AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Werkrealschule
D- 79650 Schopfheim

Das Märchen vom scheinbar so bösen Wolf

Von bösen Wölfen

Wolfsangel, Wolfsanker, Wolfseisen und Wolfshaken - mehr davon? 

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Handgeschmiedet Wolfsangel Historische Fußangeln Wolfseisen Große Wolfsangel

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ZEITGENÖSSISCHE QUELLEN- UND BEGLEITMATERIALIEN
Einer unserer Arbeitsbereiche ist das Quellenstudium. Dies beinhaltet nicht nur das sorgfältige Lesen und 
Erschließen eines Textes, sondern berücksichtigt dabei auch die Tatsache, dass jeder Autor eines Textes
immer auch als ein Mensch seiner Zeit denkt und schreibt – und somit das wiedergibt, was ihn in seiner 
jeweils geltenden gesellschaftlich-politischen Schicht- und Sicht als „Zeitgenosse“ seiner Zeit geprägt hat. 
Diese „zeitgenössischen“ Aspekte fließen auch in scheinbar „sachlich-neutralen“ Artikel ein - wie sich sehr
gut auch in den Beiträgen in Meyers Konversationslexikon von 1888/89 nachweisen lassen. Wir haben 
deshalb eine Auswahl solcher Materialien zusammengestellt. 
Internetrecherchen sind bei unserer Projektarbeit ein wesentlicher Bestandteil. Dabei ist feststellbar, dass
die Schüler anfänglich wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Quellen wahr sind und in Wort 
und Bild den abgefragten Sachverhalt richtig darstellen. Hier setzt die pädagogisch-didaktisch-methodi-
sche Hinführung zu einer kritischen Reflektion, zum intensiven Vergleichen mehrerer Quellen an und führt
so zu einer wachsenden Medienkompetenz. 

Die nachfolgenden Artikel (mit einem *Stern gekennzeichnet) entstammen Meyers Konversationslexikon, 

Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1885 - 1892. 

Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte

Wolf Canis Lupus Lupus* 
Wolf (Canis Lupus L., ), Raubtier aus der Familie der Hunde (Canida) und der Gattung Hund (Canis L.), 
1,15 m lang, mit 45 cm langem Schwanz, etwa 85 cm hoch, mit hagerm Leib, mäßig großer, breiter, 
gestreckter, spitziger Schnauze, breiten, spitzen, aufrechten Ohren, meist etwas schief stehenden Au-
gen mit runder Pupille, ziemlich hohen, dürren Beinen, vorn fünf-, hinten vierzehigen Füßen, lang herab-
hängendem, langhaarigem Schwanz und einer Schwanzdrüse (Violdrüse). Der Pelz variiert in Haar-
wuchs und Färbung nach dem Klima und Aufenthaltsort. Er ist gewöhnlich fahl graugelb mit schwärzl-
icher Mischung, unterseits und an der Stirn heller, oft weißlichgrau, an der Schnauze gelblichgrau mit 
Schwarz gemischt, an den Wangen gelblich. Im Sommer ist die Färbung mehr rötlich, im Winter mehr 
gelblich, in nördlichen Ländern mehr ins Weiße geneigt, in südlichen mehr schwärzlich. Das Weibchen
ist schwächer gebaut, mit spitzerer Schnauze und dünnerm Schwanz. Gebirgswölfe sind meist groß 
und stark, die Wölfe der Ebene kleiner und schwächer, aber nicht weniger raublustig. In Ungarn unter-
scheidet man den kleinern rötlichgrauen Rohrwolf und den größern aschgrauen Waldwolf. Als sicheres
Unterscheidungsmerkmal zwischen W. und Hund gibt Altum an, daß die Nasenbeine am Schädel beim 
Hund kaum, beim W. dagegen stark die Oberkieferbeine überragend in die Stirnbeine hineintreten. Ge-
gen früher weit zurückgedrängt, findet sich der W. noch in fast ganz Europa, ist aber in Nord- und Mittel-
deutschland und in England gänzlich ausgerottet, dagegen in Ungarn, Galizien, Kroatien, Krain, Serbien,
Bosnien, Rumänien, Polen, Rußland, Skandinavien noch häufig. Er findet sich auch in den Atlasländern, 
in Nordost- und Mittelasien und in Nordamerika. Im Königreich Preußen wurden 1819 noch 1080 Stück
geschossen. Noch gegenwärtig verlaufen sich jährlich einzelne Wölfe aus Rußland, Frankreich und Bel-
gien nach Ost- und Westpreußen, Posen, den Rheinlanden und Oberschlesien. Der W. bewohnt nament-
lich dichte Wälder, in Mitteleuropa nur die der Hochgebirge, im Süden die Steppe, in Spanien auch Ge-
treidefelder, schweift weit umher, oft 6-10 Meilen in einer Nacht, lebt im Frühjahr und Sommer einzeln, 
zu zweien oder dreien, im Herbst in Familien, im Winter in mehr oder minder zahlreichen Meuten. Nur in
einsamen Wäldern zeigt er sich bei Tage, in bevölkertern Gegenden wird er meist erst in der Dämmerung
rege. Er ist ungemein blutdürstig, jagt Säugetiere, Vögel und allerlei Kleingetier, frißt aber auch Aas und
Pflanzenstoffe, namentlich Obst. Dem Wildstand wird er sehr gefährlich, im Herbst u. Winter nähert er 
sich den Ortschaften, durchläuft Dörfer und selbst Städte, überfällt das weidende Vieh, jagt namentlich 
auch Hunde und wagt sich in Meuten selbst an Pferde und Rinder. Dabei würgt er viel mehr, als er fres-
sen kann, und wird dadurch namentlich im Winter, wo ihm der Wald weniger bietet, zur Geißel für Hirten
und Jagdbesitzer. Er frißt auch seinesgleichen. Den Menschen vermeidet er soviel wie möglich; ein Weib 
oder Kind greift er wohl an, aber an den Mann gehen in der Regel nur vom Hunger gepeinigte Meuten, 
nicht leicht einzelne Wölfe. Er zeigt ebenso große List, Schlauheit und Frechheit wie der Fuchs, und die 
Meute jagt planmäßig, indem ein Teil derselben die Beute verfolgt, der andre ihr den Weg zu verlegen 
sucht. Solange er nicht Hunger fühlt, ist er feig und furchtsam; vom Hunger gestachelt, wird er aber mutig, 
tollkühn und trotzt dann jedem Schreckmittel. Bei den Nomadenvölkern ist der W. der schlimmste aller 
Feinde und kann unter Umständen die Viehzucht geradezu unmöglich machen. Ein einziger W. richtete
bei Schliersee und Tegernsee in neun Jahren einen Schaden von 8-10,000 Gulden an. Nach offiziellen, 
aber, wie Lasarewski nachweist, viel zu niedrigen Angaben werden von den Wölfen in Rußland jährlich 
180,000 Stück Großvieh und 560,000 Stück Kleinvieh (ohne Federvieh), im Gouvernement Kasan allein 
11,000 Gänse vernichtet. Über den Schaden, den der W. jährlich in Rußland verursacht, gibt eine Schrift
Lasarewskis (im Auftrag des Ministeriums des Innern, Petersb. 1877) Auskunft. Die Ranzzeit währt von
Ende Dezember bis Mitte Februar. Das Weibchen wirft nach einer Tragzeit von 63-64 Tagen an einem
geschützten Platz im Wald 3-9, gewöhnlich 4-6 Junge, welche 21 Tage blind bleiben, sich ganz wie jun-
ge Hunde benehmen, bei Gefahr von der Mutter verschleppt werden und im dritten Jahr fortpflanzungs-
fähig sind. Daß der W. seine Jungen auffrißt, wo er sie findet, scheint nur bedingungsweise richtig zu
sein, jedenfalls nehmen die ältern Wölfe sich ihrer an, nachdem sie die Wölfin ihnen zugeführt hat. Das
Alter, welches der W. erreicht, beträgt etwa 12-15 Jahre. Mit dem Hund erzeugt der W. fruchtbare Bas-
tarde, welche in der Regel mehr dem W. als dem Hund gleichen. Jung aufgezogene Wölfe werden sehr
zahm und zeigen große Anhänglichkeit an den Herrn. Man jagt den W. überall, um ihn zu vertilgen, aber
auch des Pelzes halber. Die meisten Wölfe werden gegenwärtig mit Strychnin getötet, indem man ein 
getötetes Schaf damit imprägniert und auf die bekannten Wechselstellen der Wölfe wirft. Die schönsten 
Felle kommen aus Schweden, Rußland, Polen, Frankreich und gelten um so mehr, je weißer sie sind. 
Die Haut wird auch gegerbt und zu Handschuhen, Pauken- und Trommelfellen benutzt. Das grobe
Fleisch, welches selbst der Hund verschmäht, essen Kalmücken und Tungusen. Den Alten war der W.
wohl bekannt, und schon damals sprach man von ungeheuerlichen oder gespenstischen Eigenschaften 
des Tiers. Dem Apollo waren W. und Rabe heilig. In der deutschen Mythologie werden dem Siegesgott 
zwei Wölfe und zwei Raben beigelegt, die als streitlustige, tapfere Tiere dem Kampfe folgen und sich 
auf die gefallenen Leichen stürzen. Loki verfolgte in Wolfsgestalt den Mond und drohte ihn zu verschlin-
gen. Verschiedene Teile des Wolfs galten als heilkräftig. Schuhe aus Wolfsfell lassen die Kinder zu tap-
fern Männern erwachsen. Gewöhnlich zeigt sich der W. der Sage diabolisch, bald falsch und boshaft, 
bald als ein Narr. Die Nacht und der Winter sind die Zeit des Wolfs; geächtete Verbrecher trugen nach
der Sage des Mittelalters ein caput lupinum. Der W. Ysengrin der Mythe besitzt viel von der diaboli-
schen Verschlagenheit des Fuchses. Bastardsöhne des mythischen Wolfs leben in der bürgerlichen 
Gesellschaft, behalten aber ihre Wolfsgewohnheiten bei (vgl. Werwolf). - Die Spur des Wolfs hat Ähn-
lichkeit mit der eines großem Hundes, unterscheidet sich jedoch von derselben dadurch, daß sie län-
ger ist, weil die beiden mittelsten Zehen merklich länger sind, auch dichter zusammenstehen als beim 
Hund. Außerdem schnürt der W. beim Traben genauer als dieser. Man erlegt ihn auf Treibjagen am 
sichersten, nachdem er vorher bei einer Neue fest eingespürt ist, und verlappt, wenn man Jagdzeug zur
Verfügung hat, den Distrikt, in welchem er steckt, da er die Lappen sehr gut respektiert. Außerdem 
wird er auf der Schießhütte, durch Luder angekirrt, geschossen, auch im Tellereisen sowie im Schwa-
nenhals und in Fallgruben gefangen.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte

Werwolf Wärwolf Mannwolf Loup-garou*
Werwolf (Wärwolf, "Mannwolf", franz. Loup-garou), nach weitverbreiteter Sage ein Mann, welcher Wolfs-
gestalt annimmt. Schon bei den alten Skythen fand sich der Glaube, daß einzelne Menschen sich allj-
ährlich auf einige Tage in einen Wolf verwandeln, und auch den Griechen war derselbe nicht fremd. S
pätere griechische Ärzte berichten von Lykanthropie, einer Art Wahnsinn, bei welcher der davon Ergrif-
fene des Nachts umherlief und wie ein Wolf heulte. Auch bei den Römern werden unter dem Namen V
ersipelles ("Wendehäuter") Leute erwähnt, welche sich in Wölfe verwandeln konnten, und im südöstlich-
en Asien wie in Afrika ist noch jetzt die Vorstellung allgemein, daß Menschen die Gestalt von Tigern, 
Löwen, Leoparden und Hyänen annehmen können. Im Mittelalter herrschte der Glaube an Werwölfe bei 
allen keltischen, slawischen, germanischen und romanischen Völkern, und noch gegenwärtig findet er
sich in verschiedenen Gegenden Südrußlands, in der Walachei und den Ländern der Südslawen, nur 
geht das Wesen des südslawischen Werwolfs ganz in das des   Vampirs (s. d.) über. Nach den ältes-
ten germanischen Begriffen ward die Verwandlung in Wolfsgestalt durch einen um den Leib gebunde-
nen Riemen (Wolfsgürtel) oder durch das überwerfen eines Wolfshemdes bewirkt, und der so Verwan-
delte, welcher an dem abgestumpften Schweif von den natürlichen Wölfen zu unterscheiden war, nahm
mit dem Aussehen zugleich die Stimme und Wildheit eines Wolfs an. Erst am zehnten Tag durfte er in 
menschliche Gestalt zurückkehren, wenn ihm nicht jemand die beiseite gelegten Kleider weggenommen
hatte. Nach dänischem Volksglauben gab es auch Menschen, welche durch die Geburt zum W. be-
stimmt waren, bei Tag menschliche Gestalt zeigten und sich nur zu gewissen Zeiten des Nachts in den
W. verwandelten, dann aber frei wurden, wenn man sie W. schalt. Vgl. Leubuscher, Über die Wehrwölfe
im Mittelalter (Berl. 1850); Hertz, Der W. (Stuttg. 1862); Baring-Gould, Book of werewolves (Lond. 1865). 
Von dem mythischen Gehalt der germanischen Sage hat Schwartz ("Ursprung der Mythologie", Berl. 
1860) gehandelt.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte

Vampir*
Vampir, nach dem Volksglauben, namentlich der slawischen, rumänischen und griechischen Bevölkerung 
der untern Donauländer und der Balkanhalbinsel, Geist eines Verstorbenen, der des Nachts sein Grab ver-
läßt, um Lebenden das Blut auszusaugen, von dem er sich nährt. Da dieser Aberglaube  noch jetzt sehr 
verbreitet ist und sofort auftritt, wenn in den betreffenden Gegenden einem Familienmitglied andre schnell
in den Tod nachfolgen oder hinsiechen, so hat man allerlei Vorsichtsmaßregeln und Gegenmittel, zu de-
nen das Bedecken des Mundes, das Mitgeben von allerlei Beschäftigungsmitteln im Sarg sowie nament-
lich das Hauptabschlagen des wiederausgegrabenen Toten und Durchstoßen mit einem Holzpfahl gehört.
In diesem Wahn führt der Glaube an Vampire häufig zu Leichenschändungen und Friedhofsentweihungen. 
Abarten des Vampirs sind: der Nachzehrer der Mark, der Blutsauger in Preußen und der Gierfraß in Pom-
mern; die Wilis oder Willis, vor der Hochzeit gestorbene Bräute, die jungen Burschen erscheinen, sie zum
endlosen Tanz verlocken, bis sie tot hinstürzen. Alle diese Sagen haben sich wohl aus den klassischen 
Gestalten der Lamien und   Empusen (s. d.) entwickelt. Dichterisch behandelt wurde die Sage bereits im
Altertum von Philostratus und Phlegon von Tralles (aus welchem Goethe den Stoff zu seiner "Braut von 
Korinth" entnahm), in neuerer Zeit von Byron sowie in verschiedenen Opern und Balletten. Vgl. Ranft, Trak-
tat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern (Leipz. 1734).
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
Empusa*
Empusa, in der griech. Mythologie ein nächtliches, menschenschreckendes Gespenst, das, von
Hekate gesandt, unter allerlei Gestalten, mit Einem Fuß oder mit zweien, einem ehernen und 
einem Eselsfuß etc., erscheint. Zu den Empusen rechnete man auch die Lamien und Mormolyken, 
gespenstische Weiber, welche schönen Jünglingen das Blut aussogen und ihr Fleisch verzehrten.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
Hexe Hägsche hagedisse hagezusa* 
Hexe, richtiger Hägsche, da das Wort altniederdeutsch hagedisse oder hagetisse, althochdeutsch hage-
zisse oder hagezusa lautet, nach Grimm von hage, gewandt, kunstgeübt, nach Simrock wahrscheinlicher 
von hag (Hain), dem fanum der göttlichem Jungfrauen oder   Idisen (s. d.), so daß wir uns in ihnen ur-
sprünglich entweder Hainpriesterinnen oder den Walküren verwandte Waldgöttinnen zu denken haben. 
Noch deutlicher bezeichnet sie als solche der Name Walriderske, den sie in niederdeutschen Gegen-
den führen, und dadurch erklärt es sich auch, warum sie durch die Lüfte reiten, Wetter machen, an Ge-
lagen teilnehmen, welche der in den Teufel verkehrte Wuotan abhält, und sich vorzugsweise in Katzen 
verwandeln, die der Freyja heilig waren. Allmählich haben sich jedoch nicht nur manche Züge von den 
alten deutschen Priesterinnen auf sie vererbt, sondern es ist auch vieles von den Zauberinnen andrer 
Völker, namentlich den griechischen und römischen (lat. lamia, saga, striga, ital. strega, engl. hag oder 
Witch, span. hechicera, franz. sorcière), auf sie übertragen worden. Der Glaube an Hexen war, wie wir 
aus Theokrit, Horaz und Lukianos ersehen, im Altertum vollkommen ausgebildet; aber die Voraussetz-
ung eines besondern dazu erforderlichen Bündnisses mit dem Teufel entstand erst nach der Christiani-
sierung der germanischen Welt, als die heidnischen Feste und Versammlungen bei Todesstrafe verbo-
ten waren und die treu gebliebenen Anhänger des frühern Glaubens heimlich des Nachts zusammen-
kamen, um die abgesetzten Götter zu verehren und die gewohnten Festlichkeiten zu begehen. Da es 
vornehmlich die alten Frauen waren, welche die althergebrachten Bräuche bewahrten und ausübten, 
kamen sie in den Verdacht der Zauberei, und da die Teilnehmer an den nächtlichen Zusammenkünften
selbst die meisten Märchen von gefahrvollem Teufelsspuk aussprengten, um ihre ebenso abergläubi-
schen Verfolger zurückzuschrecken, entstand sehr bald die Meinung, daß die Hexen im Bund mit dem 
leibhaftigen Teufel ständen und in seinem Dienst alles Unheil, welches über Ortschaften, Familien und
Personen hereinbrach, verursachten. Einzelne hell denkende Männer, wie Agobert, Erzbischof von Lyon
(gest. 840), und Burkhard, Bischof von Worms (gestorben um 1025), traten zwar schon damals gegen 
diesen Glauben auf; aber ihre Stimme verhallte in dem Zetergeschrei des unwissenden und fanatischen 
Priesterheers. Wie schon in den alten römischen Gesetzen, so wurden auch später wiederholt Gesetze
gegen Hexen und Zauberer erlassen; aber das Unheil wurde erst vollständig, als die Kirche den Aber-
glauben des Volkes autorisierte, indem sie die Inquisition gegen die Hexen und Zauberer zu Hilfe rief. 
Die Vermischung von Zauberei und Ketzerei war eine ebenso bequeme wie verderbliche; beide konnten
von der Einwirkung des Teufels hergeleitet werden, und die Masse zeigte sich der Vernichtung der Ketzer,
an welcher der Kirche einzig lag, um so geneigter, wenn ihnen zugleich Zauberei und Teufelsbündnis 
schuld gegeben wurde. Das trat in der Verfolgung der Waldenser, Albigenser und Templer deutlich herv-
or, und mit dieser nahmen die Hexenprozesse in Frankreich ihren Anfang. Die weltlichen Behörden such-
ten zwar den geistlichen Gerichtshöfen die gefährliche Jurisdiktion über Zaubereiverbrechen zu entreißen, 
und nachdem dies dem Pariser Parlament (1390) gelungen war, nahmen die Zaubereiprozesse, das Vor-
spiel der eigentlichen Hexenprozesse, in Frankreich ab. Aber die theologische Fakultät von Paris erklärte
nichtsdestoweniger (1398) die Teufelsbündnisse für Thatsache, und Papst Eugen IV. ermunterte 1437 die 
Inquisition wieder, gegen die Zauberer und Hexen ihre Pflicht zu thun. Die Folgen ließen nicht warten. In
dem großen Prozeß von Arras (1459) wegen "Waldenserei" begegnen wir bereits einer getreuen Schilder-
ung des Hexensabbats (s. unten), welcher den Gegenstand aller spätern Anklagen ausmacht. Das Pari-
ser Parlament verwarf zwar 1491 die vor 30 Jahren geschehene Verurteilung und setzte die Erben der Er-
mordeten wieder in den Besitz der eingezogenen Güter, doch vermochte es der Inquisition nicht auf die 
Dauer zu trotzen.
Die eigentliche Periode der Hexenprozesse, welche ganz Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und 
England in eine große Richtstätte verwandelten, wo in jeder Stadt die Folterknechte arbeiteten und 
Scheiterhaufen dampften, nahm ihren Anfang erst mit Papst Innocenz' VIII. Bulle "Summi desiderantes 
affectibus" (1484). In dieser Bulle heißt es unter anderm: "Wir haben neulich nicht ohne große Betrüb-
nis erfahren, daß es in einzelnen Teilen Oberdeutschlands und in den mainzischen, kölnischen, trieri-
schen, salzburgischen, bremischen Provinzen und Sprengeln in Städten und Dörfern viele Personen v
on beiden Geschlechtern gebe, welche, ihres eignen Heils uneingedenk, vom wahren Glauben abgefall-
en, mit dämonischen Inkuben und Subkuben sich fleischlich vermischen, durch zauberische Mittel mit 
Hilfe des Teufels die Geburten der Weiber, die Jungen der Tiere, die Früchte der Erde, die Trauben der 
Weinberge, das Obst der Bäume, ja Menschen, Haus- und andre Tiere, Weinberge, Baumgärten, Wie-
sen, Weiden, Körner, Getreide und andre Erzeugnisse der Erde zu Grunde richten, ersticken und ver-
nichten, welche Männer, Weiber und Tiere mit heftigen innern und äußern Schmerzen quälen und die 
Männer am Zeugen, die Weiber am Gebären, beide an der Verrichtung ehelicher Pflichten zu verhin-
dern vermögen". Deshalb trägt der Papst den beiden Inquisitoren für Süd- und Norddeutschland, Hein-
rich Institor und Jakob Sprenger, welche die Bulle am päpstlichen Hof erwirkt hatten, auf, die Zauberer
und Hexen in oben genannten Gegenden auszuspähen, zu bestrafen und auszurotten, wie sie nur 
wüßten und könnten; auch befiehlt er dem Bischof von Straßburg, Albrecht von Bayern, die Inquisi-
toren zu schützen und ihnen bei Ausführung ihres Auftrags allen Vorschub und hilfreiche Hand zu
leisten. Diese Männer und andre durchzogen nun Deutschland von einem Ende zum andern, überall 
jammernde Familien und verbrannte menschliche Gebeine hinter sich lassend; vorzüglich aber war 
es Sprenger, der den Hexenglauben in ein förmliches System brachte und die Hexenprozesse formell 
begründete. Sein "Hexenhammer" ("Malleus maleficarum", verfaßt im J. 1487, aber erst zwei Jahre 
später, 1489, in Köln gedruckt) wurde bald Gesetzbuch in Hexensachen und regelte das ganze or-
dentliche gerichtliche Verfahren gegen die Hexen. Er zerfällt in drei Teile: der erste handelt von der 
Hexerei im allgemeinen; der zweite legt verschiedene Arten und Wirkungen der Hexerei dar, und wie
man dieselben wieder aufheben könne; im dritten ist das Gerichtsverfahren gegen die Hexen enthalten,
ein förmliches Hexenprozeßrecht. Hier wird zuvörderst die Kompetenz in Hexenprozessen dem geis-
tlichen Richter vindiziert, Hexerei mit Ketzerei identifiziert, sobald mit der Hexerei Ketzerei vermischt
sei; in andern Fällen behält sich das geistliche Gericht vor, die Angeklagten dem weltlichen Richter 
zu überlassen; dann wird in 35 Fragen erörtert, wie der Prozeß anzufangen, fortzusetzen und das Ur-
teil zu sprechen sei. Der Richter darf auf bloßes Gerücht hin, daß es an einem Ort Hexen gäbe, ex 
officio anfangen, zu inquirieren, und Zeugen, deren zwei oder drei genügen, zusammensuchen, sie d
urch einen Eid zwingen, die Wahrheit zu sagen, auch sie mehrmals examinieren. Sogar Exkommuni-
zierte, Infame können als Zeugen auftreten, ja Ketzer wider Ketzer, Hexen wider Hexen, die Frau ge-
gen den Mann, Kinder gegen Eltern, Geschwister gegen Geschwister zeugen. Selbst Hauptfeinde 
des Angeklagten sind, mit wenigen Ausnahmen, als Zeugen zuzulassen. Der Anwalt durfte seinen 
der Ketzerei verdächtigen Klienten nicht über die Gebühr verteidigen, sonst wurde er billig noch für 
schuldiger gehalten. Um die H. zum Geständnis zu bringen, diente die Tortur. Jakob Sprenger allein 
ließ zu Konstanz und Ravensburg in Schwaben in kurzer Zeit 48 Weiber verbrennen, und bald wurde
durch päpstliche Bullen von Alexander VI., Julius II., Leo X. und Hadrian VI. der "Hexenhammer" 
auch für die übrigen europäischen Länder als Grundlage des kanonischen Rechts anerkannt. Ganze
Gegenden wurden durch Morden und Brennen entvölkert, wie ein drückender Alp lag das Gespenst 
der Hexenfurcht auf dem Volk. Überall hatten die geistlichen Gerichte ihre Späher. War ein altes 
Weib so unglücklich, rote Augen zu besitzen, so war sie sicher verloren. Die richterliche Untersuch-
ung bezog sich vorzugsweise auf den sogen. Hexensabbat, auch Hexenkultus, Hexenabendmahl ge-
nannt, und die Teilnahme der Inkulpatin daran. Mit erfinderischer Phantasie hatten die Priester den-
selben sich folgendermaßen ausgemalt. Zu gewissen Zeiten, namentlich in der Nacht des 1. Mai 
(Walpurgisnacht), wo in der heidnischen Zeit ein Frühlingsfest gefeiert wurde, hielt der Teufel große 
Hoftage. Als Orte dieser Zusammenkünfte waren berüchtigt: der Blocksberg (der Brocken im Harz-
gebirge), der Guiberg bei Halberstadt, der Köterberg, nicht weit von Korvei an der Weser, der Fich-
telberg, der Heuberg in Schwaben etc. Die Hexen verließen ihre Wohnungen auf Besen, Gabeln, 
Stöcken, Böcken oder Hunden und eilten im schnellsten Flug dem betreffenden Ort zu, wo der 
Teufel in Gestalt eines Bockes oder Menschen auf seinem Thron saß, die neuen Hexen feierlich 
aufnahm und einweihte, dann sich förmlich huldigen ließ, indem die Hexen nach einem Ringeltanz
um seinen Thron (Hexentanz) einzeln nahten, um seinen Hintern zu küssen. Dann wurde eine aus
mitgebrachten Würsten, Schinken etc. der reichern Hexen hergerichtete Mahlzeit gehalten, und 
zuletzt endigte das Ganze damit, daß jede H. sich im stillen mit ihrem Buhlteufel vergnügte. Mit 
dem frühsten Morgengrauen ging die Hexen fahrt auf oben geschilderte Weise wieder zurück, 
doch nicht, ohne daß der Teufel einer jeden Zauberpulver eingehändigt hätte, was zur Verübung 
aller sonst den Hexen zur Last gelegten Bosheiten diente. Die sogen. Hexensalbe, welche in den
Prozessen eine große Rolle spielt, war, wie viele Akten ergeben, eine aus Fett, Nachtschatten, 
Tollkirschen, Mandragora, Opium, Schierling und andern zum Teil narkotischen Pflanzenstoffen 
bereitete Salbe, mit welcher der Leib bestrichen wurde, um ihn zur Hexenfahrt tauglich zu machen.
Es ist Thatsache, die unter andern Geiler von Kaisersberg aus eigner Erfahrung bezeugt, daß sich
alte Weiber, die vorgaben, Hexen zu sein, einer solchen Salbe bedienten, daß sie, mit derselben
bestrichen, in einen Zustand der Betäubung verfielen und, wieder erwacht, von der Hexenversamm-
lung erzählten, auf der sie unterdessen gewesen sein wollten. Unter der Hexenbutter verstand man
die sogen. Schleimpilze und bezeichnete diese breiigen Massen als die Ausleerung der übersatten
Hexen auf dem Heimweg vom Hexensabbat aus der Luft herab. Gestand die H., so wurde sie als-
bald verurteilt; leugnete sie standhaft, so wurde zur Folter geschritten und diese bei fortgesetztem
Leugnen mit Umgehung des Gesetzes, welches eine zweimalige Folter verbot, nach einigen Tagen
wieder angefangen und dies als Fortsetzung der ersten Tortur bezeichnet. Bisweilen war aber nicht
einmal ein Geständnis erforderlich. Fand sich am Körper der H. irgend ein Muttermal, so war dies
sicher das Hexenmal, Hexenzeichen, womit der Teufel sie als die Seinige bezeichnet hatte. Die-
ses Hexenmal wurde mit Nadeln durchstochen: fühlte die Gestochene keinen Schmerz, so war sie
unzweifelhaft schuldig. Da nach dem "Hexenhammer" die Feuerprobe nichts fruchtete, weil das
Feuer ein dem Teufel freundliches Element sei, so wendete man die Wasserprobe (Hexenbad) an
und zwar folgendergestalt. Die Inkulpatin wurde nackt ausgezogen, kreuzweise gebunden, so daß 
die rechte Hand an die große Zehe des linken Fußes und die linke Hand an die große Zehe des 
rechten Fußes kam, und mit einem langen Strick um den Leib aufs Wasser gelegt; sank sie unter, 
so war sie unschuldig; schwamm sie aber oben, so war sie überführt. Ein analoges Erkennungs-
mittel bildete die Hexenwage, auf welcher sie nicht das natürliche Gewicht zeigte. Das Urteil lau-
tete meist auf Verbrennen, und in vielen Gegenden Deutschlands galt der Hexenstock oder Hexen
pfahl, an den die Verurteilten während der Exekution gebunden waren, neben dem Galgen als ein
Zeichen des Blutbannrechts.
Auch die protestantische Geistlichkeit teilte den Teufels- und Hexenglauben, und es waren der 
Hexenprozesse in den protestantischen Ländern nicht weniger als in katholischen. In einem Be-
richt des koburgischen Centgrafen Kaspar Langen vom 19. April 1628 liest man von dem sonst 
sehr aufgeklärten protestantischen Herzog Johann Kasimir: "Seine fürstlichen Gnaden hätten 
sich endlich entschlossen, die Hexen und Drutten, beides hier uf'n Lande, so viel möglich, ex-
terminiren, ausrotten und zu gebührlicher, wohl verdienter Straf, die Reichen mit den Armen und 
die Alten mit den Jungen, nehmen zu lassen, maßen der Anfang bereits darzu gemacht worden
" etc. Auch über die kontroverse Frage: "ob die Untersuchungskosten vom Fiskus oder von den 
Erben der justifizierten H. getragen werden sollten", ließ der Herzog 1628 ein Gutachten von dem
Koburger Schöppenstuhl einholen, welches natürlich dahin ausfiel: "daß die Obrigkeit berechtigt
sei, die Güter der wegen Hexerei Kondemnirten zu konfisciren, und da an anderen Orten die ob 
crimen haereseos eingezogenen Güter ganz oder zum halben Teil den Inquisitoribus ad exstir-
pandos haereticos zugeschlagen werden sollten, und sollte ein Christ dasjenige, was vom Teufel 
immediat herrührt, zu behalten nicht begehren, sondern selbst der Obrigkeit offeriren, damit solch 
verflucht Geld zur Ausrottung der Hexerei angewendet werden möchte". Dieses Gutachten läßt 
uns als eine der Haupttriebfedern der Hexenverfolgung den Gelddurst erkennen. In England, wo 
König Jakob I. höchst eigenhändig als Schriftsteller gegen Hexen und Teufelsbündnisse vorging, 
erhielt ein gewisser Matth. Hopkins, der 1644 alle Provinzen des Reichs auf der Hexenjagd durch-
zog, für die Entdeckung einer H. 20 Schilling (16,5 Mk.) und schrieb ein besonderes Werk über 
die Kunst, Hexen ausfindig zu machen, auf dessen Titel er sich Hopkins, Hexenfinder, zeichnet.
Noch zu Ende des 16. Jahrh. verurteilte ein einziger Hexenrichter, Remigius, 800 Hexen in Loth-
ringen zum Scheiterhaufen.
Schon im 16. und 17. Jahrh. fehlte es nicht an Männern, welche sich den Inquisitoren widersetzten
und den Glauben an Hexerei bekämpften. Namentlich waren dies der Düsseldorfer Johann Weyer 
(Wierus), Leibarzt des Herzogs Wilhelm von Kleve-Jülich-Berg um 1550, die Jesuiten Adam Tanner
(gest. 1632) und Friedrich Spee (gest. 1635), vorzüglich aber Balthasar Bekker, reformierter Predi-
ger in Amsterdam, in dessen "Bezauberter Welt" ("De betooverde Weereld in vier boeken", Amsterd.
1691-93) mit großer Freimütigkeit das ganze Teufels- und Hexensystem angegriffen und bekämpft 
ist. Allein die Bestrebungen dieser Männer wurden noch zu wenig von der öffentlichen Meinung 
unterstützt; erfolgreich bekämpfte den Wahn erst der gelehrte Christian   Thomasius (s. d.) aus 
Leipzig (gest. 1718) in seinen Schriften: "Dissertatio de crimine magiae" (1701) und "De origine et
progressu processus inquisitorii contra sagas" (Halle 1712). Gleichwohl finden sich auch im 18. 
Jahrh. noch hier und da Überbleibsel des alten Unwesens. Am 21. Jan. 1749 wurde Maria Renata, 
Subpriorin des Klosters zu Unterzell, als H. in Würzburg enthauptet und dann ihr Leichnam ver-
brannt; zu gleicher Zeit hielt ein ganzes polnisches Dorf die Wasserprobe aus, und noch 1785 fiel 
ein Opfer des Hexenglaubens zu Glarus, 1793 das letzte im Großherzogtum Posen. Aber noch 
1836 wurde eine vermeintliche H. von den Fischern der Halbinsel Hela der Wasserprobe unterworfen
und, da sie nicht untersinken wollte, gewaltsam ertränkt. In den andern Weltteilen spielten Hexen-
prozesse bis in die neueste Zeit fort, und in Mexiko endigten zwei derselben (1860 und 1873) mit 
Verbrennung der Opfer. Nicht so schnell wie aus der Gesetzgebung konnte der Hexenglaube aus 
der Masse des Volkes entfernt werden. Noch heutzutage erzählt sich dieses die abenteuerlichsten
Hexengeschichten, und nicht wenige Dörfer mögen noch, gewöhnlich in einer bejahrten Frau, ihre 
H. haben, die im Verdacht steht, mit Ungeziefer behaften, dem Vieh "etwas anthun", das "Zusam-
mengehen" der Butter verhindern etc. zu können. Daß es Frauen gäbe, welche Krankheiten "ver-
sehen" können, ist noch heutzutage ein weitverbreiteter Aberglaube, und noch in unsrer Zeit ist die
Beschuldigung der Hexerei und des Teufelsbündnisses sogar zum Gegenstand von Anzeigen bei 
Gericht gemacht worde
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte
Hexenbesen Wetterbesen Donnerbesen*
Hexenbesen (Wetter-, Donnerbüsche, Donnerbesen), abnorme Bildungen an Bäumen, welche in einer Ast-
wucherung bestehen, indem an irgend einem Punkt eines Astes eine ungewöhnliche Menge Knospen an-
gelegt werden, welche sich alle zu wirklichen Zweigen ausbilden und so einen kleinen dichten Strauch in 
der sonst locker verzweigten Krone darstellen, oder indem, wie beim H. der Tanne, von einem Ast ein Zweig
kräftig und gerade aufwärts wächst, mit allseitig gewendeten kurzen Nadeln besetzt ist und dicht stehende 
horizontale Zweiglein treibt, gleichsam wie ein aufgepflanztes kleines Tannenbäumchen. H. kommen an viel-
en Laubhölzern sowie an Nadelbäumen, besonders an Weißtannen, Fichten und Kiefern, vor. Es liegen ihnen
aber nicht überall gleiche Ursachen zu Grunde. Bis jetzt ist die Erscheinung mit Sicherheit nur in einem ein-
zigen Fall auf ihre Ursache zurückgeführt worden, nämlich beim H. der Tanne, welcher nach de Bary durch 
einen Schmarotzerpilz aus der Ordnung der   Rostpilze, Aecidium elatinum A. et S., hervorgebracht wird, 
der außer dieser Mißbildung auch den Krebs der Tanne verursacht, daher die H. hier oft an den Krebsstellen
hervorbrechen. Sein Mycelium lebt in den Zweigen und Nadeln des Hexenbesens und bildet an der Oberflä-
che der letztern oft seine Fruktifikation (s.   Rostpilze). In andern Fällen mögen vielleicht auch Pilze, in manc-
hen aber wahrscheinlich andre Ursachen, besonders äußere Verletzungen, zu Grunde liegen. Wenn die End-
knospen durch Tiere abgebissen, abgebrochen oder sonst zerstört sind, entsteht unterhalb der Stelle nicht 
selten reichlichere Zweigbildung; auch hat man unterhalb der Veredelungsstellen von Bäumen ähnliche 
Bildungen beobachtet.
Bitte beachten Sie die Einführung oben - es handelt sich hier um historische Texte

Wir beschäftigen uns im Rahmen unserer Fortifikationsforschungen
auch mit Sagen und Legenden unseres Raumes. Über die bekannten
Fortifkations- und Jagdelemente wie  Wolfsangel und Wolfsgrube lag
es daher nahe, dass wir auch überlieferte Geschichten über einst hier
lebende Wölfe nachgehen.
Als Quellengrundlage diente die sog. Kneusslin-Chronik aus Gersbach
 (Johann Wilhelm Kneusslin, 1834 - 1920). 

Blatt 49

... Eine andere Sage soll hier noch ihren Platz finden von
der Wolfszeit her: Eine Frau im äußeren Neuhaus, sagte
zu ihrem Töchterchen vor dem zu Bett gehen „Geh´ auch 
noch vors Haus!“ Da schlug es aber wieder die Türe zu, 
kam in die Stube zurück, sagte es sei ein großes Tier vor 
der Türe mit feurigen Augen und würde es fressen wollen. 
Das Kind tat nun jedoch wie die Mutter befohlen, als es aber
die Haustüre wieder öffnete, hörte die Mutter ein Schrei, das
Schreien ging das „Bärenloch“ hinunter. Am Morgen konnte 
sich die herzlose Mutter unten im „Bärenloch“ überzeugen, 
als sie Fetzen und Knochen fand, was geschehen war ...
Blatt 50
... Die Zeiten sind schon längst vorbei wo der Auerochse, 
der Wisent und der Elch in den deutschen Wäldern gehaust
haben und wo der Biber an deutschen Flüssen und Seen 
seine kunstvollen Wohnungen errichtet. Auch der Bär hat 
weichen müssen, doch hält er sich immer noch im nördlichen
und östlichen Europa, auch in der nahen Schweiz ist er noch
nicht ganz ausgerottet. Der Wolf und das Wildschwein halten
sich immer noch gut im Elsass in den Vogesen, der Hirsch 
ist auch selten geworden und bei uns längst nicht mehr 
anzutreffen. Vom Bären weiß man nichts mehr dass er in
unserem Wald gewesen und doch muss er dem Bärenloch
den Namen gegeben haben. Der Hirsch konnte sich noch 
länger halten.
Mein Großvater erzählte mir oft dass er zu seiner Zeit Hirsche
genug gesehen habe. Aber Wölfe habe er nur einen gesehen
und das ging so zu: Als siebenjähriges Büble sei er mit seiner
Mutter und einer anderen Frau in die sogenannte Rübrätte 
hinunter, um Büchle aufzulesen, da sei er nach Kinderart vo
n ihnen weg gelaufen ein Stück weit am Wald aufwärts, da sei
ein großes Tier aus dem Wald zu ihm hinzu gelaufen, denselben
habe er gestreichelt längere Zeit endlich habe gerufen: „Mutter 
lueg,  wie schön Hansle ha“, die Frauen als sie das sahen, 
seien zu Tode erschrocken, denn es war ein Wolf. 
Sie riefen ihn dann zu sich hinunter zu kommen, was er endlich
auch tat, denn ihn zu holen getrauten sich die Frauen nicht. Das
Tier lief dann wieder in den Wald zurück, sonst habe er keinen
Wolf mehr gesehen, doch habe er auch gehört dass da oder 
dort gesehen worden seien. 
Aber auch jetzt noch besonders  Winterszeit kann es vorkommen,
dass Wölfe und auch Wildschweine aus dem Elsass herüberkommen,
wenn der Rhein überfroren ist. Die Hirsche unserem Wald hätten 
somit in unserem Wald die Wölfe überdauert bis zum achtzehnten
Jahrhundert ...

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