Nördlingen. Die Stadt
gehörte von 898, zu welcher Zeit sie zuerst genannt wird, bis 1215
zum Hochstift Regensburg,
ward dann vom Kaiser Friedrich
II. für das Reich erworben und blieb reichsunmittelbar, obgleich sie
von 1250 bis ins
14. Jahrh. an die Grafen
von Öttingen verpfändet war. 1347 trat sie dem Schwäbischen
Städtebund bei und wußte,
1373 von Karl IV. an den
Herzog Otto von Bayern verpfändet, ihre Reichsfreiheit durch Teilnahme
am Städtekrieg
(1377) zu wahren. Obwohl
N. 1529 den Protest der Evangelischen zu Speier mit unterzeichnete, hielt
es sich doch
von dem Schmalkaldischen
Bund fern, und wenn es auch 1546 dem Kaiser seine Thore verschloß,
so vermied es
doch jeden ernstlichen Widerstand.
1634 ward die Stadt von den Kaiserlichen belagert, und der Versuch der
Schweden, sie zu entsetzen,
führte zu der Schlacht bei N. Die Kaiserlichen, 30,000 Mann stark,
standen unter
dem Oberbefehl des Königs
von Ungarn; neben ihm befehligten Gallas, Piccolomini, Joh. v. Weerth u.
a. Die
Schweden, 24,000 Mann, wurden
von Herzog Bernhard von Weimar und Horn befehligt. Letzterer wollte erst
die
Ankunft von Verstärkungen
abwarten. Bernhard aber riß ihn schon 5. Sept. 1634 zu einem Angriff
auf die Kaiser-
lichen fort. Zwei Tage,
5. und 6. Sept., dauerte der erbitterte, mörderische Kampf, bis endlich
die Schweden nach
furchtbaren Verlusten (12,000
Tote und Verwundeten, 6000 Gefangene und alles Geschütz) zurückgeschlagen
wurden. Horn wurde gefangen,
Bernhard verwundet. Das übergewicht der Schweden war gebrochen, ganz
Süd-
deutschland in der Hand
der Kaiserlichen. Die weitern Folgen der Schlacht waren der Anschluß
der Schweden an
Frankreich und der Prager
Friede Sachsens und andrer Reichsstände mit dem Kaiser. (Vgl. Fuchs,
Die Schlacht
bei N., Weim. 1868; Fraas,
Die Nördlinger Schlacht, Nördling. 1869; Weinitz, Des Diego de
Aedo Schilderung der
Schlacht bei N., Straßb.
1884) Auch die Schlacht bei Allersheim (3. Aug. 1645), welches östlich
von N. liegt, wird
zuweilen nach N. benannt.
1647 ward die Stadt wieder von den Bayern beschossen und zum Teil in Asche
gelegt.
1803 verlor N. seine Reichsfreiheit
und kam mit seinem Gebiet an Bayern. |