Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach

Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Montangeschichte Vorderösterreichs und der Vorlande
Das Silberbergwerk in Schwaz (Tirol)
Glück auf Schwaz -  aller Bergwerk Mutter
Von Schinern, Knappen, Fuggern und der Wasserkunst
 
..:
Karte © Petra Schön & Max Leinbach & Axel Bensch 1978
Vorderösterreich - ein territorialer "Flickerl- und Flecklteppich"
..
Unsere Region gehört einst zu Vorderösterreich, das oft auch als "die Vorlande" 
bezeichnet wurde. Wir haben hier drei Texte herausgesucht, in der sich der 
interessierter Leser über jenes Vorderösterreich informieren kann: 
Vorderösterreich und die Vorlande
Für den schneller Leser:
Die "Schwanzfeder des Kaiseradlers": die ehemaligen südwestdeutschen Länder der
Habsburger, die seit Rudolf von Habsburg im 13. Jahrhundert für Habsburg erworben
wurden. Jahrhundertelang wurden diese Gebiete als Vorlande von Innsbruck/Tirol aus
regiert. 1753 wurden die habsburger Territorien als eigene Provinz "Vorderösterreich"
zusammengefaßt; Zentrum war Freiburg. - 1805 kam Vorderösterreich an das neu 
gebildete Großherzogtum Baden und an das Königreich Württemberg. Zu den z. T.
verstreuten Gebieten Vorderösterreichs gehörten der Breisgau um Freiburg, die 
Ortenau um Offenburg, Hohenberg um Rottenburg, Radolfzell, Nellenburg, Tettnang, 
Säckingen, Villingen, Ehingen u.a. 
Quelle : http://www.s-line.de/homepages/ebener/V.htm
...
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
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Für den, der sich mehr Zeit nehmen will und kann ...
Vorderösterreich (auch Vorlande), Bezeichnung für die Besitzungen der Habsburger
im Westen des Reichs: in der Schweiz (unter anderem Aargau, Thurgau, Zürichgau),
in Schwaben und im Elsass (Sundgau). 1368 unterstellte sich Freiburg im Breisgau 
den Habsburgern und wurde zum politischen und geistigen Mittelpunkt von Vorder-
österreich. Nur lose mit Vorderösterreich verbunden waren die Landvogteien im 
Unterelsass und der Ortenau und seit 1572 die schwäbischen Herrschaften (Burgau,
Hohenberg, Nellenburg, Tettnang und die oberschwäbische Landvogtei); vorüber-
gehend (1752-82) gehörte auch Vorarlberg zu Vorderösterreich. Die Schweizer 
Stammbesitzungen der Habsburger ("Vorlande") gingen bereits früh verloren: nach
den Niederlagen der habsburgischen Herzöge am Morgarten (Leopold I., 1315), 
bei Sempach (Leopold III., 1386) und bei Näfels (Albrecht III., 1388). 1415 verloren
sie infolge der Ächtung Herzog Friedrichs IV. den Aargau, 1458 Rapperswil, 1460
den Thurgau, 1467 Winterthur. Mit dem Erwerb von Tirol und schließlich ganz 
Vorarlberg hatten die Habsburger die Territorialverbindung Österreichs mit Vorder-
österreich erreicht. Als der eigentliche Begründer Vorderösterreichs gilt Leopold III.
durch den Neuberger Teilungsvertrag (1379). 1490 wurde die vorländische
Regierung mit dem Sitz in Ensisheim (Elsass) der von Maximilian I. geschaffenen 
Zentralverwaltung für Tirol und die Vorlande (Sitz in Innsbruck) unterstellt; ab 1651 
war Freiburg im Breisgau Regierungssitz von Vorderösterreich. Im Westfälischen
Frieden 1648 mussten die Habsburger ihre Besitzungen im Elsass an Frankreich
abtreten, im Pressburger Frieden 1805 (endgültig 1815) alle übrigen Gebiete von 
Vorderösterreich an Baden, Württemberg und Bayern. Auf dem Wiener Kongress
1815 verhandelte man darüber, ob Österreich für den vorgesehenen Verzicht auf
Salzburg den Breisgau (im "Einklang mit den Wünschen der dortigen Bevölkerung")
erhalten sollte. Doch scheiterten diese Pläne; der Breisgau kam endgültig an Baden, 
die linksrheinische Pfalz an Bayern; dafür erhielt Österreich den größten Teil von 
Salzburg.
Quelle: http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.v/v931899.htm
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
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Und für den, der es genau wissen will ...
Vorderösterreich (Entnommen einer Zusammenfassung von Franz Quarthal,
http://www.snl.ch/dhs/externe/protect/textes/D7351.html
Der Name V. bezeichnet unterschiedl. hist.-geogr. Räume. Er wird häufig 
synonym mit "habsburg. Vorlande" verwendet, um die Gesamtheit der 
habsburg. Besitzungen westl. des Arlbergs und des Fernpasses unter 
Einschluss der schweiz., schwäb., breisgau. und elsäss. Herrschaften
im Gegensatz zu den inner-, nieder- und oberösterr. (tirol.) habsburg. 
Ländern zu benennen. Im Elsass, Sundgau und in der Nordschweiz
umfassten diese Länder den ältesten habsburg. Hausbesitz (von Habsburg),
ergänzt um das Lenzburger und Kyburger Erbe (1264); im Breisgau, auf
dem Schwarzwald und in Schwaben handelt es sich um jüngere 
Erwerbungen. Das Habsburgische Urbar (um 1303) gibt einen Überblick 
über die habsburg. Besitzungen in den Vorlanden. Zugewinnen im Breisgau
und in Schwaben (1301 Burgau, 1330 Rheinfelden und Schaffhausen, 
1331 Breisach und Neuenburg am Rhein, 1368 Freiburg i.Br., 1381 
Hohenberg u.a.) standen gleichzeitige Verluste im Gebiet der Eidgenossen
gegenüber, so dass der Schwerpunkt der Vorlande nördl. von Bodensee
und Hochrhein zu liegen kam. 
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
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Mit der Ächtung Hzg. Friedrichs IV. von Habsburg auf dem Konstanzer Konzil
1415 brach die habsburg. Machtstellung westl. des Arlbergs bis auf das 
verpfändete Elsass fast völlig zusammen. Die Eidgenossen besetzten den
Aargau und eroberten mit Baden und der Feste Stein den Regierungssitz 
und das Archiv der vorländ. Verwaltung. Die breisgau. und schwäbischen
Herrschaften konnte Friedrich IV. bis 1439 zurückgewinnen, dagegen gingen
im Süden Freiburg im Üechtland (1452), Rapperswil (1458) und der Thurgau
(1460) verloren, während wiederum der Erwerb von Bregenz (1451) und der
Landgrafschaft Nellenburg (1465) Habsburgs Position in Schwaben stärkte.
Der Verlust auf dem Gebiet der Eidgenossenschaft und der endgültige 
Frontenwechsel Zürichs nach dem Alten Zürichkrieg (1450) hatte Folgen. 
Nach 1415 verlegten die Habsburger den zentralen Verwaltungssitz von 
Baden im Aargau nach Ensisheim im Elsass. Alle vorländ. Besitzungen 
wurden Tirol zugeordnet, ledigl. in Ensisheim wurde eine eigene, Innsbruck 
untergeordnete vorderösterr. Regierung eingerichtet. 1444 wurden die Lande
"enhalb des Arl und Fern" erstmals als "obere vordere österr. Lande" benannt. 
Vom 15. bis 17. Jh. bezeichnete V. aber nur die Gebiete, die unmittelbar unter
der "vorderösterr." Regierung in Ensisheim standen, d.h. die vier Lande Elsass, 
Sundgau, Breisgau und Schwarzwald, die vier Waldstädte Waldshut, Laufenburg,
Säckingen und Rheinfelden sowie Villingen und Bräunlingen am östl. Rand des
Schwarzwalds. Nach dem Verlust des linksrhein. Gebiets im Westfälischen 
Frieden (1648) und dem Neuaufbau der Regierung in Freiburg i.Br. beschränkte
sich V. auf die bisherigen rechtsrhein. Gebiete. Zu einem geschlossenen Land
ist V. auf Grund seiner territorialen Zersplitterung und wegen des Fehlens einer 
Residenz nicht geworden. Infolge des dreimaligen Entzugs der Königswürde nach
dem Tod Kg. Rudolfs von Habsburg 1291, der Ermordung Kg. Albrechts I. 1308 
und der Doppelwahl Friedrichs des Schönen und Ludwigs des Bayern 1314 gelang
es nicht, habsburg. Hausgut und Reichsbesitzungen zu verschmelzen. 
Die Vorlande waren neben Tirol das Gebiet, in dem die Kämpfe mit den Eidgenossen
am heftigsten ausgetragen wurden. In der Schlacht von Sempach 1386 (Sempacher-
krieg) hatte der vorländ. Adel nahezu in jeder Fam. Gefallene zu beklagen. Der schwäb. 
und der breisgau.-elsäss. Adel sahen in den Eidgenossen nicht nur einen militär., 
sondern auch eine sozialen Gegner und drängten die Habsburger mehrfach zu militär. 
Auseinandersetzungen. Der Mülhauser- und der Waldshuterkrieg wurden von vorländ.
Adligen provoziert. Als Herren der Vorlande führten die Ehzg. Albrecht VI. (1418-63) 
und Sigismund (1427-96) von Habsburg heftige Auseinandersetzungen mit den Eid-
genossen um die Rückgabe verloren gegangener Besitzungen, bis Sigismund in der
Ewigen Richtung (1474) den Weg zu einer friedl. Regelung bahnte. Sigismunds Ver-
pfändung V.s an das Herzogtum Burgund im Vertrag von Saint-Omer 1469 hätte fast
den Verlust der Besitzungen bedeutet, konnte jedoch 1474 rückgängig gemacht werden. 
Ebenso bedrohl. war der Verkauf der gesamten Vorlande durch Sigismund 1487 an
die Hzg. von Bayern, worauf ihn Kg. Maximilian I. mit Hilfe der Tiroler und der vorländ.
Stände zum Rücktritt zwang und die Herrschaft selbst übernahm. 
Ein Teil des vorderösterr. Adels schloss sich der Reformation an, doch nach dem 
Dreißigjährigen Krieg war V., auch wegen der Tätigkeit der Jesuiten, die in Konstanz,
Rottweil, Rottenburg und Molsheim Kollegien errichteten und die Univ. Freiburg i.Br. 
übernahmen, ein geschlossen kath. Territorium. Vom Dreißigjährigen Krieg war V. 
nachhaltig betroffen: Es verlor nahezu ein Drittel seiner Bevölkerung. Nach der 
Einnahme wesentl. Teile des Elsasses floh die Ensisheimer Regierung 1633 nach
Breisach und stellte 1638, nach der Einnahme Breisachs durch den prot. Feldherrn
Hzg. Bernhard von Sachsen-Weimar, ihre Tätigkeit ganz ein. Im Westfäl. Frieden 
mussten die linksrhein. Besitzungen, die im Oñate-Vertrag 1617 der span. Linie 
der Habsburger übergeben worden waren, gegen den Widerstand Tirols an 
Frankreich abgetreten werden.
In der 2. Hälfte des 15. Jh. bildeten sich festere Strukturen in den Vorlanden aus. 
Nach vergebl. Versuchen zu Ende des 14. Jh., den Aargau miteinzubeziehen, 
gelang es Ehzg. Albrecht VI., die Prälaten, den Adel und die Städte zu Land-
ständen zusammenzuschliessen; diese tagten in Ensisheim oder Freiburg i.Br.
In Schwäb.-Österreich und in Vorarlberg entstanden um 1480 ebenfalls Land-
stände, allerdings ohne Adel und Prälaten. Die Regierung in Ensisheim wurde
1510 von Maximilian I. zur Regierung und Kammer mit einem Landvogt, Kanzler 
und mehreren Regierungs- und Kammerräten erweitert. Nach 1648 wurden 
Regierung und Kammer in Freiburg i.Br. neu gebildet. Bereits 1457 hatte Albrecht 
VI. hier eine Univ. gegr., die zum geistigen Zentrum V.s wurde.
1753 löste die österr. Herrscherin Maria Theresia die vorländ. Besitzungen von
der verwaltungsmässigen Unterstellung unter die Tiroler Regierung und bildete
eine neue eigene Provinz V. Um 1800 umfasste V. den Breisgau mit den Herr-
schaften Hauenstein, Laufenburg, Rheinfelden (mit dem Schaffneiamt Frick), 
Triberg, Kastel- und Schwarzenberg, Kürnberg und Bräunlingen, die Ortenau
(seit 1771) sowie die schwäb.-österr. Oberämter der Markgrafschaft Burgau, 
der Landvogtei Schwaben, der Landgrafschaft Nellenburg und der Grafschaft 
Hohenberg. Ferner zählten dazu die Stadt Konstanz, die Reichsgrafschaft 
Tettnang (nach dem Aussterben der Gf. von Montfort 1780) mit Argen, 
Schomburg und Wasserburg (1755-1805 habsburg.) und die beiden Vogteien
Altnau und Eggen im Thurgau. Bis 1782 war Vorarlberg mit den Herrschaften 
Bregenz, Hohenegg und Hohenems, der Herrschaft Feldkirch und der Herrschaft
Bludenz und Sonnenberg der vorderösterr. Regierung unterstellt; danach wurde
es dem Gubernium in Tirol zugeordnet. 1782 wurde die linksrhein. in der Pfalz 
gelegene Reichsgrafschaft Falkenstein, der letzte 1735 verbliebene Teil des 
lothring. Hausgutes Ks. Franz Stephans von Lothringen, V. zugeordnet. Sitz 
der vorderösterr. Regierung war 1753-59 Konstanz, 1759-1803 Freiburg i.Br. 
Im Frieden von Campoformio (1797) und erneut im Frieden von Lunéville (1801) 
wurde die Abtretung des Breisgaus und der Ortenau an den Hzg. von Modena
beschlossen, aber erst 1803 endgültig vollzogen. Im gleichen Jahr wurde in 
Freiburg eine breisgau.-modenesische Regierung eingerichtet, die restl. 
schwäb. Besitzungen der Habsburger - die Oberämter Günzburg, Stockach,
Altdorf, Rottenburg, Tettnang mit den Städten Konstanz und Lindau - zur 
Provinz Schwäb.-Österreich mit dem Regierungssitz in Günzburg zusam-
mengefasst. Das Fricktal wurde der Schweiz 1803 einverleibt. Im Frieden
von Pressburg (1805) wurden sämtl. Herrschaften an die neuen dt. Mittel-
staaten Baden (D) , Württemberg und Bayern abgetreten. Restitutionsver-
suche auf dem Wiener Kongress 1814-15, die von zahlreichen Kräften in 
Süddeutschland unterstützt wurden, scheiterten am Widerstand der
österr. Militärpartei.
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Webdesign © Werner Störk 2003
Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
 
Schwaz in Tirol - 
"Aller Bergwerk Mutter"
Schwaz (Tirol, Österreich)  hatte wegen seiner reichen Silber- und Kupfererz-
Vorkommen im 15. Jh. überregionale Bedeutung erlangt und nahm im Berg-
bau eine Spitzenposition ein. 
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
Aus Schwaz kamen auch die Markscheider, die Schiner, in unsere vorder-
österreichischen Bergbaugebiete im Südschwarzwald. In Todtnau und Todt-
nauberg sind sie auch urkundlich nachgewiesen. Sie brachten als Exporteure
das hohen technischen Schwazer Know-how ihr Wissen im Auftrage des 
Kaisers auch in unseren Bergbau ein - siehe: Der Schatzstein von Todtnauberg.
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Schatzstein von
Todtnauberg
Der Kreuzfelsen
von Todtnauberg

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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
Daher wurde Schwaz „Aller Bergwerk Mutter“ genannt. Maximilian I., der
1490 das Tiroler Landesfürstentum übernommen hatte, machte Schwaz 
zur finanziellen Basis seiner ehrgeizigen Unternehmungen. Durch den 
Zustrom von Bergleuten wuchs die Einwohnerzahl rasch, sodaß im 
Jahre 1510 dieses Dorf in Tirol nach Wien der einwohnerreichste Ort
Österreichs war.
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
In einer Krisenzeit des Bergbaus entstand das Schwazer Bergbuch, das in 
mehreren Abschriften überliefert ist. Es sollte dazu dienen, das Interesse des 
Landesfürsten für den Bergbau wieder zu wecken und dadurch wieder mehr 
Sicherheit zu erlangen. Es zeigt in kleinen Miniaturen die Technik, die
Arbeitsbedingungen und die Lebensweise der Bergleute am Beginn der
Neuzeit.
Das  Schwazer Bergbuch ist ein einmaliges historisches Dokument und 
stellt zudem auch ein Stück Buchgeschichte dar, das durch die große 
Anzahl der Miniaturen nicht zuletzt bei Kunstwissenschaftern großes 
Interesse hervorgerufen hat. Wegen ihrer Bedeutung als Quelle ersten
Ranges über den Schwazer Bergbau gilt die Handschrift als besonders
kostbares Juwel des europäischen Schrifttums. 
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
Mit seinen insgesamt 120 farbenprächtigen Miniaturen, die die historische
Aussage des Textes unterstützen und in manchem erst verständlich machen, 
ist das Schwazer Bergbuch darüber hinaus auch eine wichtige Bildquelle 
für die Realienkunde des 16. Jh.s. Es vermittelt in anschaulicher Weise den
Arbeitsalltag und das soziale Leben der damaligen Zeit. Außerdem gewährt
es einen umfassenden Einblick in die rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen
und kulturellen Verhältnisse des Bergbaus im 16. Jh.
Zur damaligen Zeit als "Weltwunder" bestaunt: Die große "Wasserkunst", die 
auch im Schwazer Bergbuch ihren Niederschlag fand (siehe nachfolgende 
Grafik).
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
 
Ungeklärt ist bis heute der Autor und der Illustrator des Buches. Erich Egg 
vermutet, daß es sich beim Autor um den Schwazer Berggerichtsschreiber 
Ludwig Lässl handeln könnte. Die Vermutung wird dadurch gestützt, daß in
diesem Werk sehr genaue Angaben und Kenntnisse der Entscheidungen 
des Schwazer Berggerichts aufscheinen. Beim Maler vermutet Egg, daß 
es sich eventuell um Jörg Kolber handeln könnte, weil er im Jahr 1549 für 
ein Bild mit der Darstellung der Stadt Schwaz von der Bergverwaltung ein
Honorar erhielt. Weitere Arbeiten sind von Kolber leider nicht überliefert.
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Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
 
Der Inhalt des Buches reicht von bergrechtlichen Bestimmungen, der 
Bedeutung des Bergbaus für den Landesfürsten, Tätigkeiten, Maßen
und Werkzeugen der Bergleute bis zu Gerichtsverfahren und Muster-
entscheidungen. Am Schluß des Buches sind doppelseitige Miniaturen 
der Tiroler Bergbaureviere abgebildet.
Quelle http://www.aeiou.at/aeiou.history.gtour.beginn/inhalt.htm
Quelle: http://www.finns-books.com/schwazg.htm
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Webdesign © Werner Störk 2003
Motiv aus dem "Schwazer Bergbuch"
Das Schwazer Silberbergwerk
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Ein Erlebnis der ganz besonderen Art - keinesfalls nicht nur für Montangeschichtler 
und Bergbauexperten - ist der Besuch im Schwazer Silberbergwerk - den wir Ihnen 
wärmstens ans Herz legen ... es ist immer ein lohnenswerter Abstecher.
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Webdesign Werner Störk 2003
© Silberbergwerk Schwaz
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Die Anfahrtswege sind sehr gut ausgeschildert und der Museumsshop erfreulich 
ohne die sonst anzutreffenden Ladenhüter oder Nippes-Utensilien: Fachliteratur, 
einheimische Mineralien, Kunst und sehr gutes Anschauungsmaterial zum und 
über den Schwazer Bergbau lassen den Interessierten gerne und lange verweilen.
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Fotos © Werner Störk 2003
 
Vor dem Stolleneingang eine Schutzkapelle mit zwei Loren als "Wachen" und 
daneben die Teilrekonstruktion eines Pochwerkes.
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Fotos © Werner Störk 2003
 
Wie so ein Pochwerk funktioniert und die groben erzführenden Gesteinsbrocken 
feinkörnig zerbrach, machen unsere Detailaufnahmen eines Pockwerkmodelles 
deutlich. Das Modell wurde in meisterlicher Handarbeit, mit viel Können und 
ebenso viel Liebe zum Detail, voll funktionstüchtig zusammengesetzt. Die Walze 
schiebt die Stempeldrücker in einem präzis gewählten zeitlichen Abstand nach 
oben, wo sie dann, ausgelöst und durch den freien Fall, den Stempel mit großer 
Kraft auf das unten eingebrachte Erzmaterial fallen lassen. Dabei wird das Gestein 
zertrümmert - und kann bei gezieltem Einsatz zu sehr feinkörniges Material führen. 
Dieses wird dann mit den ebenfalls rekonstruierten Gerätschaften weiter bearbeitet.
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Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Im Pochwerk wurde mittels der senkrecht stehend angeordneten 
Pochstempel (1), schweren Kanthölzern, oft an der Aufschlags-
stelle
auch mit eisernen Pochschuhe verstärkt, die Erzbrocken
 zu einer 
möglichst staubfeiner Körnung "gepocht" (zerkleinert).
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Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Pochwerk-Motiv aus AGRICOLA
Dabei wurde der Pochstempel. auch Schießer genannt, durch die 
Daumenwelle (2) angehoben, bis der "Daumen" den "Stempel" 
wieder freigab, der daraufhin mit großer Wucht auf das im
 offenen
Pochtrog (3) liegende Erzmaterial aufschlug und
es dabei zerschlug. 
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Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Pochwerk-Motiv aus AGRICOLA
Die Daumenwelle wurde durch ein oberschlächtig geführtes Aufschlag-
wasser (5) - wesentlich besserer Leistung als die anfänglich eingesetzte
"unterschlächtige" Wasserzuführung - über eine hölzernes Wasserrad
 (4) 
angetrieben. Über den Wasserauslauf (6) wurde das
Aufschlagwasser abgeleitet.
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Webdesign © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Pochwerk-Motiv aus AGRICOLA
Das feingestossene Erzmaterial wurde dann aus dem offenen Pochtrog
entnommen und entsprechend durch weitere Arbeitsgänge
 (Scheidebank, 
Erzklaubtisch, Erzwäsche, Waschherde) 
aufgeschlossen. 
Das Trockenpochen am offenen Pochtrog war mit einer hohen und auch
gesundheitlich schädigenden Staubentwicklung verbunden. Daher wurde
um 1500 das Naßpochverfahren eingeführt, wobei der Pochstempel nun
das Erz in einem wassergefüllten Pochtrog zertrümmerte.
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Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Detailansicht mit Stempel (1), "Daumen" (2), offenem Pochtrog (3) 
und Daumenwelle (4).
Alle Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Alle Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Die Führungen sind einerseits allgemein sehr verständlich, die Führer selbst ausgesprochene Experten, die gerne zusätzliche Fragen beantworten
und Details aus den Bereichen des Bergbaus und der Mineralogie, Tektonik und auch der 
Geomorphologie genauestens kennen.
Die Kombination aus dem offiziellen Führungsbereich und der gezielten Befragung ist immer ein Gewinn.
Ein besonderer Augenmerk gilt der besonderen mineralogischen Situation im Bergwerk. Einerseits das Fahlerz und andererseits die farbenprächtigen
Azurit- und Malachit-Sinterungen als Zeugen des reichen Kupfergehaltes. Die Bilder zeigen zwei ausgesuchte Exponate aus dem
Silberbergwerk Schwaz::
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Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003


Weiterführende Informationen über die
Mineralienwelt des Schwazer Silberbergwerkes

Alle Fotos © Werner Störk 2003
Sammlung AG MINIFOSSI 2002-2003
Originalmaße der  Malachit-Fahlerzstufe 12 x 10 x 8 cm und die Malachit-Azurit-Stufe misst 10 x 8 x 4 cm. Wir verdanken beide Stufen der freundlichen Aufnahme 
von uns "Vorderösterreichern" bei der Shop-Betreuung und den Grubenführern - für die wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken.
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Webdesign Werner Störk 2003
© Silberbergwerk Schwaz
 
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Direktlink zum 
Schwazer Silberbergwerk
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Doch zurück zur Besichtigung - die mit einer schnellen Grubenbahnfahrt die Besucher dorthin bringt, wo die Schwazer Bergknappen einst in mühsamer 
Handarbeit die Stollen vorantrieben. Ein beeindruckende Bild- und Ton-Installation bringt das geschichtliche Wissen verständlich und anschaulich 
zum Betrachter, der häufig vor Staunen einfach sprachlos ist ...
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Fotos © Werner Störk 2003
Nach rund 90 Minuten untertage bringt die Grubenbahn die  Besucher wieder ans Tageslicht und für viele endet damit ein sicherlich unvergessliches Erlebnis
und die hautnahe Begegnung mit einem wirklich beeindruckenden Stück Berg-bau-, österreichische Landes- und europäischer Montan-Geschichte..
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Fotos © Werner Störk 2003
Wir wünschen dem Schwazer Silberbergwerk, allen die da ein- und ausgehen, Über- und Untertage, ein besonders reichess Glück auff - und der stete Schutz  
der Heiligen St. Barbara - bewußt als Schutzpatronin der Bergleute auch aufder Heiligen St. Barbara - bewußt als Schutzpatronin der Bergleute auch auf der
 Glocke am Stollenmundloch - gegossen aus dem Erz des Silberberges.

Literaturempfehlungen:

Rudolf Palme, Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp (1993): Stollen, Schächte,
fahle Erze, Berenkamp-Verlag Schwaz

Rudolf Palme, Peter Gstrein, Wolfgang Ingenhaeff (2002): Glück auf! - 
Faszination Schwazer Silberbergwerk, Berenkamp-Verlag Schwaz


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