werk dem Gelände anpaßt und sich gleichzeitig möglichst wenig vom Horizont abhebt.
Man wählt daher gern eine langgestreckte, in den Ecken abgerundete Form mit niedrigen Traversen zur Sich-
erung der auf den Flanken stehenden Verteidiger gegen Seitenfeuer. Gestatten es die Verhältnisse, so ist die 
Bildung von Gruppenbefestigungen, wie solche neuerdings für große Waffenplätze vielfach zur Ausführung ge-
bracht, bez. geplant sind, auch für die Befestigung von Schlachtfeldern von großem Vorteil. Solche aus einzel-
nen befestigten Gehöften, Gehölzen, Schanzen, Schützen-, Deckungs- und Verbindungsgräben zu bildende 
Gruppen sind dann einem geschlossenen Truppenteil (Bataillon oder Regiment) zur Besetzung und Verteidi-
gung zu überweisen, wobei die Besatzung jedes festen Stützpunktes (Kompanie) den bestimmten Befehl er-
halten muß, sich nicht darum zu kümmern, was draußen geschieht, ob die benachbarten Stellungen (sie mö-
gen befestigt sein oder nicht) behauptet oder aufgegeben werden, ob der Feind das ganze Gefechtsfeld überf-
lutet und den Stützpunkt zur Insel macht; nur höherer Befehl rechtfertigt das Aufgeben eines solchen Postens. 
In der Behauptung der Stützpunkte liegt (wie lehrreiche Beispiele in der Schlacht von Noisseville 31. Aug. 1870 
beweisen) vor allem die Möglichkeit des Wiedergewinnens der notgedrungen aufgegebenen Stellungen, bez. 
des ganzen Schlachtfeldes. Von der früher so beliebten Herstellung von ausgedehnten Fronthindernissen wird 
man, da durch dieselben einerseits die Bewegungsfreiheit, anderseits die Waffenwirkung bei den in der Regel 
niedrigen Erhebungen der Feuerlinien sehr beeinträchtigt wird, meistens Abstand zu nehmen haben, und dies 
erscheint heute um so gerechtfertigter, als die modernen Infanteriegewehre auf nähere Entfernungen in gerade-
zu vernichtender Weise wirken. Ein besonderes Gewicht ist bei Einrichtung solcher Stellungen auf möglichst 
gute Flankendeckung zu legen, da jeder Angreifer sich, wie es z. B. am 18. Aug. 1870 bei St.-Privat der Fall
war, bestreben wird, dem in fester Stellung stehenden Feinde die Flanke abzugewinnen, falls ein Frontalan-
griff zu große Opfer erfordern sollte. Vor der Hauptverteidigungs-fronte noch ravelinartige feste Posten anzuor-
dnen, erscheint bedenklich, obgleich man sich im deutsch-französischen Kriege noch vielfach in mangelhaft 
befestigten, weit vorgeschobenen Posten schlug (z. B. le Bourget vor Paris). Man wird derartige vorgeschobe-
ne Posten nur zur Sicherung der Vorposten in ihren feindwärts gelegenen Fronten leicht befestigen, die Kehlen
dagegen öffnen, um dem Angreifer die Festsetzung in diesen Posten zu erschweren; rückt der Feind mit star-
ken Kräften vor, so müssen derartige Posten in der Regel sofort aufgegeben werden. Hält man aber ein solch-
es Verfahren für unzulässig, so beweist das nur, daß die Hauptverteidigungsstellung nicht richtig gewählt ist 
und dieselbe mehr den Charakter einer Reservestellung besitzt, deren Befestigung zwar manchmal erwünscht, 
aber nicht immer erforderlich erscheint. Daß für die Sicherung der Verbindungen in der gewählten Stellung 
durch Herstellung von Kolonnenwegen, zahlreichen Brücken über die Flußläufe, Telegraphenanlagen, Beobach-
tungsposten, Beleuchtungsvorrichtungen u. dgl. in ausgiebigster Weise Sorge zu tragen ist, bedarf keiner weit-
ern Ausführung. Da ein Angriff auf eine gut gewählte und stark verschanzte Stellung bei hellem Tage über das 
freie Feld hinweg die schwersten Opfer erfordern, ja sehr oft unmöglich sein wird (Gravelotte, St. Privat, Plewna), 
so dürften in Zukunft nächtliche Unternehmungen eine weit größere Rolle spielen als in den letzten Kriegen, 
welche freilich außerordentliche Anforderungen an die Führung sowie die Disziplin der Truppen erheischen. 
Genaue Kenntnis der feindlichen Stellung und der zu derselben führenden Wege, bestimmte Befehlsgebung,
eingehende Belehrung der Truppen, größte Ruhe, Zuteilung zahlreicher Pioniere mit sogen. Sturmgerät, unter
Umständen auch mit elektrischen Scheinwerfern (welche selbstverständlich erst dann in Thätigkeit zu treten 
haben, wenn der Verteidiger den Angreifer entdeckt hat), sind Grundbedingungen des Erfolgs. Wenn auch die 
feindlichen Stellungen nicht beim ersten Anlauf ge-nommen werden sollten, so wird doch sehr oft das Fest-
setzen in nahe vor der Hauptverteidigungslinie belegenen, taktisch wichtigen Punkten gelingen, und es wird 
dann darauf ankommen, diese Punkte zur hartnäckigsten Verteidigung vorzubereiten sowie ausgedehnte 
Schützengräben auszuheben, von welchen aus bei Tagesanbruch das Feuergefecht eröffnet werden kann, 
unterstützt von den rückwärtigen, gleichfalls einzuschneidenden Batterien. Wenn künstlicher Rauch entwickelt 
wird, so lassen sich derartige Befestigungen unter gewissen Verhältnissen auch bei hellem Tage ausführen, 
bez. verstärken. Bei weiterm Vorschreiten des Angriffs werden die eroberten Stellungen in der Regel gleichfalls
zur Verteidigung vorzubereiten sein, so daß der ganze Kampf in vielfachen Beziehungen mit einem beschleu-
nigen Angriff auf Festungswerke in Vergleich gezogen werden kann.In neuester Zeit haben die der Feldbefestig-
ung zu Gebote stehenden Mittel einen wesentlichen Zuwachs durch die mit leichten Schnellfeuerkanonen ar-
mierten Schumann-Grusonschen fahrbaren Panzerlafetten erhalten, welche seitens der deutschen Armee be-
reits bei verschiedenen Stellungsbefestigungen (Küstrin, Spandau, Korpsmanöver des 10. Armeekorps, Lötzen) 
erprobt worden sind. Nachdem die im September 1890 vom Grusonwerk angestellten Fahr- und Schießver-suche
mit derartigen Lafetten ergeben haben, daß die Transportfähigkeit derselben den in Zukunft bei der Verteidigung 
und dem Angriff allgemein zur Verwendung kommenden Festungskanonen, Haubitzen und Mörsern mittlern Kali-
bers gleich zu schätzen, so ist anzunehmen, daß Verteidiger wie Angreifer wenigstens bei an den Landesgren-
zen geplanten Schlachten und bei günstigen Boden-verhältnissen von dieser neuen Schutzwaffe einen mehr oder 
weniger ausgedehnten Gebrauch machen werden.
FELDBEFESTIGUNGEN* (2)
Feldbefestigung, die Anlage von Verteidigungseinrichtungen für die vorübergehenden Zwecke des Feldkriegs, in
kurzer Zeit und mit den an Ort und Stelle vorhandenen Mitteln ausgeführt. Solche An-lagen macht man entweder
für einen einzelnen Gefechtstag, oder wie bei Einschließung von Festun-gen seitens des Angreifers wie des Ver-
teidigers für die ganze Dauer der Einschließung, oder auch zur Deckung einzelner Punkte an den Verbindungs-
linien nach rückwärts, der Bahnhöfe, Brücken, Etap-penorte mit wichtigen Depots für die ganze Dauer des Kriegs.
Die zur Einrichtung des Gefechtsfeldes auszuführenden Arbeiten gliedern sich in: Freilegen des Schußfeldes vor 
der Fronte, Schaffen von Deckungen, Anlegen von Hindernissen für die Annäherung des Gegners und Herstellen 
von Verbind-ungen für die freie Bewegung der eignen Truppen. Die Ausführung dieser Arbeiten erfolgt durch die 
Truppen, welche sich in der vorbereiteten Stellung schlagen sollen, unter Anleitung von Pionieren, welche nur die
eine spezielle technische Geschicklichkeit fordernden Arbeiten allein auszuführen ha-ben.
Das Freilegen (Rasieren) des Schußfeldes muß erfolgen mindestens auf die wirksamste Schußweite des Ge-
wehrs, ca. 400 m, womöglich bis zur wirksamen Tragweite der Geschütze, also 2 km; es besteht im Beseitigen 
alles dessen, was dem Feinde Deckung geben kann, also von Hecken, Zäunen, Mauern, Abstechen der Ränder 
von deckenden Gräben, Ausfüllen von Vertiefungen mit dem abge-hauenen Buschwerk etc. Starke Bäume an 
Chausseen etc. sägt man an und läßt sie umgeknickt liegen, da sie so wenigstens die Bewegungen der Reiterei 
hindern. Außerdem markiert man die Entfernungen für die eignen Schützen durch leicht sichtbare Zeichen an 
Baumstämmen, Erd- oder Steinhaufen u. dgl. Bei der Notwendigkeit, im Liegen und kniend zu schießen, ist oft 
schon Getreide der Aussicht sehr hinderlich und muß dann niedergetreten oder von Kavallerie nieder geritten werden.
Das Schaffen von Deckungen ist besonders von der verfügbaren Zeit abhängig. Sie werden herge-stellt aus Erde, 
Holz, Strauch, Haus- und Wirtschaftsgerät etc. Die Deckungen selbst sind entweder neu herzustellen, oder schon
vorhandene Gegenstände zu ausreichenden Deckungen zu vervoll-ständigen, z. B. Hecken, Zäune, Mauern, Ge-
bäude, Dämme, Waldränder etc. Jede Deckung soll schützen gegen Gewehr-, resp. Geschützfeuer, gleichzeitig 
aber soll sie den Gebrauch der Schuß-waffe gestatten. Bei wenig Zeit begnügt man sich mit der Herstellung be-
quemer Schießlager, einzelner Schützenlöcher oder längerer Schützengräben, die jetzt in jeder Aufstellung zur 
Verteidigung angelegt und deren Profilverhältnisse jetzt nach dem "kleinen Spaten", mit dem der Mann arbeitet, 
bestimmt werden (Spatenlänge = 0,50 m, davon Stiel 0,30 m, Spatenblatt 0,20 m lang, 0,15 m breit), so daß der
liegende Schütze Deckung findet und, das Gewehr auf die vor ihm aufgeworfene Erde auflegend, bequem zielen 
kann, ohne durch die niedrige Bewachsung des Bodens, Gras etc. in der Aussicht behindert zu sein. Bei mehr
Zeit wird der Schützengraben verstärkt zur Anschlaghöhe im Knieen und im Stehen, wobei die ausgehobenen 
Gräben breit genug werden, daß auch die Soutiens hineinrücken können. Die Stärke des Erdaufwurfs muß zur 
Deckung gegen Gewehrfeuer 1-2 m, gegen Geschützfeuer 4 - 5 m, gegen anhaltendes Feuer noch mehr betragen.
Schüttet man Brustwehren höher an, so muß für die Schützen ein Auftritt (Bankett) angelegt werden.
Hecken und Zäune geben zunächst nur Deckung gegen des Feindes Auge, werden aber durch das Anwerfen von
Erde und Ausbrechen von Zweigen zum Durchstecken des Gewehrs, resp. das Durchschlagen von Geschütz-
scharten verteidigungsfähige Deckungen. Mauern sind je höher, um so ungünstiger zur Verteidigung, denn dem 
Geschützfeuer widerstehen sie nicht, und besetzt man sie im Gewehrfeuer, so verletzen die Steinsplitter die Au-
gen der Schützen oft mehr als Geschosse. Man bedeckt deshalb Mauern, über die man hinwegschießt, mit Ra-
sen etc. und besetzt sie erst, wenn das Artilleriefeuer schweigt und Infanterie dagegen vorgeht. Vorhandene Lö-
cher werden als Schießscharten benutzt; bei genügender Höhe werden auch solche nahe über dem Erdboden n
eu eingeschlagen, Schützen dahinter eingegraben und so die Verteidigung in zwei Etagen geführt.
Von Häusern gilt fast dasselbe. Leicht brennbare Häuser besetzt man nicht gern. Wo nicht ein ganz einzeln stehen-
des Haus zu verteidigen ist, öffnet man die rückwärtigen Wände zu freiem Verkehr; nach dem Feind zu versetzt man 
die Thüren mit festen Barrikaden etc., die Verbindung zwischen den Stockwerken wird durch Leitern an geeigneten 
Stellen nach Aufschlagen der Dielung vermehrt. Die Besatzung bleibt, bis das Artilleriefeuer schweigt, womöglich 
hinter dem Haus verdeckt. In größern Örtlichkeiten kommt zu diesen Einzelarbeiten noch das Herstellen einer ge-
schlossenen Lisiere durch Sperren der Eingänge und offener Stellen. Barrikaden aus Wagen ohne Räder, die mit 
Erde, Mist, Kartoffel- oder Getreidesäcken beladen sind, Erdbrustwehren, Verhaue aus den im Vorterrain gefällten 
Bäumen etc. sind hierzu geeignete Mittel. Ferner befestigt man einzelne gut gelegene, massive Gebäude im Innern,
meist die Kirchen, als Reduits, Punkte, die man behaupten will, auch wenn die eigentliche Verteidigungslinie verlo-
ren geht. An breiten Straßen oder Gewässern, die den Ort durchstießen, richtet man eine zweite Linie als Abschnitt
wie die vordere ein. Endlich wird die Verteidigungseinrichtung des Ortes vervollständigt durch das Öffnen breiter Aus-
gänge nach rückwärts für die Bewegung der eignen hinter dem Ort stehenden Reserven, und damit der eingedrunge-
ne Feind im Ort keinen festen Halt finde. Brücken, Hohlwege, Dämme etc., die der Feind beim Angriff überschreiten 
muß, werden, wie Dorf- und Waldeingänge, durch Brustwehren, Barrikaden oder Ver-haue gesperrt, Brücken womög-
lich zerstört und Dämme, die man selbst nicht mehr braucht, durch Einschnitte unterbrochen. Wälder, deren Baum-
wuchs mehr Schutz gegen das Auge als Deckung gegen Geschosse gewährt, werden durch Verhaue längs des Ran-
des unzugänglich gemacht; wo aber solche Verhaue nicht an Abhängen oder in natürlichen Vertiefungen liegen, so 
daß die Schützen darüber hinwegschießen können, geben flache Schützengräben längs des Waldrandes eine vertei-
di-gungsfähigere Stellung. Bei mehr Zeit schreitet man, wo die Bebauung und Bewachsung des Bodens keine An-
haltspunkte für die F. bietet, zur Anlage verstärkter Schützengräben, d. h. solcher mit gedeckter Verbindung hinter 
dem Schützenauftritt von besondern Deckungsgraben für die weiter rück-wärts stehenden Soutiens, beide Arten Grä-
ben auch mit Unterständen, die aus Balken gebildet und mit Erde überschüttet sind, in ausgedehntern Stellungen 
auch zur Einrichtung einzelner selbständiger Posten für je eine Kompanie. Die festesten Punkte des Gefechtsfeldes
endlich werden durch Ge-schützeinschnitte  oder förmliche Feldschanzen, welche schon durch ihre Lage den Angriff 
des Feindes gewissermaßen auf sich ziehen sollen, verstärkt. Der Grundriß derselben wird so gelegt, daß von ihnen 
aus nach der Angriffsrichtung ein möglichst starkes Feuer abgegeben werden kann. Hinter Dämmen, Brücken, oder 
wo nur eine Angriffsrichtung möglich ist, genügt die gerade Linie; wo man von mehreren Seiten bedroht werden kann, 
bricht man die Linie zur Flesche, Lünette  oder zur hinten offenen Halbredoute oder man schließt sie ganz zur Re-
doute. Künstlichere Formen wendet man im Feld nicht an. Die Länge der Linien richtet sich nach dem Terrain, die 
Gesamtlänge der Brustwehr der Schanze aber nach der Stärke ihrer Besatzung. Man rechnet dabei einen Schritt 
Feuerlinie für jeden Mann und bestimmt nicht gern mehr als etwa 300 Mann für eine Feldschanze; F. mit oder ohne 
Forts und Sperrfort; ihre Wichtigkeit kann durch den Krieg und ihr Verhalten in demselben bedingt werden. In Deutsch-
land werden die Festungen nur in solche mit Armierung erster oder zweiter Ordnung eingeteilt. Die erstern sind zur 
Verteidigung gegen eine förmliche Belagerung, letztere nur gegen einen gewaltsamen Angriff ausgerüstet; maßge-
bend hierfür ist die strategische Wichtigkeit der F., die ihrerseits von den Wandlungen der politischen Verhältnisse 
stark beeinflußt wird. In dieser Beziehung haben die Festungen Schlesiens verloren (Kosel, Schweidnitz, Silberberg 
sind eingegangen), die in Preußen gewonnen (Posen, Thorn, Lötzen, Königsberg.). Die Ansichten über die für di
e Verteidigung eines Landes erforderliche Anzahl Festungen sind verschieden. Während Deutschland sich für die An-
lage weniger, aber großer Festungen, deren strategische Bedeutung durch ihre Grenzlage gegen Frankreich und Ruß-
land augenfällig ist, und welche für die Offenfivbewegungen der Feldarmee sichernde und fördernde Ausgangs- und 
Stützpunkte sind, entschied, hat Frankreich ein vollständiges Absperrungssystem durch die Anlage zahlreicher Sperrf-
orts und großer Festungen längs seiner Ostgrenze und durch eine zweite Reihe großer Festungen in dem Raum zwi-
schen der Grenze und Paris mit dem Kostenaufwand von etwa einer halben Milliarde zur Ausführung gebracht, in wel-
chem Paris, das Zentrum des Systems, für sich ein Komplex von Festungen ist. Abgesehen von den ungeheuern Bau- 
und Unterhaltungskosten eines solchen Landesverteidigungssystems, erfordert die kräftige Verteidigung so vieler Fest
ungen auch entsprechend große Streitkräfte (in Frankreich gegen 500,000 Mann), die den Feldarmeen zum großen Teil
verloren gehen. Dieses System zwingt also zur Führung eines Defensivkriegs. Ein Volk, in welchem offensiver Geist 
lebt, wird in der Ausdehnung der Befestigungsanlagen, die immer einem gewissen Gefühl der Schwäche entspringen, 
Maß halten. Viel umstritten ist auch die Frage, ob die Landeshauptstadt zu befestigen ist. Im Altertum war die Haupt-
stadt jedes größern Reichs (Babylon, Ninive) eine F., mit welcher in der Regel die Selbständigkeit des Volkes stand 
und fiel (Karthago, Jerusalem). In der Neuzeit hat sich diese Ansicht geteilt. Rom, Paris sind Festungen, Berlin, Wien
nicht.
Soll eine F. ihre Aufgabe erfüllen können, so muß sie sturmfrei, d. h. gegen einen gewaltsamen Angriff mit Leiterer-
steigung ohne förmliche Belagerung gesichert sein, sie muß unter den günstigsten Be-dingungen den Gebrauch 
der Waffen, überhaupt die Verteidigung ermöglichen und für alle Streit-kräfte, Streit- und Lebensmittel eine gegen
feindliche Zerstörung gesicherte Unterkunft bieten. Diese Anforderungen an eine F. waren zu allen Zeiten im gros-
sen und ganzen die gleichen, nur war die Art und Weise, wie ihnen entsprochen wurde, verschieden, da hierfür die
jeweilige Art der Verteidigungs- und Angriffswaffen maßgebend war. Aus dieser Wechselwirkung gingen nach und
nach die vielen Befestigungssysteme hervor. Den einfachen Pfahlwerken, den Erd- und Steinwällen folgten die Mau-
ern, die an Dicke und Höhe mit der Zerstörungskraft der Angriffsmaschinen zunahmen. Die Krone der Mauer diente
als Aufstellungsraum für die Verteidiger, auf Pfeilschußweite vorspringende Türme zu ihrer Flankierung. Eine Brüst-
ungsmauer am vordern Rand, später mit Schießschlitzen, Zinnen, ver-sehen, deckte die Verteidiger. Um auch die
äußere Mauerfläche bestreichen, den an ihr aufklim-menden Feind bekämpfen zu können, ließ man auf der Krone 
große Hausteine vorkragen und setzte auf diese die Brüstung, so daß man zwischen ihr und den Kragsteinen hin-
durch die Mauerflucht be-streichen konnte; so entstanden die Senkscharten oder Maschikulis. Die Erfindung der 
Widder führte zur Verstärkung der Mauer an der Innenseite durch Strebepfeiler, die anfangs mit Balken überdeckt,
später überwölbt wurden, wodurch Bogengänge und Kasematten entstanden. Die Ägypter, Assyrer, Perser haben
großartige Befestigungen in dieser Weise ausgeführt. Thapsos an der Nordküste Afrikas hatte im 9. Jahrh. v. Chr.
bereits eine dreifache Umwallung, deren innere Mauern schon mehrere Stockwerke in Kasematten zeigten (vgl. 
Jähns "Atlas zur Geschichte des Kriegswesens", Blatt 9, Berl. 1880). Großartig waren die Befestigungen der Rö-
mer, die auch eine kluge Anpassung an das Terrain erkennen lassen, wie z. B. in Pompeji. In Deutschland ent-
wickelten sich aus ihnen, vielfach auf ihren Fundamenten und unter Benutzung ihrer Mauerreste, die Städtebefesti-
gung und die Ritterburg ( Burg). Beide bestanden aus einer 2 - 3 m starken frei stehenden Mauer mit Zinnenkrö-
nung, meist ohne Graben davor, aber von solcher Höhe, daß sie sturmfrei war. Etwa im Abstand von 40 m vor-
springende Türme gewährten ihnen Flankierung. Vor die Thore legte man häufig halbmondförmige Waffenplätze,
gleichzeitig zur Deckung und als Sammelplätze für Ausfalltruppen dienend. Die Einführung der Geschütze for-
derte bald bedeutende Umgestaltungen. Um die ungedeckten Festungs-mauern der Zerstörung durch Geschütz-
feuer aus der Ferne zu entziehen, versenkte man sie unter den Bauhorizont, indem man einen breiten und tiefen 
Graben vor ihnen aushob und die aus ihm gewonnene Erde hinter der Mauer zu einer deckenden Brustwehr mit 
Wallgang dahinter aufschüttete, um Platz für die Aufstellung der Geschütze zu finden, den die schmale Mauer-
krone nicht bieten konnte. Auch die Türme mußten zur Aufnahme von Geschützen erweitert, konnten aber der 
größern Schußweite wegen weiter auseinander gestellt werden. Sie wurden nun Basteien oder Rondelle genannt, 
aus denen später nach Entwickelung des Geschützwesens die Bastione hervorgingen. Veranlassung boten die 
Kriege Anfang des 16. Jahrh., welche die Befestigung zahlreicher Städte in Italien notwendig machten. Es ent-
stand die altitalienische Manier (Fig. 1), in welcher Micheli 1527 Verona befestigte. Die senkrecht zum Mittelwall 
(Kurtine) stehende Flanke c des Bastions a war zur niedern Grabenbestreichung halb zurückgezogen; das kleine
Mittelbastion b deckte die lange Kurtine, diese flankierend. Nächst Micheli war Tartaglia Hauptvertreter dieses 
Systems, welches gegen das 16. Jahrh. durch Cataneo (1570) und Marchi (1599) dadurch wesentlich verbessert
wurde, daß sie die Bastione erheblich vergrößerten, zur Hauptgeschützaufstellung in dieselben einen überhöhen-
den Kavalier, vor die Kurtine das diese deckende Ravelin b und vor die Kontreskarpe den gedeckten Weg g mit 
den Waffenplätzen w legten, vor denen das 2 m hohe Glacis sich gleichmäßig abböschte. Die Eskarpe erhielt 
7,5 m Höhe. Das Bastionärsystem war hiermit in allen wesentlichen Teilen hergestellt. Aber auch Deutschland 
besaß in Albrecht Dürer einen genialen Kriegsbaumeister, der in seinem Werk "Etliche Unterricht zu Befestigung 
der Stadt, Schloß und Flecken" (Nürnb. 1527) Festungspläne entwarf, die bereits die Grundzüge enthalten, aus 
denen sich die deutsche Befestigung des 19. Jahrh. entwickelt hat. Sein Hauptwall von polygonalem Grundriß
wurde durch kasemattierte Bastione flankiert, wie er denn auch bombensichere Geschütz- und Wohnkasematten
in ausgedehntester Wie-se, sogar kasemattierte Turmforts anwendet, deren Gräben durch Galerien a und Kapon-
nieren  be-strichen werden. Wien, Padua u. a. O. wurden nach seinen Vorschlägen befestigt. Ähnliche Grund-
sätze unter Anwendung großer Bastione und Ravelins bei vollständiger Deckung des Mauer-werks befolgten 
Speckle (gest. 1589) und Rimpler (gest. 1683) und der ältere Landsberg (1648), der zuerst den tenaillierten Grund-
riß anwendet. Durch Anlage von Abschnitten und Reduits suchten sie die innere Verteidigung und durch eine ram-
penförmige Kontreskarpe die Offensive (Ausfälle) zu begünstigen. Eine eigenartige Anwendung fand die italienische
Manier in den Niederlanden. Während des Kampfes gegen die spanische Herrschaft mußten schnell Befestigungen
hergestellt werden. Die Grundwasserverhältnisse des Landes nötigten dazu, hinter breiten Wassergräben Erdwälle
ohne Mauerbekleidung auszuführen und zur niedern Bestreichung des sehr breiten Grabens vor den Hauptwall noch
einen Niederwall (Faussebraie) zu legen. In den Hauptgraben legte man noch zahlreiche Außenwerke und vor den-
selben den gedeckten Weg. Diese Befestigungsmanier wurde von Freitag 1630 beschrieben und unter Festhaltung 
ihrer Grundzüge von Coehoorn (schrieb 1685) in Rücksicht auf eine offensive und abschnittsweise innere Verteidi-
gung im Sinn seines Zeitgenossen Rimpler wesentlich verbessert. Er gab dem Hauptgraben G zwischen dem Haupt-
wall A und dem Niederwall R eine Breite von 30 m, gemauerte Eskarpe und Kontreskarpe, letzterer eine Reversgalerie 
S zur niedern Grabenbestreichung, um hier den eingedrungenen Feind noch hartnäckig bekämpfen zu können. Vor 
den Niederwall R, von ihm durch einen breiten nassen Graben getrennt, legte er die Couvreface C, vor dieselbe aber-
mals einen nassen Graben und davor einen breiten gedeckten Weg W, um so eine stufenweise Verteidigung zu er-
möglichen. Das Festsetzen in diesen Werken wurde dem Angreifer dadurch erschwert, daß gedeckter Weg und 
Hauptgraben bis nahe zum Grundwasserspiegel versenkt waren. Die französische Befestigung, durch das unter 
Heinrich IV. von Sully begründete Ingenieurkorps entwickelt, hatte im allgemeinen von den Italienern das Profil, von 
den Holländern den Grundriß entlehnt. Nach den Ingenieuren Errard de Bar-le-Duc ("La fortification démontrée", 1604) 
und Graf Pagan trat der vielgefeierte Kriegsbaumeister Vauban auf (gest. 1707), der in langem, thatenreichem Leben
53 Belagerungen leitete,33 Festungen neu baute und etwa 300 verbesserte. Vauban wählte seine Formen, ohne sich 
zu sehr an feste Regeln zu binden, stets mit Rücksicht auf das Terrain; im allgemeinen lassen sich aber drei Manieren
unterscheiden, nach denen die meisten ältern Festungen gebaut sind. Man nennt die Linie die Polygonseite, gewöhn-
lich 300 - 380 m lang. Der Hauptgraben erhält 36, der Ravelingraben 24 m Breite. Der gedeckte Weg wird vor den aus-
springenden Winkeln abgerundet und ist mit Traversen versehen, die Grabenschere ist in der Richtung der verlängerten
Bastionsfacen angelegt. Vauban verringerte zunächst die Grabentiefe; da hierdurch die Eskarpenmauer an Deckung 
verlor, machte er dieselbe niedriger und verlor damit an Sturmfreiheit. Die wichtigste Änderung im Grundriß der spätern 
Manieren war Absonderung des Bastions vom Hauptwall, so daß nur ein 11 m hoher Kavalier oder ein sogen. bastionier-
ter Turm mit diesem in Verbindung blieb, das Bastion aber isoliert davorlag. Vauban, hauptsächlich im Angriff erfahren,
fand bald selbst die Schwächen seiner Bauten und stellte in seinem Angriffssystem sogar die Zahl der Tage fest, bin-
nen deren jede Festun g erliegen müsse. Seine Nachfolger, namentlich Cormontaigne und die Schule von Mézieres 
(gestiftet 1750), fuchten das Bastionärtracee zu verbessern durch vollständige Deckung des Mauerwerks, Schaffen 
von Reduits und Hohlräumen, letztere zunächst als Galerien zur Gewehrverteidigung. In Schweden wurden von Carl-
berg (1755) und Röök (1766), dann aber vorzüglich vom General Virgin (1781) interessante sortifikatorische Vorschläge,
hauptsächlich zur Verbesserung des Bastionärsystems, gemacht. Inzwischen hatte schon 1707 der Niederländer Lands-
berg der jüngere (die Vorschläge früherer Ingenieure benutzend) das Tenaillensystem durch mehrere Entwürfe begründet.
Aber dem Grafen Montalembert (gest. 1800) war es vorbehalten, diesen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Er will Ver-
werfung der Bastione, nur Tenaillen- und Polygonalbefestigung, zahlreiche zweckmäßig konstruierte Defensionskase-
matten, Vereinigung großer, den Angriffsbatterien weit überlegener Geschützmassen an den entscheidenden Punkten, 
solide permanente Abschnitte (kasemattierte Türme), konstruierte neue Tenaillen-, Poly-gonal- und Kreisbefestigungen 
und verschiedene Arten detachierter Forts zur Verstärkung der Plätze. Nachdem Moucé, Bousmard und Chasseloup 
nochmals Verbesserungen für das bastionierte System vorgeschlagen hatten, brachte Carnot in seinem auf Napoleons I. 
Aufforderung geschriebenen Werk über die Verteidigung fester Plätze 1810 verschiedene neue Vorschläge. Dieselben 
bezweckten, zahlreiche starke Ausfälle für den Belagerten namentlich auch dann noch zu ermöglichen, wenn der Feind 
bereits das Glacis erreicht hat, und Überschüttung der gegen diese Ausfälle vorrückenden feindlichen Trancheewachen 
mit Wurffeuer. Erreicht sollte dieses werden durch Umwandlung der gemauerten steilen Kontreskarpen in ein rampen-
artiges Glacis en contrepente und durch Anlage von kasemattierten Mörserbatterien. Auch Vorschläge für Tenaillen-Bef-
estigung machte Carnot. Die neuesten französifchen Systeme sind die von Haxo (1826) und Choumara (1827) für kase-
mattierte Bauten. Die seit 1830 vom Generalleutnant Fleury geleitete Befestigung von Lyon und die unter der Direktion 
des Generals Dode de la Brunerie ausgeführte Befestigung von Paris bestehen aus der bastionierten Stadtenceinte und
einer Anzahl detachierter Forts, meist bastionierter Fünfecke. Die Franzosen bedienten sich bei Ausführung ihrer Bauten
fast stets des Bastionärsystems, waren bis 1870 entschiedene Gegner der Polygonalbefestigung und haben deshalb die
sogen. neupreußische Befestigungsmanier heftig angegriffen (Mangin). In Preußen wurden schon seit 1715 unter Leitung 
Wallrawes tenaillierte Anlagen mit niedriger Eskarpen-, aber hoher Kontreskarpenmauer mit schma-len, tiefen, von Re-
versgalerien flankierten Gräben und mit Blockhäufern im gedeckten Weg sowie Kasematten zur Unterbringung der Trup-
pen gebaut. Nach Wallrawes Tod (1748) ordnete Friedrich d. Gr. die Bauten oft selbst an, so in Neiße, Schweidnitz, 
Glatz, Silberberg und Graudenz, und im Gegensatz zu den Franzosen überall mit kasemattierter Grabenflankierung, 
auch kasemattierten Batterien ca. 500 m vom Glacis zur Beherrschung des Vorterrains, ferner mit gedeckten Unter-
kunfts-räumen im Hof der Werke, Abschnitten und Reduits, mehrfach selbständigen Werken in der Haupt-umfassung 
nach tenailliertem Grundriß mit Reverskaponniere, tenaillierter Enveloppe, deren Graben als gedeckter Weg dient mit 
Blockhäufern und Konterminensystem, zwei solche Forts ca. 1300 m voneinander entfernt, kleinere einfache, fünfseitige 
Redouten in der Mitte dazwischen zur Bestreich-ung der langen, geraden Walllinien, ja schon mit detachierten Forts und
Unterbringung der Besatzung in Kasematten sowie stets mit Einrichtung des gedeckten Wegs zur aktiven Verteidigung. 
Die Vorschläge von Montalembert und Carnot sowie die Gedanken der ältern deutschen Ingenieure (Dürer, Speckle etc.)
fanden bei fortschreitender Verbesserung der Feuerwaffen die aufmerksamste Beachtung. So entwickelte sich in der er-
sten Hälfte des 19. Jahrh., hauptsächlich durch die Generale v. Aster, v. Brese und v. Prittwitz, die sogen. neupreußische
Befestigung (Fig. 10). Die großen Neubauten von Koblenz, Köln, Posen und Königsberg (v. Brese), Linz, Verona, Mainz, 
Rastatt, Ulm (v. Prittwitz), Germersheim und Ingolstadt, zuletzt Spandau (v. Mertens) etc. sind schon zum Teil in der Art
angelegt. Grundgedanke des Systems ist: Möglichkeit der Verteidigung durch geringe Besatzung und Begünstigung der
Offensive zur Verwendung größerer Truppenmassen auf vorbereitetem Kampffeld. Letzterm diente ein Gürtel von 500 bis
etwa 800 m vorgeschobenen Forts. Vermieden wurde ein ängstliches Kleben an bestimmtem System; man bediente 
sich zwar vorzugsweise des Kaponnieresystems, aber auch des bastionären, wie es gerade für den vorliegenden Fall 
das Terrain und sonstige Umstände erheischen. Die Grundlage der regelmäßigen Polygonalfronte ist eine Linie von ca. 
800 m, mit einer großen mehrstöckigen Kaponniere K als Reduit und Abschnitt in der Mitte, die Linie unter Umständen
leicht nach innen oder nach außen gebrochen, die Kaponniere durch ein großes Ravelin R gedeckt, dessen Graben, 
bestrichen durch kasemattierte Batterien B, im Hauptwall A mit der verteidigungsfähigen, meist frei stehenden Eskarpen-
mauer E E zusammenhängt. Zur Unterstützung des Geschützkampfes dienen kasemattierte Mörserbatterien M M in den 
ausbringenden Winkeln. Die Verteidigungseinrichtung der Eskarpenmauer E E dient zur Bekämpfung des Gegners auf 
dem gedeckten Weg und im Graben. Blockhäuser P P bestreichen den erstern. Die detachierten Forts sollten die An-
griffsarbeiten weiter in das Vorfeld hinausschieben. Ihr Grundriß ist meist der einer stumpfen Lünette (Fig. 11), mit Gra-
benkaponnieren und Reduit, ähnlich den Festungsfronten, ausge-stattet. Im Profil ist bei allen Werken vollständige Deck-
ung des Mauerwerks gegen Sicht von außen, jedoch nicht gegen den indirekten Schuß, nötigenfalls durch Vertiefung der
Gräben und höhere Anschüttung des Glacis, erreicht. Die gemauerte Eskarpe ist stets sturmfrei. Die Kaponnieren gestat-
ten aus ihren Stockwerken die Grabenverteidigung durch Geschütz- und Gewehrfeuer, während Geschütze auf der obern 
Erddecke in das Vorterrain wirken. Gleichzeitig bergen sie Besatzung und Ausrüstung und sollen auch nach Wegnahme 
der vorliegenden Werke noch längere Zeit haltbare Punkte sein. Die Neubauten der Engländer, Russen, Dänen, Schwe-
den, Holländer, Türken etc. gehö-ren fast sämtlich dem Prinzip der deutschen Schule an. Der Umbau der Festung Ant-
werpen durch Brialmont übertrug die neuen Befestigungsgrundsätze nach den Niederlanden, wo wieder Erdbau mit 60 - 
100 m breiten nassen Gräben die Verteidigungslinie bildet und Mauerwerk nur zu den Kaponnieren und Kasematten ver-
wendet ist. Hier auch fand zuerst Eisenbau in Panzerdrehtürmen bei der Landbefestigung Anwendung. Neben einfachem 
Grundriß der durch Inundation gedeckten Fronten ist besonders der Grundriß der geschlossenen detachierten Forts zu 
bemerken. In gepanzerter Drehkuppel stehende Geschütze beherrschen das Vorterrain. Bald indes machte sich der Ein-
fluß der gezogenen Geschütze, namentlich durch die Überlegenheit ihres indirekten Feuers, durch welches alles bisher 
erbaute Mauerwerk schon aus größerer Ferne zerstört werden konnte, geltend; die Erfolge der deutschen Belagerungs-
artillerie im Krieg 1870/71 lieferten den Beweis hierfür und riefen eine neue Epoche im Festungsbau hervor. Die Zweck-
losigkeit kleiner Festungen ohne vorgeschobene Forts, wenn ihre Verteidigungsfähigkeit nicht durch ihre Lage auf Hö-
hen etc. sich gründete, war ebenso erkannt wie die Unentbehrlichkeit großer Festungen mit weit von der Hauptumwall-
ung abliegenden Forts als Stützpunkte für die Operationen großer Armeen. Die Forts sollen durch ihre vorgeschobene 
Lage ein Bombardement der Stadt erst dann möglich machen, wenn der Angreifer dieselben genommen hat oder bis 
in ihre Nähe vorgedrungen ist. Anfänglich ging man, in der Furcht vor der Möglichkeit eines Bombardements, hierin 
sehr weit. Die Franzosen haben viele Forts 6 - 7 km, bei Paris sogar bis 15 km vor die Hauptenceinte vorgeschoben.
Man hat dieses Maß später wieder auf 4 - 5 km vermindert, sowohl in Rücksicht auf die einheitliche Leitung der Ver-
teidigung, als darauf, daß für eine nachhaltige Verteidigung so großer Festungen selten die erforderlichen Feldtruppen 
und Fußartillerie zur Verfügung stehen werden. Die Forts sollen gewissermaßen die Kernpunkte für eine zweite En-
ceinte bilden, deren Zwischenräume erst bei der Verteidigung durch Armierungswerke u. Zwischenbatterien geschlos-
sen werden. Der Hauptwall soll unter Fortfall aller Vor-, Außen- u. innern Werke (Reduits) aus möglichst wenig ge-
brochenen, unter stumpfen Winkeln zusammenstoßenden Fronten, die ihre Flankierung durch Kaponnieren erhalten, 
bestehen und durch gemauerte Eskarpen und Kontreskarpen Sturmfreiheit erhalten. Die auf 4 - 7 km vorgeschobenen
Forts werden auf Punkten erbaut, die für die Verteidigung besonders wichtig und günstig sind. Sie haben die Form 
einer stumpf-winkeligen Lünette mit einer durch ein Kehlkasernement in Form einer bastionierten Fronte geschlos-
senen Kehle, so daß sie von allen Seiten sturmfrei sind. In dem Fort müssen die ganze Besatzung sowie das ge-
samte Verteidigungsmaterial bombensichere Unterkunft finden und alles Mauerwerk gegen Artilleriefeuer unter 15° 
Fallwinkel gedeckt sein. Die Besatzung wohnt in der zweistöckigen Kehlkaserne, das Artilleriematerial lagert im 
Saillantkasemattenkorps, wo auch das Laboratorium eingerichtet ist; die Pulvermagazine liegen in der großen Kapi-
taltraverse  oder unter den Flanken. Die Geschosse werden durch Hebevorrichtungen aus den unter dem Walle lie-
genden Geschoßmagazinen nach Hohltraversen gehoben, die auf dem Wallgang liegen und die zwischen ihnen 
stehenden Geschütze gegen Rikoschettfeuer decken. Vom Kehlthor führt durch die Kapitaltraverse eine Poterne bis
zur Saillantkaponniere, wie denn überhaupt der gesamte Verkehr innerhalb der Hohlräume des Forts durch Poternen, 
Galerien und Treppen vermittelt wird. Die Forts sind mit 24 - 36 Geschützen armiert, die Kampfgeschütze stehen auf 
offenem Wall, die zur Grabenbestreichung in der Saillant-kaponniere und der Flankenbatterie der Kehle; die Gräben 
vor den Flanken werden von den beiden Schulterkaponnieren durch Infanterie verteidigt. Die neuern Forts haben, na-
mentlich in Frankreich, in der Regel noch einen Niederwall für Infanterieverteidigung. Die frei stehende Mauer am Fuß
der Eskarpe ist nur Hindernismauer, nicht verteidigungsfähig. Der gedeckte Weg bildet nur noch einen schmalen Ron-
dengang. Häufig ist das Glacis vor den Flanken in der Richtung der Kehle zum sogen. Anschlußglacis verlängert, in 
dem bei der Armierung eine Anschlußbatterie erbaut wird. Bei besonders wichtigen Forts werden letztere im Frieden
schon vorbereitet und erhalten ein permanentes Verbrauchs-Geschoß- und Pulvermagazin mit Geschoßhebevorrich-
tung und Munitionsfördertraverse in der Batterie. Zu den Magazinen führt eine in der Höhe der Kehlgrabensohle liegen-
de Galerie, so daß die Munitionsversorgung auf einem von der Kehlkaserne ausgehenden Fördergeleise geschehen 
kann. Panzertürme stehen meistens in den Schulterpunkten der Forts. An besonders wichtigen Punkten werden bei 
großem Abstand der Forts in dem Intervall Zwischenwerke  in Form breit abge-stumpfter Fleschen, permanent und 
sturmfrei, erbaut, die, mit einigen (meist 4) leichten Kanonen armiert, nur Stützpunkte für die Infanterie bilden, aber 
nicht am Geschützkampf sich beteiligen sollen. Nur unter besondern Verhältnissen werden sie auch mit Kampfge-
schützen ausgerüstet. Die Forts sind mit der Hauptfestung und unter sich durch chaussierte Wege (Ringstraße) und 
telegraphisch durch unterirdische Kabel verbunden. In neuerer Zeit hat man in Frankreich Reims und Dijon, in Rußland
Kowno und Warschau, in Italien Rom nur mit einem Gürtel von Forts befestigt, die eigentliche Stadtumwallung aber 
ganz fortgelassen. Man ist dort der Ansicht, daß der Verteidiger einer Festung moralisch und physisch zu erschöpft
und zu einem weitern Widerstand nicht mehr befähigt sein wird, wenn der Belagerer die Forts genommen hat; an eine
Verteidigung der Stadtumwallung kann also nicht mehr gedacht werden, weshalb sie entbehrlich ist. Dem wird in 
Deutschland entgegengesetzt, daß die Forts allein die F. nicht sturmfrei machen, denn einem mutigen Angreifer kann
es wohl gelingen, zwischen Forts hindurch in die Stadt einzudringen. Erfahrungen stehen hierüber noch nicht zur Seite.
Aber auch in andrer Beziehung scheint eine abermalige Umwälzung dadurch in Aussicht gestellt, daß bei dem außer-
ordentlich wirksamen Feuer aus gezogenen Mörsern und kurzen Kanonen eine Verteidigung auf offenem Wall nicht 
lange durchzuführen sein wird, und daß gegen die Sprengwirkung unserer heutigen schweren Granaten sämtliche 
Hohlbauten unserer Forts nicht standhalten, also nicht mehr hinreichenden Schutz gewähren. Welche Formen und 
Einrichtungen ein Fort der Zukunft aber hiernach erhalten wird, läßt sich jetzt noch nicht absehen. Einen eigentümlich-
en Charakter haben die französischen Sperrforts erhalten, um ihre besondern Aufgaben erfüllen zu können. Sie sollen
aus dem Nachbarland, namentlich Deutschland, kommende Eisenbahnlinien derart unter Geschützfeuer nehmen, daß 
sie vom Feind nicht eher benutzt werden können, bevor er nicht Herr der Forts geworden. Da es Frankreich, wie man 
dort meint, niemals gelingen wird, die Mobilmachung seiner Armee ebenso schnell zu vollenden wie Deutschland, so 
sollen die Sperrforts das Vordringen der deutschen Armeen aufhalten und dadurch der französischen Armee Zeit ver-
schaffen, ihre Mobilmachung und ihren Aufmarsch ungestört durchführen zu können. Die Sperrforts liegen isoliert in 
Abständen von etwa 7 - 9 km längs der deutschen Grenze, sind also nicht auf die Unterstützung einer dahinterliegen-
den F., sondern auf sich selbst angewiesen, müssen somit nach allen Richtungen hin verteidigungsfähig sein und ha-
ben deshalb die Form eines regelmäßigen Sechs-ecks erhalten. Die ganze Besatzung von 400 bis 600 Mann findet in 
ihnen gedeckten Wohnraum, das ganze Verteidigungsmaterial, alle Lebensmittel u. sonstigen Vorräte sind im Fort 
selbst bombensicher untergebracht. Der Hofraum, eigentlich nur ein Lichthof, vermindert durch seine Kleinheit die Ge-
fahr für die ihn begrenzenden Kasernen, durch feindliches Geschützfeuer frühzeitig zerstört zu werden. Auch die Grä-
ben sind möglichst schmal, 10 - 12 m breit und 8 - 10m tief, um das Breschieren der Eskarpenmauer durch den in-
direkten Schuß möglichst zu erschweren. Die meisten Forts haben im gefährdetsten Schulterpunkt einen Panzerdreh-
turm erhalten, der mit eineroder zwei 15 oder 21 cm Kanonen armiert ist. Sie sind im ganzen mit 30 - 40 Kampfges-
chützen, außerdem zur Grabenbe-streichung mit Mitrailleusen ausgerüstet. Größere Sperrforts an besonders wichtigen
Punkten haben noch eine oder zwei permanente Annex- (Anschluß-) Batterien, auch eine Armierung bis zu 60 Geschüt-
zen u. etwa 1000 Mann Besatzung erhalten. Befindet sich eine F. bei ausbrechendem Krieg noch im Neubau, und bleibt 
keine Zeit, sie nach den Grundsätzen der permanenten Befestigung zu vollenden, so wird man die angefangenen Werke
mit einfachern Mitteln, statt in Mauerwerk unter Verwendung von Eisen, Holz, Beton und Erde, in möglichst gleicher 
Weise zu Ende führen. In derselben Art wird man noch nicht begonnene Forts oder überhaupt solche Punkte, deren 
Besitz dem Angreifer von großem Wert sein könnte, die aber im Frieden aus ökonomischen oder andern Gründen unbe-
festigt blieben, befestigen. Solche Anlagen heißen provisorische Befestigungen; sie sollen in Bezug auf Verteidigungs-
vermögen und Widerstandsfähigkeit permanenten Bauten möglichst nahe kommen und müssen deshalb sturmfrei sein.
Da dies durch Tiefe und Mauerbekleidung des Grabens nicht erreicht werden kann, so müssen Hindernismittel, nament-
lich Drahtgeflechte und Verhaue, Ersatz bieten. Auf die Grabenflankierung aus Kaponnieren in Holzbau mit derselben
Verteilung wie bei permanenten Forts wird man jedoch heute noch nicht verzichten können, obgleich ein zweckmäßi-
gerer Ersatz für dieselben erwünscht wäre. Vielleicht bietet ihn die Zukunft durch Eisenbau und Revolverkanonen. In 
der Regel wird man auch den provisorischen Forts und Zwischenwerken im Grundriß die Form einer Lünette geben. Im 
übrigen muß die ganze Besatzung und Munition auch bombensichere Unterkunft erhalten. Es kann sogar notwendig 
werden, im Rücken einer Armee in dieser Weise festungsähnliche Stützpunkte (Positionsbefestigungen oder proviso-
rische Festungen) herzustellen, wie es 1813 und 1866 bei Dresden und im russisch-türkischen Krieg 1877-1878 um 
Plewna, hier mit großem Erfolg, geschehen. Eine eigentümliche Art permanenter Befestigung bilden die Küstenbefesti-
gungen und zwar deshalb, weil sie gegen die See wirken und von Kriegsschiffen angegriffen werden, daher sich nicht 
gegen Belagerungen mit allmählich näher rückendem Angriff, wie Landfestungen, zu verteidigen haben. Als befestigte 
Küstenpunkte sollen sie feindlichen Schiffen die Benutzung von Häfen, Reeden, das Einlaufen in Flußmündungen, 
Meerengen etc. verwehren; da sie nur eine Beschießung von Schiffen, keinen förmlichen Angriff (Belagerung) zu erwar-
ten haben, so werden sie meist als offene Erdwerke, Strand- oder Küstenbatterien, aber grundsätzlich nur für schwere 
Geschütze, Küstengeschütze, deren kleinstes Kaliber die 15 cm Kanonen sind, derart erbaut, daß jedes Geschütz 
zwischen zwei Traversen steht. Wo aber ein enges Fahrwasser mit geringster Geschützzahl und Besatzung be-
herrscht werden soll und nur ein beschränkter Bauplatz zur Verfügung steht, kommen Panzerwerke zur Verwendung. 
Die auf Mauerbauten ruhenden Panzerungen (in England aus Walzeisen, in Deutschland aus Hartguß) sind entweder 
Batteriepanzer  oder Panzerdrehtürme. Die Geschütze hinter Panzerungen liegen in Minimalschartenlafetten. Die 
Werke müssen so angelegt sein, daß sie gegen Hochflut, Seiten- und Rückenfeuer gesichert sind. Als befestigte K
riegshäfen sollen die Küstenbefestigungen mit einer vor der Hafeneinfahrt liegenden feindlichen Flotte den Kampf 
aufnehmen, um entweder das Auslaufen der eignen Schiffe zu be-günstigen, oder eine Annäherung des Gegners 
behufs Beschießung des Hafens und der Marine-anlagen, wie Arsenale, Werften, Docks, Magazine etc., zu verhin-
dern. Diese Festungswerke werden, da sie auch gegen einen Angriff vom Land gesichert sein müssen, geschlossen, 
als Küstenforts, erbaut. Zahl und Lage derselben richten sich nach der Örtlichkeit, die es auch, wenn in der Nähe 
des Hafens größere Landungen ausführbar sind, erfordern kann, an die Küstenbefestigungen eine Landfestung anzus-
chließen, wie es z. B. bei Kiel geschehen soll. Diese Befestigungen allein sind aber nicht ausreichend, sie bedürfen
noch einer Absperrung des Fahrwassers durch Seeminen, feste oder schwimmende Barrikaden, z. B. versenkte 
Schiffe, schwimmende, durch Ketten verbundene und verankerte Balken, Taue, Netzwerk, Ketten etc., die innerhalb
des Wirkungsbereichs der Geschütze liegen müssen. Den militärischen Dienst in jeder F. leitet im Krieg und Frieden
ein Kommandant, in größern Festungen (Koblenz, Köln, Mainz, Straßburg, Metz, Ulm, Germersheim, Ingolstadt) 
auch Gouverneur genannt, dem dann meist noch ein Kommandant unterstellt ist. Ihm beigegeben ist ein Festungs-
stab, bestehend aus einem Artillerie- und einem Ingenieuroffizier vom Platz, die im Krieg Chef des Stabes beim 
Kommandeur der Artillerie und der Ingenieure werden, u. dem Platzmajor (Büreauvorsteher); außerdem haben die 
Gouverneure und der Kommandant von Posen noch einen Adjutanten, Straßburg, Metz, Königsberg und Thorn noch 
einen Generalstabsoffizier. 
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
FESTUNGSKRIEG*
Festungskrieg, die Kriegshandlungen, welche Angriff und Verteidigung permanent befestigter Plätze mit 
sich bringen. Bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden für den F. im allgemeinen noch die 
von Vauban, namentlich für den Angriff, aufgestellten Grundsätze als maßgebend angesehen. Die wäh-
rend dieses Feldzugs durchgeführten Belagerungen haben indessen die gänzliche Veraltung jener Lehren
erkennen lassen und gezeigt, daß die seitdem vollzogene totale Umgestaltung des Geschützwesens 
auch eine ganz andre Verwendung der   Artillerie, der Hauptwaffe des Festungskriegs, bedingt. War 
man hierdurch schon gezwungen, andre Normen für den F. aufzustellen, so trat in weiterer Folge des 
Kriegs als zweites umgestaltendes Moment die Umwandlung unsrer Festungen durch Erbauung von 
Forts weit außerhalb ihres Hauptwalles hinzu
Diese Bedingungen haben sodann im Verein mit der in den letzten zehn Jahren zur Ausführung gekom-
menen vollständigen Neugestaltung der Festungs- und Belagerungsartillerie und der außerordentlich fort-
geschrittenen Ausbildung der Artillerietruppe im Schießdienst Erfahrungen gezeitigt, die uns auf andre 
Bahnen verwiesen. Sie machten die Aufstellung einer neuen Lehre für den F. notwendig, die man jetzt 
als Taktik des Festungskriegs bezeichnet. Sie umfaßt naturgemäß nur allgemeine Grundsätze, die so-
wohl dem Terrain vor der anzugreifenden   Festung als den von dieser getroffenen Verteidigungsmaßre-
geln sorgsam angepaßt werden müssen. Es läßt sich daher, ohne die Grenzen allgemeiner Gültigkeit 
zu überschreiten, der Plan einer Belagerung nur schematisch darstellen geschehen ist. Auf eine be-
stimmte Festung übertragen, würde dieser Schemaplan ganz andre Formen annehmen, aber auch dann
für diese Festung gelten. 
Die Wahl des zur Eroberung einer Festung anzuwendenden Angriffsverfahrens wird bedingt sein 
a) durch die hierzu zur Verfügung stehenden Truppen und Kampfmittel, namentlich an Artillerie; 
b) durch die Art und den Wert der zu belagernden Festung in fortifikatorischer Beziehung, ihrer Armierung 
und Besatzung sowie durch die Vorkehrungen, welche zu ihrer Verteidigung getroffen sind. 
Hat man es mit einer Festung älterer Bauart zu thun, eine schwache und nachlässige Besatzung sich 
gegenüber, so kann ein gewaltsamer Angriff, ein Überfall oder eine Überrumpelung Erfolg versprechen. 
Es müssen indessen, um diesen zu sichern, so viele günstige Bedingungen zusammentreffen, auf deren 
schneller Erfassung und kühner Ausnutzung allein das Gelingen beruhen kann, daß ein solcher Fall bei 
unsern modernen Kampfmitteln zu den größten Seltenheiten gehören wird. Für die Art und Weise, wie 
der Angriff zunächst am vorteilhaftesten auszuführen ist, lassen sich daher kaum irgend welche Regeln 
aufstellen, da dieselbe allein von den gegebenen Verhältnissen abhängen wird. Es könnte z. B. unter 
günstigen Umständen einem kühnen Angreifer wohl gelingen, mit Feldtruppen zwischen zwei Forts hin-
durchzustürmen und gegen diese im Rücken wie gegen die Stadt einen Stoß auszuführen, dessen Fol-
gen für den Verteidiger verhängnisvoll werden können; ebenso kann aber auch der Angreifer dabei ver-
nichtet werden.  oll ein Überfall nicht gewagt werden, so muß der Angriff mit einer möglichst schnell mit 
Hilfe vieler Kavallerie auszuführenden Einschließung die Berennung beginnen, die der Festung jede Ver-
bindung nach und fuhr von außen abschneidet, welche deshalb bei einer volkreichen Stadt und hinreich-
ender Dauer die Festung wegen Mangels an Lebensmitteln (Aushungerung) zur Übergabe zwingen kann. 
Hat die Festung keine Forts, eine gedrängt wohnende Bevölkerung, wenig bombensichere Unterkunfts-
räume für die Besatzung und einen wenig thatkräftigen Kommandanten, so kann ein Bombardement durch
seine materielle und moralische Wirkung eine schleunige Übergabe herbeiführen. Bei einer gut ausgestat-
teten und energisch verteidigten Festung wird nur der förmliche Angriff oder die eigentliche Belagerung, bei 
der man sich nach und nach der Festung gedeckt nähert und die feindlichen Kampfmittel systematisch zu
zerstören sucht, Aussicht auf Erfolg versprechen. Im nachstehenden soll daher ausschließlich der förm-
liche Angriff auf eine gut verteidigte Festung mit detachierten Forts behandelt werden.Das Belagerungskorps 
besteht aus der Belagerungsartillerie mit einer der Größe der Festung entsprechenden Anzahl Sektionen 
des Artilleriebelagerungstrains, mit etwa 400 - 500 Geschützen für eine Festung mit Forts, einer oder mehr-
eren Sektionen des Ingenieurbelagerungstrains und einer entsprechenden Anzahl Pionierkompanien sowie 
einer oder mehreren Truppendivisionen oder, je nach der Größe des Platzes, Armeekorps, die in der Regel 
ihre taktische Zusammensetzung behalten. Die Kavallerie wird zunächst auf den Hauptstraßen gegen die 
Festung zu deren Beobachtung und zum Schutz der behufs Feststellung der Angriffsfronte und der beson-
dern Maßregeln zur Einschließung auszuführenden Rekognoszierung vorgeschoben. Sie soll zwar der Fest-
ung den Verkehr jeder Art nach außen abschneiden, muß jedoch hierbei vermeiden, diejenigen Verkehrs-
wege, die für die Heranführung des Belagerungsmaterials notwendig sind, unbenutzbar zu machen. Durch 
Rekognoszierung an der Hand eines bereits bearbeiteten Angriffsentwurfs wird der Angriffsplan festgestellt.
In diesem werden die Angriffsfronte, ein etwaniger Nebenangriff, der Gang des Angriffs und die Grenzen des
Angriffsfeldes unter Einteilung desselben in Abschnitte, die Parkplätze, auch die ungefähre Lage der ersten
Artillerieaufstellung etc. bezeichnet. Die Wahl der Angriffsfronte wird sich der großen Materialtransporte 
wegen meist nach den zu Gebote stehenden rückwärtigen Verbindungen richten. Man wird deshalb grund-
sätzlich den Belagerungspark in möglichster Nähe der Eisenbahn etablieren, auf der sein Material herbei-
kommt, und bei entsprechender Entfernung Förderbahnen von der Entladestation zum Park und von hier zu
den Batterien anlegen. Es muß dies unter dem Schutz der Einschließungstruppen geschehen, nötigen Falls
sind Feldverschanzungen mit Geschützemplacements zum Zurückweisen von Ausfällen aus der Festung 
zum Schutz der Parke, die etwa 7 - 10 km von den Forts ab bleiben, anzulegen. Im F. ist die Artillerie die 
Hauptwaffe, da nur sie im stande ist, den Verteidiger aus seinen befestigten Stellungen im Vorterrain zu v
ertreiben sowie ihn zu zwingen, seine Kampfthätigkeit auch in den Forts und Zwischenbatterien und schließ-
lich auf der Hauptenceinte einzustellen; es muß deshalb immer die Aufgabe aller andern Waffen sein, die Ar-
tillerie in der Erreichung dieser Ziele nach Kräften zu unterstützen und sich selbst diesem Zweck unterzuord-
nen. Zunächst ist der Verteidiger soweit wie möglich und für die Einschließung erforderlich aus dem Vorter-
rain zurückzudrängen, wobei in der Regel nur Feldartillerie, gegen verschanzte Ortschaften aber stets schwe-
rere Geschütze mit überwältigender Wirkung in Thätigkeit kommen werden, da auch der Verteidiger solche 
Positionen mit Aufbietung aller verfügbaren Mittel zu behaupten suchen wird. Nach Besitznahme solcher vor-
geschobenen Positionen des Verteidigers müssen dieselben zu hartnäckiger Verteidigung eingerichtet und 
in offenem Gelände gedeckte Verbindungen nach rückwärts, Schützengräben und Schützenlöcher für die 
Vorposten, Geschützeinschnitte für Feldgeschütze etc. hergestellt werden. So entstehen bei den einleiten-
den Kämpfen des Fernangriffs oft Stellungen hintereinander, die man allgemein als Vorpositionen bezeich-
net, und die den Zweck haben, des Terrains sich zu bemächtigen, in dem unter dem Schutz der Infanterie 
die Batterien der ersten Artillerieaufstellung erbaut werden sollen. Diese sollen die Artillerie in den Forts und
deren Zwischenstellungen bekämpfen, feindliche Kampfmittel vernichten, die Ausführung weiterer Verteidi-
gungsarbeiten verhindern und so der eignen Infanterie das Vorgehen und Festsetzen auf dem Angriffsfeld 
ermöglichen. Diese Batterien werden daher meist nicht näher als 3000, in einzelnen Fällen bis 2000 m an
die Forts herangehen können und müssen daher mit weittragenden, wirkungsvollen Geschützen, 15 cm 
Ringkanonen, schweren 12 cm Kanonen und 21 cm Mörsern, und bei geringern Entfernungen auch mit 
kurzen 15 und 21 cm Kanonen armiert werden. Sie werden in möglichst umfassender Ausdehnung grup-
penweise angelegt und müssen alle in das Angriffsfeld wirkenden feindlichen Geschützaufstellungen be-
kämpfen. Können sie nicht in die Nähe von Straßen gelegt werden, so sind für die Armierung und den 
Munitionsersatz Wege dorthin anzulegen. Alle Batterien sollen möglichst in Einer Nacht erbaut werden 
und gleichzeitig ihr Feuer am nächsten Morgen eröffnen. Dem Vorschreiten der Infanterie werden auch 
Batterieanlagen folgen und zum Teil mit den Geschützen rückwärts liegender Batterien armiert werden, 
so daß bei einer hartnäckigen Verteidigung der Übergang von der ersten zur zweiten Artillerieaufstellung 
sich all-mählich, Schritt für Schritt vollzieht. Grundsatz des Angriffs ist, daß das Artilleriefeuer niemals ins 
Stocken kommen darf; die Batterien der zweiten Artillerieaufstellung werden daher auch unter dem Schutz
der rückwärtigen Batterie und der ersten Infanteriestellung (Tafel I als 1. Parallele bezeichnet) auf etwa 
1500 - 1000 m von den feindlichen Batterien, auf welchen Entfernungen ein Niederkämpfen der letztern 
möglich wird, erbaut. Die Erfolge der zweiten Artillerieaufstellung sind für den. weitern Verlauf des Angriffs
entscheidend, da auf diesen Entfernungen eine der beiden Parteien durch Niederkämpfung der gegneri-
schen Artillerie die Oberhand gewinnen muß; jetzt entbrennt daher der eigentliche Artilleriekampf. Die 
Sicherung der Angriffsartillerie in dieser Stellung gegen Ausfälle wie gegen vorgeschobene Infanterie in 
vorbereiteten Stellungen muß daher von der Infanterie aus einer den feindlichen Werken auf schon wirk-
same Gewehrschußweite naheliegenden Stellung, der ersten Infanteriestellung, übernommen werden. 
Diese tritt also etwa an die Stelle der frühern ersten Parallele und wird auf etwa 700 m von der vorder-
sten feindlichen Stellung (den Forts), ob als ein zusammenhängender Laufgraben (Tranchee) oder stück-
weise durch Ausbau der für die Vorposten aufgeworfenen Schützengräben, darüber sind die Ansichten 
geteilt, angelegt und erhält von rückwärts her gedeckte Zugänge durch Laufgräben, die, um sie der Längs-
beschießung zu entziehen, in Zickzackform geführt werden. In der zweiten Artillerieaufstellung werden 12
cm und kurze 15 cm, in besondern Fällen auch wohl noch 15 cm Ringkanonen Verwendung finden, näch-
stdem aber zum Bewerfen des Innern von Festungswerken namentlich 15 cm Mörser und zum Einwerfen 
von Hohlbauten auch noch 21 cm Mörser. In neuerer Zeit ist man nach Schießversuchen zu der Ansicht 
gekommen, daß indirektes Feuer, namentlich in Rücksicht auf die große Treffsicherheit der gezogenen 
Mörser, viel schneller zum Ziel führen wird als das Feuer der besten weittragenden Kanonen. Während 
daher in der ersten Artillerieaufstellung die langen Kanonen überwiegen, werden in der zweiten kurze Ka-
nonen und Mörser vorherrschen. Auch sind die Ansichten darüber geteilt, ob es zweckmäßiger ist, 6 - 8 
oder nur 2-4 Geschütze batterieweise zu vereinigen oder gar unter Um-ständen Geschütze einzeln aufzu-
stellen. Wenn auch letztere Aufstellungen den Vorzug der bessern Anpassung an das Terrain und weniger
durch das feindliche Feuer zu leiden haben, so ist doch bei dieser Vereinzelung der Geschütze die Mu-
nitionsversorgung, namentlich aber die Feuerleitung und damit das Konzentrieren des Feuers einer Anzahl 
Geschütze zur systematischen Niederkämpfung feindlicher Geschützaufstellungen, die z. B. der Infanterie
das Behaupten wichtiger Terrainpunkte unmöglich machen, sehr erschwert. Aus den Batterien der zweiten
Artillerieaufstellung müssen auch die für den Sturm erforderlichen Breschen geschossen, Kaponnieren etc.
demoliert werden, wozu die kurzen 15 und 21 cm Kanonen und Mörser, zum Beschießen der Scharten 
von Panzertürmen oder Panzerbatterien 9 cm Kanonen und, um verdeckte feindliche Stellungen zu bekämp-
fen, 9 cm Mörser in vorgeschobenen Batterien oder in der ersten Infanteriestellung Verwendung finden. Ein 
weiteres Vorschieben von Batterien wird nicht erforderlich sein, da die Treffsicherheit der langen Kanonen 
durch näheres Herangehen nicht vermehrt, der Gebrauch der kurzen Kanonen aber der dadurch bedingten 
Herabsetzung der Ladung wegen ungünstiger wird. Von den Artilleristen wird allgemein angenommen, daß,
wenn es dem Angreifer möglich wird, seine Batterien bis auf 1000 oder 900 m an die Forts heranzubringen, 
die beschossenen Forts in nicht langer Zeit derart in Trümmerhaufen verwandelt werden, daß es dem Ver-
teidiger nicht möglich wird, sich darin zu halten, geschweige denn Geschütze innerhalb derselben noch ins
Feuer zu bringen, so daß ihre Übergabe von selbst erfolgen muß. Es wird wahrscheinlich auch möglich 
sein, durch einige Geschütze aus der zweiten Artillerieaufstellung die Stadt zu beschießen, unter Umstän-
den sogar ein erfolgreiches Bombardement zu eröffnen, hierdurch aber wie durch die Beschießung der von 
den Forts zur Stadt führenden Kommunikationnen die Übergabe der Forts zu beschleunigen. Von andern 
wird dagegen ange-nommen, daß auch in Zukunft der von den Ingenieuren auszuführende Nah- oder Ingen-
ieurangriff (Sappenangriff) nicht wird entbehrt werden können, der auch bei Straßburg noch zur Ausführung
gekommen ist. Zu diesem Zweck wird unter dem Feuer der Belagerungsbatterien und dem Schutz der er-
sten Infanteriestellung auf halber Entfernung zwischen dieser und dem Fort die zweite Infanterie-stellung und
demnächst auf 150-200 m eine dritte Infanteriestellung eingerichtet, die, unter sich durch Laufgräben in ge-
deckter Verbindung stehend, der Infanterie die Bekämpfung des Verteidigers durch gezielte Schüsse gestat-
ten und den Pionieren als Basis zum Vorgehen mit der bedeckten Sappe bis zur Krönung des Glacis, An-
lage des Grabenniedergangs bis zur Grabensohle oder bis zum Wasserspiegel bei nassen Gräben und 
Herstellung des Grabenübergangs zur Bresche dienen, die von der zweiten Artillerieaufstellung geschossen
wird. Kommt es zu einem solchen Vorgehen der Pioniere, so ist zu erwarten, daß auf dem Glacis der Mi-
nenkrieg beginnen wird; der Angreifer sucht durch tief liegende überladene Minen sowohl die Konterminen 
zu zerstören, als gleichzeitig ober-irdisch einen Trichter auszuwerfen, um in ihnen gedeckt neue Angriffs-
minen vorzutreiben und so schließlich bis in die Nähe der Glaciskrete zu gelangen, diese zu krönen und 
den Grabenniedergang herzustellen, durch welche die in den Laufgräben gesammelten Sturmkolonnen 
zum Grabenübergang gelangen. Sollte es dem Angreifer nicht gelungen sein, die Grabenkaponnieren zu
zerstören, und der Verteidiger im stande sein, hier gegen den Sturm Geschütze ins Feuer zu bringen, so
wird bei der heutigen Geschützwirkung ein Gelingen des Sturms sehr in Frage gestellt. Gelang der Sturm, 
und ist der Verteidiger zu weiterm Widerstand durch eine inzwischen eingerichtete Zwischenstellung rück-
wärts der Forts vorbereitet, so muß der Angriff gegen dieselbe in ähnlicher Weise wie gegen dieForts mit 
ihren Zwischenbatterien begonnen and bis zum Sturm der in den Hauptwall gelegten Bresche nach gleichen 
Grundsätzen fortgeführt werden.
In den Festungen werden die für ihre Verteidigung erforderlichen Geschütze nebst Zubehör sowie die Mu-
nitionsteile für eine gewisse Anzahl Schüsse im Frieden bereit gehalten. Für die verteidigungs-fähige Aufs-
tellung der Geschütze und die gegen feindliches Artilleriefeuer gesicherte Unterbringung aller Kampfmittel
muß gesorgt sein. Die Armierung einer Festung hat den Zweck, letztere aus dem Friedenszustand in den 
der Verteidigungsfähigkeit überzuführen; sie zerfällt in die fortifikatorische, artilleristische, ökonomische 
und Sanitätsarmierung. Erstere betrifft die Vervollständigung der Sturm-freiheit, der gesicherten Unter-
kunft der Garnison und ihrer Vorräte, Herstellung von Befestigungen im Vorterrain, Stauung der Gewässer
zur Inundation (s. d.) des Vorterrains, Vorbereitung des Minen-kriegs etc. Die artilleristische Armierung 
soll die Geschütze der ersten Geschützaufstellung oder der Sicherheitsarmierung an den Stellen, an de-
nen die Geschütze nach dem bereits im Frieden bearbeiteten Armierungsentwurf Aufstellung finden sollen, 
kampfbereit fertig machen sowie die Munition anfertigen und die artilleristischen Streitmittel, z. B. Pulver 
etc., kriegsmäßig lagern. Die ökonomische Armierung soll die Lebens- und Quartierbedürfnisse der Be-
satzung bereit stellen und unterbringen und die Sanitätsarmierung alle Mittel zur Handhabung des Sani-
tätsdienstes in Bereitschaft stellen. Eine größere Anzahl von Geschützen wird als Reserve bereit gehal-
ten, um auf der Angriffsfronte dann Verwendung zu finden, sobald diese entschieden ist. Als Grundsatz 
für eine aktive Verteidigung gilt, daß dem Angreifer das Vorterrain solange wie möglich streitig gemacht 
und das Festsetzen in demselben erschwert werden muß. Zu diesem Zweck müssen solche Punkte, die 
der Verteidigung günstig, und deren Besitz dem Angreifer Vorteile bringen würde, bei der Armierung durch
den Bau von Armierungswerken, Schanzen, Batterien, Emplacements etc., zur Geschütz-verteidigung 
eingerichtet werden. Im Unterstützungsbereich der Forts oder Festung liegend und ausschließlich mit 
leichten Geschützen (9 cm oder Feldkanonen, ausnahmsweise auch 12cm) armiert, bilden sie die Stütz-
punkte für die Vorpostenstellungen, welche 1500 - 2000 m vor die Festung vorgeschoben werden, wie bei 
Ausfällen zur Aufnahme der zurückweichenden Ausfalltruppen. Ortschaften, die für die Verteidigung von 
Wichtigkeit sind, werden zu einer hartnäckigen Behauptung fortifikatorisch durch Schützengräben und 
Geschützemplacements (Feldbefestigung), an besonders wichtigen Punkten durch Feldschanzen ein-
gerichtet. Während in den Forts die schweren Geschütze von großer Tragweite, die das Vorterrain 7 - 8 
km weit unter Feuer nehmen können, aufgestellt sind, werden für die Spezialgeschützreserve der Forts 
die Anschlußbatterien aus deren Flanken ausgebaut, sofern nicht hierfür die Anlage der Angriffsbatterien 
abgewartet werden muß, um ihr die bestimmte Frontrichtung geben zu können. In den Zwischenräumen 
der Forts aber werden, sobald die Angriffs-richtung erkannt ist, die Zwischenbatterien erbaut, mit den Ge-
schützen der Generalgeschützreserve der Festung armiert und, wo es erforderlich, Zwischendepots für
die Munitionsversorgung dieser Batterien angelegt. Bringt der Angreifer seine mit schweren Geschützen 
armierten Batterien gegen die Verschanzungen im Vorterrain ins Feuer, so werden deren Geschütze 
nach den Zwischenbatterien zurückgezogen, da sie zu einem Geschützkampf nicht befähigt sind. Der 
Schwerpunkt der Verteidi-gung muß in die in Höhe der Forts eingerichtete erste Verteidigungsstellung 
gelegt werden, weshalb für die Lage der Zwischenbatterien in erster Linie die Wirkung, demnächst erst 
die Deckung be-stimmend ist. Gruppenweise ebenso wie die Angriffsbatterien erbaut, bilden sie mit den
Forts, zwi-schen denen sie liegen, gewissermaßen eine äußere Enceinte, die als geschlossene Um-
wallung her-zustellen zu kostspielig, in mancher Beziehung auch nachteilig für die Verteidigung sein 
würde. Der Verteidiger darf den Angreifer vom ersten Augenblick an niemals und nirgends zur Ruhe 
kommen lassen. Überall, wo er festen Fuß fassen will, muß er durch Beschießung daran verhindert 
werden; es muß dies bei der Etablierung seines Belagerungsparks schon beginnen. Der Verteidiger 
muß deshalb einen weit hinausgeschobenen, sorgfältig organisierten Beobachtungsdienst unterhalten. 
Bei künftigen Belagerungen werden zu diefem Zweck ohne Zweifel gefesselte Luftballons zur Verwen-
dung kommen, die als permanente Stationen Tag und Nacht unterhalten werden, des Nachts mittels 
elektrischen Lichts das Terrain absuchen und ihre Beobachtungen telegraphisch oder durch Terrain-
skizzen nach unten mitteilen. So wird es möglich, den Feind auch in solchen Terrainfalten zu ent-
decken, die sich jeder andern Beobachtung entziehen, und rechtzeitig Maßregeln zu ergreifen, ihn von
dort wieder zu vertreiben. Sobald jedoch die Geschütze aus dem Vorterrain nach den Zwischenbat-
terien zurückgezogen sind, wird auch der Angreifer das Feuer aus seiner ersten Artillerieaufftellung 
eröffnen und hiermit der eigentliche Artilleriekampf beginnen. Man ist jetzt der Ansicht, daß derselbe 
vom Verteidiger unter Heranziehung aller in den nicht angegriffenen Forts entbehrlichen Geschütze mit
der größten Energie geführt und reichlich mit Munition versorgt werden muß. Wichtige An-griffsbatterien
müssen systematisch und mit Konzentration des Feuers einer überlegenen Anzahl Ge-schütze be-
kämpft werden. Da die Wirkung solcher Feuerkonzentration wesentlich davon abhängt, daß alle mitwir-
kenden Geschütze gleichzeitig mit ihrem Feuer eintreten, um dem Feind bei der Überschüttung mit Ge-
schossen keine Zeit zu lassen, seine Geschütze in Sicherheit zu bringen, so müssen die Ausführungs-
befehle telegraphisch gegeben werden. Unterliegt der Verteidiger in diesem Kampf, und wird es dem An-
greifer möglich, immer neue Batterien weiter vorzuschieben, so kann er nur noch durch das systemati-
sche Bekämpfen dieser Batterien, auch unter Anwendung der Feuerkonzentration, aufgehalten werden. 
Für den Verteidiger ist diese Periode die Krisis, in der es darauf ankommt, die Anlage der ersten Infante-
riestellung zu verhindern, da der Angreifer deren Schutz für die Erbauung seiner Batterien der zweiten Ar-
tillerieaufstellung bedarf. Mit Vorteil wird er jetzt vom elektrischen Licht zum Absuchen des Vorterrains 
und Entdecken von Batteriebauplätzen oder Arbeiten an der Infanteriestellung Anwendung machen und 
dann die Arbeiter durch Schrapnells oder Ausfälle zu vertreiben suchen. Wie dem Angreifer, wird auch 
dem Verteidiger das indirekte Feuer aus kurzen Kanonen und Mörsern namentlich gegen solche Batte-
rien den größern Erfolg versprechen, die hinter Terraindeckungen liegen, während gegen Vorpositionen 
des Angreifers schwere 12 und 15 cm Ringkanonen vom Wallgang der Forts oder den Zwischenbatterien 
aus den Kampf übernehmen. Zum Beobachten seiner Artilleriewirkung stellt er im Vorterrain Beobacht-
ungs-posten auf, die den Forts oder den Batterien mittels des elektrischen Vorposten- oder optischen 
Telegraphen (Semaphoren und Signaltafeln) ihre Beobachtungen mitteilen. Telephonische Mitteil-ungen 
werden im Kampfgetöse schwer verständlich, jedoch bei vereinzelt liegenden Batterien mit Vorteil zu ver-
wenden sein. Unter sich und mit der Stadt sind die Forts durch Telegraphenkabel verbunden. Je aufmerk-
samer der Verteidiger das ganze Angriffsfeld durch seine Vorposten etc. beob-achten läßt, um so eher 
wird es ihm möglich, den Angreifer in der Ausführung seiner Angriffsarbeiten durch Artillerie zu beschießen
und bei dem Mangel an Deckung empfindlicher zu schädigen als nach vorgerücktem Bau und dadurch 
gewonnener Deckung; ihm kommt hierbei die Kenntnis der Entfernungen zu gute, so daß er keines langen
Einschießens bedarf, eine wesentliche Bedingung für den Erfolg. Gelingt es dem Angreifer nicht, der Ver-
teidigungsgeschütze Herr zu werden, so wird ihm der Ausbau der ersten Infanteriestellung und damit auch
der unter ihrem Schutz zu erbauenden Batterien sowie das Vortreiben der Sappenteten zur zweiten Infan-
teriestellung nur unter sehr großen Opfern möglich werden. Gewinnt der Verteidiger aus der zunehmenden
Übermacht des Angreifers die Überzeugung, daß er die Forts nicht wird behaupten können, so wird er hin-
ter denselben, also zwischen den Forts und der Hauptenceinte, eine zweite Verteidigungsstellung herrich-
ten und dieselbe mit den aas den Forts und den Zwischenbatterien zurückgezogenen Geschützen so zei-
tig armieren, daß er nicht gezwungen ist, dem Feind mit den Forts auch noch kampffähige Geschütze zu
überlassen. Gelingt es ihm rechtzeitig, kampfbereit in der zweiten Verteidigungsstellung die Besitzergreif-
ung der Forts zu erwarten, so kann er dem Angreifer das Festsetzen in denselben sehr erschweren. Die 
neuerrichteten Batterien, unterstützt von den auf dem Hauptwall stehenden schweren Geschützen, werden
allerdings dann, wenn noch genügend Munition zur Verfügung steht, den An-greifer zu einem langsamen 
Vorschreiten zwingen, aber kaum noch an einem Bombardement der Stadt verhindern können. Welches 
Verhalten der Verteidiger in dieser Periode der Belagerung über-haupt zu beobachten hat, und ob das Her-
richten einer dritten Verteidigungsstellung aus dem Glacis noch möglich ist, wird sich nach den jeweiligen 
Maßnahmen des Angreifers und der eignen Kraft richten. Allgemein gültige Vorausbestimmungen lassen 
sich dafür kaum aufstellen, um so weniger, als gerade über die letzten Stadien der Verteidigung, wenn die
erste Verteidigungsstellung nicht mehr zu behaupten ist, die Ansichten am meisten auseinander gehen 
und aus theoretischem Weg ebensowenig wie durch Belagerungsübungen, wie solche bei Koblenz u. a. 
O. stattgefunden haben, ein der Wirklichkeit nahekommendes Bild gewonnen werden kann. So lehrreich 
diese Belagerungs-übungen für die praktische Thätigkeit des Ingenieurs auch sind, so unfruchtbar bleiben
sie in dieser Beziehung für die Artillerie, weil diese von ihrer Waffe keinen Gebrauch machen kann. Es 
müssen deshalb willkürliche Annahmenvorausgesetzt werden, auf welche hin der Ingenieur allerdings seine
Arbeiten auszuführen vermag; der Artillerie aber fehlt die Möglichkeit, den Kampf der Wirklichkeit ahnlich 
darzustellen. Im allgemeinen wird man annehmen dürfen, daß ein Verteidiger, der in den Forts und den 
Zwischenbatterien mit aller Energie gekämpft hat und hier unterlegen ist, zu große Verluste an perso-
nellen und materiellen Streitkräften und Streitmitteln erlitten hat, um noch eine rückwärtige, zweite Ver-
teidigungsstellung mit einiger Aussicht auf Erfolg einnehmen zu können. Bislang fand, gestützt auf die 
Vaubanschen Lehren, allerdings die Ansicht widerspruchslose Anerkennung, daß sich der Angreifer 
dem Belagerten gegenüber immer im Vorteil befinde und jede Festung einem energischen Angreifer in 
die Hände fallen müsse; neuerdings aber mehrt sich die Zahl derjenigen, die das Gegenteil behaupten,
wobei allerdings die energische und aktive Verteidigung einer modernen und gut vorbereiteten Festung 
vorausgesetzt wird. Bevor nicht unsre Festungsartillerie in ihrer heutigen Ausbildung und mit den jetzt 
gebräuchlichen Geschützen Gelegenheit gehabt hat, sich im F. im Ernstfall zu bethätigen, wird eine 
befriedigende Lösung jener Streitfragen überhaupt nicht zu erwar-ten sein.
Solange Festungen bestehen, haben Belagerungen stattgefunden; da erstere bis in das frühste Alter
-tum zurückreichen, so erhalten wir auch schon durch die ältesten Schriften und Bildwerke Nachrich-
ten von Kämpfen vor und um Festungen. Dem Verfahren, in eine Festung einzudringen, waren zwei 
Wege offen, entweder die Festungsmauer zu übersteigen, oder in derselben eine Öffnung herzustel-
len, durch welche die Stürmenden eindringen konnten, also im allgemeinen die noch heute geltenden
Grundsätze; der Unterschied liegt in den Mitteln zu ihrer Durchführung. Von den ältesten Zeiten bis 
zur Anwendung der Feuerwaffen bedienten sich alle Kulturvölker fast der gleichen Mittel und des 
gleichen Verfahrens. Ägyptische und assyrische Abbildungen zeigen, daß bei Leiterersteigungen 
die aus der Mauer stehenden Verteidiger von den Belagerern mit einem Hagel von Pfeilen überschüt-
tet wurden, um den Stürmenden, die sich durch den Schild gegen von oben auf sie heruntergeschleu-
derte Steine, Feuerbrände etc. zu schützen suchten, ihr Werk zu erleichtern. War die Leiterersteig-
ung nicht durchführbar, so mußte man durch die Mauer hindurch. Die Öffnung wurde entweder durch
Untergrabung hergestellt, indem man in einem unterirdischen Gang bis zur Mauer vordrang, diese 
unterhöhlte, die Decke durch Balken absteifte und letztere entzündete. Mit dem Einbruch der Erd-
decken stürzte die Mauer, oder man bediente sich der Sturmböcke, Widder, Mauerbrecher, das 
sind unter einem Schutzdach in Tauen ausgehängte Balken mit metallenem Kopf, mit dem der-
selbe durch Leute gegen die Mauer gestoßen oder geschlagen wurde. Diese maschinellen Hilfs-
mittel scheinen den Ägyptern wenig bekannt gewesen zu sein, die Perser dagegen zeigen eine 
bedeutende Entwickelung der Poliorketik (Städteeroberung, Belagerungskunst), da sie sich schon
der Wandeltürme und Geschütze bedienten. Einen hohen Grad der Ausbildung hatte die Poliorketik
bei den Griechen bereits im 5. Jahrh. v. Chr. erreicht. Man schloß die Festung allseitig ein und um-
gab sie auf einer den Fernwaffen der Belagerten entsprechenden Entfernung mit einer Zirkumvalla-
tionslinie, teils aus Mauerwerk, Backsteinen, teils als Palissadierung oder Erdwall mit Graben davor
aufgeführt (Platää 430, Syrakus 414 v. Chr.), die den Belagerern zur Deckung und als Ausgang für 
den förmlichen Angriff mit den Belagerungsmaschinen diente. Auf Räder gestellte, also fahrbare 
Schutzdächer, Schildkröten, je nach ihrem Zweck von verschiedener Form, gewährten den unter 
ihnen stehenden Arbeitern die Deckung gegen die Fernwaffen des Verteidigers. Unter Schüttschild-
kröten wurde der Graben vor der Festungsmauer ausgefüllt, damit die Widderschildkröte (Sturmbock), 
bis 22 m lang, 16 m breit und 12 m hoch, mit entsprechend großem, darunter angehängtem Widder,
an die letztere herangefahren werden konnte. Die Breschschildkröte mit Pultdach wurde dicht an die
Mauer gefahren und diente außer zur Zerstörung der Mauer auch zu deren Untergrabung; hinter die-
sen Maschinen dienten bis zum Wall reichende Laufhallen zur gedeckten rückwärtigen Verbindung. 
Da diese Art des Angriffs sehr zeitraubend war, so baute man Wandeltürme, je nach der Höhe der 
Mauer bis 50 m und 20 Stockwerke hoch, mit umlaufenden Galerien für die Kämpfenden und in ent-
sprechender Höhe mit Fallbrücke, welche, auf die Zinne der Mauer niedergelassen, den Stürmenden
als Brücke diente. Bei niedrigen Mauern begnügte man sich auch mit der einfachen fahrbaren Fall-
brücke, ähnlich unsern heutigen Kränen. - Der Verteidiger kämpfte von der Mauer durch Fernwaffen
und suchte namentlich die hölzernen Belagerungsmaschinen in Brand zu setzen. Die Mauern suchte 
er durch Sandsäcke, Matten etc. gegen die Angriffe des Sturmbocks zu schützen oder wendete ge-
gen diesen Gegenwidder an. Die Wandeltürme suchte er durch Unterminierung zu stürzen. Vor allen
Dingen aber suchte man durch zahlreiche Ausfälle das Fortschreiten der Angriffs arbeiten zu verhin-
dern und bekämpfte die ungedeckt sich nahenden Angreifer mit den Handfern-waffen und den, ähn-
lich wie heutzutage, hinter Mauerscharten aufgestellten Geschützen (Katapulten etc.). War das Ge-
lingen der Bresche zu erwarten, so wurde hinter derselben durch Wall und Graben mit Palissadierung
und hölzernen Türmen ein Abschnitt hergestellt, der oft durch hartnäckige Verteidigung zu neuer Be-
lagerung zwang. - Diese Art des Festungskriegs wurde auch von den Rö-mern und später von den 
Deutschen übernommen und hat etwa zwei Jahrtausende überdauert.
Eine Umgestaltung des Festungskriegs trat erst ein mit Anwendung der Feuergeschütze und der 
durch ihre Verwendung bedingten Entwickelung des Festungsbaues. Solange man in der Festung 
noch keine Geschütze verwendete, lagerte der Angreifer nahe vor der Mauer seine Geschütze, de-
molierte ein Stück derselben und stürmte durch die Öffnung den Platz. Als aber auf dem Wall auch
Geschütze standen, war man zu gedeckten Aufstellungen gezwungen. Um 1450 warf man zu die-
sem Zweck schon einen Laufgraben auf und placierte bald darauf die Geschütze 400-600 m der 
Kurtine gegenüber hinter einer Brustwehr. Diese Generalbatterie von 20 bis 40 und mehr Geschüt-
zen war Demontier- und dann Breschbatterie. Als später sich die Bastione auch an der Verteidi-
gung beteilig-ten, erhielt die Generalbatterie zu deren Bekämpfung zurückgebogene Flügel. Um 
Mitte des 17. Jahrh. zerlegte man die Generalbatterie in mehrere kleinere, baute auf den Flügeln 
des Angriffs Enfilierbatterien und auf dem Glacis Konter- und Breschbatterien. Der Sappen- und 
Minenbau, sowohl beim Angriff als bei der Verteidigung, war bereits um Mitte des 16. Jahrh. in 
hohem Grad entwickelt. Dieser Angriff war im allgemeinen noch ohne System, die Laufgräben 
waren noch wenig, die Parallelen erst in ihren Anfängen entwickelt, als Vauban Mitte des 17. 
Jahrh. auftrat. Er brachte in den Belagerungskrieg ein so festes System, daß dieses bis in die
neueste Zeit maßgebend blieb. Nachdem die Einschließung des Platzes durch die Berennung 
mit Kavallerie eingeleitet, wurden die Zirkum- und Kontravallationslinien, sodann auf 500 bis 600 
m von der Festung die erste Parallele zur Zurückweisung der Ausfälle, Verbindung der getrennten
Approschenzüge und Anlegung der Rikoschettbatterien erbaut; auf halber Entfernung wurde dann
die zweite Parallele mit den Demontierbatterien und die dritte Parallele am Fuß des Glacis ange-
legt, in der Mörser ihre Aufstellung fanden. Die Krönung des Glacis oder das Couronnement bil-
dete dann die letzte Infanterieposition und nahm die Konter- und Breschbatterien auf, von diesen
führte dann der Grabenniedergang durch die Kontreskarpe in den Graben zur Bresche. In dieser 
Weise wurde der F. von den Franzosen so schematisch betrieben, daß sie eine Belagerung mehr
wie die Probe auf ein Rechenexempel als wie eine Kriegsleistung anzusehen schienen. Die Er-
fahrungen bei der Belagerung von Sebastopol bahnten schon eine Umgestaltung des Angriffs an,
die dann durch die Einführung der gezogenen Geschütze und die Lostrennung der Batterien von
den Parallelen, deren Ausführung zuerst die Belagerung von Düppel 1864 zeigte, sich fortsetzte,
um durch die Belagerungen von 1870/71 den Übergang zu einem neuen Angriffsverfahren als not-
wendig erkennen zu lassen (s. "  Plan der Belagerung von Straßburg"). Die weittragenden gezo-
genen Kanonen ermöglichten, die Enfilierbatterien 9-13 schon auf 2500-2800 m anzulegen; der 
Mangel gezogener Mörser aber zwang, mit den Wurfbatterien bis auf 800 m (Batterie 7a) an die
Festung heranzugehen und andre Wurfbatterien mit kleinen Mörsern noch weiter vorzuschieben. 
Es gleicht daher der nähere Angriff mehr dem Vaubanschen Schema, dem zu folgen wir heute d
urch die gezogenen Mörser mit ihren Schußweiten bis 3000 m überhoben sind. 
ARTILLERIE (MIT HINWEIS AUF SCHANZBAUERN) *
Artillerie. Der erste bestimmt nachgewiesene Gebrauch der Feuerwaffen findet sich in der Chronik 
von Metz vom Jahr 1324. Die Engländer sollen bereits 1346 bei Crecy einige (3 oder 6) leichte Ka-
nonen in freier Feldschlacht verwendet haben, welche Angabe jedoch vielfach bestritten wird. Ein 
fachlicher Unterschied zwischen Feld-, Festungs- und Belagerungsartillerie bestand anfangs nicht
, man nahm mit ins Feld, was sich transportieren ließ, und zwar möglichst viel, um den Ritter mit 
seinem schweren Panzer zu Falle zu bringen. Die Zahl der in Feldschlachten verwendeten Ge-
schütze hatte sich zu Anfang des 15. Jahrh. erheblich gesteigert, denn die Hussiten eroberten in 
der Schlacht bei Riesenberg 1431 bereits 150 Geschütze. Den tiefgreifendsten und nachhaltigsten 
Anstoß erfuhr das Geschützwesen durch die Reichsstädte, namentlich Nürnberg, die bei ihrem 
Emporblühen in ihrer eignen Wehrkraft die sicherste Stütze für ihre Selbständigkeit erblickten. Sie
hatten ihren Stückgießer, ihren Zeugmeister und errichteten Zeughäuser zur Aufbewahrung ihrer 
Vorräte, die um Mitte des 15. Jahrh. in Nürnberg außerordentlich groß gewesen sind. Im J. 1445 
ließ diese Stadt durch ihren Meister Hans von der Rosen eine 519 Ztr. schwere Hauptbüchse gies-
sen. Natürlich wollte auch jeder Stückgießer, von denen viele zur Zunft der Büchsenmeister gehör-
ten, selbständig sein und Geschütze nach seiner Art herstellen, woraus die zahllosen Kaliber und 
speziellen Konstruktionen der Geschützrohre wie ihrer Lafetten entstanden. Einheitlicher war nur 
das Geschützwesen der Fürsten, von denen Karl der Kühne von Burgund ihm besonderes Interesse
widmete; er soll zuerst Geschütze mit Schildzapfen sowie solche aus Gußeisen gehabt haben. 
Auch seine Lafetten waren schon verhältnismäßig leicht fahrbar, woraus sich seine bedeutende A. 
erklärt, denn in der Schlacht bei Granson 3. März 1476 fielen den Schweizern 400 Geschütze in 
die Hände. Bei ihrer geringen Beweglichkeit und dem großen Werte, den man auf die Erhaltung 
der Geschütze legte, gab man ihnen eine Bedeckung aus den tapfersten Truppen. Wie damals 
ein Kampf nur durch das Handgemenge entschieden wurde, so konnten Geschütze nur im Kampf
Mann gegen Mann gewonnen. oder erobert werden, was bei deren tapferer Verteidigung dem Sie-
ger zu besonderm Ruhm gereichte. Deshalb wurden auch die Geschütze zu den Trophäen der 
Schlacht gerechnet, ein Gebrauch, der heute noch nicht erloschen ist. Um die Entwickelung der A.
erwarb sich Kaiser Maximilian I. großes Verdienst, indem er ein bestimmtes System in die Kaliber
(6-, 12-, 24-Pfünder) brachte und die Lafettenkonstruktion (durch Martin Merz, gest. 1501) so vervoll-
kommte, daß ihre Prinzipien für die fernern Zeiten Geltung behielten. Er hatte auf seinem Zug nach 
Venedig 1509 schon 106 Geschütze mit Räderlafetten, die gegen Mitte dieses Jahrhunderts auch
ein Marschlager erhielten, beim Schießen auf Holzbettungen abgeprotzt standen und daher Rück-
lauf hatten, eine bahnbrechende Erkenntnis im Gebrauch der A. Eine organisierte Artillerietruppe 
bestand noch nicht; sie war eine Zunft, die auf den Schultern der Büchsenmeister ruhte, sowohl in
der Praxis als in der Theorie, die ein wunderbares Gemisch abergläubischer Behauptungen und Ge-
bräuche bildete. Die Büchsenmeister unterschied man als Feuerwerker, welche mit Wurfgeschützen 
umzugehen und Kunstfeuer anzufertigen, auch den Mineurdienst zu verrichten wußten, Büchsen-
meister, welche mit Kartaunen schossen, und die Schlangenschützen; sie luden und richteten das
Geschütz, während die übrigen Verrichtungen bei der Bedienung von Handlangern, den Schanzbauern,
ausgeübt wurden. Die Schanzbauer, unter dem Schanzbauerhauptmann und dem Schanzmeister, ver-
richteten Pio-nierdienste (Schanzen-, Wege- und Brückenbau) und gehörten zur A. Die Stückknechte 
saßen als Fahrer auf den Zugpferden der Geschütze. Dem Dreißigjährigen Krieg aber blieb es vorbe-
halten, die Bedeutung der Feldartillerie in der ihr von Gustav Adolf gegebenen technischen Vervollkom-
mnung, ihrer Organisation und taktischen Verwendung in außerordentlicher Weise zu heben. Er erl-
eichterte die Geschütze und dadurch ihre Beweglichkeit, gab den Infanterieregimentern die Regiments-
kanonen und vereinigte die übrigen Geschütze zu größern Batterien auf den Flügeln der Truppenstel-
lungen, häufig maskiert, sodaß sie den Feind mit ihrem Feuer überraschten, wie in der Schlacht bei 
Breitenfeld die Reiterei Isolanis. Den Übergang über den Lech erzwang er sich mit 72 Geschützen in
3 Batterien, und vor Frankfurt a. O. brachte er 200 Geschütze aller Kaliber ins Feuer. Die Franzosen 
waren jedoch die ersten, welche ein förmlich organisiertes Artilleriekorps besaßen, das 1695 bereits 
aus 16 Bataillonen bestand. Wie in allen Zweigen des Kriegswesens, war Friedrich d. Gr. auch Reor-
ganisator der A. Die Regimentskanonen ließ er durch Leute der Infanterie bedienen, im übrigen trenn-
te er die Feld- von der Festungsartillerie, formierte die A. zu Bataillonen, deren 1762 bereits 6 à 5 
Kompanien bestanden, und errichtete 1759 die erste Batterie reitender A. Die Einteilung in Kompanien
und Batterien bezog sich nicht auf eine bestimmte Anzahl Geschütze, wie heutzutage; eine solche 
fand erst Anfang dieses Jahrhunderts durch den Prinzen August nach Vorgang der Franzosen, bei 
denen 6-8 Geschütze eine Batterie bildeten, statt; die Regimentsartillerie löste er auf, formierte die A. 
zu Brigaden, ließ die Festungsartillerie eingehen und die Kompanie abwechselnd Feld- und Festungs-
artillerie sein, eine Einrichtung, die bis 1852 bestanden hat; er errichtete die Artilleriehandwerksstätten,
die Artillerieprüfungskommission, die Stellung als Artillerieoffizier vom Platz in den Festungen und führ-
te die fahrenden. Artilleristen (Fahrer) an Stelle der Stückknechte ein. Eine neue Epoche begann für 
die A. mit der Einführung der gezogenen Geschütze. Angeregt durch die Versuche Wahrendorffs mit 
einem Verschluß für Hinterladung 1840 und Cavallis, der damit ein Zug-system und Langgeschosse 
verband, begannen in Preußen die Versuche mit gezogenen Hinterlade-kanonen und gepreßter Ge-
schoßführung auf Anregung des Prinzen Adalbert von Preußen schon 1851, die aber erst zehn Jahre 
später zur Einführung kamen. Inzwischen hatte Frankreich sich beeilt, seine Feldartillerie mit gezoge-
nen Vorderladekanonen nachdem System La Hitte zu bewaffnen, um ihr dadurch im Feldzug 1859 in 
Oberitalien die Überlegenheit über die österreichische A. zu sichern, was auch erreicht wurde. Infolge
dessen kamen in Österreich 1863 gezogene Vorderladekanonen nach Lenks Bogenzugsystem zur 
Einführung. Hier entstanden, um schnellere Bewegungen der Feldartillerie zu ermöglichen, die Kaval-
lerie- oder fahrenden Batterien, bei denen die Bedienungsmannschaften auf wurstähnlichen Reitsitzen
der Lafetten und Munitionswagen (Wurstwagen) saßen; in Preußen, wo sie auf den Handpferden und 
dem Protzkasten saßen, wurde mit dem System C/64 mit seinen Gussstahl-achsen, Rädern mit Bron-
zenaben und den Achssitzen etc. ein solches Maß von Beweglichkeit er-reicht, daß diese Geschütze
nicht nur das Fahren in den schnellsten Gangarten der Pferde, in welcher sie der Kavallerie zu folgen 
vermögen, gestatten, die Biegsamkeit zwischen Protze und Lafette ermög-licht auch ein Anpassen an
so erhebliche Unebenheiten des Terrains, daß die A. im allgemeinen mit ihren Geschützen dahin zu 
kommen vermag, wo sich Kavallerie bewegen kann. Diese technische Vervollkommnung des Artillerie-
materials gestattete eine taktische Verwendung der Feldartillerie, welche sie den beiden Hauptwaffen 
kämpfender Armeen, der Infanterie und Kavallerie, als dritte Hauptwaffe ebenbürtig zur Seite stellte. 
Die fortschreitende technische Entwickelung der A. nahm, je nach dem Verwendungszweck der letz-
tern im Feld-, Gebirgs-, Festungs-, See- oder Küstenkrieg, immer mehr einen den lokalen Bedingungen
dieser Gebrauchsarten entsprechenden eigenartigen Charakter an, so daß man nach und nach ein be-
sonderes Artilleriematerial in diesen Richtungen zu unterscheiden begann, dem erst später (1872) in 
Bezug auf Feld- und Festungsartillerie eine getrennte Organisation der Truppe folgte. Die Küstenartillerie
wird aber bis jetzt noch, mit Ausschluß der zum Schutz der Kriegshäfen Kiel und Wilhelmshaven errich-
teten Küstenbefestigungen, deren artilleristische Verteidigung den Matrosen-Artillerieabteilungen zufällt, 
durch das 1. und 2. Fußartillerie-regiment und 9. Fußartilleriebataillon vertreten; doch darf die Formierung
einer Küstenartillerie als Truppe wohl nur als eine Frage der Zeit angesehen werden.
SCHANZE*
Schanze, jede der Hauptsache nach aus einem Erdaufwurf bestehende Verteidigungsanlage, selbständig 
oder in Verbindung mit andern Einrichtungen im Feld oder als Teil einer Festung. Nach ihrem Grundriß 
unterscheidet man offene oder geschlossene Schanzen, unter den letztern Redouten und Sternschanzen, 
bei denen aus- und einspringende Winkel abwechseln. S. heißt auch der hinter dem Großmast liegende 
Teil des Oberdecks eines Kriegsschiffs (Verschanzung)
REDOUTE*
Redoute (franz., spr. röduht, ital. ridotto, v. mittellat. reductus, "Ort der Zurückgezogenheit"), in der Befesti-
gungskunst eine geschlossene Schanze, welche nur ausgehende Winkel hat. Die einfachste R. ist die vier-
seitige; günstiger sind die fünf- und mehrseitigen wegen der kleinern unbestrichenen Räume. Die R. ist jetzt
wenig mehr gebräuchlich; die Napoleonische R. hatte Trapezform. 
VERSCHANZUNG*
Verschanzung, der oberhalb des Oberdecks befindliche Teil der seitlichen Begrenzung des Schiffs, gebildet 
durch einzelne Spanthölzer oder Rippen, die um ein gewisses Maß über dem Oberdeck hervorragen, äußer-
lich stets, gewöhnlich aber auch inwendig beplankt und von oben durch eine flach aufgelegte Planke, die Reling,
verdeckt werden. Bei Kriegsschiffen befinden sich auf letztern trogartige Aufbauten, die Finknetzkasten, in den-
en die Hängematten untergebracht werden, und welche dadurch den Bedienungsmannschaften der Geschütze 
des Oberdecks einen gewissen Schutz gegen Gewehrfeuer gewähren. Bei eisernen Schiffen findet sich eine 
analoge Konstruktion, unter Umständen mit Schießscharten für Scharfschützen. Die in den Finknetzkasten 
verstauten Hängematten werden durch wasserdichtes Segeltuch, das Schanzkleid, vor Nässe bewahrt.
SAPPE*
Sappe, allgemein ein Laufgraben; flüchtige Erdsappe, Eingraben der nebeneinander aufgestellten Leute auf 
1,25 m Tiefe und Aufwerfen der Erde nach der feindlichen Seite auf 1 m Höhe. Später folgt hier, wie bei den 
übrigen Arten, die Verbreiterung des Grabens und die Verstärkung der Brustwehr. Flüchtige Korbsappe, die-
selbe Arbeit mit Aufstellung von Sappenkörben, 0,80 m hoch, 0,60 m Durchmesser, vor den Arbeitern, um 
schneller Schutz gegen Gewehrfeuer zu gewinnen. Wo die Wirksamkeit des feindlichen Feuers ein auch n
ur zeitweise ungedecktes Arbeiten mehrerer Leute nicht mehr gestattet, geht man vorwärts mit der Erdwalze
, wozu die Sappeure in Brigaden, meist zu vier Mann, eingeteilt werden, von denen der vorderste knieend 
sich auf 0,50 m eingräbt u. die Erde vor- u. seitwärts aufwirft, während die folgenden den schmalen Graben
bis auf 1,25 m vertiefen u. die Brustwehr erhöhen. Man unterscheidet dabei die einfache und die doppelte 
Erdwalze, bei welcher zwei Brigaden nebeneinander arbeiten u. man nach beiden Seiten Deckung gewinnt. 
Beim gerad-linigen Vorgehen gegen die Crête des Glacis führt man die S., um stets Deckung zu behalten, 
als Würfelsappe (mittels doppelter Erdwalze aus (der auszuhebende Gang zwischen den stehen blei-benden
Erdstücken ist nur so lang, daß der Gegner auf den Festungswerken ihn nirgends einsehen kann) oder als
Traver-sensappe, d. h. man läßt in dem Graben Bodenstücke stehen, die man durch Aufschütten zur Brust
-wehr erhöht. Zur Deckung gegen Wurffeuer endlich führt man die S. auch als bedeckte S. aus, indem man
Stützbalken oder, nach Art der Minengalerien, sogen. Blendrahmen in den Graben setzt, sie mit Balken, 
Bohlen und Faschinen zudeckt und Erde darüberwirft. Sappenbün-del sind Faschinenstücke, welche man 
zwischen die Sappenkörbe setzt, um das Durchschlagen der Geschosse und bei leichtem Boden das 
Durchfallen der Erde zu verhüten.
SAPPEURE *
Sappeure (franz. sapeurs, spr. ssappör), in Frankreich und Rußland Pioniere, deren besondere Auf-gabe der 
Sappenbau ist; in Frankreich auch die Pioniersektionen der Infanterie.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
 FASCHINEN*
Faschinen, walzenförmige Strauchbündel, deren man sich beim Wasser-, Wege- und Batteriebau, zur 
Herstellung von Dämmen, Unterbau von Wegen, Bekleiden von Böschungen sowie beim Eindecken 
von Hohlbauten bedient. Die F. der Artillerie sind 3 m lang, 30 cm dick und durch 10 Drahtbunde zu-
sammengeschnürt. Die F. der Pioniere: a) Bekleidungs-, Krönungs- und Decksaschinen, 3,8 m lang, 
25 cm dick, 10 Drahtbunde; b) Senkfaschinen zum Übergang über nasse Gräben, 1 m lang, 25 cm 
dick, 3 Bänder mit 2 eingebundenen Ziegelsteinen; c) Wasserfaschinen, 2,5-3 m lang. nur auf der 
Stammseite bis zur Mitte mit 3 Bändern gebunden, häufig Steine eingeschlossen, an den Bundstellen 
25 cm dick; d) Würste, 6-12 m lang, 10 bis 15 cm dick, alle 50 cm 1 Bund. Beim Batteriebau dienen 
die F. als Grundfaschinen, um den darauf gesetzten Schanzkörben festen Halt zu geben, als Krönungs-
faschinen zur Erhöhung der Schanzkörbe, als Ankerfaschinen zum Verankern der letztern, als Deckfa-
schinen auf Deckhölzern oder Schienen bei Eindeckungen. Die F. werden in der Faschinenbank, einer
Reihe kreuzweise in die Erde geschlagener starker Pfähle, gefertigt, indem man das Strauchwerk mit 
der Faschinenwürge, zwei starken Pfählen, auf etwa ein Drittel ihrer Länge durch eine Kette verbunden,
zusammenschnürt, mit Draht oder Bindeweiden gebunden und an den Enden gerade abgeschnitten. Die
F. müssen fest und gleich sein, weil sonst mit ihnen nicht gerade zu bauen ist. Es kann altes, nicht zu
brüchiges und starkes (nicht mehr als 4 cm am Stammende dickes) Strauchwerk zu F. verwendet werden; 
das   Faschinenmesser (s. d.) dient zum Strauchhauen wie Beputzen etc. der F. Beim Bau werden die F.
mit 1 m langen Faschinenpfählen festgepflöckt.
FASCHINENMESSER*
Faschinenmesser, ein Hau- und Schneidemesser von 30-40 cm langer, etwa 8 cm breiter Rücken-klinge 
mit nach der Schneide zu gekrümmter Spitze und Holzgriff zum Strauchhauen beim Faschinenmachen. 
Bei der deutschen Feldartillerie heißt das Seitengewehr der Fußmannschaften auch F.
SCHANZKÖRBE*
Schanzkörbe, hohle, über einem Kranz von 7 Pfählen aus Reisig wie Körbe geflochtene Cylinder von
1 m Höhe und 0,6 m Durchmesser, ähnlich den Sappenkörben; sie dienen der Fußartillerie zum Bau 
von Batterien 
SCHANZZEUG*
Schanzzeug, Werkzeuge zur Ausführung von Erdarbeiten: Spaten oder Schippe, Axt, Säge,Maßstä-be, 
Stampfen etc., wird von den Pionieren und der Feldartillerie auf den Fahrzeugen (Geschützen) mitgeführt, 
von der Infanterie und Kavallerie (nur Spaten mit kurzem Stiel  und Beile) in Lederfut-teralen getragen.
GRABEN*
Graben, lange, von der Natur gebildete oder künstlich ausgehobene Vertiefung im Erdboden. Die Gräben
sind entweder trocken, zwischen einzelnen Grundstücken und an den Wegen und Straßen (Straßengrä-
ben) zur Begrenzung derselben (Grenzgraben), oder naß, zur Fortführung des überflüs-sigen Wassers 
aus Teichen, Flüssen und Mühlgraben (Abschlagsgräben) sowie zum Auffangen und Abtreiben des Was-
sers aus Wegen, sumpfigen Wiesen und feuchten Feldern (Auffang-, Ablauf-, Abzugsgräben). Auf Fel-
dern mit fester, thoniger Unterlage legt man verdeckte Gräben an, die, 23 - 30 cm breit und tief, mit Reis-
holz und Feldsteinen ausgefüllt und mit Stroh oder Steinplatten und dann mit Erde bedeckt werden (Drai-
nage). In der Befestigungskunst liefern die Gräben die Erde zur Errichtung der Wälle und sind ein Haupt
hindernis feindlicher Annäherung. Bei Feldbefestigungen genügt es, wenn die obere Breite 4 - 5 m und 
die Tiefe des Grabens 3 m beträgt, um das Durchlaufen oder Über-springen desselben zu verhüten. Wer-
den die Seitenwände des Grabens bloß durch die abgestochene Erde gebildet, so muß diese, um stand-
fest zu bleiben, geböscht werden. Die dem Feind zugekehrte Böschung heißt innere Grabenböschung 
oder Eskarpe, die gegenüberliegende die äußere Graben-böschung oder Kontreskarpe. Die Grabensohle,
die untere Fläche des Grabens, macht man bei Feld-befestigungen so schmal wie möglich, damit es dem
Feind an Raum fehle, sich im G. zu sammeln und Hilfsmittel zum Ersteigen der Brustwehr in Anwendung
zu bringen; in Festungen macht man die Grä-ben breiter und tiefer, bekleidet meist die Böschungen mit 
Mauerwerk, damit sie ein besseres Hin-dernis abgeben, und verwehrt dem Feinde die Benutzung der tro-
cknen Grabensohle als Sammelplatz durch Grabenbestreichung, die Kaponnieren, Reversgalerien etc. 
Benannt werden die Gräben in Festungen nach den Werken, vor denen sie liegen; vor dem Hauptwall 
heißen sie kurz Hauptgräben. Die trocknen Gräben mit gemauerten Eskarpen haben in Breite und Tiefe 
nach den Befestigungs-manieren vielfach gewechselt; jetzt macht man sie möglichst schmal und tief 
und die Kontreskarpe höher als die Eskarpe, um letztere dem feindlichen Artilleriefeuer zu entziehen. 
Nasse Gräben, meist beträchtlich breiter, mit Böschungen oft nur in Erde, müssen zu völliger Sturm-
freiheit einen Wasserstand von 2-3 m haben. In strengen Wintern ist die Sturmfreiheit nasser Gräben 
schwer zu erhalten. Am vorteilhaftesten ist ein G., der durch Schleusenvorrichtungen (Bär) nach Belieben
trock-en gehalten oder mit Wasser gefüllt werden kann. Schmale Gräben vor verteidigungsfähigen Mau-
ern, Thoren, Reduits etc., die den Feind nur am Herantreten und Hineinfeuern in die Scharten hindern 
sollen, heißen Diamantgräben. Meist ist ihr Kontreskarpenrand noch mit einem Gitter versehen. Nicht 
gemauerte trockne Gräben werden zu größerer Sicherheit mit Hindernismitteln versehen; namentlich 
aber werden solche angebracht in sogen. Vorgräben, zu denen sich das Glacis der Werke abflacht. 
Grabendescente (Grabenniedergang) heißt der häufig unterirdische Gang, mittels dessen der Angreifer 
im Festungskrieg aus dem gedeckten Weg bis zur Grabensohle, bei nassen Gräben zum Wasserspie-
gel (Grabenübergang) heruntergeht, welcher auf der Grabensohle oder schwimmender Unterlage ge-
deckt zur Bresche führen soll. 
WALL*
Wall (lat. vallum), Erdanschüttung, welche den Hauptteil eines Festungswerkes bildet. Die obere Fläche
trägt nach dem Feind zu die Brustwehr, hinter ihr den Wallgang zur Aufstellung von Geschützen und zum 
Verkehr.
HAUPTWALL*
Hauptwall, die geschlossene Umwallung der Festung, welche mit dem Hauptgraben den Platz als innere
Verteidigungslinie gegen Überfall und gewaltsamen Angriff sichert. 
PALISSADEN*
Palissaden (franz. palissades, Schanzpfähle), 20 - 30 cm starke, 3 - 4 m lange, oben zugespitzt Pfähle, 
werden in der Befestigungskunst als Hindernismittel mit Zwischenräumen von 6 - 8 cm etwa 1 m tief ein-
gegraben und in der Erde durch eine Grundschwelle, am obern Ende durch eine aufge-nagelte Latte ver-
bunden; liegend eingegrabene P. (Sturmpfähle), Fräsierung. Verteidigungspalissaden sollen gegen feind-
liches Gewehrfeuer decken und die Abgabe eignen Feuers ermöglichen. Man setzt je drei Hölzer dicht 
nebeneinander und läßt dann eine Lücke von 8-10 cm, die bis zur Anschlaghöhe durch eine schwächere 
Brustpalissade gefüllt wird. Zur Deckung gegen Feuer schüttet man gegen die P. von außen bis zur 
Schartenhöhe Erde an aus einem Spitzgraben, der zugleich die Benutzung der Scharten von außen er-
schwert. Verteidigungspalissaden wendet man an zum Schluß der Kehle of-fener Feldwerke, bei der 
Ortsverteidigung, ja selbst im freien Feld in Gestalt von runden sogen. Tambours, z. B. zur Deckung 
einzelner Feldwachen gegen Überfall durch Kavallerie. Im Orient trifft man oft Ortsbefestigungen, wo P. 
die äußere Brustwehrböschung bilden und ein Erdwall dahinter angeschüttet ist.
FRÄSIERUNG*
Fräsierung, im Befestigungswesen ein Hindernismittel, bestehend in einer Reihe am obern Rande der 
Eskarpe oder Kontreskarpe auf etwa ein Drittel ihrer Länge eingegrabener palissadenähnlicher, zuge-
spitzter Pfähle (Sturmpfähle), die das Hinab- oder Hinaufsteigen an der Böschung erschweren oder 
zum Sprung zwingen soll. Ihrer mühevollen Herstellung wegen, und weil sie die Grabenbreite verringert 
und dadurch dessen Überbrückung oder Überspringen erleichtert, wird die F. nur als Notbehelf ange-
wendet.
VERHAU, VERHACK*
Verhau (Verhack), vielgebrauchtes Annäherungshindernis, welches durch das diesseitige Feuer be-
strichen werden kann und nicht ohne weiteres umgangen werden darf. Der Baumverhau besteht aus
umgehauenen Bäumen, die mit ihren Wipfelenden nach dem Feind zu kreuzweise übereinander ge-
worfen sind. Ein Strauchverhau besteht aus struppigen, womöglich mit Dornen besetzten Ästen. 
Beim natürlichen V. bleiben die Bäume da, wo sie gefällt sind, liegen und werden nicht ganz durch-
sägt, so daß sie mit etwa einem Drittel der Holzstärke mit dem Stamm noch verbunden bleiben. 
Wer-den die Bäume etc. nach andern Stellen gebracht, so heißt der V. Schleppverhau. Um das 
Ausräumen eines Verhaues zu erschweren, befestigt man die Stämme durch Pfähle, die man vor 
und zwischen den Ästen einschlägt. Verhaue werden teils vor den Schanzen, in den Haupt- und 
Vorgräben, längs des Fußes der Kontreskarpe, teils zur Sicherung des Raums zwischen Schanzen,
auch zur Sperrung von Hohlwegen, Wald- und Dorfeingängen angelegt. Je breiter ein V., um so wirk-
samer als Hindernis. Der V. muß tief liegen (in Gräben an Abhängen), oder die Verteidiger müssen 
erhöht aufgestellt wer-den, um frei über den V. hinweg schießen zu können.
WOLFSGRUBEN*
Wolfsgruben, 0,6 - 1,6 m tiefe, kegelförmige Gruben mit einem aufwärts gerichteten, oben zuge-
spitzten Pfahl in der Sohle, werden schachbrettförmig auf dem Glacis oder im Vorterrain der 
Schanzen als Annäherungshindernis angelegt, doch zieht man in neuerer Zeit die wirksamern 
Drahthindernisse vor. 
FURAGE*
Furage (franz. fourrage, spr. furahsch. Fourage), Pferdefutter: Hafer, Heu, Stroh; daher furagieren,
Pferdefutter (soldatisch auch Lebensmittel) herbeischaffen. Man unterscheidet trockne und grüne
Furagierung, je nachdem die F. aus den Scheunen der Orte geholt oder auf Feldern und Wiesen 
erst abgemäht wird. Einen Angriff der Reiterei in aufgelöster Ordnung nennen die Franzosen
attaque en fourrageurs.
FLECHTWERK*
Flechtwerk, im Festungs-, Wasser- und Deichbau ein Bekleidungsmittel für Erdböschungen, be-
stehend aus Pfählen, die nach Art der Zaun- und Korbflechtwerke mit Holzreisern durchflochten 
werden und so eine Wand bilden, durch deren Zwischenräume Erde nicht durchfallen kann.
CHARTAQUE CHARTAQUES CHARTAGE CHARTAGES
Wacht- und Signalturm, Fortifikations-Element einer "Linie", an exponiert topographischen Stellen 
errichtet, Blockhaustechnik, mit sehr schmalen, verschließbaren Luken bzw. Sehschlitzen im un-
teren Teil (oft ganz ohne), oben mit begehbarer Plattform zur Beobachtung von Feindbewegungen
oder zum Setzen von Signalfeuer für benachbarte Türme bzw. Schanzen. Je nach Bedarf waren die 
Signaltürme auch mit Mörsern versehen, um auch bei Nebel Signale zu geben. Nach spezieller An-
forderung des Geländes zwischen 5 - 10 Metern. Aussen wurden die Chartaques mit einem Wall-
graben und einem breiten Verhack-Verhau-Bereich zusätzlich gesichert. War der Bau von Charta-
ques zeitlich oder materialmäßig nicht möglich, wurden einfache Aussichtsplattformen in hohen 
Bäumen platziert.
Quelle: Forschungsarbeiten der AG MINIFOSSI
KRÄHENFUSS KRÄHENFÜSSE WURFEISEN WOLFE WÖLFE DORN DORNE KRALLE KRALLEN
Krähenfüsse waren gefürchtete Defensivsysteme bei den Fuß- wie auch berittenen Truppen. Sie waren aus
Eisen gechmiedet, durchschnittlich 5 - 10 cm lang und bestanden aus vier vom Zentrum ausgehenden Sei-
tendornen. Sie waren so konstruiert, dass immer ein Dorn oder eine der Krallen nach oben zeigten, während 
die restlichen Dorne einen festen Halt auf jederm Untergrund gewährleisteten. Vor allem im Vorfeld von Feld-
befestigungen wie Schanzen, aber auch Letzen, waren diese Wurfeisen - oft zu hunderten ausgelegt - eine 
gefährliche Defensivwaffe, die fürchterliche Fleischwunden bei Mensch und Tier verursachte.Trat ein Pferd auf 
einen solchen Krähenfuß, drang der Dorn tief in den Huf ein, das Pferd stiegt hoch und war nicht mehr zu hal-
ten. Gerieten Soldaten zu Fuß in ein solches "Dornenfeld", verursachten die Wölfe lebensgefährliche Ver-
letzungen, die angesichts der mangelnden Hygiene und der unzureichenden Wundversorgung oft ein Siech-
tum und Blutvergiftung auslösten. Historisch verbürgt ist der massive Einsatz der Wölfe in der blutigen 
Schlacht von Schönenbuchen (1444), wo der Einsatz der Krähenfüße an der Letze zum  Sieg der Schwarz-
wälder Bauern über ein hochgerüstetes und gut ausgebildetes Reiterheer führte.
Quelle: Forschungsarbeiten der AG MINIFOSSI
GENIE* (GENIE- UND INGENIEUR-KORPS)
Genie (franz.), eine der Spezialwaffen der Heere, welche im Krieg wie im Frieden diejenigen militärisch-
bautechnischen Arbeiten auszuführen oder zu leiten hat, die besondere technische Kenntnisse und 
Fertigkeiten erfordern. Die Offiziere dieser Waffe bilden das Geniekorps oder (in Deutschland) Ingenieur-
korps, während die Truppe selbst Genietruppe oder Pioniere  genannt wird. DieGenieoffiziere haben die 
Entwürfe von Festungen und fortifikatorischen Bauten aller Arten zu fertigen und deren Bauausführung 
zu leiten. Im Festungskrieg, sowohl beim Angriff als bei der Vertei-digung, leiten sie den fortifikatorisch-
technischen Dienst, wie Sappen- und Minenbau, Brückenschlag, das Zer-stören von Wegen, Brücken, 
Eisenbahnen etc., im Küstenkrieg (mit Ausnahme in den Kriegshäfen) das Auslegen von Seeminen-
sperren u. dgl. Hiernach gliedert sich der Dienst der Genietruppe in den der Sappeure, Sappen- und 
Schanzenbau, der Mineure, unterirdische Anlagen, und der Pon-toniere, Brückenbau. In einigen Armeen
stehen die Eisenbahn- und Telegraphentruppen mit der Genietruppe in organischem Zusammenhang 
oder werden im Krieg aus ihnen formiert, wie in Deutschland die Feldtelegraphenabteilungen, in andern 
sind sie selbständig. Die Organisation der Genietruppen ist in den einzelnen Heeren recht verschieden.
Deutschland Pioniere. Österreich hat 2 Genieregimenter und 1 Pionierregiment, jedes zu 5 Feldbatail-
lonen à 4 Kompanien, die in Bezug auf den allgemeinen Pionierdienst (Wegebau und -Zerstörung, Feld-
befestigung) gemeinsame Verwendung finden; speziell aber fällt den erstern die Mitwirkung im Festungs-
dienst (Mineurdienst), dem letztern der Kriegs-brückenbau zu, zu welchem Zweck ihm 56 Kriegsbrücken-
equipagen à 53 m Brückenlänge zuge-wiesen sind. Die Genieregimenter sind dem Generalgenieinspektor
im Kriegsministerium, das Pionier-regiment nur in administrativer Beziehung dem Kriegsministerium, im
übrigen dem Chef des General-stabs unterstellt. Im J. 1883 wurde aus den Pionier- und Mineurdetache-
ments ein Eisenbahn- und Telegraphenregiment formiert. Frankreich hat 4 Regimenter zu je 5 Bataillonen
à 4 Kompanien Sappeure-Mineure und 2 Regimenter à 14 Kompanien Pontoniere, letztere gehören jedoch
nach alter Tradition zur Feldartillerie. Zu jedem Genieregiment gehören 1 Depot- und 1 Eisenbahnkompanie.
Im Krieg verfügt Frankreich über 80 Kompanien Sappeure-Mineure, 28 Kompanien Pontoniere, 4 Eisen-
bahnbataillone, 9 Eisenbahnarbeiter-Sektionen, welch letztere von den Eisenbahngesellschaften aufge-
stellt werden. Italien hat 4 Genieregimenter; jedes der beiden ersten hat 14 Sappeur- und 2 Trainkompa-
nien; das 3. Regiment besteht aus 4 Sappeur-, 6 Telegraphen-, 4 Eisenbahn- und 2 Trainkompanien; das
4. ist das Pontonierregiment, es besteht aus 8 Pontonier-, 2 Lagunen- (lagunari) und 4 Trainkompanien.
Großbritannien hat 34 aktive Ingenieurkompanien, davon sind 4 Topographen-, 2 Eisenbahn-, 7 Torpedo-, 
5 Feld- (jede mit einem leichten Ingenieurpark), 16 Garnison- (Festungs-) Kompanien; außerdem 9 Ersatz-,
3 Kadrekompanien, 1 Telegraphenbataillon zu 2 Divisionen, von denen eine stets kriegsbereit, 1 fahrende
Pontonierkompanie, 1 Ersatz-Sappeurabteilung, 1 Ingenieur-feldpark und 2 Luftschiffahrtskompanien, von
denen eine in Südafrika. Rußlands Ingenieurtruppen bestehen aus 17 Sappeurbataillonen, 4 Sappeurkom-
panien, 8 Pontonier-, 4 Eisenbahnbataillonen, 6 Feld-, 2 Belagerungsingenieur-, 16 Telegraphenparken. Die
hohe Entwickelung des Belagerungs-wesens (Poliorketik) bei den Griechen und Makedoniern läßt eine Art 
Genietruppe bei ihnen voraus-setzen, welche den Bau der mannigfachen Kriegsmarinen, der Laufgräben, 
Deckwälle, Minengänge zum Einstürzen feindlicher Festungsmauern etc. ausführten. Diades, Chaireas 
und Dienechos waren berühmte Ingenieure Alexanders. Die Römer hatten schon in den ältesten Zeiten 
technische Truppen, Fabri aerarii (Sappeure) und Fabri lignarii (Zimmerleute), für den Belagerungskrieg, 
welche die Kriegsmaschinen und Brücken bauten und die Minen (cuniculi) anlegten. Ihr Oberbefehlshaber
(Ge-neralinspektor), der Praefectus fabrorum, war nur dem Feldherrn unterstellt. Im Mittelalter bis in das 
16. Jahrh. war der Ingenieurdienst von dem der Artillerie nicht getrennt. Bei den Spaniern und Italie-nern
taucht schon um die Mitte des 14. Jahrh. der Name Ingenieros (span. engeños, ital. ingegni, Kriegsma-
schinen) für die Kriegsleute auf, welche die Kriegsmaschinen anzufertigen und zu gebrauchen verstanden.
In den Landsknechtheeren Anfang des 16. Jahrh. hatte der Artillerieoberst eine gewisse Anzahl Schanz
bauern für den Schanzen-, Wege- und Brückenbau zu stellen, die unter einem Schanzbauern-
hauptmann, Schanz- und Brückenmeistern standen; sie sind als die Anfänge der Genietruppe an
zusehen. Ein Ingenieurkorps wurde zuerst 1603 von Sully gebildet, der auch für dessen wissenschaftliche 
und technische Ausbildung sorgte. Es bildete lange, dem Zeitgebrauch entsprechend, wie die Büchsen-
meister der Artillerie, eine Zunft, deren Schranken erst nach und nach von Montalembert, d'Arçon, Carnot 
u. a. durchbrochen wurden. Die "Kriegsbaumeister" im Solde der Fürsten, die Erbauer von Festungen, wa-
ren meist Bürger, die ihren Beruf als Kunst da ausübten, wo sie den lohnendsten Erwerb fanden, gleichviel
in welchem Lande. Gustav Adolf bildete sich ein Korps von Feld- und Festungsingenieuren, welches er mit 
dem Generalstab vereinigte. In Preußen entstand unter Friedrich Wilhelm I., in Sachsen unter August II. ein
  Ingenieurkorps, in Österreich schon um 1640 ein Geniekorps, nachdem die Formation einer Genietruppe
dort vorangegangen; in Frankreich wurde 1679, in Brandenburg 1690 eine Mineurtruppe errichtet. Die Er-
richtung der Ingenieur- oder Geniekorps hatte die von Ingenieurschulen zur sachwissenschaftlichen Aus-
bildung der Genieoffiziere zur notwendigen Folge. So wurde 1717 in Wien die Ingenieurakademie, 1742 zu
Dresden, 1750 zu Mézières, 1788 zu Potsdam eine Ingenieurschule gegründet; letztere ging 1806 ein, 
wurde aber 1816 mit der Artillerieschule zu Berlin vereinigt und besteht heute als "vereinigte Artillerie- und
Ingenieurschule" zu Charlottenburg. Bayern hat seine 1857 in München auf ähnlicher Grundlage errichtete 
Artillerie- und Ingenieurschule beibehalten. In Frankreich besteht als Fachschule die École d'application de
l'artillerie et du génie, die, 1802 in Metz errichtet, seit 1871 in Fontainebleau besteht. England hat zu Wool-
wich eine Militärakademie für Artillerie- und Geniewesen, Rußland in Petersburg die Nikolaus-Ingenieur-
schule und Nikolaus-Ingenieurakademie. Österreich hat in Wien eine "tech-nische Militärakademie" mit
Artillerie- und Genieabteilung und beim "technischen und administrativen Militärkomitee" einen "höhern 
Geniekurs" für besonders befähigte Genieoffiziere. Vgl. v. Bonin, Ge-schichte des Ingenieurkorps u. der
Pioniere in Preußen (Berl. 1877 - 78).
PIONIERE*
Pioniere, Truppen für den Genie- oder Ingenieurdienst. Deutschland hat 19 Pionierbataillone (darunter 2 bay-
rische, 1 sächsisches, 1 württembergisches), welche 2 Pionierinspektionen unterstellt sind. Jedes Bataillon 
hat 4 Kompanien, von denen die drei ersten, die Feldkompanien, zur Besetzung von 2 Divi-sions- und 1 Korps-
brückentrain pro Armeekorps sowie für den Feldpionierdienst bestimmt sind. Die 4. Kompanie ist die Mineur-
kompanie, welche als Stamm für die Aufstellung von 3 Festungs-Pionierkom-panien für den Festungskrieg
(beim Angriff zur Besetzung der Ingenieur-Belagerungstrains) bei der Mobilmachung dient. Außerdem wer-
den von den Pionieren im Krieg die 12 Feld- und 7 Etappen-Telegraphenabteilungen (auch Bayern und Würt-
temberg formieren solche) aufgestellt. Infanterie- und Kavalleriepioniere sind in den einfachsten technischen 
Verrichtungen des Feldpionierdienstes ausgebildete Mannschaften dieser Waffen zur Ausübung derselben 
im Biwak, auf Märschen u. auf dem Gefechtsfeld; sie sind zu diesem Zweck mit tragbarem Schanzzeug 
ausgerüstet. Österreich hat 1 Pionierregiment.
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DIE LINIE BADEN-BADEN*
Markgraf Bernhard III. von B.-Baden bekannte sich öffentlich zur evangelischen Lehre und führte sie zuerst
in seinem Landesteil B.-Baden ein, während sein Bruder sie nur heimlich schützte. Seine beiden Söhne 
Philibert und Christoph teilten die Linie B.-Baden wieder in zwei neue Linien, eine ältere, B.-Baden, und eine
jüngere, B.-Rodemachern. Nach dem Tod Philiberts, der 1569 in der Schlacht von Moncontour fiel, folgte ihm
sein zehnjähriger Sohn Philipp II. unter der Vormundschaft des Herzogs Albrecht V. von Bayern, seiner Groß-
mutter Jakobäa von Bayern und des Grafen von Hohenzollern-Sigmaringen. Da sich aber der Markgraf Karl II.
von B.-Durlach gegen diese Vormundschaft erklärte, so sprach der Kaiser schon 1571 den noch nicht 13jähr-
igen Philipp mündig. Von seinen Vormündern in der katholischen Konfession erzogen, führte er diese nach 
den Vorschriften des tridentinischen Konzils an seinem Hof und in seinem Land wieder ein; alle Beamten, 
die sich diesem Wechsel widersetzten, wurden entlassen. Als er 1588 unvermählt starb, fiel das (sehr ver-
schuldete) baden-badensche Erbe ganz an die Linie Rodemachern und zwar an den berüchtigten Markgrafen 
Eduard Fortunatus, den Erstgebornen Christophs II., der in spanischen Diensten gegen die Holländer ge-
kämpft hatte und die katholische Konfession im Land bestehen ließ. Als er 1600 in der Trunkenheit durch 
einen Treppensturz den Hals brach, hätte ihm sein ältester, damals erst siebenjähriger Sohn, Wilhelm, der 
am Hof des Erzherzogs Albrecht eine vortreffliche Erziehung genoß, in der Regierung folgen sollen; aber der 
Markgraf Georg Friedrich von B.-Durlach, welcher dessen Successionsrechte wegen Unebenbürtigkeit von 
mütterlicher Seite bestritt, behielt die obere Markgrafschaft besetzt. Erst nach der Schlacht bei Wimpfen 
(1622) erhielt Wilhelm durch den Kaiser die Markgrafschaft B.-Baden wieder, in welcher er seinem Verspre-
chen gemäß die katholische Religion wieder einführte und durch Gründung von reich ausgestatteten Jesui-
tenkollegien in Ettlingen und Baden befestigte. Im Dreißigjährigen Krieg diente er als General im kaiserlichen
Heer, erlitt aber 1632 bei Schlettstadt eine Niederlage durch den schwedischen General Horn, worauf sein 
Land besetzt und wieder mit B.-Durlach vereinigt wurde. Er lebte nun in Innsbruck bis zur Schlacht bei Nördl-
ingen (1634), durch welche er nicht bloß in den Besitz seiner Markgrafschaft, sondern auch der baden-du-
rlachschen Lande kam; erst der Westfälische Friede brachte letztere an ihren Stammherrn zurück. Wilhelms 
Nachfolger war 1677 sein Urenkel, Markgraf F. VI., Markgraf von Baden, Sohn des Markgrafen Friedrich V., 
geb. 16. Nov. 1617, focht unter Herzog Bernhard von Weimar und Karl X. Gustav von Schweden in Deut-
schland und Polen mit großer Auszeichnung und folgte seinem Vater 1659 in Baden-Durlach. Er war eifrig 
bemüht, die Wunden, welche der Dreißigjährige Krieg seinem Land geschlagen, zu heilen, und pflegte na-
mentlich Künste und Wissenschaften. Nachdem er sich 1664 in Ungarn gegen die Türken und 1674 - 76 als 
Reichsfeldmarschall gegen Frankreich neue Lorbeeren errungen, starb er 31. Jan. 1677.
 
LUDWIG WILHELM WILHELM I., MARKGRAF VON BADEN, DER TÜRKEN-LUIS*
L. Wilhelm I., Markgraf von Baden, der "Türken-Luis", Sohn des Erbprinzen Ferdinand Maximilian von Baden-
Baden und der Luise Christiane von Savoyen, geb. 8. April 1655 zu Paris, wo seine Mutter getrennt von ihrem
Gemahl lebte, erhielt seine Erziehung zu Baden und diente seit 1675 unter Montecuccoli und dem Herzog 
von Lothringen gegen Frankreich, bis der Friede zu Nimwegen (1678) ihn nach Baden-Baden zurückführte, 
dessen Regierung er nach seines Großvaters Wilhelm Tod (1677) angetreten hatte, da sein Vater schon 
1669 gestorben war. Bald darauf trat er als Feldmarschallleutnant in kaiserliche Dienste, zog 1683 vor das 
von den Türken belagerte Wien, wohnte der Schlacht am Kahlenberg bei und focht hierauf ruhmvoll in Ungarn. 
1689 mit dem Kommando der ganzen kaiserlichen Armee in Ungarn betraut, schlug er die Türken 24. Sept. 
1689 bei Nissa, eroberte diese Stadt und Widdin, schlug 1690 Tököly in Siebenbürgen, erfocht 19. Aug. 
1691 den Sieg bei Salankemen und nahm Lippa, Großwardein, Brod und Gradisca, worauf er zum Feldzeug-
meister und Gouverneur von Raab ernannt wurde. 1693 erhielt er das Kommando der Reichsarmee am Oberr-
hein und eroberte Heidelberg wieder, hielt sich aber dann meist allzu vorsichtig stets hinter seinen Linien von
dem Schwarzwald bis an den Rhein (den Stollhofener Linien) bis zum Frieden von Ryswyk (1697). 1696 be-
warb er sich vergeblich um die polnische Königskrone. Im spanischen Erbfolgekrieg nahm er 1702 Landau,
trug 2. Juli 1704 zum Sieg am Schellenberg bei und ward Reichsfeldmarschall. 1706 focht er wegen seiner 
allzu großen Bedächtigkeit mit weniger Glück gegen die Franzosen. Er starb 4. Jan. 1707 in Rastatt. Ver-
mählt war L. mit Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg. Vgl. Röder v. Diersburg, Des Markgrafen 
L. Wilhelm von Baden Feldzüge wider die Türken (Karlsr. 1839 bis 1842, 2 Bde); Derselbe, Kriegs- und Staats-
schriften des Markgrafen L. Wilhelm von Baden (das. 1850, 2 Bde.).
Ludwig Wilhelm, ein ausgezeichneter Fürst, zugleich einer der größten Kriegshelden seiner an militärischen 
Talenten reichen Zeit. Nachdem B.-Baden alle Drangsale des Kriegs erduldet, verlor es durch den Frieden von
Nimwegen 1678 auch noch Gräfenstein, Sponheim, die luxemburgischen Herrschaften und mehrere Städte, 
welche von den Reunionskammern für Frankreich in Beschlag genommen wurden; doch fielen ihm im Frieden 
von Ryswyk diese Lande wieder zu. Auf Ludwig Wilhelm folgte 1707 sein ältester Sohn, Ludwig Georg, unter 
Vormundschaft seiner Mutter und des Herzogs von Lothringen. Durch den Rastatter Frieden 1714 erhielt B. 
die luxemburgischen Besitzungen zurück, aber als französisches Lehen. Die Markgräfin suchte durch Ordnung,
Sparsamkeit und Schuldentilgung dem Land wieder aufzuhelfen und erbaute die Schlösser Rastatt und Favorite;
Ludwig Georg übernahm erst 1727 selbst die Regierung. Ihm folgte 1761 sein jüngerer Bruder, August Georg, 
damals schon 55 Jahre alt. Mit diesem erlosch 21. Okt. 1771 die Linie B.-Baden, welche 256 Jahre geblüht 
hatte, und ihre Länder fielen auf Grund einer 1765 geschlossenen Erbverbrüderung an die jetzt noch blühende 
Linie B.-Durlach
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LEOPOLD I.*
Auf Ferdinand III. folgte, da der älteste Sohn, Ferdinand, der 1653 zum römischen König gewählt worden, 
bereits 9. Juli 1654 gestorben war, sein zweiter Sohn, Leopold I. (1657-1705), der 1658 auch zum deutschen
Kaiser gewählt wurde. Die lange Regierung dieses Habsburgers war für Österreich eine bedeutungsvolle und
schließlich erfolgreiche, obwohl er geringe Herrschergaben entwickelte, die Verwaltung in ihrem alten Geleise 
beließ, Verschwendung am Hof und Bestechlichkeit der Beamten duldete, so daß die Finanzen sich in klägl-
ichem Zustand befanden, durch seinen fanatischen Bekehrungseifer die protestantischen Ungarn zu Empörun-
gen zwang und sich in seiner auswärtigen Politik vom spanischen Einfluß leiten ließ. Nur das Heerwesen war
in genügendem Stande, da hier noch die glänzenden Traditionen des großen Kriegs wirksam waren. Aber die 
echt habsburgische Zähigkeit, mit der Leopold, durch kein Mißgeschick abgeschreckt, an seinen Zielen fest-
hielt, bewirkte, daß er endlich die österreichische Machtstellung in Europa bedeutend erhöhte; der innere Or-
ganismus war aber nicht gesund und lebenskräftig. Österreich hatte unter Leopold I. nach zwei Seiten hin zu
kämpfen. Zunächst fielen die Türken von neuem in Ungarn ein. Ein österreichisches Heer, welches sie bei Gran
am Überschreiten der Donau hindern wollte, wurde zurückgeschlagen (Aug. 1663), und die türkischen und ta-
tarischen Scharen drangen plündernd und brandschatzend bis Brünn und Olmütz vor. Durch den Sieg Monte-
cuccolis bei St. Gotthardt a. d. Raab (1. Aug. 1664) wurden die Türken zu dem Frieden von Vasvár bewogen, 
der Österreich zwar keine Gebietsvergrößerung, aber Ruhe und die Möglichkeit gewährte, die Herrschaft in Un-
garn zu befestigen und die ständischen Rechte und die Religionsfreiheit der Ungarn zu beschränken. Eine Ver-
schwörung der Magnaten hiergegen wurde unterdrückt und blutig bestraft (1665-71). Als Emmerich Tököly, das
Haupt der Ungarn, die für ihre alte Verfassung und für den in grausamer Weise verfolgten Protestantismus käm-
pften, die Türken endlich um Hilfe bat, rückten diese 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa, 200,000 Mann 
stark, sengend und brennend bis vor Wien, das zwei Monate lang belagert, aber durch die tapfere Besatzung 
und die Bürgerschaft erfolgreich verteidigt wurde, während der kaiserliche Hof nach Passau geflüchtet war. Ein 
kaiserliches und Reichsheer unter Karl von Lothringen und die Polen unter Johann Sobieski entsetzten endlich 
durch den Sieg am Kahlenberg (12. Sept. 1683) die Hauptstadt. Durch deutsche Reichstruppen verstärkt, rückt-
en nun die Kaiserlichen in Ungarn ein, nahmen 1683 Gran, 1686 Ofen ein und eroberten durch den Sieg bei 
Mohács (12. Aug. 1687) Kroatien und Slawonien. Durch diese Erfolge seiner Waffen erreichte es Leopold, daß 
die ungarischen Stände 1687 in die Aufhebung des Wahlkönigtums willigten und das Land in ein Erbreich unter
habsburgischer Herrschaft verwandelten, und vereinigte mit demselben 9. Mai 1688 Siebenbürgen, dessen Fürst 
und Landtag der türkischen Oberherrschaft entsagten. Durch die Siege des Markgrafen Ludwig von Baden bei 
Szalankemen (19. Aug. 1691) und Eugens von Savoyen bei Zenta (11. Sept. 1697) wurde der Sultan zum Frie-
den von Karlowitz (26. Jan. 1699) gezwungen, in welchem ganz Siebenbürgen und alles Land zwischen Donau 
und Theiß, mit Ausnahme des Banats von Temesvár, an Österreich abgetreten wurde. Inzwischen war auch Ti-
rol, welches seit 1564 von Seitenlinien beherrscht worden, nach dem Erlöschen der letzten 1665 an Österreich 
zurückgefallen. Den Krieg im Westen gegen Frankreich führte Leopold zur Sicherung der Reichsgrenzen und 
der Wahrung der Stellung seines Hauses im Reich; hatte Ludwig XIV. doch schon 1658 sich ernstlich um die 
Kaiserkrone beworben. Die ersten französischen Kriege (1672-79 und 1688-97) waren freilich nicht so erfolgreich
wie die türkischen. Die Friedensschlüsse von Nimwegen und Ryswyk ließen Ludwig XIV. seine meisten Erober-
ungen, namentlich die Reunionen. Von nun an bestimmte vornehmlich die Rücksicht auf Spanien die Haltung Leop-
olds gegen Frankreich. Hier stand das Erlöschen der habsburgischen Dynastie bevor, da König Karl II. kränklich 
und kinderlos war, und der Kaiser war eifrig bemüht, die spanische Krone seinem Haus zu erhalten und auf seinen
zweiten Sohn, Karl, zu übertragen. Als nun Karl II. 1700 starb und der von ihm testamentarisch zum Erben er-
nannte Enkel Ludwigs XIV., Philipp von Anjou, mit französischer Hilfe von Spanien Besitz ergriff, entschloß sich 
Leopold 1701 im Bund mit den meisten deutschen Fürsten und den Seemächte, die habsburgischen Ansprüche
auf Spanien mit Waffengewalt geltend zu machen. In diesem Krieg, welcher nur für dynastische Zwecke, für die 
Vergrößerung der habsburgischen Hausmacht, geführt wurde, und in welchem Österreich zum erstenmal seine 
Hand nach dem Erwerb Bayerns ausstreckte, errangen die Kaiserlichen, hauptsächlich durch das Feldherrn-
genie des Prinzen Eugen, nach anfänglichem Mißgeschick endlich auch glänzende Erfolge. Leopold I. erlebte 
noch den Sieg bei Höchstädt (13. Aug. 1704), der dem Krieg die entscheidende Wendung zu gunsten Öster-
reichs gab. Auf Leopold (gest. 5. Mai 1705) folgte sein älterer Sohn, Joseph I. (1705-11), der den spanischen 
Erbfolgekrieg mit Aufbietung aller Kräfte fortsetzte, obwohl in Ungarn eine Empörung unter Franz Rákóczy II. 
ausbrach; dieselbe wurde durch den Sieg der Kaiserlichen bei Trentschin (1708) unterdrückt und die völlige 
Pacifikation Ungarns durch den Száthmarer oder Károlyischen Frieden (1711) erreicht. Inzwischen war Bayern
besetzt, durch den Sieg von Turin (1706) Italien von den Franzosen befreit und durch die Schlachten von Ouden-
aarde (1708) und Malplaquet (1709) die französische Kriegsmacht fast vernichtet worden. Jetzt hätte der Friede
unter den günstigsten Bedingungen abgeschlossen werden können, indem Ludwig XIV. zum Verzicht auf die 
spanische Erbschaft und zur Rückgabe seiner Eroberungen an der deutschen Westgrenze bereit war. Deut-
schland wäre künftig gegen französische Eroberungsgier gesichert gewesen, das Haus Habsburg hätte sich 
als den mächtigen Hort des Reichs erwiesen und Österreich sich unter der Regierung Josephs I., der sich auch
im Innern als tüchtiger Regent bewährte, sich tolerant und aufgeklärt zeigte und in den Finanzen und der Justiz 
wirksame Reformen einführte, einer glücklichen Entwickelung erfreuen können. Aber aus dynastischem Interes-
se brachte Joseph die Friedensverhandlungen zum Scheitern, indem er die ganze spanische Monarchie für sei-
nen Bruder   Karl verlangte und sogar von Ludwig XIV. forderte, daß er seinen Enkel aus Spanien vertreiben helfe. 
Inzwischen nahm der Krieg in Spanien für Karl eine so ungünstige Wendung, daß an eine Eroberung des Landes
weniger als je zu denken war, und Frankreichs Streitkräfte erholten sich. Joseph I. starb aber 17. April 1711, ohne
Söhne zu hinterlassen: der einzige Sproß des habsburgischen Hauses war sein Bruder, bisher Karl III. von Spa-
nien, noch 1711 als Karl VI. (1711-40) auf den deutschen Kaiserthron erhoben. Die Fortsetzung der bisherigen
Politik der Verbündeten hätte also die Vereinigung der österreichischen und der spanischen Monarchie in eine
Hand zur Folge gehabt, und da dies das europäische Gleichgewicht gefährden mußte, so trennten sich die See-
mächte von Österreich und schlossen mit Frankreich 1713 den Frieden von Utrecht, den der Kaiser nach erfolglo-
ser Fortsetzung des Kriegs 1714 im Friedensschluß von Rastatt anerkennen mußte. Österreich erwarb aus der 
spanischen Erbschaft ansehnliche Gebietsteile, die spanischen Nieder-lande, Mailand, Mantua, Neapel und Sar
dinien, das 1720 gegen Sizilien ausgetauscht wurde. Eine weitere beträcht-liche Gebietsvergrößerung erlangte 
es durch einen neuen Türkenkrieg (1716-18), in welchem Prinz Eugen die weit stärkern Türkenheere bei Peter-
wardein (5. Aug. 1716) und bei Belgrad (16. Aug. 1717) völlig besiegte und die Pforte im Frieden von Passarowitz
(21. Juni 1718) zur Abtretung des Banats, von fünf Distrikten der Kleinen Walachei und Serbiens zwischen der 
Morawa und Drina zwang. Doch gereichten diese Erwerbungen. Österreich nicht zum Heil und wurden auch nicht
lange behauptet. In den Niederlanden und in den italienischen Besitzungen verschlang die Verwaltung alle Ein-
nahmen; dagegen nahmen diese Lande einen Teil des Heers in Anspruch und verursachten wiederholt diploma-
tische Verwickelungen, da die Bourbonen immer wieder ihre begehrlichen Blicke nach ihnen richteten. Karl VI. 
wurde hierdurch ganz von der innern. Verwaltung abgezogen, die in den zerrütteten Zustand der Zeit Leopolds I. 
zurücksank. Die höchsten Beamtenstellen wurden nach der Gunst des Hofs vergeben, die niedern Beamten wa-
ren träge, nachlässig und bestechlich. Die Einnahmen des Staats, ungeschickt verwaltet und am unrechten Ort
verschwendet, reichten nie zur Deckung der Ausgaben, geschweige denn zur Schuldentilgung aus. So wurde 
selbst das Heer vernachlässigt: es war nie vollzählig, über die ganze Monarchie in Garnisonen verstreut, mangel-
haft ausgerüstet und geschult, die Festungen vernachlässigt und meist nicht verteidigungsfähig.Seit 1716 beschäf-
tigte den Kaiser fast ausschließlich die Regelung der Thronfolge in seinen Landen. Karl VI. hatte nämlich ebenfalls
keine Söhne. Er erließ daher eine neue Thronfolgeordnung, die Pragmatische Sanktion, welche bestimmte, daß 
sämtliche österreichische Länder nach seinem Tod "untrennbar und unauflöslich" sein und sämtlich an seine äl-
teste Tochter, Maria Theresia, und deren Nachkommen fallen sollten. Nachdem er die Zustimmung der Stände 
der verschiedenen Erbländer seines Reiches zu derselben erlangt hatte, suchte er auch die europäischen Mäch-
te zur Anerkennung derselben zu bewegen, statt, wie Prinz Eugen riet, seine Nachfolgerin durch ein tüchtiges 
Heer und einen wohlgefüllten Schatz in stand zu setzen, ihren Thron mit eigner Kraft zu verteidigen, und brachte
hierfür große Opfer.
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LUDWIG XIV. *
L. XIV. (Louis le Grand), König von Frankreich, Sohn des vorigen und der Anna von Österreich, 
geb. 5. Sept. 1638, folgte seinem Vater 14. Mai 1643 unter Vormundschaft seiner Mutter und 
dem Einfluß Mazarins. Die alsbald beginnenden Unruhen der Fronde (s. d.) wurden erst mit der 
Unterwerfung Condés und dem Pyrenäischen Frieden 1659 beendet. Auch nachdem L. 1651 
mündig geworden, überließ er die Zügel der Regierung den bewährten Händen Mazarins. Erst seit 
des letztern Tod 9. März 1661 regierte er selbständig und entwickelte eine von ihm nicht erwarte-
te Energie und Thätigkeit. Die ministerielle Allgewalt, wie sie sich seit 1624 unter Richelieus und 
Mazarins kräftigem und klugem Regiment ausgebildet hatte, vereinigte er nun in seiner Person mit 
der königlichen Macht und Autorität, und indem er sich mit Eifer wie auch mit einiger Kenntnis und 
natürlichem Verstand den Geschäften widmete, begründete er die absolute Monarchie in Frank-
reich, deren glänzendster Repräsentant er wurde durch seine imponierende Erscheinung und sein 
würdevolles und doch immer anmutvolles Benehmen. Zu dem Glanz seiner Herrschaft deren äußern
Pomp er mit Pracht und Geschmack in Szene setzte, haben zwei Umstände wesentlich beigetragen,
welche indes durch Ludwigs hervorragende Persönlichkeit in den Hintergrund gedrängt wurden: der 
großartige Aufschwung, den das französische Volk seit Heinrich IV. in Handel, Gewerbe, Kunst u
nd Wissenschaft genommen, und der unter L. seinen Höhepunkt erreichte, und die ausgezeichneten, 
aber bescheidenen Minister, welchen L. die Geschäfte übertrug. In der Auswahl und Verwendung 
derselben bewährte L. hauptsächlich seinen Herrscherberuf. Gleich bei Beginn seiner Regierung be-
rief er Le Tellier, Colbert und Lyonne in seinen Rat, während er den allzu selbständigen Foucquet 
beseitigte. Namentlich Colbert trug durch seine durchgreifenden Reformen in den Finanzen und der
Rechtspflege, durch schöpferische Maßregeln für Hebung von Industrie und Handel zur Erhöhung 
der Macht und des Ruhms seines Königs bei und lieferte ihm die Mittel zur Aufstellung eines Heers,
in dem der kriegslustige Ehrgeiz des französischen Adels Befriedigung fand, und das Frankreich zum
mächtigsten Staat Europas machte. Die günstige auswärtige Lage, die Mazarin geschaffen, kam L. 
sehr zu statten. Der Rheinbund verlieh ihm eine herrschende Stellung im Deutschen Reich, England 
und die Niederlande buhlten um seine Allianz; seine im Pyrenäischen Frieden verabredete Vermäh-
lung (1660) mit der spanischen Infantin Maria Theresia, deren Verzicht auf ihr Erbrecht L. von vorn-
herein für wirkungslos erklärte, gab ihm einen Anspruch auf die spanische Monarchie, die teilweise 
oder ganz zu erwerben fortan das stete Ziel seiner auswärtigen Politik war. Bereits 1667, nach dem
Tod seines Schwiegervaters Philipp IV., erhob er auf Grund des Devolutionsrechts Erbansprüche 
auf die spanischen Niederlande, eroberte dieselben, ohne viel Widerstand zu finden, während des 
englisch-niederländischen Kriegs im Sommer 1667 sowie im Februar 1668 die Franche-Comté, 
mußte sich aber infolge der drohenden Haltung der Tripelallianz im Frieden von Aachen (2. Mai 
1668) mit zwölf Festungen an der belgischen Grenze begnügen. Um die Republik der Niederlande
für ihre Opposition zu züchtigen, machte er durch Bestechung England und Schweden von der Tri-
pelallianz abwendig, gewann die deutschen Grenznachbarn der Niederlande, Köln und Münster, für
sich, und nachdem er mit Hilfe seines ausgezeichneten Kriegsministers Louvois das Heer auf 
120,000 Mann gebracht und vortrefflich ausgerüstet hatte, fiel er im Frühjahr 1672 über die ganz 
unvorbereiteten Niederlande her, eroberte sie in wenigen Wochen fast ganz und kehrte triumphie-
rend nach Paris zurück; als die Niederländer sich unter Wilhelm III. von Oranien erhoben und bei 
Brandenburg wie auch beim deutschen Kaiser und beim Reich, endlich auch bei Spanien Hilfe fan-
den. Diese Koalition und der Abfall Englands zwangen L., auf die Eroberung der Republik zu ver-
zichten und sich auf eine Erweiterung der Ost- und Nordgrenze durch völlige Unterwerfung des El-
saß und Eroberungen spanischen Gebiets, namentlich der Franche-Comté, zu beschränken. Dies 
erreichte er auch trotz der großen Koalition, die sich gegen ihn gebildet, im Frieden von Nimwegen 
1678. Jetzt stand L. auf der Höhe seiner Macht: sein Heer war das zahlreichste, bestorganisierte 
und bestgeführte der Welt; seine Diplomatie beherrschte durch ihre Geschicklichkeit alle Höfe; die
französische Nation überragte in Kunst und Wissenschaf-ten alle übrigen und entwickelte in Indust-
rie und Handel eine überraschend erfolgreiche Thätigkeit; die Koryphäen der Litteratur priesen L.
als das Ideal eines Mannes und eines Fürsten. Der Hof von Versailles, wohin L. seine Residenz 
verlegte, deren Bau 150 Mill. Frank kostete, war der Gegenstand des Neides und der Bewunder-
ung für alle großen und kleinen Monarchen, die den großen König in allen Äußerlichkeiten, auch 
seinen Schwächen, nachzuahmen bestrebt waren. Damals faßte er den Plan, seine weltgebietende
Stellung durch Erwerbung der Kaiserkrone dauernd zu begründen. Niemand, weder im Ausland 
noch im Innern, wagte ihm entgegenzutreten. Die Nation sah in ihm die Verkörperung des Staats
und opferte ihm freiwillig alle politischen Rechte; "l'état c'est moi!" hat L. zwar nicht gesagt, aber 
er hätte es mit Recht sagen können. Er hatte einen fast mystischen Glauben an seine Staatsmajes-
tät, und in seiner Eitelkeit ließ er seinen Ruhm und seinen Glanz überall verherrlichen, man pries ihn
als "le roi-soleil". Aber L. legte auch der Ausübung seiner Allgewalt keine Schranken auf und ver-
letzte immer schamloser die heiligsten Rechte andrer. Die frevelhafte Komödie der Reunionskam-
mern diente ihm zur Abrundung und Erweiterung der vielfach zerrissenen Grenzen; bei der Über-
rumpelung von Straßburg 30. Sept. 1681 glaubte er selbst diese Form nicht mehr nötig zu haben.
Während er die Türkengefahr des Deutschen Reichs benutzte, um im Waffenstillstand von 1684 
die Abtretung der Reunionen zu erzwingen, trat er bei andrer Gelegenheit als Haupt der katholis-
chen Christenheit auf: eine Flotte wurde gegen die maurischen Seeräuber in Tripolis und Algier
geschickt und Genua in Brand geschossen, weil es den Seeräubern Munition geliefert. Auch in 
religiösen Dingen sollte nur Ein Wille und Ein Gesetz herrschen: der Jansenismus wurde unter-
drückt, aber auch der Einfluß des Papsttums beschränkt durch die Annahme der vier Artikel der 
gallikanischen Kirche auf dem Nationalkonzil von 1682. Die Rechte der Protestanten wurden 
erst möglichst beschränkt, ihr Gottesdienst erschwert, der massenhafte Übertritt durch gewalt-
same Maßregeln erzwungen, endlich im Oktober 1685 das Edikt von Nantes ganz aufgehoben; 
die Auswanderung derer, die ihren Glauben auch nicht äußerlich abschwören wollten, wurde mit
den härtesten Strafen bedroht. Dennoch verließen 200,000 Réfugiés Frankreich, dessen Industrie
unwiederbringlichen Schaden litt. Indem L. in diesem gewaltsamen Treiben immer weiter ging, 
brachte er endlich fast ganz Europa gegen sich auf. Indem er Jakobs II. von England Plan, dort 
die katholische Kirche wiederherzustellen, unterstützte, beförderte er die englische Revolution von 
1688, die seinen entschiedensten Gegner, Wilhelm von Oranien, auch dort an die Spitze des Staats 
brachte. Mit Papst Innocenz XI. geriet er über das Asylrecht der französischen Gesandtschaft zu 
Rom in Streit und besetzte 1688 sogar Avignon. Das Deutsche Reich endlich zwang er zum Krieg
durch seine Einmischung in die kölnische Bischofswahl und den gegen den Willen der Erbin, seiner
Schwägerin Elisabeth Charlotte von Orléans, erhobenen Erbanspruch auf einen Teil der Pfalz. Ge-
gen die große Koalition von 1689 behauptete zwar die französische Landarmee, nachdem sie die 
schmachvolle Verwüstung der Pfalz ausgeführt, in den Niederlanden, am Rhein und in Piemont ihre
alte Überlegenheit; aber die Versuche, die vertriebenen Stuarts nach England zurückzuführen, miß-
langen alle, und in der Schlacht bei La Hougue 29. Mai 1692 ward die französische Seemacht ver-
nichtet. Die Hilfsquellen Frankreichs, die unerschöpflich schienen, begannen zu versiegen; die 
großen Staatsmänner und Feldherren, die nach und nach starben, wurden nicht durch ebenbürtige
Nachfolger ersetzt. Trotzdem war die Überlegenheit des einheitlich geleiteten Frankreich der Koali-
tion gegenüber so groß, daß L. 1697 im Frieden zu Ryswyk Elsaß und Straßburg behielt. Gleich-
wohl bezeichnet dieser Friede einen Stillstand, ja Rückschritt. Der Plan einer französischen Uni-
versalmonarchie unter L. war nun unausführbar. Die hohen Steuern, Mißwachs und Teurung hat-
ten den Wohlstand des Landes sehr geschädigt und Unzufriedenheit erregt. L. versöhnte sich mit
dem Papst und gab 1693 die gallikanische Unabhängigkeit preis; auch gewährte er 1698 den noch
vorhandenen Protestanten wenigstens Gewissensfreiheit. In der spanischen Erbfolgefrage, welche 
nun in den Vordergrund des Interesses trat, da der Tod des kinderlosen letzten Habsburgers in S
panien, Karls II., jeden Augenblick erfolgen konnte, verstand sich L. zu Verträgen mit den See-
mächten, welche sein Erbrecht ausschlossen. Als nun aber Karl II. 1. Nov. 1700 starb und sein 
Testament unerwarteterweise Ludwigs zweiten Enkel, Philipp von Anjou, zum Erben der gesam-
ten Monarchie ernannte, konnte L. der Versuchung nicht widerstehen, das Ziel seiner ganzen Po-
litik, die Erwerbung Spaniens für seine Familie, zu erreichen: er nahm für seinen Enkel die Erb-
schaft an, um so mehr, da die spanische Nation den Bourbon wünschte, und rief so den spani-
schen Erbfolgekrieg hervor, in dem Frankreich auch seine militärische Überlegenheit nicht mehr 
behaupten konnte. Dem Prinzen Eugen und Marlborough waren die Nachfolger Turennes, Con-
dés, Luxembourgs und Catinats nicht gewachsen. Von 1704 bis 1709 folgte Niederlage auf Nie-
derlage, schon drangen die Verbündeten in Frankreich ein, die Kräfte des Landes waren er-
schöpft, und die Sehnsucht nach Frieden war allgemein. L. war auch bereit, ihn mit den größten 
Opfern, nicht bloß Verzicht auf Spanien, sondern sogar Herausgabe aller Eroberungen in Deut-
schland, zu erkaufen; aber mit berechtigtem Stolz weigerte er sich trotz alles Unglücks, seinen 
Enkel, der sich mit Erfolg in Spanien behauptete, selbst mit französischen Truppen vertreiben zu
helfen. Seine Zuversicht auf sein Glück wurde gerechtfertigt. Der Sturz des Whig-Ministeriums
in England führte den Abfall der Seemächte von Österreich und den Separatfrieden von Utrecht 
1713 herbei, welchem sich Kaiser und Reich 1714 anschließen mußten. L. behauptete die Gren-
zen seines Reichs und rettete seinem Enkel den Hauptteil der spanischen Monarchie; aber die 
Blüte seines Landes war geknickt, die Finanzen zerrüttet, die Schuldenlast auf 2 Milliarden ge-
wachsen. L. überlebte die Glanzzeit seiner Monarchie und starb erst 1. Sept. 1715. Seine Ge-
mahlin Maria Theresia, Tochter des Königs Philipp IV. von Spanien, hatte ihm sechs Kinder ge-
boren, von denen die fünf jüngern früh starben; der älteste Sohn, der Dauphin Ludwig, starb 
1711. Da 8. März 1712 auch der älteste Sohn desselben, der Herzog von Bourgogne, und im 
März 1714 dessen Bruder, der Herzog von Berri, starben, so blieb außer Philipp V. von Spa-
nien nur der Sohn des Herzogs von Bourgogne übrig, der dem Urgroßvater im Alter von fünf 
Jahren als Ludwig XV. folgte. Ludwigs einflußreichste Mätressen waren nacheinander Laval-
lière, die ihm vier, Montespan, die ihm sechs Kinder gebar, Fontanges und die Witwe Scarron,
Françoise d'Aubigné, die er zur Marquise von Maintenon erhob, und mit der er sich nach 
Maria Theresias Tod (1683) im Herbst 1685 heimlich vermählte; sie übte einen großen Einfluß 
auf ihn aus und bekehrte ihn zur Frömmelei. 
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EUGEN PRINZ VON SAVOYEN *
Eugen (Prinz von Savoyen) (griech. Eugenios, etwa s. v. w. Wohlgeborner, Edler) Franz  Eugen., Prinz 
von Savoyen, der berühmte "Prinz Eugen", war als der jüngste der fünf Söhne des savoyischen Prinzen E
ugen Moritz von Savoyen-Carignan, Grafen von Soissons, und der Olympia Mancini, einer Nichte Maza-
rins, 18. Okt. 1663 zu Paris geboren. Er war zuerst für den geistlichen Stand bestimmt und bereits als 
Knabe im Besitz zweier Abteien (daher er am französischen Hofe "der kleine Abbé" hieß); aber Neigung
zum Kriegsdienst und besonders geringschätzige Behandlung von seiten Ludwigs XIV. und seines Kriegs-
ministers Louvois veranlaßten ihn 1683, sich in österreichischen Dienst zu begeben. Bald fing "der kleine 
Kapuziner" an, sich durch Waffenthaten hervorzuthun, namentlich bei der Entsetzung Wiens unter dem 
Oberbefehl Karls von Lothringen, dem er stets ein dankbares Andenken bewahrte. Er focht hierauf 1684
bei der vergeblichen Belagerung Ofens, sodann bei Gran unter Markgraf Ludwig von Baden, der in ihm 
den spätern Helden ahnte, und nahm mit demselben auch 1686 an der Eroberung Ofens teil, wobei er 
eine schwere Verwundung davontrug. Nachdem er den Winter in Venedig zugebracht hatte, machte er 
wieder 1687 den neuen Feldzug in Ungarn mit, welcher 12. Aug. mit dem Sieg bei Mohács gekrönt wurde.
Prinz E. war einer der ersten in den türkischen Verschanzungen und wurde dafür mit der Überbringung 
der Siegesbotschaft nach Wien beauftragt. 1688 zum Feldmarschall-leutnant erhoben, nahm er an der Er-
oberung Belgrads teil und focht 1689 gegen die Franzosen am Rhein. 1690 bewog E. den Herzog Viktor
Amadeus von Savoyen zur Allianz mit dem Kaiser und befehligte das jenem zu Hilfe gesendete österreich-
ische Heer. Schon aber hatte bei seiner Ankunft jener das Treffen von Staffarda (18. Aug. 1690) verloren, 
und E. konnte nur den Rückzug leiten. Überhaupt hatte er die Fehler der Verbündeten mehrmals wieder
gutzumachen, drang aber doch 1692 in Südfrankreich ein. Erst 1696, als Savoyen offen zu Frankreich 
übertrat, zog er sich in das Mailändische zurück. Schon 1693 ward er zum Feldmarschall ernannt. Gegen
die Türken war inzwischen unglücklich gefochten worden. E. aber, zum Oberbefehlshaber in Ungarn er-
nannt, behauptete trotz aller Schwierigkeiten Peterwardein, drang, als die Türken sich über die Theiß zu-
rückzogen, ihnen nach und erfocht den großen Sieg bei Zenta(11. Sept. 1697), wo in zwei Abendstunden 
die Türken 30,000 Mann an Toten und 6000 Mann an Gefangenen einbüßten. Dieser Sieg brach die tür-
kische Macht in Ungarn, wiewohl E. aus Mangel an Geld und Belagerungszeug die Verfolgung des Fein-
des nicht fortsetzen konnte. Auch im folgenden Jahr behielt E. das Oberkommando in Ungarn mit unbe-
schränkter Vollmacht bis zum Frieden von Karlowitz (26. Jan. 1699), der recht eigentlich als Eugens Werk
anzusehen ist. Er begab sich sodann auf seine Güter in Ungarn, welche ihm der Kaiser geschenkt hatte, bis
ihn der Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs zu neuer Thätigkeit rief. E. zog 170.1 mit 29,000 Mann 
durch Tirol über die Alpen, umging auf Wegen, die erst gebahnt werden mußten, den an den Etschklausen 
auflauernden Catinat, besetzte das Vicentinische, lieferte dem Marschall Tessé bei Carpi ein Treffen, wel-
ches für Österreich das Land zwischen Mincio und Etsch gewann, schlug (1. Sept.) bei Chiari den mit 
20,000 Mann neuer Truppen aus Frankreich angekommenen Villeroi und nahm denselben durch Überrum-
pelung in Cremona (1. Febr. 1702) gefangen, konnte aber die Stadt nicht behaupten. Die Schlacht bei Luz-
zara (15. Aug. 1702) gegen den Marschall Vendôme führte zu keiner Entscheidung, und E. konnte die Of-
fensive wegen schlechter Unterstützung von seiten der Wiener Regierung nicht wieder aufnehmen. E. ging 
daher selbst nach Wien, wurde zum Hofkriegsrat ernannt und bereitete, soweit es die erschöpften Geldmit-
tel zuließen, einen neuen Feldzug für den Frühling vor; doch war das Jahr 1703 kein glückliches, da der 
Kurfürst von Bayern zu Frankreich überging und die Ungarn sich unter Franz Ráköczi empörten. E. ging 
selbst nach Ungarn, um den Aufstand zu unterdrücken, und verfocht bei seiner Rückkehr mit allem Nach
druck den Gedanken, daß der eigentliche Sitz der Gefahr für Österreich weder in Italien noch in Belgien 
oder Ungarn, sondern lediglich in Bayern sei, und daß die Entscheidung des Kriegs einzig und allein in der 
Überwältigung des Kurfürsten Max Emanuel liege, daher man, da die Kräfte Österreichs und des Reichs 
für die Durchführung dieses Plans nicht ausreichten, den englischen Feldherrn, Herzog von Marlborough, 
aus Belgien an die Donau ziehen und mit ihm vereint den entscheidenden Schlag führen solle. Marlborough 
ging auf den Plan ein, und so vereinigten sich die Heere Eugens, Marlboroughs und Ludwigs von Baden, 
Führers der Reichstruppen, in Schwaben, und in Großheppach (in Württemberg) kam 12. Juni 1704 E. mit
diesen Männern zusammen, um die letzten Verabredungen zu treffen. E. übernahm zunächst die Aufgabe, 
den im Elsaß stehenden Marschall Tallard vom Übergang über den Rhein abzuhalten, zog, als diesem der 
Übergang doch gelang, ihm nach bis Bayern und vereinigte sich mit Marlborough. Am 13. Aug. 1704 er-
fochten beide bei Höchstädt (Blenheim) über Maximilian von Bayern und den französischen Marschall Tal-
lard einen entscheidenden Sieg, trieben die Franzosen samt dem Kurfürsten über den Rhein und besetzten 
ganz Bayern. Hierauf wandte sich E. nach Italien, wo inzwischen die Lage der Österreicher und des Her-
zogs von Savoyen eine verzweifelte geworden war. Obgleich E. anfangs nicht viel ausrichten konnte und 
sogar in Wien wegen seiner geringen Erfolge verdächtigt wurde, behielt er doch sein Kommando und er-
focht 7. Sept. 1706 den glorreichen Sieg bei Turin. Hierfür zum Statthalter von Mailand ernannt, säuberte 
er das Land von den Franzosen und schloß die Generalkapitulation vom 13. März 1707 ab, in welcher 
Ludwig XIV. die italienische Halbinsel bis auf Neapel aufgab. Letzteres ließ E. bald nachher durch Daun
besetzen, der Kirchenstaat mußte ihm seine Truppen ernähren helfen. 1707 machte E. wieder einen Ein-
fall in Frankreich, mußte aber vor Toulon unverrichteter Dinge umkehren. 1708 war er in den Niederlan-
den, um mit Marlborough und Heinsius den weitern Gang des Kriegs zu beraten. Am 11. Juli d. J. gewan-
nen die beiden Helden die Schlacht von Oudenaarde, nahmen 22. Okt. die Festung Lille und erfochten 
11. Sept. 1709 einen zweiten Sieg bei Malplaquet. E. begab sich hierauf nach Berlin, um die Abrufung 
der Preußen aus Italien zu verhindern. Dem Kaiser riet er, die französischen Friedensanerbietungen anzu-
nehmen, da sich nun Gelegenheit darbiete, Straßburg und Elsaß wiederzugewinnen. Aber sein Rat ward 
nicht gehört. 1710 war er in den Niederlanden thätig und wandte sich 1711 wieder an den Mittel- und 
Oberrhein, um die Reichskreise und die in Frankfurt a. M. versammelten Wähler des Reichs vor dem F
eind zu schützen. Er widerriet dem Kaiser Karl VI. die Beschickung des Utrechter Kongresses und eilte
selbst nach London, um die Allianz zwischen Österreich und England womöglich noch aufrecht zu erhal-
ten. Die Königin empfing ihn aufs gnädigste und beschenkte ihn mit einem kostbaren Degen, auch die 
Minister überhäuften ihn mit Aufmerksamkeiten aller Art; den Zweck seiner Reise aber erreichte er nicht,
vielmehr wurden seine Operationen durch die zweideutige Haltung der Engländer nach Abberufung Marl-
boroughs gelähmt. Am 11. April 1713 wurden zu Utrecht die Verträge, wodurch sich Frankreich mit Eng-
land, Holland, Savoyen, Portugal und Preußen aussöhnte, unterzeichnet. Obgleich der Kaiser beschloß, 
den Krieg allein fortzuführen, mußte doch E. selbst bei der matten Haltung des Deutschen Reichs zuletzt
zum Frieden raten, welcher auch von E. und Villars zu Rastail 7. März 1714 für den Kaiser und 7. Sept.
d. J. zu Baden in der Schweiz für das Reich abgeschlossen wurde. Der Kaiser ernannte E. zum Statthalter
in den nun österreichischen Niederlanden. Als bald darauf (1715) die Pforte den Karlowitzer Frieden 
brach, führte E. (1716) 64,000 Mann gegen den türkischen Großwesir Ali, welcher mit 150,000 Mann 
gegen Peterwardein ein heranrückte. Die Schlacht (5. Aug. 1716) endete mit der vollständigen Niederlage 
der Türken, die Beute der Sieger war unermeßlich. Vom Papst erhielt der Sieger von Peterwardein den ge-
weihten Hut und Degen. Im Juni 1717 begann E. die Belagerung des von 30,000 Türken besetzt gehalte-
nen Belgrad und schlug (16. Aug.) das weit überlegene türkische Entsatzheer, worauf Belgrad sich ergab. S
emendria, Schabatz, Orsova u. a. O. fielen bald darauf ebenfalls. Am 21. Juli 1718 wurde der Passarowit-
zer Friede auf 25jährigen Waffenstillstand unterzeichnet, wodurch Belgrad, der größere Teil von Serbien, 
ein Teil Bosniens und die Kleine Walachei bis an die Aluta an Österreich kamen. Indes fand der Mann, der
das Reich gegen die Türken gesichert, dem Kaiser weit über 60,000qkm Landes erobert und Ungarn wie-
dergegeben hatte, in Wien eine starke Gegnerschaft, namentlich an der spanisch-italienischen Hofpartei, die
jedoch seinen tonangebenden Einfluß in allen großen Fragen nicht zu lähmen vermochte. Als Generalstatthal-
ter der Niederlande (bis 1724) nahm er an dem Emporkommen der Ostindischen Kompanie lebhaften Anteil
. Beim Ausbruch des polnischen Erbfolgekriegs übernahm der 71 jährige Held 1734 die Führung des Reichs-
heers, ward jedoch, ehe es zum wirklichen Schlagen kam, 1734 abgerufen und durch den Herzog Alexander
von Württemberg ersetzt. Nach Wien zurückgekehrt, starb er plötzlich 21. April 1736. E. war kaum mit-
tlerer Größe und mager; in dem länglichen, stark gebräunten Gesicht traten besonders die lange Nase und die 
schwarzen, lebhaften Augen hervor. Er war nie verheiratet. Er diente drei Kaisern, doch unter wesentlich ver-
änderten Beziehungen, die angeblich durch sein Wort: "Leopold war mein Vater, Joseph mein Bruder, Karl 
mein Herr" bezeichnet sind. Sein Wahlspruch war: Österreich über alles! Seine Feldherrntalente und seine 
Kriegsthaten haben ihm den höchsten Ruhm erworben; nicht minder groß war er als Staatsmann und Diplo-
mat. Durch die endgültige Zurückdrängung der Türken und die Siege über Frankreich hat er einen maßge-
benden Einfluß auf den Gang der Weltgeschichte ausgeübt. Von seinen Soldaten wurde er vergöttert. Auch
für Kunst und Wissenschaft hatte er lebhaftes Interesse. Er sammelte in Wien die erste Prachtbibliothek, unt-
erhielt mit Montesquieu und Leibniz einen lebhaften Briefwechsel über philosophische und staatsrechtliche 
Gegenstände, war ein Gönner des französischen Dichters Jean Baptiste Rousseau und bearbeitete in einzeln-
en Zuschriften an Marlborough, Stanhope, Villars u. a. Gegenstände der Kriegskunst. Von seinem Kunstsinn
zeugen sein Schloß Belvedere nebst der Gemäldegalerie sowie die Beziehungen zu Kardinal Albani und Jean-
ne Mariette; desgleichen für sein wissenschaftliches Interesse die Gönnerschaft für den neapolitanischen His-
toriker Pietro Giannone. Ein Denkmal (von Fernkorn) wurde ihm 1865 zu Wien errichtet. Die angeblich von 
E. verfaßten politischen Schriften, herausgegeben von Sartori (Tübing. 1812, 7 Tle.), sind eine Fälschung. 
Die "Militärische Korrespondenz des Prinzen E." wurde von Heller herausgegeben (Wien 1848, 2 Bde.).
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MARLBOROUGH *
Marlborough (spr. marlböro oder máhlbru), 1) John Churchill, Herzog von, berühmter brit. Feldherr 
und Staatsmann, geb. 24. Juni 1650 zu Ashe in Devonshire, kam, durch sein vorteilhaftes Äußere 
empfohlen, in seinem zwölften Jahr als Page an den Hof des Herzogs von York, dessen Mätresse 
seine Schwester Arabella war, und der ihm im Alter von noch nicht 16 Jahren eine Fähnrichstelle bei
der Garde verschaffte. 1672 ging M. als Kapitän im Regiment des Herzogs von Monmouth mit den 
englischen Hilfstruppen nach den Niederlanden, wo er unter Turenne seine militärische Schule durch-
machte. Er diente bis 1677 in der französischen Armee und kehrte sodann nach England zurück, wo
er ein Regiment erhielt, 1682 zum Obersten und nach der Thronbesteigung des Herzogs von York 
1685 zum Generalmajor und Peer unter dem Titel Baron Churchill von Sunbridge ernannt wurde. 
Bei der Unterdrückung der Empörung des Herzogs von Monmouth  zeigte er sich besonders thätig; 
als Wilhelm von Oranien 1688 in England landete, begleitete M., soeben zum Generalleutnant beför-
dert, den König ins Feld, ging aber am Morgen des 25. Nov. zu Wilhelm über. Er ward darauf zum 
Grafen von M., zum Mitglied des Geheimen Rats und zum königlichen Kammerherrn ernannt. Von 
Wilhelm III. mit der Unterwerfung Irlands beauftragt, landete er 25. Sept. 1690 auf der Insel und 
bemächtigte sich der Plätze Cork und Kinsale. Im Kriege gegen Ludwig XIV. erfocht er den Sieg 
bei Walcourt, knüpfte aber, da er im militärischen Dienst Ausländer, wie Ginkel und Schomberg, sich 
vorgezogen sah, geheime Unterhandlungen mit Jakob II. an. Als diese entdeckt wurden, ward er 
1692 seiner Ämter entsetzt, in den Tower gebracht und erst nach einer langwierigen Untersuchung
freigelassen. Nach dem Frieden von Ryswyk (20. Sept. 1697) versöhnte sich Wilhelm mit ihm, und 
M. wurde jetzt vom König zum Gouverneur des Herzogs von Gloucester ernannt, in den Geheimen 
Rat wieder aufgenommen und beim Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs zum Befehlshaber aller
britischen Streitkräfte in den Niederlanden (1701) ernannt. Die Thronbesteigung Annas (19. März 
1702), die von Marlboroughs Gemahlin völlig beherrscht wurde, machte diesen zum ersten und ein-
flußreichsten Mann in England. An der Spitze des britischen Heers in den Niederlanden begann er 
den Feldzug von 1702 mit Vertreibung der Franzosen aus Geldern und eroberte Venloo, Roermon-
de und Lüttich, worauf ihn die Königin zum Marquis von Blandford und zum Herzog von M. ernannte.
1703 ging er zur Unterstützung des Kaisers nach Deutschland, vereinigte sich mit dem Prinzen Eugen 
von Savoyen und schlug 2. Juli 1704 die Bayern bei Donauwörth und 13. Aug. die Franzosen unter 
Tallard bei Höchstädt (Blenheim). Das Parlament schenkte ihm hierfür die Domäne Woodstock, und
die Königin ließ ihm daselbst das Schloß Blenheim bauen; der Kaiser erhob ihn zum deutschen Reichs-
fürsten und verlieh ihm das aus konfiszierten bayrischen Besitzungen gebildete Fürstentum Mindelheim
in Oberschwaben. Im Feldzug von 1705 erstürmte M. in den Niederlanden die von Villeroi besetzten 
Linien (18. Juli). Am 23. Mai 1706 ward letzterer bei Ramillies von M. entscheidend geschlagen, wo-
rauf ganz Brabant in die Hände der Verbündeten fiel. Auch der neue französische Feldherr Vendôme 
verlor an M. Ostende, Dendermonde und Ath. Die Friedensanträge, die Ludwig XIV. durch den Kur-
fürsten von Bayern machen ließ, wurden auf Antrieb Marlboroughs von der Königin Anna und den 
Generalstaaten verworfen. Als Karl XII. von Schweden Vorbereitungen traf, welche die Koalition ge-
gen Frankreich zu gefährden schienen, gelang es M. in einer Zusammenkunft in Altranstädt (Frühjahr 
1707), denselben zur Neutralität zu bestimmen. 1708 wurden die Franzosen von M. und Eugen bei 
Oudenaarde (11. Juli) geschlagen, worauf Lille, Gent und Brügge fielen. Noch entscheidender war 
1709 die Niederlage des Marschalls Villars bei Malplaquet (11. Sept.), die blutigste Schlacht des 
Kriegs, deren Folge die Kapitulation von Mons war. Bald darauf aber begann Marlboroughs Stell-
ung zu wanken, zumal zwischen seiner Gemahlin und der Königin ein unheilbares Zerwürfnis aufge-
brochen war. Die letztere wünschte die Verleihung eines Regiments an den Obersten Hill, den Brud-
er der Mrs. Masham, ihrer neuen Favorite; M. schlug es ab und zog sich, als die Königin darauf bes-
tand, nach Windsor zurück, von wo er seine Entlassung eingab. Die öffentliche Stimme nötigte jedoch
die Königin, M. wieder zu berufen. Das Parlament bewilligte vermehrte Hilfsgelder, und M. erhielt 
Holland bei der Allianz vermittelst Auswirkung des Barrieretraktats (s. d.). Er eröffnete mit Eugen den
Feldzug von 1710 mit der Einnahme von Mortagne, Douai, Béthune, St.-Venant und Aire. Während
seiner Abwesenheit aber erfolgte in England ein Ministerwechsel: nach dem Sturz der mit M. verbun-
denen kriegslustigen Whigs gelangte die Torypartei ans Ruder. M. behielt zwar noch das Kommando
in den Niederlanden, aber mit eingeschränkter Gewalt, und konnte es nicht hindern, daß die neue Re-
gierung, für die infolge der Neuwahlen das Parlament gewonnen war, 8. Okt. 1711 die Friedenspräli-
minarien mit Ludwig XIV. abschloß. Nach England zurückgekehrt, ward er vom Parlament der Unter-
schlagung öffentlicher Gelder beschuldigt, worauf die Königin ihn 1. Jan. 1712 seiner Ämter entsetzte,
aber, besonders auf die Vorstellungen Eugens, die gerichtliche Verfolgung unterdrückte. M. zog sich 
verbittert aufs Land zurück und besuchte dann Holland, Belgien und sein ihm vom Kaiser geschenktes
Fürstentum Mindelheim, das er jedoch im Utrechter Frieden (13. Juli 1713) ohne Entschädigung wie-
der verlor. Erst nach dem Tode der Königin Anna kehrte er nach England zurück, wo ihn Georg I. in
alle seine Ämter und Würden wieder einsetzte. Vom Schlage getroffen (8. Juni 1716), mußte sich M. 
jedoch ganz von den Geschäften zurückziehen; er starb auf seinem Landgut Windsor Lodge 17. Juni 
1722, ein Vermögen von mehr als ½ Mill. Pfd. Sterl. hinterlassend. M. war ein ebenso gewandter Di-
plomat, dem namentlich eine gewinnende Beredsamkeit zu Gebote stand, wie ein genialer Feldherr, 
welcher mit persönlichem Mut einen sichern und schnellen Blick verband, der jeden Fehler des Geg-
ners erspähte und zu benutzen wußte. Seine Schattenseiten waren maßloser Ehrgeiz und niedrige 
Habsucht.
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VILLARS *
Villars (spr. wilar), Claude Louis Hector, Herzog von, franz. Marschall, geb. 8. Mai 1653 zu Moulins,
ward jung Page Ludwigs XIV., wohnte 1672 - 79 den Feldzügen in den Niederlanden und am Rhein 
bei, zuletzt als Oberst eines Reiterregiments, und focht dann unter dem Kurfürsten von Bayern in Un-
garn gegen die Türken. Nach Frankreich zurückgekehrt, ward er Maréchal de Camp; 1692 befehlig-
te er im Gefecht von Pforzheim, 1693 in Flandern in Abwesenheit des Marschalls Boufflers, dann in 
Deutschland. Nach dem Ryswyker Frieden (1697) ging er als Gesandter nach Wien. 1701 erhielt er
anfangs ein Kommando in Italien, dann in Deutschland. Hier gewann er 14. Okt. 1702 gegen den 
Prinzen Ludwig von Baden die Schlacht von Friedlingen, infolge deren er die Marschallswürde erhielt.
1703 siegte er mit dem Kurfürsten von Bayern bei Höchstädt, geriet jedoch mit dem Kurfürsten in 
Zwiespalt, weshalb er abberufen und zur Dämpfung des Aufwandes in den Cevennen verwendet wur-
de, wo er durch Klugheit und Milde 1704 den Abschluß eines Friedens zu stande brachte. Nach den
furchtbaren Niederlagen der französischen Armee 1704-1708 mit dem Oberbefehl in den Niederlan-
den betraut, verlor er zwar 1709 die Schlacht bei Malplaquet, siegte aber 1712 bei Denain. 1713 be-
fehligte er im Elsaß und in Deutschland und zwang Landau und Freiburg zur Übergabe, worauf er mit
dem Prinzen Eugen den Rastatter Frieden verhandelte. Unter der Regentschaft wurde er 1715 zum 
Präsidenten des Kriegsrats und 1718 zum Regierungsmitglied und Staatsminister ernannt, nahm aber
an den Verhandlungen wenig Anteil. Bereits 80 Jahre alt, erhielt er 1733 den Oberbefehl in Italien, 
mit der Würde eines Generalmarschalls. V. traf 11. Nov. im Lager von Pizzighettone ein und nahm 
diesen Platz zwölf Tage nach Eröffnung der Laufgräben. Er starb 17. Juni 1734 auf der Rückreise in 
Turin. Seine Memoiren wurden von Vogüe herausgegeben (Par. 1884-87, 2 Bde.). Sein Leben bes-
chrieben Anquetil (Par. 1784, 4 Bde.), Giraud (das. 1881) und der Marquis de Vogüe (das. 1888, 
2 Bde.). - Sein Bruder Armand, Graf von V., machte sich im spanischen Erbfolgekrieg 1707 durch 
die Eroberung von Menorca bekannt; starb 20. Aug. 1712. Des Marschalls Sohn Honore Armand, H
erzog von V., Prinz von Martigues, geb. 4. Dez. 1702, war Brigadier, Mitglied der Akademie und
Gönner Voltaires und starb im Mai 1770 ohne männliche Nachkommen.
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MAX. II. EMANUEL, KURFÜRST VON BAYERN *
Max. II. Emanuel, Kurfürst von Bayern, Enkel des vorigen, Sohn Ferdinand Marias und der Henriette 
Adelheid von Savoyen, geb. 11. Juli 1662, folgte seinem Vater 1679 in der Regierung und trat in ein 
inniges Verhältnis zu Leopold I. 1683 eilte er zum Entsatz von Wien herbei und focht darauf auch in 
Ungarn für das Haus Österreich; er entsetzte Gran, eroberte Ofen, half den Sieg bei Mohács erringen 
und wurde 1688 bei der Erstürmung von Belgrad durch einen Pfeil verwundet. Der Kaiser, der ihm 
schon 1685 seine Tochter Maria Antonia vermählt hatte, ernannte ihn hierauf zum Generalissimus, und 
als solcher führte M. 1691 seine Truppen nach Italien und wohnte der Belagerung von Carmagnola 
bei. 1692 zum spanischen Statthalter der Niederlande ernannt, focht er gegen Frankreich, doch ohne 
glücklichen Erfolg. Als mit dem Tod seines zum Erben Karls II. bestimmten Sohns Joseph Ferdinand 
seine Aussichten auf den spanischen Thron schwanden, gab er seine kostspielige Statthalterschaft in 
den Niederlanden auf. Beim Ausbruch des spanischen Erbfolgekriegs trat er auf Frankreichs Seite, 
welches ihn bei der Begründung eines Königreichs in Schwaben und Württemberg zu unterstützen 
versprach, bemächtigte sich der Städte Ulm, Mem-mingen, Neuburg und Regensburg, mußte aber 
nach den verlornen Schlachten am Schellenberg und bei Höchstädt 1704 sein Land verlassen und wur-
de 1706 in die Acht erklärt, jedoch durch den Frieden von Baden 1714 wieder restituiert. 1717 sandte
er den Österreichern ein Hilfskorps unter dem Kommando des Kurprinzen gegen die Türken und erhielt 
auch die Kurstimme zurück. Über die Führung der Reichsverweserschaft verglich er sich 1724 mit Kur-
pfalz dahin, daß beide Häuser sie gemeinschaftlich führen sollten. Bei seinem Tod, 26. Febr. 1726, hin-
terließ M. die Kur seinem Sohn Karl Albrecht, der als Karl VII. die deutsche Kaiserwürde erhielt. In
zweiter Ehe war M. seit 1694 mit einer Tochter des Polenkönigs Johann III. Sobieski vermählt. König
Ludwig I. hat ihm, dem Erstürmer von Belgrad, in München ein Standbild errichtet.
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VAUBAN*
Vauban (spr. wobang), Sébastien le Prêtre de, franz. Marschall und berühmter Kriegsbaumeister,
geb. 1. Mai 1633 zu St.-Leger de Foucher bei Avallon (Yonne), trat in seinem 17. Jahr bei der 
spanischen Armee im Regiment Conde, welches damals gegen Frankreich focht, heimlich als Ka-
dett in Dienste und wurde von Conde wegen seiner mathematischen Kenntnisse als Ingenieur be-
nutzt, 1653 aber von den Königlichen gefangen genommen und als Ingenieuroffizier angestellt. Erst
25 Jahre alt, leitete er bereits die Belagerungen von Gravelines, Ypern und Oudenaarde, zeigte 
1662 beim Bau der Befestigungen von Dünkirchen, Lille, Ath und Charleroi hervorragendes Talent 
als Kriegsbaumeister, belagerte und eroberte 1667 im Kriege gegen Holland mehrere Festungen 
und leitete nach dem Frieden zu Aachen 1668 den Festungsbau von Tournai, Douai, Courtrai etc.,
wodurch der Anfang zu dem nördlichen französischen Festungsgürtel gelegt wurde. Nach dem Nim-
weger Frieden 1678 entstanden unter seiner Leitung viele Festungen, wie Maubeuge, Saarlouis, 
Pfalzburg, Belfort, Hüningen, die Citadelle von Straßburg, Bitsch, Lützelburg, Hagenau, Schlettstadt, 
Landau, Neubreisach u. a. 1669 wurde V. Generalinspektor sämtlicher französischer Festungen,
1703 Marschall, doch zog ihm eine Denkschrift während des spanischen Erbfolgekriegs die Ungna-
de des Königs zu, und er wurde in den Ruhestand versetzt. Seit 1699 Ehrenmitglied der Akademie 
der Wissenschaften, starb er 13. März 1707 in Paris. In seiner 57jährigen Dienstzeit hat er an 53 
Belagerungen und 140 Gefechten teilgenommen, er führte die Parallelen 1673 vor Maastricht ein, 
erfand den Rikoschettschuß 1697 vor Ath und verbesserte den Bau von Land- und Wasserwegen.
Modelle mehrerer von V. erbauter Festungen, 1814 im Artilleriemuseum zu Paris erbeutet, befinden 
sich im Zeughaus zu Berlin. Näheres über seine Verdienste im Festungsbau u. Festungskrieg s. diese 
Art. 1881 wurde ihm in Avallon ein Denkmal gesetzt.
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FREIBURG *
F. ward 1091 vom Herzog Berthold II. von Zähringen gegründet, welcher höchst wahrscheinlich 
das aus der Römerzeit herstammende Kastell auf dem Schloßberg für seine Ansiedelung benutzte. 
Sein Nachfolger Berthold III. erhob es 1115 zur Stadt, und Herzog Konrad, der Bruder und 
Nachfolger des letztern, gab ihm 1120 eine der kölnischen nachgebildete freisinnige Verfassung.
Unter diesem Fürsten wurde auch der Münsterbau begonnen. Nach dem Aussterben der Zähri-
nger mit Berthold V. (1218) fielen ihre Besitzungen an die Grafen von Urach, von denen ein Z
weig sich "von Freiburg" nannte. Graf Egino II. verkaufte die Stadt 1368 an Österreich. Als 
Herzog Friedrich "mit der leeren Tasche" dem Papst Johann XXIII. zur Flucht hierher verhalf 
und deshalb in die Reichsacht kam, fiel die Stadt auf 12 Jahre ans Reich, huldigte aber 1427 
ihrem alten Herrn wieder. Erzherzog Albrecht eröffnete 1460 in F. die Universität, welche 20. 
April 1455 vom Papst Calixtus III. errichtet war, und deren Stiftungsurkunde vom 21. Sept. 
1457 datiert. In den ersten Jahrzehnten betrug die Zahl der dort Studierenden wenig über 140. 
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt 1632 und öfter von den Schweden be-
setzt und 1644 von den Bayern unter Mercy genommen. Vom 4. - 7. Aug. d. J. ward bei der 
Stadt zwischen den Bayern und den Franzosen hartnäckig gekämpft. Als im Herbst 1677 die
kaiserlichen Truppen Befehl erhielten, in Schwaben zu überwintern, rückten die Franzosen 
unter Marschall Créqui schnell vor F., das sich ihnen 16. Nov. ergeben mußte. Nun blieb F. 
20 Jahre lang bei Frankreich, an das es durch den Nimwegener Frieden 1679 förmlich abge-
treten wurde. Ludwig XIV. ließ die Vorstädte Neuburg und Adelhausen niederreißen und be-
festigte die Stadt. Durch den Ryswyker Frieden kam F. 1697 wieder unter die österreichische
Herrschaft zurück. Am 17. Nov. 1713 abermals von den Franzosen unter Villars durch Kapit-
ulation genommen, fiel es 1714 infolge des Rastatter Friedens an Österreich zurück. 1744 wur-
de F. wiederum durch die Franzosen belagert und kapitulierte 28. Nov. Bald nach dem Abzug 
der Besatzung schleiften die Franzosen die Festung, und in diesem Zustand wurde die Stadt im
Aachener Frieden (1748) an Österreich zurückgegeben. Durch den Frieden von Campo Formio
(1798) fiel F. an Herkules III. von Este, Herzog von Modena, als Entschädigung, nach dessen 
Tod 1803 an den Erzherzog Ferdinand, 1806 aber an Baden. 1821 ward der erzbischöfliche 
Stuhl von Konstanz nach F. verlegt. Am 23. April 1848 fand hier ein Gefecht zwischen den
badischen Aufständischen und den deutschen Bundestruppen statt, welch letztere siegten und
24. April die Stadt einnahmen. Nachdem Ende Juli 1849 die "provisorische Regentschaft" vor
dem Anzug der Preußen Karlsruhe verlassen hatte, nahm dieselbe in F. ihren Sitz, sowie sich 
auch hier die Reste der Insurgenten unter Sigel sammelten, aber beim Heran-nahen der Preus-
sen die Stadt räumten, welche von diesen 7. Juli besetzt und erst 1851 wieder geräumt wurde.
Seit Anfang der 60er Jahre hat F. einen erheblichen Aufschwung genommen. Die Stadt ist so 
alt wie die Burg; 1293 wurde sie vom König Adolf von Nassau erobert und verwüstet, von 
Friedrich dem Freidigen wieder aufgebaut. Am 21. Okt. 1813 kam es hier zu einem Gefecht
zwischen den Preußen unter Henckel v. Donnersmark und einigen polnischen Bataillonen, 
denen ein großer Trupp österreichischer Gefange-ner abgenommen wurde.
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BREISACH (ALT-BREISACH) *
 Im Dreißigjährigen Krieg wurde eine Belagerung der Festung durch die Schweden unter dem Rheingrafen
Otto (1633) durch die Kaiserlichen aufgehoben. Dringendere Gefahr drohte 1636, wo der Herzog Bern-
hard von Weimar, mit Frankreich im Bund, gegen B. heranrückte. Aber erst 1638 konnte die Belagerung 
vollständig beginnen. Nachdem der Herzog drei kaiserliche, zum Entsatz heranrückende Heere zurückge-
schlagen, kam er 19. Dez. 1638 durch Kapitulation in Besitz der Stadt, die aber bei seinem Tod von den
Franzosen besetzt und im Westfälischen Frieden an Frankreich abgetreten ward. Der Friede von Rijswijk
1697 brachte sie an Deutschland zurück, worauf Ludwig XIV. B. gegenüber 1699   Neu-Breisach und 
das Fort Mortier von Vauban anlegen ließ. 1703 ward B. von Franzosen durch Überrumpelung genommen
und kam erst im Rastatter Frieden 1714 an Österreich zurück. Kaiser Karl VI. erbaute die Citadelle auf 
dem Eggersberg und mehrere starke Außenwerke, welche jedoch Maria Theresia 1743 zum Teil spreng-
en ließ. Dadurch wurde 1745 die Einnahme von B. den Franzosen sehr erleichtert. Während der franzö-
sischen Revolutionskriege begannen die Franzosen 15. Sept. 1793 vom Fort Mortier und vielen Schan-
zen aus die Stadt zu beschießen und verwandelten sie in wenigen Tagen in einen Aschenhaufen. Von neue-
m wurden Stadt und Umgegend verwüstet, als die Österreicher 1799 das bereits 1796 von den Franzosen
wieder besetzte B. ein ganzes Jahr lang belagerten. Neue Befestigungen erhielt es 1801 bis 1802 sowie 
1805 - 1806, nachdem es im Frieden von Lüneville an den Herzog von Modena, kurz nachher an den Erz-
herzog Ferdinand von Österreich gekommen war. Im Preßburger Frieden 1805 kam es an Baden, worauf 
sämtliche Festungswerke geschleift wurden. Im Krieg 1870/71 wurde von hier aus das Fort Mortier durch
drei Batterien badischer Artillerie 2.-6. Nov. 1870 beschossen und gänzlich zerstört, so daß es 7. Nov. 
kapitulieren mußte. 
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NEUBREISACH *
Neubreisach, Kantonstadt und Festung im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Kolmar, am Rhein-Rhône- 
und Neubreisacher Kanal und an der Eisenbahn Kolmar-N., in Form eines Achtecks gebaut, hat eine kath.
Pfarr- und eine neue evang. Garnisonkirche, ein Amtsgericht und (1885) mit der Garnison (1 Infanteriebat.
Nr. 113, 1 Abteilung Feldartillerie Nr. 30 und 1 Kompanie Fußartillerie Nr. 14) 2153 Einw. - N. ward, 
nachdem Altbreisach  in Baden 1697 von Frankreich an das Deutsche Reich zurückgegeben worden war, 
1699 von Ludwig XIV. neu angelegt und von Vauban befestigt; zum Transport von Baumaterial wurde zu 
gleicher Zeit der Neubreisacher Kanal erbaut. Zu den Festungswerken gehört das Fort Mortier an einem 
Rheinarm, Altbreisach gegen-über. Während des letzten deutsch-französischen Kriegs ward N. vom 2. 
bis 10. Nov. 1870 von den Deutschen beschossen, worauf die Festung kapitulierte. 
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HÜNINGEN*
An der Stelle von H. stand ursprünglich ein Pfarrdorf und dabei ein fester Turm zur Deckung der dortigen 
bequemen Rheinüberfahrt, beides unter der Ober-vogtei Basels. Nachdem das Dorf 1634 vom Herzog v
on Lauenburg den Liguisten entrissen worden, kam es durch Kauf an Ludwig XIV. von Frankreich. Die-
ser ließ es als Bollwerk zugleich gegen die Schweiz und Deutschland durch Vauban 1679 - 81 befestigen, 
später daselbst eine Brücke über den Rhein schlagen und auf dem rechten Ufer beim jetzigen Dorf Kleinh-
üningen an der Mündung der Wiese einen Brückenkopf anlegen. Infolge der Friedensschlüsse von 1697, 
1714 und 1735 mußten die Franzosen zwar letztern schleifen, doch stellten sie ihn immer wieder her. Am 
2. Febr. 1799 ging die Brückenschanze durch Kapitulation an die Österreicher über, und 14. April 1814
mußte sich die bisher noch nichteroberte Festung H. nach längerer Belagerung den Österreichern und 
Bayern ergeben. Im Feldzug von 1815 nochmals von den Österreichern unter Erzherzog Johann belagert, 
kapitulierte die Festung abermals 26. Aug. 1815, worauf die Werke unbrauchbar gemacht wurden. Im 
zweiten Pariser Frieden ward ausbedungen, daß die Festung nicht wiederhergestellt werden dürfe. 
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KEHL *
K. wurde 1678 vom französischen General Montgelas erobert und 1. Okt. 1683 der Grundstein zu 
der neuen, durch Vauban erbauten Festungen gelegt. Im Ryswyker Frieden fiel Stadt und Festung 
an das Reich zurück und wurde als Entschädigung dem Markgrafen Ludwig von Baden zugeteilt. 
Neue Eroberungen durch die Franzosen fanden 1703 und (29. Okt.) 1733 statt, doch kam K. im-
mer wieder an Deutschland zurück. 1793 abermals von den Franzosen beinahe zerstört und 1796 
erobert, wurde es in demselben Jahr vom Erzherzog Karl genommen. 1808 stellten die Franzosen 
die Festungswerke wieder her, welche nach dem Friedensschluß geschleift wurden. Während des 
Kriegs 1870/71 beschossen die Franzosen 19. und 24. Aug. 1870 von Straßburg aus die offene 
Stadt und richteten arge Verwüstungen an. Gegenwärtig ist K. in den Bereich der Festungswerke 
von Straßburg gezogen worden; drei Forts (bei Sundheim, Neumühl und Auenheim) des großen 
Waffenplatzes befinden sich auf badischem Gebiet.
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STRASSBURG *
An Militärbehörden befinden sich dort: das Generalkommando des 15. Armeekorps, die Kommandos
der 31. und 33. Division, der 61. und 66. Infanterie-, der 31. Kavallerie- und der 15. Feldartilleriebri-
gade, die 3. Ingenieur-, eine Artilleriedepot- und die 10. Festungsinspektion, ein Gouverneur und ein S
tadtkommandant. Die Festungswerke, deren Anlage 1682 - 84 von Vauban mit der auf der Ostseite 
der Stadt liegenden fünfeckigen Citadelle begonnen wurde, haben seit 1870 eine bedeutende Erweiter-
ung und Verstärkung erfahren. Ein Teil der Befestigung ist im NO. hinausgerückt, und 13 Forts, 4 - 8 
km vom Mittelpunkt der Stadt entfernt, krönen die umliegenden Höhen, 3 davon auf der badischen S
eite des Rheins bei Kehl. Die Stärke der Werke wird dadurch noch bedeutend erhöht, daß durch die 
Ill und den Rhein-Rhônekanal ein großer Teil der Umgegend von S. unter Wasser gesetzt werden kann.
Die Umgebung der Stadt ist zwar flach, gleicht aber ihrer Fruchtbarkeit halber einem großen Garten. 
Die außerhalb der Umwallung liegenden Orte: Rupprechtsau, Neudorf, Neuhof, Königshofen und Grü-
nenberg sind der Stadt einverleibt. Während des Dreißigjährigen Kriegs ersparte die auf reichsstädti-
scher Tradition beruhende und durch innere Parteiungen geförderte Neutralitätspolitik S. viel Elend. Im 
Westfälischen Frieden blieb es dem Reich erhalten. Ludwig XIV. ließ 1680 durch die Reunionskammer
in Breisach den Spruch fällen, daß S. für die der Krone Frankreich gehörenden, aber noch in städti-
schem Besitz befindlichen Vogteien von Wasselen, Barr und Illkirchen dem König den Huldigungseid 
zu leisten habe. Die Stadt wagte keine ablehnende Antwort zu erteilen, nur seitens des Reichs wurden 
Verhandlungen eröffnet; aber Ludwig XIV. sandte 1681 mitten im Frieden Louvois mit 30,000 Mann 
gegen das wehrlose S. Nicht der Verrat einzelner Ratsmitglieder, wie das Volk meinte, nicht die Ränke
des bestochenen Bischofs Egon von Fürstenberg, sondern die Erkenntnis der Aussichtslosigkeit jeg-
lichen Widerstandes führte 30. Sept. die Übergabe der Stadt herbei. Der Friede von Ryswyk 1697 be-
stätigte diese Annexion, und auch der von Utrecht änderte nichts daran, nachdem Deutschland einmal 
versäumt hatte, die Zeit der Ohnmacht Frankreichs (1710) zur Wiederer-werbung Straßburgs zu be-
nutzen. Hier begünstigte die neue Regierung mit Erfolg die Ausbreitung des katholischen Bekenntnisses,
vermochte aber nicht, der Stadt ihr deutsches Wesen zu rauben. Für dessen Erhaltung sorgte beson-
ders die Universität, an welcher der Theolog Spener, die Sprachforscher Scherz und Oberlin und der
Historiker Schöpflin lehrten. Die französische Revolution zertrümmerte die Vorrechte der alten deut-
schen Reichsstadt; an die Spitze trat ein Maire, ihm standen zur Seite 17 Munizipalräte und 36 Nota-
beln, welche alle aus unmittelbaren Volkswahlen hervorgingen. Nach dem Fall des Königtums blieb 
der Stadt die Schreckensherrschaft nicht erspart; auch hier wurde 1793 ein Revolutionstribunal einge-
richtet, dem der deutsche Emi-grant Eulogius Schneider vorstand. Erst unter dem ersten Kaiserreich 
schwanden die parti-kularistischen Neigungen, welche noch das 18. Jahrh. kennzeichnen. S., das 
Napoleon I. die Wiederherstellung seiner in den Revolutionsstürmen verfallenen Universität zu dan-
ken hatte, ward wirklich eine französische Stadt. Der Versuch Ludwig Napoleons 30. Okt. 1836, 
sich hier von der Garnison zum Kaiser ausrufen zulassen, mißlang. Am 13. Aug. 1870 begann die 
Einschließung der Stadt durch General v. Werder, den Befehlshaber der badischen Division. Die 
hartnäckige Verteidigung durch den Kommandanten, General Uhrich, und die Beschießung des un-
befestigten Kehl veranlaßten v. Werder zu einem Bombardement (24. - 27. Aug.), welches die kost-
bare Bibliothek zerstörte und den Turm des Münsters beschädigte. Doch da die Beschießung kein 
Resultat hatte, schritt der deutsche Befehlshaber zur regelrechten Belagerung. Am 12. Sept. war die
dritte Parallele fertig; schon war Bresche in den Hauptwall geschossen und alles zu einem Sturm vor-
bereitet, als 27. Sept. die Festung kapitulierte. Die Besatzung (noch 17,000 Mann) wurde kriegsge-
fangen, 1200 Kanonen und zahlreiches Kriegsmaterial wurden eine Beute der Sieger. 
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PHILIPPSBURG *
Der Bischof von Speier, Philipp Christoph von Sötern, erwählte den Ort zu seiner Residenz, ließ ihn 
seit 1618 neu befestigen und nannte ihn dem Apostel Philippus zu Ehren P. Er spielte als Brücken-
kopf in den Kriegen des 17. Jahrh. eine große Rolle. Im Dreißigjährigen Krieg fiel P. der Reihe nach
den Schweden, Franzosen, Kaiserlichen und zuletzt wieder den Franzosen in die Hände, welch letz-
tern im Westfälischen Frieden das Besatzungsrecht bestätigt ward. Die Gefälle und Hoheitsrechte 
blieben dem Hochstift Speier. 1679 kam P. wieder an Deutschland, 1688 aber durch Eroberung 
wieder an Frankreich, 1697 im Ryswyker Frieden und, 1734 von den Franzosen von neuem er-
obert, 1735 an Deutschland zurück. Die Feste verfiel seitdem immer mehr. 1799 ward sie von 
den Franzosen belagert, 20. Sept. 1800 durch Kapitulation übergeben und im Winter 1800/1801
geschleift. 
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LANDAU *
Trotz seiner starken Befestigung vermochte L. größern Heeresmassen keinen Widerstand zu 
leisten, weshalb es im Dreißigjährigen Krieg achtmal in die Hände feindlicher Kriegsvölker fiel. 
Durch den Westfälischen Frieden trat der Kaiser die Reichsvogtei über zehn elsässische Städ-
te, worunter L., an Ludwig XIV. ab, unter ausdrücklichem Vorbehalt der Unabhängigkeit und
Reichsunmittelbarkeit derselben. Indessen wurde L. nach dem Nimwegener Frieden (1678) 
von Ludwig besetzt und 1688 der Bau der Festung nach Vaubans Angaben begonnen; die-
selbe ist im Lauf des 18. Jahrh. von den Franzosen und im 19. vom Deutschen Bund wesentlich 
erweitert worden. Während des spanischen Erbfolgekriegs wurde L. viermal (1702 und 1704
von den Kaiserlichen, 1703 und 1713 von den Franzosen) nach regelrechter Belagerung zur 
Übergabe gezwungen. Im Friedensvertrag von Rastatt kam die Stadt förmlich an Frankreich. 
Im zweiten Pariser Frieden (1815) wurde sie Österreich überwiesen, das sie 1816, nachdem
sie zur Bundesfestung erklärt worden war, an Bayern abtrat. 1867 wurde der Abbruch der 
Außenwerke der Südfronten und der detachierten Vorwerke beschlossen und L. zum "festen, 
sturmfreien Depotplatz" erklärt und 1871 die völlige Aufhebung der Festung verfügt. 
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HAGENAU *
Hagenau, ehemalige Landvogtei im Unterelsaß, welche die damals freien Reichsstädte H., 
Kolmar, Schlettstadt, Weißenburg, Landau, Oberehnheim, Rosheim, Münster im St. Gre-
gorienthal, Mülhausen im Sundgau, Kaisersberg und Türkheim umfaßte, wurde 1423 vom
König Siegmund um 50,000 Gulden an den Kurfürsten Ludwig IV. von der Pfalz verpfän-
det, 1558 durch Kaiser Ferdinand I. wieder eingelöst und den jüngern Prinzen des Hauses 
Habsburg abgetreten, kam 1648 im Westfälischen Frieden an Frankreich.
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RASTATT *
Rastatt (Rastadt), Stadt im bad. Kreis Baden, mit der Garnison (Stab der 56. Infanteriebrigade,
ein Infanterieregiment Nr. 122, 2 Infanteriebataillone Nr. 111, eine Eskadron Dragoner Nr. 21, 
3 Abteilungen Feldartillerie Nr. 30 und 3 Kompanien Fußartillerie Nr. 14) 11,743 meist kath. 
Einwohner. In der Nähe das Lustschloß Favorite mit Garten und die Einsiedelei der Mark-
gräfin Sibylle. Die Festungswerke wurden 1840-48 unter Leitung österreichischer Ingenieure 
ausgeführt. - R. ward 1689 von den Franzosen verbrannt, darauf von Ludwig Wilhelm von 
Baden wieder aufgebaut und zur Residenz (bis 1771) erhoben. Hier 7. März 1714 Friede 
zwischen Frankreich und Österreich, durch den zunächst der vorher zu Utrecht geschlossene
Friede bestätigt ward und infolgedessen Österreich die spanischen Niederlande, Neapel, Sar-
dinien, Mailand, Mantua, Mirandola und Comacchio erhielt, das Deutsche Reich Freiburg, 
Kehl und Altbreisach wieder bekam, während den Franzosen Landau verblieb und die Kur-
fürsten von Bayern und Köln sowie mehrere kleinere italienische Fürsten vom Kaiser ihre Län-
der zurückerhielten. Vom 9. Dez. 1797 bis 23. April 1799 wurde hier gemäß dem Frieden von
Campo Formio ein Friedenskongreß zur Ordnung der deutschen Reichsangelegenheiten und 
zur Entschädigung der Reichsfürsten, welche ihre Gebiete links des Rheins verloren, gehalten. 
Die ganze fruchtlose Verhandlung bot das klägliche Schauspiel deutscher Zwietracht neben fran-
zösischem Übermut. Österreich, das inzwischen mit Rußland und England eine neue Koalition 
gegen Frankreich geschlossen hatte, löste endlich den Kongreß auf. Am 28. April 1799 gegen 
Abend reisten die französischen Gesandten Bonnier, Roberjot und Jean Debry, mit Pässen ver-
sehen, von R. ab, hatten aber die Vorstadt höchstens 200 Schritt hinter sich, als sie von einem 
Detachement Szekler Husaren überfallen wurden. Bonnier und Roberjot wurden ermordet und 
ihrer Papiere beraubt; Jean Debry gelang es, obwohl schwerverwundet, nach R. zurückzugelan-
gen. Lange ruhte ein Schleier über dieser That (Rastatter Gesandtenmord); die Resultate der 
vom Erzherzog Karl betriebenen Untersuchung wurden nicht veröffentlicht. Doch wurden wie-
derholt Versuche gemacht, die Schuld von der österreichischen Regierung auf die französischen 
Emigranten oder auf die französische Kriegspartei, besonders Bonaparte, abzuwälzen Indes 
scheint so viel gewiß, daß die Szekler Husaren vom Erzherzog Karl den Befehl erhielten, die 
Gesandten aus R. zu vertreiben und ihnen ihr Archiv wegzunehmen; diesen Befehl aus Fran-
zosenhaß mißverstehend, ordneten sodann die Offiziere die Ermordung der Gesandten an. In
R. begann 11. Mai 1849 mit Militärmeutereien der Aufstand in Baden und fand hier auch sein 
Ende. Von den Preußen seit Ende Mai zerniert und vom 8. Juli an beschossen, ward die Fes-
tung 23. Juli, nachdem sich die provisorische Regierung von Baden aufgelöst und sich zwei Ab-
gesandte der Besatzung, Corvin und Lang, auf einer ihnen erlaubten Reise durch das Oberland 
von der Unterdrückung des Aufstandes überzeugt hatten, an die Preußen übergeben, die den 
Platz Ende November 1850 räumten. 
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SCHLETTSTADT *
Schlettstadt, Kreisstadt im deutschen Bezirk Unterelsaß mit der Garnison (ein Bataillon 
Infanterie Nr. 112. Die Reformation fand hier zahlreiche Anhänger wurde aber gewalt-
sam unterdrückt. 1632 eroberten die Schweden S. und traten es 1634 an Frankreich ab. 
Ludwig XIV. ließ die Festungswerke 1673 schleifen, durch Vauban aber 1676 wieder-
herstellen. 1814 und 1815 belagerten es die Verbündeten vergeblich, dagegen gewan-
nen es 24. Okt. 1870 die Deutschen durch Kapitulation. Seitdem sind die Festungswer-
ke abgetragen worden. 
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STOLLHOFEN UND STOLLHOFER LINIEN *
Stollhofen, Dorf im bad. Kreis Baden, unweit des Rheins, hat (1885) 1139 Einw., ehemals
Mittelpunkt der Stollhofer Linien, die, jetzt vollständig verschwunden, im spanischen Erbfol-
gekrieg vom Markgrafen Ludwig von Baden bis zu seinem Tod (1707) behauptet, nachher
von den Franzosen genommen wurden.
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Fotos & Webdesign & Sammlung Werner Störk 2006
Aus dem Alltags des Schanzens
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Fotos & Webdesign & Sammlung Werner Störk 2006
Schanzende Soldaten hinter Palisaden-Sicherung
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Das Faschinenmesser  
Werkzeug und Waffe der Sappeure (Sapeure)
Faschinenmesser
Faschinenmesser (Faschine = Reisigbündel) haben Eigenschaften von Macheten und Bajonetten.
Die Fotos zeigen zwei Replicas aus den USA (Bürgerkrieg) und aus Russland (unten).
Foto © Sammlung Werner Störk 2006
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Schanzwerkzeug Musketenkugeln Streitaxt Hauen Schanzzeug Geschütze
Äxte Nördlingen Faschinen Beile Hippen Spaten
Krähenfuß  Kanonen Barte Funde Wölfe Kartaune
Werkzeug Schanzen Sappeur Waffen

Messer

Feldschlange
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Fotos © Werner Störk 2006
 Badisches Faschinenmesser nach preußischem Muster  u/M (1864),
gestempelt: Parierstange mit badischer Wappenpunze,
Truppenstempel  15.A.R.1.2.
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Fotos © Werner Störk 2006
 Österreichisches Faschinenmesser M 1915
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Sammlung Werner Störk 2006 © Fotos Collection MINIWELT

 
Hier nun die Gesamtübersicht unserer Dioramen und Profile
Hage  Kreuzritter  Letzen
Verhau Pioniere Schanzbauern
4-Eck-Schanze 5-Eck-Schanze 6-Eck-Schanze
Lawinen Flügelreiter Widerstand
Tödliches Tal 30-jähriger Krieg Flößerei
Riese Landskechte Kleiner Krieg
Elitetruppen  Menschenwolf Entsatz
Genie-Korps Römer  Schanzbauern
Schanzenbau Linien-Sappeure Homini lupus
Mineure  Sappeure   Ingenieure
Schwarzwald Winterfeldzug  Verteidigung
 Japaner  Preußen Osmanen
Brückenbau Schwarzwaldhof Homo Mensch
6-Eck-Schanze Sternschanze I Sternschanze II
Troß Tod Rückzug
Redoute Sturzbach Baustelle
Bruno-Knut Krieg Steinlawine
Gatter Glacis Osmanen
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