| Wald-Glas-Zentrum (Forest glass
center) |
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Gersbach ist mit keiner anderen Gemeinde in Baden-Württemberg
vergleichbar: Nirgendwo
sonst finden sich - in dieser Form kombiniert und auf relativ engem
Raum - noch so viele gut
sichtbare Zeugnisse der Köhlerei, des Bergbaus, der barocken Wehrschanzen
und der Wald-
glashütten. |
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Foto © Werner Störk 2006 |
| Mittelalterliche Glashütte |
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So verfügt Gersbach über derzeit acht nachgewiesene Standorte
von Glashütten des 14. - 17.
Jahrhunderts. Diese Glaswüstungen sind im Gelände noch gut
erkennbar und werden derzeit
intensiv erforscht. Die Ergebnisse finden Sie im Internet unter
http://www.jugendheim-gersbach.de/Jugendheim-Gersbach-Glashuetten.html
Die umfangreichen und z. T. einzigartigen Funde belegen eine über
mehrere Jahrhunderte be-
triebene Glasbläserkunst im Gersbacher Raum. |
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| Repro
Foto © Sammlung Werner Störk 2006 |
| Fragmente eines Glashafens mit Resten der
Glasschmelze |
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Dieses Wald-Glas-Zentrum wird das erste seiner Art in Baden-Württemberg
sein, das sich aus-
schließlich der besonderen Rolle des Waldglases widmet. Das Waldglas
lässt sich in vielen Tei-
len Europas nachweisen und unterstreicht dessen multikulturelle Bedeutung
für den gesamten
europäischen Kunst- und Handwerksraum. Auswanderer nahmen ihr
Wissen und ihre Fertigkeit
mit nach Amerika, wo daraufhin ebenfalls Waldglashütten ihren
Betrieb aufnahmen. Insofern
symbolisiert das Waldglas auch das nationen- und Kontinente verbindendes
Element eines über
Jahrhunderte lang praktizierten Gewerbes. |
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| Repro
Foto © Sammlung Werner Störk 2006 |
| Blaue Glasschmelze einer Gersbacher Glashütte |
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Im geplanten Wald-Glas-Zentrum (im Rathaus) gruppiert sich thematisch
daher alles um die Dar-
stellung der Geschichte des grünen Waldglases, seiner Produktion,
der Handelswege und der
Begleitgewerbe. Wertvolle Glasbeispiele werden in Form einer einzigartigen
Ausstellung den
Besucher informieren. Geplant sind auch praktische Vorführungen
des Glasblasens. Aber auch
Events wie ein Glasmarkt gehören zu dem umfassenden Konzept. Da
der Glasträgerweg "vor
der Haustüre" liegt, ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten,
die Geschichte des Schwarzwälder
Waldglases in vielfältiger Form zu erwandern und zu begreifen. |
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So
werden alle von der AG Minifossi für den Raum Gersbach nachgewiesenen
Oberlächenfunde sowie die daraus
zu
schließenden fachwissenschaftlichen Erkenntnisse über die Geschichte des
Waldglases im Raum Gersbach
im
Speziellen und generalisierend der im Südschwarzwald mit in die Planung
aufgenommen. Die Kooperation mit
der
Leader+ Planungsgruppe sowie dem
Förderverein Gerisbac laufen im Rahmen einer offiziellen KOOP zwisch-
en
unserer Schule und der Gemeinde Gersbach bzw. der zuständigen Gremien. |
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| Foto
© Sammlung Werner Störk 2006 |
16 Kilogramm schwerer Oberflächenfund
nach starken Aprilregen:
Reste des Glasofens mit der typischen Waldglas-Schmelze |
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Der Förderverein Gerisbac sucht für diese bedeutende Projekt
noch Förderer, Sponsoren und
Helfer, die dieses Wald-Glas-Zentrum finanziell, materiell und ideell
unterstützen möchten. Jede
Hilfe ist willkommen. Interessenten wenden sich an
http://www.jugendheim-gersbach.de/Gerisbac-Gersbach-Golddorf-Schwarzwald.html
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Auch das Wald-Glas-Zentrum wird durch EU-Fördermittel im Rahmen
des Leader-Plus-Programms
realisiert. |
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| Foto
© Sammlung Werner Störk 2006 |
| Krautstrunk aus Waldglas |
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Die Forschungsarbeiten der Minifossis über die historischen Glashütten
im
Raum Gersbach sicherten bereits in den vergangenen drei Jahren eine
re-
lativ hohe Zahl von Oberflächenfunden. Neben farbigen Glasschmelzen,
Hohlglasrelikten, Teilen von Glasöfen und Keramik (besonders wichtig
für
die Altersbestimmung), befanden sich bislang darunter jedoch keine
Frag-
mente von „Glashäfen“. Sie waren für die Glaser wichtige
Gefäße, denn in
ihnen wurden die Rohstoffe für die Glasgewinnung geschmolzen.
Die bislang
gemachten Funde erlaubten es bislang nicht, die großen Keramiktöpfe
aus
feinem Ton originalgetreu zu rekonstruieren. Dazu fehlten auch aussage-
kräftige Funde von Glasofenöffnungen, durch die die Glashäfen
geschoben
wurden - vor denen man wiederum zusätzlich auf die Größe
der Glashäfen
hätte schließen können. |
Die Minifossis sind deshalb über ihre neuen Funde besonders glücklich,
da
sie nun über die fehlenden Fundstücke verfügen und diese
erstmals die Ba-
sis für eine exakte Rekonstruktion legen. In enger Kooperation
mit den Ex-
perten vom Landesdenkmalamt und in Zusammenarbeit mit der Keramik-
werkstatt Neumann
"Die Schale" in Jestetten wurden die Planskizzen für
die 30 cm hohen und 40 cm breiten Keramiktöpfe entworfen. Die
rein ma-
nuelle Herstellung war eine handwerkliche Herausforderung und
es bedurfte
mehrere Versuche, bis die Glashäfen gebrannt werden konnten. Durch
die
finanzielle Förderung vom Freundeskreis der Friedrich-Ebert-Schule
konnten
sogar zwei Glashafen-Paare geschaffen werden: Je ein Paar mit glatten
und
mit rundem Hafenabschluss, so wie sie damals auch in den Glashütten
von
Gersbach zum Einsatz kamen. |
| Sammlung
AG
MINIFOSSI + Fotos © Werner Störk 2004 |
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| Originale Glashafen-Fragmente (Oberflächenfunde,
Gersbach) |
Die Auswertung der Funde und die Bewertung historischer Quellen lassen
weiterhin die Annahme zu, dass die erste Gersbacher Glashüttenperiode
wesentlich früher angesetzt werden muss, als bislang angenommen.
So
haben sich mit großer Wahrscheinlichkeit bereits im 14.
und 15. Jahr-
hundert die ersten Glaser angesiedelt. Eine zweite Glashütten-Expansion
erfolgte dann im 16. und 17. Jahrhundert: Denn auch der Buchenwald,
der
als wichtiger Rohstofflieferant für die Pottasche (Grundstoff
für die Glasher-
stellung) benötigte sehr lange Zeiträume, sich von den massiven
Eingriffen
der Glaser zu erholen und so nachzuwachsen, dass die neuen Glashütten
wieder genügend Buchen zur Gewinnung der Pottasche vorfanden. |
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