Diorama- und Modellbau: Schanzbauern bei der Arbeit Der Bau einer Redoute
Historischer Bezug: Die große Viereck-Schanze bei Schlechtbach ..
Foto & Sammlung © Werner Störk 2007
Dieses Modell zeigt die Errichtung einer Viereckschanze – wie es viele in unserem Gebiet gab und gibt
(z. B. die Redoute bei Schlechtbach). Bevor die Erdarbeiten an der Redoute beginnen, wurde die Grund-
form mit starken Seilen ausgepflockt. Hierbei war es wichtig, ein möglichst ebenes Gelände zu finden –
nur so erreichte man eine optimale Stabilität des Schanzenkörpers. Alle Schanzen bauen auf demselben
Prinzip auf: Was aus dem Wallgraben herausgenommen wird, findet sich im Wallkorpus wieder. Es wur-
de also keine Erde oder Baumaterial herangebracht, sondern die Schanze erhob sich im gleichen Maße
über dem Wallgraben, wie dieser tief und breit war.Der Bau einer Schanze war logistisch ein anspruchsvolles Unternehmen: Die Schanzbauern arbeiteten
rein manuell – mit Holzspaten, Pickel und Holzschubkarren. Zusätzlich wurden viele Handwerker einge-
setzt. Auch die Versorgung der Arbeiter war keine einfache Angelegenheit – lagen die Schanzenstand-
orte oft fernab des Dorfes. Das Schanzen fiel unter das Gesetz von Hand – und Fuhrfron.Erst als die Anzahl der Schanzbauern zum schnellen Errichten der Schanzen nicht mehr ausreichte und
auch im weiteren Umkreis (bis 50 km) keine weiteren Bauern zum Schanzen gezogen werden konnten,
kamen auch Soldaten zum Einsatz. So entwickelten sich über die Schanzbauern langsam spezielle Trup-
penteile wie Mineure und Sappeure – bis hin zu den Genie- und Ingenieur-Korps sowie den Pionieren.Spanische Reiter sichern die Zugangswege, ein massiver Verhack und Verhau gewährleistet im Westen
eine undurchdringliche Wand. Die Glacis vor der Schanze wird mit Wolfsgruben bestückt, noch vorhande-
ne Bäume werden geletzt oder als Material für den Verhau und die Palisaden verwendet. Im Verhack und
Verhau wird „grüner Stacheldraht“ (Brombeere, Hagebutte) gepflanzt, der relativ schnell eine undurchdring-
liche Dornröschen-Hecke bilden.Ein einfaches Baugerüst gewährleistet die sachgerechte Errichtung und gibt die Längen-, Breiten – und
Höhenmaße der Schanze vor. Eine Quelle wurde gefasst und wird – bis zur Vollendung des Erdwerkes
– über halbierte und ausgehöhlte Baumstämme umgeleitet. Die Quelle wird später die Trinkwasserver-
sorgung gewährleisten und kann – bei genügender Schüttung – auch in den Graben eingeleitet und da-
durch als Wassergraben ein zusätzliches, schwer zu überwindenden Hindernis bilden.Die am Bach wachsenden Weiden eignen sich vorzüglich zum Bau von Schanzkörben, die auf der Wall-
krone eine zusätzliche Sicherheitszone – Sicht- und Bewegungsschutz - für die Verteidiger schaffen. Fa-
schinen – aus dem geletzten Strauchmaterial – werden gebunden und sichern die Wände des Grabens
und des Wallkörpers vor Abrutschen.Mit kleineren Rundhölzer und rohen Bretter kann dies auch vorgenommen werden. Die Aufsicht führt ein
in Fortifikationsdingen vertrauter Offizier. Er hat die Befestigungskunst studiert und beherrscht die ange-
wandte Geometrie und Mathematik – beides Pflichtfächer in der damaligen Offiziersausbildung - dies galt
übrigens auch für den Türkenlouis.Figuren: Droste, extrafeine Bemalung durch Zinnfiguren-Atelier Roswitha Engels, ehemals Prochnow Mann-
heim. Größe 125 x 55 x 40 cm, 100 Figuren, 40 Bäume, Redoute-Baustelle, Verhau, Verhack, Wolfsgruben,
Quelle, Bach, Holzlagerplatz, Stammlawinen, Spanische Reiter, Redoute, Schanzgraben. Gewicht 12 Kilogramm.
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Fotos & Sammlung © Werner Störk 2007
Das Herausziehen größerer Stämme übernehmen Pferde, die das Holzrücken im
Wald gewöhnt sind. In unserem Dioramen haben wir 120 Figuren platziert - aus dem
Feldtagebuch des Markgrafen wissen wir, dass bis zu 2.000 Schanzbauern aus der
ganzen Region zusammengezogen wurden, um über Nacht Schanzen aufzuwerfen.
Was für eine körperliche, was für eine logistische Meisterleistung - einschließlich
der damit verbundenen Fourage und Verpflegung - und was für eine riesige Baustelle .....
Fotos & Sammlung © Werner Störk 2007
Wie aktuelle Funde in unserem Raum belegen, trugen Wallkronen und der Schanzenkorpus Palisaden,
deren Altersbestimmung exakt auf ca. 1700 hinweisen - also genau in dem Zeitraum gefällt wurden, als
in unserer Gegend die massive Einrichtung der Vorderen und Hinteren Linie durchgeführt wurden. Die
Palisaden waren einerseits Sicht- und Bewegungsschutz für die Verteidiger, andererseits natürlich wich-
tige Deckung beim Angriff. Die Palisadenwand hatte innen einen rundumlaufenden Wehrgang aus grob
gezimmerten Brettern. Die Palisaden erfüllten aber auch den Zweck, das Angriffshindernis zu erhöhen.
Um ein Überspringen des Grabens zu vereiteln, wurden teilweise auch Palisaden schräg in den unteren
Schanzenkorpus eingelassen (siehe Profile). Die Spanischen Reiter - als bewegliche Weg- und Durch-
gangshindernissse sicherten im Verteidigungsfall die Zugänge zur Schanze, die jedoch vor allem durch
vorbereitete, massive Baumstamm-Lawinen Schutz vor Angreifern bieten sollten. Einerseits durch die
unmittelbare körperliche Gefährdung der Angreifer, andererseits durch das Verstürzen der Zugangswege.
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Fotos & Sammlung © Werner Störk 2007
Hier nun die Gesamtübersicht unserer Dioramen und Profile
Hage Kreuzritter Letzen Verhau Pioniere Schanzbauern 4-Eck-Schanze 5-Eck-Schanze 6-Eck-Schanze Lawinen Flügelreiter Widerstand Tödliches Tal 30-jähriger Krieg Flößerei Riese Landsknechte Kleiner Krieg Elitetruppen Menschenwolf Entsatz Genie-Korps Römer Schanzbauern Schanzenbau Linien-Sappeure Homini lupus Mineure Sappeure Ingenieure Schwarzwald Winterfeldzug Verteidigung Japaner Preußen Osmanen Brückenbau Schwarzwaldhof Homo Mensch 6-Eck-Schanze Sternschanze I Sternschanze II Troß Tod Rückzug Redoute Sturzbach Baustelle Bruno-Knut Krieg Steinlawine Gatter Glacis Osmanen ....
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