Sonderseite Die Schlacht von 1444 bei Schönau
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Die blutige Schlacht von Schönenbuchen Die Wallfahrtskappelle Unserer lieben Frau von Schönenbuchen und zum
Heiligen Petrus und Paulus bei Schönau liegt direkt an der B 317 im
Ortsteil Schönenbuchen. Hier wurde 1444 eine der blutigsten
Schlachten im Wiesental geschlagen..
Foto © Werner Störk 2002
, "Anno 1771 ist dise taffell wider auff ein newes gemahlet worden damalls ist
Vogtt gewesen der ehrsame und bescheidene Adam Scheible ... seindt" -
so kann man auf dem beeindruckenden, 6,36 x 2,35 Meter großen Gemälde
lesen. Als "Mahler" ist "Joseph Zimmermann vom Kloster St.Trutpert im
Münstertal" vermerkt..
Foto © Werner Störk 2002 Der Standort der Kapelle ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch genau
der Punkt, an dem die Bauern eine Letze errichtete. Hier führen felsige
Abhänge direkt an die Wiese und verengen das Tal von beiden Seiten
auf eine strategisch optimale Weise: Der heranrückende Feind wird an
der engsten Stelle gezwungen, seine Marsch- oder Angriffsformation
völlig aufzulösen, dabei wird er von drei Seiten zugleich angegriffen.Das historisch belegte Ereignis hat sich auch in den einheimischen Sagen
und Legenden niedergeschlagen, wobei es die "oral history" (mündliche
Überlieferung) mit den historisch gesicherten Daten natürlich nicht so genau
nimmt. Hier zwei typische Beispiele:Quelle: Bischof, Heinz (1982): Im Schwarzwald und am Hohen Rhein:
Sagen aus Südbaden und der Nordschweiz. Morstadt-Verlag,
Kehl/Strasbourg/Basel, Seite 74 - 76"Steigt man in der Wallfahrtskapelle bei Schönau eine Steintreppe hinab,
so kommt man in ein düsteres Kreuzgewölbe, das einen aus dem Boden
herausschauenden Felsen einschließt, auf dem einst der hl. Petrus gekniet
sein soll, wovon noch deutliche Eindrücke zu sehen sind..
Foto © Werner Störk 2002 Oben in der Kapelle zeigt ein großes Wandbild die Kriegstat der
Schönauer Bewohner. Es wird erzählt:Ein Teil von dem Heere des Herzogs von Armagnac, eines französischen
Feldherrn, unternahm einen Streifzug über den Schwarzwald, in der Absicht,
im Kloster St. Blasien reiche Beute zu machen. Dabei kam der Heereszug
auch bis in den hintersten Teil des Wiesentales. Die Soldaten, es waren
Reiter, nannte man Armeniazi oder arme Jäcken, auch Walchen,
Schnacken oder Schinder.
Foto © Werner Störk 2002 Um das Vordringen und den Aufenthalt dieser unheimlichen und unwerten
Gäste zu verhindern und sie zu vertreiben, verfertigten die Talbewohner
kleine, sternförmige, vierspitzige Wurfeisen derart, dass immer eine Spitze
in die Höhe stand, man mochte sie werfen wie man wollte. Diese streuten
sie auf die schmalen und schlechten Wege hin, wo sie in die Hufe der
Pferde eindrangen; die Pferde wurden scheu.".
Foto © Werner Störk 2002 Eine andere Sage berichtet: Quelle: Bischof, Heinz (1982): Im Schwarzwald und am Hohen Rhein:
Sagen aus Südbaden und der Nordschweiz. Morstadt-Verlag,
Kehl/Strasbourg/Basel, Seite 74 - 76"Im Dreißigjährigen Kriege zog aus dem oberen Wiesental ein Heer
Schweden feindlich gegen Schönau heran. Als sie dessen Kirchturm
erblickten, rief ihr Anführer: "Blaser, blas auf! Pfeifer, pfeif auf! Wir
sehen das Schönauer Geißhaus!".
Foto © Werner Störk 2002 Rascher rückten sie vorwärts. Auf den Bergen bei Schönenbuchen
standen Engel, wie Schwarzwälder gekleidet, und warfen den
Andringenden unbemerkt kleine vierspitzige Eisen in den Weg.Da diese in jeder Lage eine Spitze in die Höhe streckten, so drangen
sie den darauf tretenden Pferden in die Hufe, wodurch dieselben
scheu wurden und das Heer in Verwirrung brachten.Die vorderen Truppen gaben den Nachfolgenden, diese jenen die
Schuld. So gerieten sie miteinander ins Handgemenge und rieben
sich bis auf den letzten Mann auf. Von ihrem Blut rötete sich die Wiese
bis nach Kleinhüningen. Schönau aber war gerettet. Zum Dank stifteten
seine Bewohner eine Abbildung der Schlacht nach Schönenbuchen.".
Fotos © Werner Störk 2002 Wurfeisen (die auch Krähenfüße genannt wurden - im Foto nachträglich
gelb eingekreist, Anmerkung der Redaktion) fanden Bauern beim
Umpflügen der Äcker. Das Treffen dürfte 1444 nach der Schlacht bei
St. Jakob (Basel, Anmerkung der Redaktion) stattgefunden haben.".
10 Fotos © Werner Störk 2002
Foto © Werner Störk 2002
Ein weiteres Beispiel aus der Sagenwelt: Quelle: Vögely, Ludwig (1989): Sagen aus dem Markgräflerland,
Braun-Verlag, Karlsruhe, Seite 95 - 96"Im Dreißigjährigen Krieg zog ein Heer der Schweden aus dem
oberen Wiesental feindlich gegen Schönau heran. Als sie dessen
Kirchturm erblickten, rief ihr Anführer: "Pfeifer, pfeif' auf, wir sehen
das Schönauer Geißhaus!" und rascher rückten sie nun vorwärts..
Foto © Werner Störk 2002 Auf den Bergen bei Schönenbuchen aber standen Engel, die wie
Schwarzwälder gekleidet waren, und warfen den Andringenden
unbemerkt kleine vierspitzige Eisen in den Weg. Da diese in jeder
Lage eine Spitze in die Höhe streckten, so drangen sie den
darauf tretenden Pferden in die Hufe, wodurch diese scheu wurden
und das Heer in Verwirrung brachten..
Foto © Werner Störk 2002 Die vorderen Truppen gaben den Nachfolgenden, diese jenen die
Schuld. Sie gerieten miteinander ins Handgemenge und rieben sich
bis auf den letzten Mann auf.Von ihrem Blute rötete sich die Wiese bis nach Kleinhüningen.
Schönau war nun gerettet, und zum Dank stifteten seine Bewohner
ein Abbild der Schlacht nach Schönenbuchen, welche nebst
einigen vierspitzigen Eisen sich noch jetzt dort befinden."Eine andere Sagen-Fassung lautet: Quelle: Vögely, Ludwig (1989): Sagen aus dem Markgräflerland,
Braun-Verlag, Karlsruhe, Seite 95 - 96"Ein Teil des Heeres des Herzogs von Armagnak, eines französischen
Feldherrn, unternahm einen Streifzug über den Schwarzwald in der
Absicht, im Kloster St. Blasien reiche Beute zu machen. Dabei kam
das Heer bis in den hintersten Teil des Wiesentales. Die Soldaten, es
waren Reiter, sogenannte man Armenziazi, Armagnaken oder arme
Gecken, auch Walchen, Schnacken oder Schinder..
Foto © Werner Störk 2002 Um das Vordringen und den Aufenthalt dieser unheimlichen Gäste zu
verhindern und sie zu vertreiben, fertigten die Talbewohner kleine
sternförmige, vierspitzige Wurfeisen, so dass immer eine Spitze in
die Höhe stand, man mochte sie werfen wie man wollte..
Fotos © Werner Störk 2002 Diese streuten die Talbewohner auf die schmalen und schlechten Wege,
wo die Wurfeisen (im rechten Foto nachträglich gelb eingekreist, Anmerkung
der Redaktion, die Wurfeisen wurden und werden auch "Krähenfüße" genannt)
dann in die Hufe der Pferde eindrangen. Die Pferde wurden scheu..
Foto © Werner Störk 2002 Und die Reiter, die nicht wussten, woher dieses kam, gingen erbittert
auf einander los, mordeten sich gegenseitig und richteten ein so
entsetzliches Blutbad an, dass das Wasser der Wiese vom Blut
rot gefärbt wurde..
Foto © Werner Störk 2002 Auf der Informationstafel in der Kapelle ist zu lesen: "Bei St. Jakob an der Birs bei Basel stießen 1.6000 Schweizer auf
das Söldnerheer, das 40.000 Mann zählte. 6.000 Feinde fielen, die
Schweizer wurden bis auf 16, die sich retten konnten, eine Beute
des Todes. Das heldenhafte Ungestüm der Eidgenossen machte
auf die Hilfstruppen aus Frankreich solchen Eindruck, dass sie es
gar nicht wagten, gegen die Schweizer weiter zu ziehen.Vielmehr löste sich das Heer in einzelne Abteilungen auf und zog
durch das Elsaß und den Breisgau. Ein solcher Trupp soll auf
seinem Raubzug 1444 auch durch unser Tal gekommen sein, fand
aber das Talvolk zur Abwehr gerüstet.Bei Schönenbuchen, wo von beiden Seiten die Felsabstürze bis
zur Wiesen reichen und nur einen Engpass lassen, der durch eine
Absperrung (Letze) unpassierbar gemacht werden konnte, stellte
das aufgebotene Volk eine Falle. Der schmale Weg wurde durch
Werfen der vierspitzigen Wurfeisen für Rosse und Menschen
unpassierbar gemacht. An der engen Talschlucht soll es zu einem
Gemetzel gekommen sein, so dass die Wiese voll Blut geflossen
sei.Das Schlachtenbild in der Schönenbucher Kapelle hält die Erinnerung
an dieses rettenden Gefecht von 1444 seit Jahrhundert wach.Der gelehrte Abt Geberts von St. Blasien erwähnt in seiner 3-bändigen
“Geschichte des Schwarzwaldes“ auch diese Schlacht von Schönen-
buchen und die alte Schlachtafel. Er glaubt aber, dass das geschlagenen
Kriegsvolk nicht zu den Armagnaken gehört habe, sondern eine Schar
Schweizer gewesen sei.".
Foto © Werner Störk 2002
Aus vielen Gründen immer ein lohnenswerter Besuch:
Die Schönenbucher Wallfahrtskappelle
Unserer lieben Frau von Schönenbuchen
und zum Heiligen Petrus und Paulus.
Vogelperspektiven-Erich-Meyer-Foto © Sammlung AG MINIFOSSI 2003
Im Anflug von Süden: Das Hintere Wiesental mit
der Kapelle von Schönenbuchen (Pfeil)
Im Hintergrund rechts: Der Feldberg.
Vogelperspektiven-Erich-Meyer-Foto © Sammlung AG MINIFOSSI 2003
Hier weist der Talboden den - im Zusammenspiel mit den Hangkanten
im gesamten geographischen und topographischen Raumbereich
- absolut engsten Durchgang (gelb) auf - und wird somit zu einem
strategisch sehr elementaren Punkt : Für einen Angreifer wie für
den Verteidiger (roter Pfeil: Standort der Kapelle von Schönenbuchen).
Vogelperspektiven-Erich-Meyer-Foto © Sammlung AG MINIFOSSI 2003
Der heute korrigierte Flussverlauf der Wiese täuscht über die
damals mäandrierenden Wasserläufe (blau) hinweg, welche
das Tal für den Personen- und Transportverkehr nur über
die schmalen Hochgestade-Pfade begehbar machte.Natürlich anstehende Gesteinsrippen (gelb), ließen kein
Ausweichen an den Flanken zu. So entspricht der
Standort der Kapelle (roter Pfeil) mit sehr hoher
Wahrscheinlichkeit auch dem tatsächlichen
Punkt der blutigen Schlacht von 1444.Auffallend die von den alten Flussmäandern wie auch vom
neuzeitlich korrigierten Flussverlauf "ausgelassene"
Terrassenfläche (orange)
Vogelperspektiven-Erich-Meyer-Foto © Sammlung AG MINIFOSSI 2003
Nur aus der Luft wirklich gut erkennbar: Ein schanzenartiger Korpus (gelb),
ein deutlich anthropogen überformtes Hochgestade der Wiese - schiebt
sich auffallend weit in das Gelände und verengt den hier bereits von
Natur aus bestehende schmalen Durchgang (blau) von rund
30 Metern Breite. Dieser wird im Osten und Westen
durch mehrere Felsrippen (grün) scharf abgegrenzt,
die unmittelbar bis in die Talaue hineinreichen:Ein perfekter Standort, um den Feind zu erwarten und direkt vor und am
"verletzten" Engpaß (blau) - lediglich 30 Meter breit - zu stellen und von
den höher gelegenen Geländepunkten - ohne große eigene Verluste
- vernichtend zu schlagen.Auffällig auch, dass sich die terrassierte Oberfläche mit einer deutlich
abweichenden Vegetationsstruktur (orange) noch weiter gegen den
Hang hin fortsetzt - also ursprünglich in den talseitigen Hangbereich
hineinlief - eine ideal geschützte Angriffs- und Rückzugs-
möglichkeit für die Verteidiger.Die aktuellen Luftaufnahmen bestätigen nunmehr aber auch die auf
Gemälde dokumentierte Gelände-Position der Schwarzwälder
Bauern, die von den Anhöhen "Krähenfüße" auf die berittenen
Angreifer werfen - und damit unter Reiter und Pferden eine
Panik auslösen....
Fotos © Werner Störk 2004
Die gefürchteten Krähenfüße, gelegentlich auch Fußangeln oder
Wurfeisen benannt - so wie sie auch in der blutigen Schlacht von
Schönenbuchen (1444) zum massiven Einsatz kamen.- Exponate in der Kaiserlichen Hofjagd- und Rüstkammer Wien - .. Hier haben Sie einen schnellen Zugriff auf weitere Sonderseiten zum Thema Schanzen
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©ES&WS-2007