Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Schanzen- und Wallgraben-Systeme zwischen Schopfheim und Fahrnau: 
 Weitere Erkundungen im hinteren Krattental
 
Archäologische Spuren einer Sternschanze
 
Im  Krattental befindet sich eine große Areal mit auffälligen Landmarken, die z. T. sogar miteinander verbunden sind. Es handelt sich hierbei wohl
überwiegend um die Spuren von Abbauversuchen des hier anstehenden Buntsandsteines . Eine nachträgliche Nutzung oder eine Überformung
ist wahrscheinlich. Wir interpretieren die Strukturen mehrheitlich als Abbauspuren. Wobei eine militärische Nutzung - Einbindung als Rückzugs-
raum und/oder Lagerplatz  nicht ausgeschlossen werden kann.  Ebensowenig wie eine Nutzung in unfriedlichen Zeiten durch die einheimische
Bevölkerung als abseits gelegenen Schutzraum für Mensch und Vieh. Die Reste einer Sternschanze deuten jedoch daraufhin, dass auch in diesem
Teil militärische Defensivanlagen errichtet wurden - wohl auch zum Schutz der historischen Wegverbinung von Fahrnau nach Kürnberg - Gersbach -
Hasel.
 
Auf den Spuren des legendären Türkenlouis
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Foto © Werner Störk 2003
In Rahmen der von der Friedrich-Ebert-Schule alljährlich veranstalteten
Projekttage bot sich nun eine willkommene Gelegenheit, mit einem 
größeren Team das Gebiet gründlich zu durchstreifen und alle Spuren
auch messtechnisch zu sichern. Betreut von Oberlehrer Rudi Steiger
(2. von rechts) als entscheidendem „Tippgeber“ und dem Projektleiter
der AG Minifossi, Werner Störk, suchten und fanden aus allen Klassen-
stufen stammenden Schülerinnen und Schüler als „Mobiles-FES-Ver-
messungsteam“ auch schnell die Unterstützung durch den Kürnberger 
Ortsvorsteher Siegfried Schmidt, einem profunden Kenner der Ortsge-
schichte. Die gemeinsame Geländebegehung legte nun die Basis für 
die abschließenden Forschungsergebnisse:
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Foto © Werner Störk 2003
Erste Behungsversuche im Zielgebiet ...
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Foto © Werner Störk 2003
Der gesamten Bereich bis Raitbach im Norden und dem vorderen
Krattental im Osten galt bei den Minifossis bereits „unter Dach und
Fach“, als sie von Oberlehrer Rudi Steiger, einem passionierten 
Heimatkenner und begeistertem Wanderer, den entscheidenden 
Tipp auf „eigenartige Geländeformen“ im hinteren Krattental erhiel-
ten. Sofort nahmen die Friedrich-Ebert-Schüler diese „heiße Spur“
auf und erkundeten in vier Geländeexkursionen das gesamte Areal.
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Foto © Werner Störk 2003
Dabei war eine genaue Analyse zunächst äußerst schwierig:
In diesem Bereich wurde auch der feinkörnige und daher als 
Werkstoff sehr gesuchte Buntsandstein gebrochen. So wurden
Kürnberger Sandsteinblöcke auch für die Renovierungsarbeiten
am Basler Münster verwendet. Die historischen Wurzeln für diesen
Sandsteinabbau verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Das 
anfallende Bruchsteinmaterial wurden mit Loren großflächig auf
mächtige Halden gelagert. Diese erinnern bis heute an die über
lange Zeit ausgeübte Steinbruch- und Steinmetzarbeiten. Zeit-
zeugen bestätigen, dass selbst noch nach 1945 einzelne Ge-
winnungsversuche für Fensterstürze, Schleifsteine und Schütt-
steinbecken unternommen wurden. Die starken Eingriffe des
Menschen in die ursprüngliche Landschaftsform und deren deut-
liche Überformung erschwerten daher zunächst eine klare Zu-
weisung der bereits entdeckten Spuren von Defensivanlagen.
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Foto © Werner Störk 2003
... was das wohl früher war?
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Foto © Werner Störk 2003
Eine der drei wichtigsten Verkehrsverbindungen in den Südschwarz-
wald führte im 17. Jahrhundert von Hasel kommend über Fahrnau
und den langgestreckten Rücken des Langenfirst nach Raitbach
Von dort aus ging der Weg weiter über Schlechtbach, Gersbach, 
Todtmoos nach St. Blasien: Nicht nur für die ungezählten Basler 
Wallfahrer eine bekannte Route, sondern auch für potentielle mili-
tärische Angreifer wie Ludwig XIV., dem „Sonnengott“ Frankreichs. 
Gemeinsam mit seinen Generälen liebäugelte er mit der Möglichkeit, 
hier vom Westen kommend, entweder über den Maiberg-Paß bei 
Hausen oder von Süden her durch das Wiesental direkt über den
Langenfirst durchzubrechen - gedeckt durch seine mächtige 
Festung Hüningen.
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Foto © Werner Störk 2003
Deshalb gehörte der Langenfirst zu einem der am stärksten befestigten 
Verteidigungspunkte in unserem Raum: Massive Wallstaffel mit vielen 
Gräben sollten den Feind aufhalten, dessen Vormarsch verzögern und
den Durchbruch verhindern.  Vier Schanzen schützten diese Anlagen 
und boten Schutz für die Verteidiger. Alle diese Defensivanlagen wurden
von der AG Minifossi im Laufe dieses Jahres zugeordnet, vermessen, 
fotografiert und archiviert.
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Foto © Werner Störk 2003
Die ersten Meßteams sind im Einsatz - kein
leichtes Gelände!
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Foto © Werner Störk 2003
So wurde auch das hintere Krattental speziell gesichert: Obwohl durch
die Abraumhalden bereits zu einem Dritten verschüttet, liegt im Wald
eine Sternschanze, deren  drei großen Sternecken - mit je acht Metern
Seitenlänge  - ausserordentlich gut erhalten sind. Östlich von ihr befindet
sich eine weitere Schanze in Form einer Redoute (Viereckschanze). 
Sie ist noch gut erkennbar, obwohl auch hier Haldenrutschungen und 
Aufschüttungen das ursprüngliche Profil bereits überlagern. Zusammen
mit der ebenfalls erst kürzlich entdeckten Talschanze direkt an der Um-
gehungsstraße südlich des Schlierbaches sicherten also insgesamt fünf 
Schanzen den Zugang zum Krattental und schützen so Raitbach und 
Kürnberg. Alle erfaßten Daten sind bereits an das Landesdenkmalamt
Freiburg weitergeleitet worden und dienen der AG Minifossi als Daten-
basis für digital gesteuerte Fräsungen von maßstabsgetreuen Schanzen-
Modellen für ihre Ausstellung im Städtischen Museum Schopfheim, die 
im Jahre 2005, zum 350. Todestag des Markgrafen Ludwig Wilhelm 
von Baden, geplant ist.
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Foto © Werner Störk 2003
Alle Meßpunkte werden aufgezeichnet und durchlaufen
ein genaues Controlling im Team.
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Foto © Werner Störk 2003
Bezugspunkte suchen für die Meßpunkte...
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Foto © Werner Störk 2003
... und dann geht´s los!
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Foto © Werner Störk 2003
Vermutlich waren hier wohl Bergziegen das
Vorbild ...
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Foto © Werner Störk 2003
Und noch eine Terrassierung ...
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Foto © Werner Störk 2003
... das Gelände ist für ein Vermessungspraktikum
geradezu ideal.
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Foto © Werner Störk 2003
Ein Wall oder nur eine "normale" Aufschüttungsfläche?
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Foto © Werner Störk 2003
Nein - es ist ein Wall: Die Wallkrone ist erkennbar
verfestigt - aber mit welchem Ziel?
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Foto © Werner Störk 2003
Hier bricht die terrassierte Fläche - vermutlich das
abgelagerte Bruch- und Schuttmaterial des 
Sandsteinbruches - deutlich und steil im
Bodenprofil ab.
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Foto © Werner Störk 2003
Die große Terrasse im östlichen Teil der Anlage
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Foto © Werner Störk 2003
Freier Blick auf Kürnberg (SE).
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Foto © Werner Störk 2003
Der auffallende Wallkörper im Süden der Anlage.
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Foto © Werner Störk 2003
Vor einer auffallend eingeebneten Fläche,
die uns stark an eine Glacis erinnert, fällt
das Gelände steil ab.
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Foto © Werner Störk 2003
Die topographische Sprungkante.
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Foto © Werner Störk 2003
Gemeinsames Beraten ... 
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Foto © Werner Störk 2003
Blick nach NE ...
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Foto © Werner Störk 2003
und in gerader Linie zu den anderen 
Schanzen im Osten.
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Foto © Werner Störk 2003
Blick in Richtung Kürnberg.
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Foto © Werner Störk 2003
Eine weitere Terrassierung ...
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Foto © Werner Störk 2003
... die im Süden steil in den Graben abbricht.
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Foto © Werner Störk 2003
Die östliche Terrasse - beeindruckt durch ihre Maße.
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Foto © Werner Störk 2003
Das Laser-Vermessungsteam bei der Arbeit ...
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Foto © Werner Störk 2003
Selbstgebaute Anvisierscheibe mit Zielkreuz - gerade im 
Wald und unübersichtlichem Gelände eine wertvolle Hilfe.
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Foto © Werner Störk 2003
Blick nach Süden ....
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Foto © Werner Störk 2003
... auffällig die große Wallstruktur.
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Foto © Werner Störk 2003
Östlicher Wallausläufer, durch einen Zugangsweg
zum Steinbruchgelände durchschnitten.
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Foto © Werner Störk 2003
Selbst 40 Meter wirken auf einem solchen Foto
eher "flach" ...
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Foto © Werner Störk 2003
... alte Bekannte ...
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Foto © Werner Störk 2003
"Gruppenbild mit Dame" - zur Erinnerung an drei muskelbildende,
arbeitsreiche, aber auch sehr lustige Projekttage: Das „Mobile- FES-
Vermessungsteam“ der Friedrich-Ebert-Schule, das die 
Anlagen im
Krattental untersuchte und meßtechnisch 
dokumentierte. Begleitet
wurden sie von Oberlehrer Rudi Steiger
(vierter von links), der den e
ntscheidenen Tipp für dieses Zielgebiet gab.
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Foto © Werner Störk 2003
Erst im Rahmen der Projekttage und bei früher Morgensonne
erkannten wir diese "Hügel" richtig ...
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Foto © Werner Störk 2003
... und wenn wir in Richtung Osten blicken, fiel uns 
diese eigenartige Linie zum ersten Mal auf ...
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Foto © Werner Störk 2003
...  und offenbarte uns ihren ursprünglichen Charakter.
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Fotos © Werner Störk 2003
Es handelt sich hier um eine vorgelagerte Posten, 
der vor einem "Stern" liegt und in Richtung Süden -
der möglichen Angriffsseite weist.
Legende: 
Roter Pfeil  =  1-Meter-Maßstab
Orange = Bastionskörper 
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Fotos © Werner Störk 2003
Die gesamte Anlage ähnelt sehr an eine Lunette -
vergleichbar mit der Anlage auf dem Gleichen.
Legende: 
Roter Pfeil  =  1-Meter-Maßstab
Orange = Oberkante Wallkörper + Wall-Verlaufslinie
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Fotos © Werner Störk 2003
Die geometrische Struktur ist bei genauem Hinsehen
auch heute noch gut nachvollziehbar.
Legende: 
Orange = Oberkante Wallkörper + Wall-Verlaufslinie
Rechts: 1-Meter-Maßstab
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Fotos © Werner Störk 2003
Teilnehmer der Projekttage markieren mit ihrem Standort
die Zacken-Eckpunkte eines "Sternes".
Legende: 
Orange = Oberkante Sternkörper + Sternform-Verlaufslinie
Gelb =  Unterkante Sternkörper
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Fotos © Werner Störk 2003
Somit wurde auch das hintere Krattental speziell gesichert: Obwohl durch
die Abraumhalden bereits zu einem Dritten verschüttet, liegt im Wald eine 
Sternschanze, deren  drei großen Sternecken - mit je acht Metern Seiten-
länge  - ausserordentlich gut erhalten sind.
Legende: 
Orange = Stern-Kantenverlauf im W.
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